Andorranische Canelons

Quadratischer Bildausschnitt mit vier gefüllten Pastarollen unter goldbraun gefleckter Béchamel.

Andorranische Küche · Hauptgericht · Rezept

Canelons a l’Andorrana mit gemischter Fleischfüllung unter gebräunter Béchamel

Mit Lamm, Schwein, Huhn und etwas Leber gefüllte Pastarollen, bedeckt mit seidiger Béchamel und Käse, anschließend goldbraun im Ofen gratiniert.

Kategorie: Gefüllte Pasta / Küche: Andorra / Schwierigkeit: Mittel

Menge6 Portionen
Vorbereitung50 Min.
Garzeit1 Std. 40 Min.
Gesamtzeit2 Std. 30 Min.
Kalorien≈ 730 kcal
Breite Ofenform mit vier Canelons unter gebräunter Béchamel, daneben ein Löffel, gestapelte Teller und eine Schale Blattsalat

Die breite Aufnahme zeigt die gratinierten Pastarollen in cremiger Sauce; an den offenen Enden bleibt die körnige Fleischfüllung sichtbar.

I.

Canelons a l’Andorrana Rezept für den Ofen

Dieses Canelons a l’Andorrana Rezept beschreibt eine andorranische Ausprägung der katalanischen Ofenpasta: dünne Teigblätter umschließen eine fein zerkleinerte Füllung aus Lamm, Schwein, Huhn und etwas Leber, darüber liegen Béchamel und geriebener Käse. In Andorra gehört diese Form der Canelons zur Küche des katalanisch geprägten Pyrenäenraums, erhält durch die Mischung mehrerer Fleischsorten jedoch einen eigenen, kräftigen Charakter. Das Gericht passt zu einem langen Familienessen, zu Feiertagen oder zu einem Wintersonntag, an dem der Ofen ohnehin mehrere Stunden läuft. Es verlangt keine schwierige Handarbeit, doch jede Stufe beeinflusst die spätere Textur: Fleisch muss bräunen statt im eigenen Saft zu kochen, die Füllung braucht genügend Feuchtigkeit, und die Sauce darf weder dünn noch pastenartig sein.

Gute Canelons halten ihre Form, ohne trocken zu wirken: Die Füllung bleibt körnig-saftig, die Béchamel liegt als weiche Schicht darüber.

Die Füllung beginnt mit kleinen Fleischstücken, nicht mit rohem Hackfleisch. Lamm- und Schweineschulter bringen Fett und Gelatine, Hühnerschenkel geben milderen Geschmack, Leber rundet die Mischung mit mineralischer Tiefe ab. Alle Teile werden portionsweise angebraten und vollständig gegart; das Huhn erreicht dabei mindestens 74 °C. Erst danach kommen Zwiebel, Karotte und Knoblauch in denselben Topf. Der Bratensatz löst sich mit trockenem Weißwein und ungesalzenem Fond. Nach kurzem Schmoren wird die Mischung nur so fein zerkleinert, dass sie sich sauber rollen lässt. Eine vollkommen glatte Paste würde kompakt wirken, grobe Würfel könnten dagegen die Teigblätter aufreißen.

Die Béchamel übernimmt zwei Aufgaben. Ein kleiner Teil hält die Fleischmasse saftig, der größere Teil schützt die Pasta im Ofen und bildet unter dem Käse eine weiche, gebräunte Decke. Butter und Mehl garen zwei Minuten zusammen, damit kein roher Mehlgeschmack bleibt. Die Milch wird schrittweise eingerührt; so entsteht eine Sauce, die am Löffel haftet und dennoch fließt. Muskat bleibt zurückhaltend, Salz wird erst nach dem Käse endgültig abgestimmt. Diese Reihenfolge verhindert, dass die fertige Form zu salzig wird.

Die Pasta wird nur kurz blanchiert. Vier Minuten machen die Blätter biegsam, ohne sie weich werden zu lassen. Auf einem sauberen Tuch kühlen sie einzeln aus, damit sie nicht verkleben. Jede Rolle erhält dieselbe Menge Füllung und wird mit der Naht nach unten in eine Form von etwa 33 × 23 Zentimetern gelegt. Enges, aber druckfreies Anordnen hält die Canelons stabil. Zu viel Zwischenraum lässt die Sauce auf den Boden laufen; eine überfüllte Form bremst das gleichmäßige Erhitzen.

Beim Backen steigt die Temperatur in der Füllung erneut, während die Pasta die Sauce aufnimmt. Nach rund dreißig Minuten bei 190 °C blubbert die Béchamel an den Rändern. Eine kurze stärkere Oberhitze färbt den Käse goldbraun, ohne die Oberfläche auszutrocknen. Zehn Minuten Ruhezeit sind Teil der Zubereitung: Die Sauce bindet leicht nach, die Rollen lassen sich sauberer heben, und die Füllung bleibt beim Anschneiden im Inneren. Die sichtbaren Enden dürfen saftig wirken; austretende dünne Flüssigkeit wäre dagegen ein Zeichen für zu kurz reduzierte Fleischmasse.

