Österreichische Küche · Hauptgericht · Rezept
Wiener Schnitzel vom Kalb mit lockerer, goldener Panier
Dünn geklopftes Kalbfleisch wird locker in Mehl, Ei und feinen Semmelbröseln paniert und in reichlich Butterschmalz wellig ausgebacken.
Kategorie: Hauptgericht / Küche: Österreichisch / Schwierigkeit: Mittel / Gesamtzeit: 40 Min.
Der breite Bildausschnitt macht die große, dünne Form des Schnitzels und die wellige Panier besonders deutlich.
Panier, Hitze und Bewegung in wenigen Minuten
Wiener Schnitzel bezeichnet in Österreich ein paniertes Schnitzel aus Kalbfleisch. Wird Schweinefleisch verwendet, lautet die korrekte Bezeichnung üblicherweise Schnitzel Wiener Art. Der Unterschied ist nicht nur sprachlich: Kalbfleisch hat eine feine Faser, wenig ausgeprägtes Eigenfett und braucht eine besonders kurze Garzeit. Die Panier übernimmt daher mehrere Aufgaben. Sie schützt das dünne Fleisch, nimmt Röstaromen an und soll sich beim Backen stellenweise vom Schnitzel lösen. Diese unregelmäßigen Wellen entstehen durch Dampf zwischen Fleisch und Bröselhülle. Eine fest angedrückte Panier bleibt dagegen flach, saugt mehr Fett und wirkt kompakt.
Brösel haften durch Ei, nicht durch Druck.
Das Fleisch wird im Schmetterlingsschnitt oder als große, gleichmäßig dünne Scheibe vorbereitet. Zwischen zwei glatten Folien wird es mit der flachen Seite eines Fleischklopfers auf etwa vier Millimeter gebracht. Ein gezackter Hammer würde die Fasern zerreißen und Flüssigkeit austreten lassen. Die Panierstraße besteht aus drei breiten Gefäßen. Mehl bedeckt die trockene Oberfläche, verquirltes Ei verbindet, feine Semmelbrösel bilden die äußere Schicht. Die Brösel werden nur locker darübergestreut und das Schnitzel wird darin gewendet. Druck ist unerwünscht. Nach dem Panieren kommt das Fleisch ohne Wartezeit in die Pfanne, da Feuchtigkeit sonst die Brösel durchzieht.
Das Fett muss so tief stehen, dass das Schnitzel schwimmen kann. Eine Mischung aus Butterschmalz und neutralem Öl verbindet Butteraroma mit stabiler Hitze. Bei etwa 170 °C beginnt die Panier sofort zu schäumen, ohne dunkel zu werden. Die Pfanne wird während des Backens leicht bewegt, und heißes Fett wird mit einem Löffel über die Oberseite geführt. Dieser Kontakt setzt Dampf frei und hebt die Panier an. Pro Seite genügen meist eineinhalb bis zwei Minuten. Das dünne Kalbfleisch soll mindestens 63 °C erreichen und anschließend drei Minuten ruhen. Längeres Backen macht es trocken, selbst wenn die Panier noch hell erscheint.
Zitrone gehört als frischer Abschluss dazu, wird aber erst unmittelbar vor dem Essen über das Schnitzel gedrückt. Früher Kontakt weicht die Oberfläche auf. Petersilienerdäpfel, Erdäpfelsalat oder ein einfacher Blattsalat passen als Beilage. In der fotografierten Fassung liegt ein Kartoffelsalat mit Vogerlsalat im Hintergrund; er bleibt im Rezept eine Servierempfehlung, damit die Schnitzeltechnik im Mittelpunkt steht. Das fertige Stück soll groß, dünn, goldgelb und trocken wirken. Nach kurzem Abtropfen auf einem Gitter bleibt die Unterseite knuspriger als auf Küchenpapier, wo heißer Dampf eingeschlossen wird.
Das sogenannte Soufflieren entsteht durch Bewegung im heißen Fett. Während des Bratens wird die Pfanne leicht vor- und zurückgeschwenkt oder heißes Fett vorsichtig über die Oberfläche gelöffelt. Dampf bildet sich zwischen Fleisch und Panier, hebt die Hülle in unregelmäßigen Wellen an und verhindert eine fest angepresste Kruste. Das Fett muss tief genug sein, damit das Schnitzel schwimmt, aber nicht raucht. Zwischen den Portionen werden lose Brösel entfernt, da sie rasch verbrennen und der nächsten Panier einen bitteren Geschmack geben. Fertige Schnitzel liegen nur kurz auf einem Gitter, nicht übereinander und nicht unter einer Abdeckung. Zitrone kommt erst am Tisch dazu, weil Säure die knusprige Oberfläche sofort befeuchtet.
Die Fleischdicke muss überall ähnlich sein. Dicke Stellen garen später, sehr dünne Ränder werden trocken und reißen beim Panieren. Das Schnitzel wird zwischen zwei glatten Folien von der Mitte nach außen geklopft, ohne die Faser zu zerquetschen. Sichtbare Sehnen am Rand werden kurz eingeschnitten, damit sich das Fleisch im Fett nicht zusammenzieht.
