Wiener Sachertorte

Der Anschnitt zeigt zwei dunkle Kuchenlagen

Österreichische Küche · Dessert · Rezept

Sachertorte mit Marillenfüllung und glatter Schokoladenglasur

Ein feinporiger Schokoladenkuchen wird mit passierter Marillenkonfitüre gefüllt und überzogen, danach mit einer dünnen, glänzenden Schokoladenglasur abgeschlossen.

Kategorie: Dessert / Küche: Österreichisch / Schwierigkeit: Anspruchsvoll / Gesamtzeit: 220 Min. (120 Minuten Kühl- und Ruhezeit)

Menge12 Stück
Vorbereitung45 Min.
Garzeit55 Min.
Kalorien≈ 540 kcal
Sachertortenstück mit dunkler Schokoladenglasur, Marillenschicht und Schlagobers auf Porzellanteller

Der breite Bildausschnitt zeigt ein einzelnes Tortenstück, eine große Portion Schlagobers und die restliche Torte im Hintergrund.

I.

Schokoladenmasse, Fruchtschicht und eine Glasur mit genauer Temperatur

Sachertorte ist eine Wiener Schokoladentorte mit Marillenkonfitüre und einer glatten dunklen Glasur. Ihre Wirkung beruht nicht auf einer schweren Creme, sondern auf drei klaren Schichten: feinporiger Kuchen, dünne Fruchtfüllung und feste, beim Schneiden dennoch nachgiebige Glasur. Ungesüßtes Schlagobers wird separat dazu gereicht. Es mildert Schokolade und Zucker, ohne die Torte selbst zu verändern. Zahlreiche Hausrezepte unterscheiden sich in Mengen und Handgriffen. Diese Fassung orientiert sich an einer aufgeschlagenen Butter-Eigelb-Masse, geschmolzener dunkler Schokolade und separat geschlagenem Eiweiß.

Die Glasur wird geführt, nicht mehrfach überarbeitet.

Die Kuchenmasse braucht Luft, darf aber nicht trocken werden. Zimmerwarme Butter wird mit Staubzucker und Vanille hell gerührt. Eigelbe kommen einzeln dazu, anschließend lauwarme Schokolade. Eiweiß wird mit Kristallzucker zu glänzenden, mittelfesten Spitzen geschlagen. Zu steifer Schnee lässt sich schwer unterheben und verliert dabei Volumen. Mehl und Eischnee werden abwechselnd mit wenigen Bewegungen eingearbeitet. Die Form wird nur am Boden mit Backpapier ausgelegt; der Rand bleibt gefettet und bemehlt. Während der ersten Minuten bleibt die Ofentür einen Spalt offen, damit sich die Oberfläche gleichmäßiger setzt, danach bäckt die Torte geschlossen fertig.

Marillenkonfitüre wird passiert und kurz erhitzt. Die ausgekühlte Torte wird waagrecht geteilt, innen dünn bestrichen und wieder zusammengesetzt. Eine zweite, sehr dünne Schicht kommt außen auf Oberfläche und Rand. Sie schließt lose Krümel, füllt kleine Unebenheiten und bildet eine fruchtige Barriere zwischen Kuchen und Glasur. Die Konfitüre muss antrocknen, bevor Schokolade darüberfließt. Eine dicke Schicht würde beim Schneiden rutschen und die Glasur von der Torte lösen.

Die Glasur ist der empfindlichste Teil. Zucker und Wasser kochen zu einem Sirup, der mit gehackter Schokolade verbunden wird. Die Masse kühlt unter Rühren, bis sie dick vom Löffel läuft und eine gezogene Spur langsam wieder schließt. Zu heiß ist sie dünn und stumpf; zu kalt wird sie uneben. Sie wird in einem Zug über die Torte gegossen und mit wenigen Bewegungen verteilt. Häufiges Nachstreichen hinterlässt matte Linien. Nach dem Erstarren ruht die Torte bei kühler Raumtemperatur. Im Kühlschrank wird die Glasur sehr fest; vor dem Servieren braucht sie daher Zeit, um wieder schneidbar zu werden.