Das Ergebnis ist reichhaltig, aber klar gegliedert. Die Pasta bleibt weich mit leichtem Biss, die Fleischfüllung schmeckt nach Bratröstaromen und Kräutern, die Béchamel mildert die kräftigeren Noten von Lamm und Leber. Ein grüner Salat mit säuerlichem Dressing oder schlicht gedünstetes Gemüse bringt Frische neben die cremige Form. Für eine zuverlässige Portionierung werden drei Canelons pro Person gerechnet. Die vorbereitete Form kann vor dem Backen einige Stunden gekühlt werden; dann verlängert sich die Ofenzeit um etwa zehn Minuten, bis die Mitte vollständig heiß ist.

Vom Bratensatz zur gratinierten Form

0:00Fleisch in kleinen Portionen kräftig bräunen; Huhn vollständig durchgaren.
0:40Gemüse, Weißwein und Fond reduzieren, danach die Füllung fein hacken.
1:15Pastablätter blanchieren, Béchamel kochen und die Rollen gleichmäßig füllen.
2:20Goldbraun gratinierte Form aus dem Ofen nehmen und zehn Minuten ruhen lassen.

Rezept im Überblick. Canelons a l’Andorrana verbinden eine fein gehackte Füllung aus Lamm, Schwein, Huhn und Hühnerleber mit blanchierten Pastablättern, Béchamel und geriebenem Käse. Das Fleisch wird portionsweise gebräunt, mit Zwiebel, Karotte, Knoblauch, Weißwein und Fond weich geschmort und erst danach zerkleinert. Ein Teil der Béchamel lockert die Füllung, der Rest bedeckt die Rollen. In einer Form von etwa 33 × 23 Zentimetern backen die Canelons bei 190 °C, bis die Sauce am Rand blubbert; kurze Oberhitze färbt die Oberfläche. Zehn Minuten Ruhe stabilisieren die Portionen. Das Rezept ergibt sechs Hauptgerichtportionen zu je drei Rollen und lässt sich bis zum Backen mehrere Stunden im Kühlschrank vorbereiten.

II.

Zutaten

Für Füllung und Pasta

  • 18 Cannelloni-Pastablätter, etwa 250 gkurz blanchiert; keine vorgekochten Röhren
  • Lammkeule oder -schulter, 250 gpariert und in 2 cm große Stücke geschnitten
  • Schweineschulter, 250 gmit etwas Fett für Saftigkeit
  • Hähnchenschenkelfleisch ohne Knochen, 250 gtrocken getupft und gewürfelt
  • Hühnerleber, 80 ggeputzt; bringt Tiefe, ohne die Füllung zu dominieren
  • Olivenöl, 30 mlzum portionsweisen Anbraten
  • Zwiebeln, 300 gfein gewürfelt
  • Karotte, 120 gfein gewürfelt
  • Knoblauch, 3 Zehenfein gehackt
  • Trockener Weißwein, 80 mlzum Lösen des Bratensatzes
  • Ungesalzener Fleisch- oder Geflügelfond, 150 mlfür die kurze Schmorphase
  • Feines Salz, 5 gfür die Fleischfüllung
  • Schwarzer Pfeffer, 1 gfrisch gemahlen

Für Béchamel und Kruste

  • Butter, 70 gfür die Mehlschwitze
  • Weizenmehl Type 405, 70 gvollständig in der Butter garen
  • Vollmilch, 900 mlwarm, damit die Sauce glatt bindet
  • Muskatnuss, ¼ TLfrisch gerieben
  • Feines Salz, 5 gnach dem Käse nochmals abschmecken
  • Geriebener halbfester Käse, 120 gmild bis würzig, gut schmelzend
Allergene und Ersatz. Enthalten sind Gluten, Milch und Milchprodukte; der verwendete Fond kann Sellerie enthalten. Leber lässt sich durch weitere 80 g Hähnchenschenkelfleisch ersetzen. Alkoholfrei funktioniert die Füllung mit derselben Menge Fond und 1 TL mildem Weißweinessig. Laktosefreie Milch und Butter sind technisch gleich einsetzbar.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Fleischfüllung

  1. Fleisch vorbereiten

    Lamm, Schwein, Huhn und Leber trocken tupfen und getrennt bereithalten. Eine große schwere Pfanne stark erhitzen, damit die Stücke bräunen, statt Flüssigkeit zu ziehen.

  2. Portionsweise anbraten

    Olivenöl in die Pfanne geben und die Fleischsorten nacheinander kräftig bräunen. Das Huhn vollständig bis mindestens 74 °C garen, die Leber ohne rosa Kern braten; alles auf einen Teller geben.

  3. Gemüse und Bratensatz garen

    Zwiebeln und Karotte bei mittlerer Hitze 8 Minuten weich braten, Knoblauch 1 Minute zufügen. Mit Weißwein ablöschen, den Bratensatz lösen und die Flüssigkeit fast vollständig einkochen.

