Österreichischer Apfelstrudel

Die quadratische Nahaufnahme zeigt zwei Schnittflächen mit Apfelstücken

Österreichische Küche · Süßes Gebäck und Dessert · Rezept

Apfelstrudel mit dünnem Ziehteig und Apfelfülle zu warmer Vanillesauce

Handgezogener Strudelteig umschließt säuerliche Äpfel, Rosinen, Walnüsse und Butterbrösel; der gebackene Strudel wird warm mit einer glatt gebundenen Vanillesauce serviert.

Kategorie: Süßes Gebäck und Dessert/Küche: Österreich/Schwierigkeit: Anspruchsvoll/Ruhezeit: 20 Min.

Menge10 Stücke
Vorbereitung55 Min.
Garzeit45 Min.
Gesamt2 Std.
Kalorien≈ 445 kcal
Breit angerichteter Apfelstrudel mit goldbrauner Hülle, Apfel-Rosinen-Schnittfläche, Staubzucker und zwei Klecksen Vanillesauce

Die breite Aufnahme zeigt den Strudel längs auf einer großen Platte, ein abgeschnittenes Stück und Vanillesauce auf beiden Seiten.

I.

Apfelstrudel Rezept mit elastischem Ziehteig und trockener Fülle

Apfelstrudel lebt vom Gegensatz zwischen dünner, mürbe-knuspriger Hülle und saftiger, klar geschichteter Fülle. Der Teig muss so elastisch sein, dass er über einem Tuch fast durchsichtig gezogen werden kann, darf aber beim Rollen nicht reißen. Die Äpfel sollen weich werden und dennoch erkennbare Scheiben behalten. Butterbrösel fangen Fruchtsaft auf, Rosinen und Walnüsse verteilen Süße und Biss. Das Apfelstrudel Rezept verwendet einen klassischen Ziehteig aus Mehl, Wasser, Öl, Essig und Salz. Die Fülle wird erst kurz vor dem Rollen gemischt, damit Zucker und Zitrone den Äpfeln nicht vorzeitig zu viel Flüssigkeit entziehen.

Strudelteig gewinnt seine Dehnbarkeit durch Kneten und Ruhe. Das Mehl wird mit lauwarmem Wasser, Öl, Essig und Salz acht bis zehn Minuten bearbeitet, bis eine glatte Kugel entsteht. Essig schwächt den Teig nicht; in kleiner Menge unterstützt er eine geschmeidige Struktur und verändert den Geschmack nach dem Backen kaum. Die Teigkugel wird dünn geölt und abgedeckt zwanzig Minuten ruhen gelassen. Während dieser Zeit entspannt sich das Glutennetz. Ein Teig, der sofort ausgerollt wird, zieht sich zurück und reißt an den Rändern.

Der Teig wird nicht mit Gewalt dünn gedrückt; er wird von der Mitte her über die Handrücken langsam ausgedehnt.

Die Wahl der Äpfel entscheidet über Saft und Säure. Feste, säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Braeburn behalten im Ofen Struktur. Mehlige, sehr süße Äpfel zerfallen schneller und machen die Fülle breiig. Die Früchte werden geschält, geviertelt, entkernt und in dünne Scheiben geschnitten. Sehr dicke Stücke bleiben roh, geriebene Äpfel geben zu rasch Flüssigkeit ab. Zucker, Zimt, Zitronenschale und Zitronensaft kommen erst unmittelbar vor dem Füllen dazu. Rosinen werden trocken verwendet; wer sie vorher einweicht, muss sie gründlich abtupfen.

Butterbrösel bilden eine trockene Schicht zwischen Teig und Äpfeln. Semmelbrösel werden in Butter goldbraun geröstet und vollständig abgekühlt. Sie nehmen austretenden Saft auf und verhindern einen nassen Boden. Walnüsse ergänzen diese Wirkung und bringen eine leicht herbe Note. Die Fülle liegt als länglicher Hügel auf dem unteren Drittel des ausgezogenen Teigs, nicht über die ganze Fläche verteilt. Freie Ränder werden eingeschlagen. Mithilfe des Tuchs rollt der Teig um die Fülle, ohne dass Hände die dünne Oberfläche zusammendrücken.

