Österreichischer Topfenstrudel

Eine dicke Scheibe zeigt die helle Topfenfüllung mit Rosinen unter einer dünnen

Österreichische Küche · Dessert · Rezept

Topfenstrudel mit cremiger Füllung Rosinen und feiner Zitronennote

Dünn ausgezogener Strudelteig umschließt eine saftige Topfenfüllung mit Zitrone, Vanille und Rosinen; die Oberfläche bäckt goldbraun und blättrig.

Kategorie: Dessert / Küche: Österreichisch / Schwierigkeit: Mittel / Gesamtzeit: 125 Min. (30 Minuten Teigruhe)

Menge8 Stück
Vorbereitung50 Min.
Garzeit45 Min.
Kalorien≈ 440 kcal
Topfenstrudel mit Rosinenfüllung, Staubzucker und einer aufgeschnittenen Scheibe auf hellem Teller

Der breite Ausschnitt zeigt die goldbraune Rolle und eine Scheibe mit deutlich sichtbarer, cremiger Topfenfüllung.

I.

Cremige Füllung in einem Teig, der fast durchsichtig wird

Topfenstrudel gehört zu jener Gruppe österreichischer Mehlspeisen, die je nach Portionsgröße als Dessert, Nachmittagsgebäck oder süßes Hauptgericht auf den Tisch kommen können. Der österreichische Begriff Topfen bezeichnet einen frischen, leicht säuerlichen Käse, der dem deutschen Quark entspricht. Für Strudel eignet sich eine eher trockene Sorte, da überschüssige Molke den Teig aufweicht und die Füllung beim Schneiden auslaufen lässt. Rosinen, Zitrone und Vanille ergänzen den milden Topfen, ohne ihn zu verdecken. Die fertige Rolle soll außen dünn und blättrig, innen saftig und schnittfest sein. Eine warme Vanillesauce kann dazu gereicht werden, doch der Strudel muss auch ohne Sauce eine vollständige Textur besitzen.

Der Teig wird gedehnt, die Füllung dagegen nur so lange gerührt, bis sie glatt ist.

Der Teig besteht aus wenigen Zutaten: Mehl, warmem Wasser, Öl, etwas Essig und Salz. Seine Dehnbarkeit entsteht nicht durch viel Fett, sondern durch gründliches Kneten und Ruhe. Nach dem Kneten soll die Oberfläche glatt sein und der Teig unter leichtem Druck zurückfedern. Während der Ruhezeit entspannt sich das Klebergerüst. Erst dann lässt sich der Teig über einem bemehlten Tuch ausziehen, bis das Muster des Tuchs hindurchscheint. Dicke Ränder werden abgeschnitten. Diese Arbeit verlangt ruhige Hände, aber keine besondere Kraft. Der Teig wird von der Mitte nach außen mit den Handrücken gedehnt; Fingernägel würden ihn leichter verletzen.

Die Füllung braucht ein ausgewogenes Verhältnis aus Topfen, Sauerrahm, Eiern, Zucker und einer kleinen Menge Grieß. Der Grieß bindet freie Flüssigkeit während des Backens und verhindert eine wässrige Schicht am Boden. Butter und Eigelb geben Fülle, steif geschlagenes Eiweiß lockert die Masse. Rosinen werden kurz in warmem Wasser eingeweicht und gründlich abgetrocknet. Dadurch entziehen sie der Füllung keine Feuchtigkeit, bringen aber auch kein überschüssiges Wasser ein. Zitronenschale wird fein abgerieben, nur der gelbe Teil; die weiße Schicht darunter schmeckt bitter. Eine schmale Spur Semmelbrösel auf dem Teig nimmt zusätzlich austretende Flüssigkeit auf.