Backlinie — vom dünnen Schnitt zur gewellten Panier
Rezept in Kürze. Vier dünne Kalbsschnitzel werden trocken getupft, gesalzen und nacheinander in Mehl, verquirltem Ei und feinen Semmelbröseln gewendet. Die Brösel bleiben locker und werden nicht angedrückt. In einer breiten Pfanne schwimmen die Schnitzel in heißem Butterschmalz mit etwas Öl. Sanftes Schwenken und wiederholtes Übergießen mit Fett lassen die Panier wellig aufgehen. Nach wenigen Minuten ist sie goldgelb und das Fleisch sicher gar. Ein Gitter hält die Unterseite beim Abtropfen trocken. Zitrone und Petersilie kommen erst beim Servieren dazu; Salat oder Petersilienerdäpfel werden getrennt gereicht. Die Schnitzel werden einzeln ausgebacken, kurz auf einem Gitter abgetropft und mit Zitrone sowie Erdäpfelsalat serviert, ohne die Panier zu bedecken.
Zutaten
Für die Schnitzel
- Kalbsschnitzel, 4 Stück zu je 180 g
- Weizenmehl, 100 g
- Eier, 3
- Semmelbrösel, 200 g
- Salz, 8 g
Zum Ausbacken und Servieren
- Butterschmalz, 350 g
- Neutrales Pflanzenöl, 150 ml
- Bio-Zitrone, 1
- Petersilie, 15 g
Wiener Schnitzel: Zubereitung Schritt für Schritt
Vorbereitung und Panieren
Fleisch klopfen
Kalbsschnitzel zwischen glatter Folie mit der flachen Seite eines Fleischklopfers auf etwa 4 mm Dicke bringen. Trocken tupfen und unmittelbar vor dem Panieren salzen.
Panierstraße aufbauen
Mehl, locker verquirlte Eier und Semmelbrösel in drei breite Schalen geben. Die Eier nur mischen, nicht schaumig schlagen.
Locker panieren
Jedes Schnitzel im Mehl wenden und überschüssiges Mehl abklopfen. Durch Ei ziehen, abtropfen lassen und in Bröseln wenden, ohne die Hülle anzudrücken.
Ausbacken und Servieren
Fett erhitzen
Butterschmalz und Öl in einer breiten Pfanne auf etwa 170 °C erhitzen. Ein Brösel soll sofort lebhaft schäumen, aber nicht verbrennen.
Schnitzel backen
Schnitzel einzeln oder zu zweit 1,5–2 Minuten pro Seite backen. Die Pfanne leicht schwenken und mit einem Löffel heißes Fett über die Oberseite geben.
Gargrad prüfen
Die Panier soll goldgelb und wellig sein. Das Kalbfleisch muss mindestens 63 °C erreichen; anschließend 3 Minuten auf einem Gitter ruhen lassen.
Servieren
Schnitzel mit Petersilie und Zitronenspalten anrichten. Zitrone erst direkt am Tisch über die Panier drücken.
Servieren, Aufbewahren und Variationen
Servieren
Erdäpfelsalat mit Vogerlsalat, Petersilienerdäpfel oder Gurkensalat passen dazu. Preiselbeeren können separat gereicht werden.
Aufbewahren und Erwärmen
Wiener Schnitzel schmeckt frisch am besten. Reste höchstens zwei Tage kühlen und bei 180 °C auf einem Gitter 8–10 Minuten auf mindestens 74 °C erwärmen.
Vier brauchbare Varianten
Kleine Schnitzel lassen sich in derselben Technik portionsweise backen. Panko ist gröber und ergibt eine andere Oberfläche, funktioniert aber. Schweinefleisch ergibt Schnitzel Wiener Art. Für eine milchfreie Fassung wird nur Pflanzenöl verwendet.
Küchengeräte und drei Hinweise
Eine Pfanne von mindestens 30 cm, ein Thermometer und ein Abtropfgitter sind hilfreich. Die Panier darf nicht warten. Das Fett wird zwischen den Portionen von losen Bröseln befreit. Zu dunkles Fett wird ersetzt, nicht nur abgekühlt.
Drei Hinweise aus der Testküche
1. Mehl, Ei und Brösel nur locker anlegen; Druck verhindert die wellige Panier.
2. Lose Brösel zwischen den Portionen aus dem Fett nehmen, bevor sie dunkel werden.
3. Fertige Schnitzel einzeln auf einem Gitter abtropfen lassen und niemals abdecken.
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 720 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 50 g
- Protein
- ≈ 52 g
- Fett
- ≈ 34 g
- Ballaststoffe
- ≈ 2 g
- Natrium
- ≈ 690 mg
Portionsgröße: 1 Schnitzel. Wichtige Allergene: Gluten, Eier, Milch. Die Werte sind Näherungswerte auf Grundlage üblicher Referenzdaten; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.
Die leichte Panier entsteht aus Abstand zwischen Bröseln und Fleisch.
Wiener Schnitzel verlangt keine lange Garzeit, sondern saubere Vorbereitung. Dünnes Kalbfleisch, lockere Brösel und genügend heißes Fett schaffen die typische trockene, wellige Oberfläche.