  4. Füllung schmoren und hacken

    Fleisch, Fond, 5 g Salz und Pfeffer zugeben und 15 Minuten leise schmoren, bis nur wenig Flüssigkeit bleibt. Abkühlen lassen und im Fleischwolf oder mit kurzen Küchenmaschinenimpulsen fein, aber nicht pastenartig zerkleinern.

Pasta und Béchamel

  1. Pastablätter blanchieren

    Die Pastablätter in reichlich siedendem Wasser 4 Minuten biegsam garen, vorsichtig herausheben und einzeln auf sauberen Küchentüchern ausbreiten.

  2. Béchamel kochen

    Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und 2 Minuten garen. Warme Milch portionsweise einrühren und 8 bis 10 Minuten köcheln, bis die Sauce den Löffel überzieht; Muskat und 5 g Salz zufügen.

  3. Füllung binden

    Etwa 150 ml Béchamel unter die gehackte Fleischmasse rühren. Die Füllung soll saftig zusammenhalten, aber beim Portionieren nicht auslaufen.

Rollen und Backen

  1. Canelons formen

    Den Ofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Je etwa drei gehäufte Esslöffel Füllung auf ein Pastablatt geben, straff aufrollen und mit der Naht nach unten in eine Form von etwa 33 × 23 cm legen.

  2. Bedecken und gratinieren

    Die restliche Béchamel gleichmäßig verteilen und mit Käse bestreuen. 30 bis 35 Minuten backen, bis die Sauce am Rand blubbert; anschließend 3 bis 5 Minuten unter starker Oberhitze goldbraun färben.

  3. Ruhen lassen

    Die Form 10 Minuten stehen lassen. Die Sauce bindet leicht nach, und die Canelons lassen sich ohne auseinanderzufallen ausheben.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren und kombinieren

Drei Canelons pro Person bilden ein reichhaltiges Hauptgericht. Ein grüner Blattsalat mit säuerlichem Dressing, gedünstete Bohnen oder schlichtes Ofengemüse bringen Frische. Trockener Weißwein oder stilles Wasser passen besser als süße Getränke zur cremigen Sauce.

Aufbewahren und erwärmen

Reste innerhalb von zwei Stunden abkühlen und abgedeckt bis zu drei Tage bei höchstens 4 °C lagern. Im Ofen bei 180 °C, mit Folie abgedeckt, etwa 20 Minuten auf mindestens 74 °C im Kern erhitzen; für die letzten fünf Minuten die Folie entfernen. Eine ungebackene Form kann einen Tag gekühlt oder bis zu zwei Monate eingefroren werden.

Vier praktikable Varianten

  • Leber durch dieselbe Menge Hähnchenschenkelfleisch ersetzen, wenn eine mildere Füllung gewünscht ist.
  • Ein Drittel des Lammfleischs durch gegarte Pilze ersetzen; diese vorher trocken braten, damit die Masse nicht wässrig wird.
  • Für eine alkoholfreie Fassung Weißwein durch Fond plus 1 TL milden Weißweinessig ersetzen.
  • Statt einer großen Form sechs kleine Portionsformen verwenden und die Backzeit um etwa fünf Minuten verkürzen.

Drei Hinweise aus der Testküche

  • Fleisch in mehreren kleinen Portionen bräunen; eine überfüllte Pfanne erzeugt Dampf.
  • Die Schmorflüssigkeit fast vollständig reduzieren, bevor die Füllung zerkleinert wird.
  • Béchamel etwas dünner als für Lasagne halten, da die Pastablätter im Ofen Sauce aufnehmen.

Benötigte Ausstattung

Benötigt werden eine schwere Pfanne, ein mittlerer Topf, ein großer Pastatopf, Fleischwolf oder Küchenmaschine, Schneebesen und eine Form von etwa 33 × 23 cm. Die schwere Pfanne beeinflusst das Ergebnis am stärksten, da sie beim portionsweisen Bräunen ihre Hitze hält.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 730 kcal
Kohlenhydrate
≈ 50 g
Protein
≈ 41 g
Fett
≈ 39 g
Ballaststoffe
≈ 3 g
Natrium
≈ 900 mg

Portionsgröße: 3 Canelons. Allergene: Gluten, Milch und Milchprodukte; je nach Fond Sellerie. Näherungswerte pro Portion auf Grundlage üblicher Nährwerttabellen. Tatsächliche Werte schwanken durch Fleischzuschnitt, Käse, Fondmarke und Portionsgröße.

Saftige Fleischfüllung, dünne Pasta und eine Béchamel, die beim Anschneiden ruhig an ihrem Platz bleibt.

Canelons a l’Andorrana belohnen saubere Einzelarbeit: kräftiges Bräunen, sorgfältiges Reduzieren und eine Sauce mit der richtigen Fließfähigkeit. Sind diese Punkte getroffen, trägt die Ofenform sechs gleichmäßige Portionen, die sich vorbereiten lassen und dennoch frisch gratiniert auf den Tisch kommen.

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