Beim Rollen hilft das Tuch mehr als die Hände. Die Füllung liegt als länglicher Streifen auf dem unteren Drittel, die Seiten werden eingeschlagen, dann hebt das Tuch den Strudel in kontrollierten Bewegungen über sich selbst. Die Naht liegt auf dem Blech unten. Geschmolzene Butter zwischen den äußeren Teiglagen und auf der Oberfläche fördert die blättrige Struktur. Nach dem Backen ruht der Strudel mindestens fünfzehn Minuten. Frisch aus dem Ofen ist die Füllung noch zu weich für saubere Scheiben; lauwarm zeigt sie ihre beste Konsistenz und ein deutliches Verhältnis zwischen dünnem Teig und cremigem Kern.

Die Füllung soll vor dem Rollen dick genug sein, um auf dem Teig liegen zu bleiben. Topfen enthält je nach Marke sehr unterschiedliche Mengen Molke; stark feuchte Ware wird in einem Tuch kurz abgetropft. Grieß und Brösel nehmen während der Ruhezeit überschüssige Flüssigkeit auf, ohne die Masse mehlig zu machen. Rosinen werden trocken verwendet oder nur kurz in warmem Wasser eingeweicht und danach sorgfältig abgetupft. Nach dem Backen braucht der Strudel mindestens zwanzig Minuten Ruhe, damit die heiße Füllung fest wird. Warm lässt er sich mit einem Sägemesser schneiden, kalt werden die Scheiben noch sauberer. Vanillesauce wird separat gereicht, damit die knusprige Teigoberfläche nicht vorzeitig weich wird.

Beim Rollen hilft das Strudeltuch, nicht Zug an den Händen. Die angehobene Stoffkante bewegt den gefüllten Teig gleichmäßig nach vorn und hält die Rolle kompakt. Die Naht liegt unten auf dem Blech, damit sie sich beim Backen nicht öffnet. Butter zwischen den Teiglagen trennt die dünnen Schichten und fördert eine trockene, blättrige Oberfläche.

Strudellinie — Kneten, ziehen, rollen, ruhen

0:00Strudelteig kräftig kneten und abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
0:30Topfenfüllung rühren, Rosinen trocknen und Arbeitsfläche vorbereiten.
0:50Teig hauchdünn ausziehen, füllen und mit dem Tuch zu einer Rolle formen.
1:35Goldbraun backen, mit Butter bestreichen und vor dem Schneiden 15 Minuten ruhen lassen.

Rezept in Kürze. Ein elastischer Strudelteig aus Mehl, Wasser, Öl und Essig ruht dreißig Minuten und wird danach über einem bemehlten Tuch nahezu durchsichtig ausgezogen. Die Füllung kombiniert gut abgetropften Topfen mit Sauerrahm, Butter, Eiern, Zucker, Grieß, Vanille, Zitronenschale und Rosinen. Eine dünne Schicht Brösel schützt den Teig vor überschüssiger Feuchtigkeit. Das Tuch hilft beim gleichmäßigen Rollen, ohne die zarte Hülle zu zerreißen. Der Strudel bäckt bei 190 °C etwa 45 Minuten und ruht anschließend, damit die Füllung fest genug für saubere Scheiben wird. Er schmeckt lauwarm besonders ausgewogen. Die Füllung ruht vor dem Einrollen, der gebackene Strudel vor dem Anschneiden; beide Pausen halten die Quarkmasse stabil und die Teighülle sauber.

II.

Zutaten

Für den Strudelteig

  • Weizenmehl Type 700, 250 g
  • Warmes Wasser, 125 ml
  • Neutrales Öl, 25 ml
  • Apfelessig, 5 ml
  • Salz, 3 g

Für Füllung und Fertigstellung

  • Topfen, 750 g
  • Sauerrahm, 100 g
  • Weiche Butter, 80 g
  • Eier, 3
  • Kristallzucker, 120 g
  • Weichweizengrieß, 45 g
  • Rosinen, 80 g
  • Vanillezucker, 10 g
  • Bio-Zitrone, 1
  • Semmelbrösel, 35 g
  • Geschmolzene Butter, 45 g
  • Staubzucker, 20 g
Allergene und mögliche Anpassungen. Gluten, Milch und Eier sind enthalten. Rosinen können weggelassen werden. Ein Ersatz des Topfens durch Frischkäse ist nur mit gut abgetropfter, nicht zu fetter Ware sinnvoll; sehr weicher Frischkäse macht die Füllung instabil.
III.