Die Glasur verlangt eine eigene Temperaturkontrolle. Zucker und Wasser werden zunächst gekocht, dann kommt die Schokolade hinzu. Ist die Masse zu heiß, läuft sie dünn vom Kuchen; ist sie zu kalt, zieht sie Streifen und lässt sich nicht mehr glatt verteilen. Ein kleiner Tropfen auf einem kalten Teller zeigt die richtige Konsistenz: Er soll langsam fließen und nach kurzer Zeit glänzend fest werden. Die Torte wird vor dem Glasieren vollständig gekühlt, die Aprikosenkonfitüre glatt aufgestrichen und kurz angetrocknet. Beim Servieren wird ein scharfes Messer in heißes Wasser getaucht und abgewischt. So bricht die Glasur nicht und jede Scheibe behält eine klare Kante.

Ungesüßtes Schlagobers ist mehr als Dekoration. Die Torte enthält eine konzentrierte Schokoladenglasur und eine dünne Fruchtschicht; die kühle, milde Sahne nimmt der Süße die Spitze und macht die dichte Krume leichter zu essen. Sie wird separat oder seitlich auf den Teller gesetzt, niemals auf die Glasur gestrichen. Bei Raumtemperatur zeigt die Torte ihr Aroma besser als direkt aus dem Kühlschrank. Für saubere Portionen wird sie etwa dreißig Minuten vor dem Anschneiden herausgenommen.

Tortenlinie — aufschlagen, füllen, glasieren, ruhen

0:00Buttermasse, Schokolade und Eischnee zu einer luftigen Kuchenmasse verbinden.
0:25Torte backen, vollständig auskühlen lassen und waagrecht teilen.
2:10Mit heißer Marillenkonfitüre füllen, außen dünn bestreichen und antrocknen lassen.
2:45Schokoladenglasur auftragen und vor dem Anschnitt mindestens eine Stunde ruhen lassen.

Rezept in Kürze. Butter, Staubzucker, Vanille und Eigelb werden luftig gerührt und mit geschmolzener dunkler Schokolade verbunden. Ein glänzender Eischnee und Mehl kommen behutsam dazu. Die Torte bäckt in einer 24-cm-Form, kühlt vollständig aus und wird einmal waagrecht geteilt. Passierte, warme Marillenkonfitüre füllt die Mitte und überzieht die Außenseite dünn. Eine gekochte Glasur aus Zucker, Wasser und dunkler Schokolade wird bei der richtigen Fließfähigkeit in einem Zug verteilt. Nach dem Erstarren wird die Sachertorte mit ungesüßtem Schlagobers serviert. Die vollständig gekühlte Torte erhält eine glatte Zucker-Schokolade-Glasur und wird nach längerer Ruhe mit ungesüßtem Schlagobers in dünnen Scheiben gereicht. Das Ergebnis bleibt dabei klar portionierbar.

II.

Zutaten

Für die Torte

  • Dunkle Kuvertüre, 150 g
  • Weiche Butter, 150 g
  • Staubzucker, 110 g
  • Vanilleschote, 1
  • Eier, 6
  • Kristallzucker, 110 g
  • Weizenmehl, 140 g
  • Salz, 1 g
  • Butter, 10 g
  • Weizenmehl, 10 g
  • Passierte Marillenkonfitüre, 260 g

Für Glasur und Servieren

  • Kristallzucker, 200 g
  • Wasser, 125 ml
  • Dunkle Kuvertüre, 150 g
  • Schlagobers, 300 ml
Allergene und mögliche Anpassungen. Gluten, Milch und Eier sind enthalten. Die Torte enthält viel Zucker und Fett; die angegebenen Nährwerte beziehen sich auf ein Zwölftel einschließlich Schlagobers. Konfitüre muss glatt und ohne Fruchtstücke sein.
III.

Sachertorte: Zubereitung Schritt für Schritt

Kuchenmasse

  1. Schokolade schmelzen

    150 g Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen und auf lauwarme Temperatur abkühlen lassen.

  2. Buttermasse rühren

    Butter, Staubzucker und Vanille 5 Minuten hell rühren. Eigelbe einzeln vollständig einarbeiten, dann die lauwarme Schokolade zugeben.

  3. Eischnee schlagen

    Eiweiß mit Salz schaumig schlagen, Kristallzucker nach und nach einrieseln lassen und zu glänzenden, mittelfesten Spitzen schlagen.

  4. Masse vollenden

    Mehl und Eischnee abwechselnd in drei Portionen unter die Schokoladenmasse heben. Nur so lange arbeiten, bis keine Mehlnester sichtbar sind.

  5. Backen

    In eine vorbereitete 24-cm-Springform füllen und bei 180 °C 50–55 Minuten backen. Ein Holzstäbchen soll mit wenigen feuchten Krümeln herauskommen.

Füllen und glasieren

  1. Auskühlen und teilen

    Torte 15 Minuten in der Form, dann vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen. Waagrecht in zwei Böden schneiden.

  2. Mit Marille füllen

    Konfitüre kurz aufkochen. Einen Boden dünn bestreichen, zusammensetzen und Oberfläche sowie Rand mit der restlichen Konfitüre glatt überziehen. 30 Minuten antrocknen lassen.

  3. Glasur kochen

    Zucker und Wasser 5 Minuten kochen. Vom Herd nehmen, 150 g Kuvertüre einrühren und unter Rühren abkühlen lassen, bis die Glasur dickflüssig vom Löffel läuft.

  4. Torte glasieren

    Glasur in einem Zug über die Torte gießen und mit einer Palette nur einmal über Oberfläche und Rand führen. Mindestens 60 Minuten fest werden lassen.

  5. Servieren

    Schlagobers weich aufschlagen. Torte mit heißem, trockenem Messer in zwölf Stücke schneiden und Schlagobers separat anrichten.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Variationen

Servieren

Sachertorte schmeckt bei kühler Raumtemperatur. Das Schlagobers bleibt ungesüßt und wird nicht auf die Glasur gestrichen.

Aufbewahren und Erwärmen

Gut abgedeckt hält die Torte vier bis fünf Tage kühl. Vor dem Servieren 45 Minuten temperieren. Erwärmen ist nicht sinnvoll; einzelne Stücke lassen sich ohne Obers einfrieren.

Vier brauchbare Varianten

Aprikosenkonfitüre ersetzt Marillenkonfitüre begrifflich, nicht technisch. Eine Glasur aus Kuvertüre und Butter ist leichter, aber nicht dieselbe Zuckerkruste. Orangenschale kann Vanille ergänzen. Kleine Törtchen brauchen deutlich kürzere Backzeit.

Küchengeräte und drei Hinweise

Eine 24-cm-Springform, ein Thermometer und eine Winkelpalette sind hilfreich. Eischnee bleibt mittelfest. Konfitüre trocknet außen an. Glasur wird in einem Zug aufgetragen und nicht wiederholt geglättet.

Drei Hinweise aus der Testküche

1. Die Tortenböden vollständig auskühlen lassen, bevor Aprikosenkonfitüre aufgetragen wird.

2. Glasur auf einem kalten Teller prüfen; sie soll langsam fließen und glänzend fest werden.

3. Das Messer vor jedem Schnitt in heißes Wasser tauchen und trocken abwischen.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 540 kcal
Kohlenhydrate
≈ 63 g
Protein
≈ 8 g
Fett
≈ 29 g
Ballaststoffe
≈ 4 g
Natrium
≈ 110 mg

Portionsgröße: 1 Stück mit 25 ml Schlagobers. Wichtige Allergene: Gluten, Milch, Eier. Die Werte sind Näherungswerte auf Grundlage üblicher Referenzdaten; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Die glatte Oberfläche beginnt mit einem ebenen Kuchen und einer sehr dünnen Fruchtschicht.

Sachertorte verlangt Geduld zwischen den Arbeitsschritten. Vollständiges Auskühlen, angetrocknete Konfitüre und eine richtig temperierte Glasur schaffen die klaren Schichten, die beim Anschnitt sichtbar bleiben.

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