Topfenstrudel: Zubereitung Schritt für Schritt

Teig und Füllung

  1. Teig kneten

    Mehl, Wasser, Öl, Essig und Salz 8–10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Zu einer Kugel formen, dünn ölen und abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

  2. Rosinen vorbereiten

    Rosinen 10 Minuten in warmem Wasser einweichen, abgießen und sehr gründlich trocken tupfen.

  3. Füllung rühren

    Butter mit 80 g Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale cremig rühren. Eigelbe einarbeiten, dann Topfen, Sauerrahm und Grieß kurz unterrühren.

  4. Eiweiß unterheben

    Eiweiß mit den restlichen 40 g Zucker zu weichen Spitzen schlagen und mit den Rosinen behutsam unter die Topfenmasse heben.

Ziehen, rollen und backen

  1. Teig ausziehen

    Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig auf einem bemehlten Tuch ausrollen und mit den Handrücken von der Mitte nach außen hauchdünn ausziehen.

  2. Füllen und rollen

    Dicke Ränder abschneiden, Teig mit etwas Butter bestreichen und mit Bröseln bestreuen. Füllung auf dem unteren Drittel verteilen, Seiten einschlagen und mithilfe des Tuchs aufrollen.

  3. Backen

    Strudel mit der Naht nach unten auf ein Blech legen, mit Butter bestreichen und 42–47 Minuten backen, bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist und die Füllung vollständig gestockt ist.

  4. Ruhen und schneiden

    Strudel erneut dünn mit Butter bestreichen und 15 Minuten ruhen lassen. Mit Staubzucker bestreuen und mit einem Sägemesser in acht Stücke schneiden.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Variationen

Servieren

Topfenstrudel wird lauwarm serviert. Vanillesauce oder ein Löffel ungesüßter Sauerrahm passen dazu, doch die Sauce sollte nicht über die knusprige Oberfläche gegossen werden.

Aufbewahren und Erwärmen

Abgekühlt hält der Strudel gut abgedeckt zwei Tage im Kühlschrank. Stücke werden bei 160 °C 10–12 Minuten erwärmt. Die Mikrowelle macht den Teig weich.

Vier brauchbare Varianten

Rosinen lassen sich durch fein gewürfelte getrocknete Marillen ersetzen. Mohn kann einen Teil der Brösel ersetzen. Eine kleine Menge Orangenschale verändert die Zitrusnote. Fertiger Strudelteig spart Zeit, braucht aber weniger Butter zwischen den Lagen.

Küchengeräte und drei Hinweise

Ein großes Baumwolltuch erleichtert das Rollen. Eine Küchenwaage hält die Füllung verlässlich. Der Topfen wird bei Bedarf über Nacht abgetropft. Die Füllung nicht lange schlagen. Der Strudel wird erst nach der Ruhezeit angeschnitten.

Drei Hinweise aus der Testküche

1. Feuchten Topfen kurz abtropfen lassen, bevor Grieß und Brösel eingerührt werden.

2. Die Rolle mit dem Tuch bewegen, statt am dünnen Strudelteig zu ziehen.

3. Vor dem Anschneiden mindestens zwanzig Minuten ruhen lassen, damit die Füllung stabil bleibt.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 440 kcal
Kohlenhydrate
≈ 48 g
Protein
≈ 18 g
Fett
≈ 20 g
Ballaststoffe
≈ 2 g
Natrium
≈ 240 mg

Portionsgröße: 1 Stück. Wichtige Allergene: Gluten, Milch, Eier. Die Werte sind Näherungswerte auf Grundlage üblicher Referenzdaten; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Ein guter Topfenstrudel hält seine Füllung, ohne trocken zu wirken.

Elastischer Teig, gut abgetropfter Topfen und eine kurze Ruhe nach dem Backen schaffen klare Schichten. Die Technik bleibt überschaubar, sobald Feuchtigkeit und Teigdicke kontrolliert werden.

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