Der Strudel kommt mit der Naht nach unten auf das Blech. Geschmolzene Butter wird vor und während des Backens dünn aufgestrichen. Bei 190 Grad Celsius braucht ein großer Strudel etwa 40 bis 45 Minuten. Die Oberfläche wird gleichmäßig goldbraun, einzelne dünne Schichten lösen sich sichtbar voneinander, und an den Enden tritt nur wenig Saft aus. Direkt nach dem Backen ist der Teig sehr spröde. Zehn bis fünfzehn Minuten Ruhe machen ihn schneidbar, ohne dass die Fülle ausläuft oder die Kruste vollständig weich wird.

Die Vanillesauce wird wie eine leichte Creme anglaise mit etwas Stärke geführt. Milch, Vanille, Dotter, Zucker und Speisestärke werden unter ständigem Rühren bis etwa 82 Grad Celsius erhitzt. Sie soll fließen und auf dem Teller einen breiten Spiegel bilden, nicht wie Pudding stehen. Im Bild liegt die Sauce neben den Strudelstücken. Diese Anordnung schützt den knusprigen Boden. Staubzucker kommt erst kurz vor dem Servieren auf die Oberfläche. Warm serviert zeigt der Strudel den besten Wechsel zwischen knusprigen Teiglagen, weichen Äpfeln, saftigen Rosinen und nussigen Bröseln.

Ziehteig und Fülle — vier sensible Momente

0:00Teig acht bis zehn Minuten kneten, ölen und 20 Minuten abgedeckt entspannen lassen.
0:15Butterbrösel rösten, Äpfel schneiden und Vanillesauce vorbereiten.
0:35Teig auf dem Tuch hauchdünn ziehen, Fülle auflegen und mit dem Tuch rollen.
0:55Strudel 40–45 Minuten backen, kurz ruhen lassen und erst dann schneiden.

Rezept im Überblick. Ein elastischer Teig aus Mehl, Wasser, Öl, Essig und Salz wird gründlich geknetet und zwanzig Minuten entspannt. Semmelbrösel rösten in Butter und kühlen ab. Feste säuerliche Äpfel werden dünn geschnitten und kurz vor dem Füllen mit Zucker, Zimt, Zitrone, Rosinen und Walnüssen gemischt. Der Teig wird über einem bemehlten Tuch fast durchsichtig gezogen, mit Bröseln und Apfelfülle belegt und mithilfe des Tuchs eingerollt. Der Strudel backt bei 190 Grad Celsius 40 bis 45 Minuten und wird zweimal dünn mit Butter bestrichen. Eine leichte Vanillesauce wird auf etwa 82 Grad Celsius gebunden. Nach kurzer Ruhe wird der Strudel geschnitten, mit Staubzucker bestreut und neben der Sauce angerichtet.

II.

Zutaten

Für den Ziehteig

  • Weizenmehl Type 480 oder 405, 250 gplus wenig Mehl für das Tuch
  • Lauwarmes Wasser, 125 mlnicht heiß
  • Neutrales Pflanzenöl, 30 mlmacht den Teig geschmeidig
  • Apfelessig, 5 ml1 Teelöffel
  • Feines Salz, 3 gvollständig lösen
  • Neutrales Pflanzenöl, 10 mlverhindert Austrocknen

Für die Apfelfülle

  • Säuerliche Äpfel, 1,2 kgfeste Sorten
  • Rosinen, 100 gtrocken oder gut abgetupft
  • Kristallzucker, 80 gbei sehr süßen Äpfeln reduzieren
  • Walnüsse, 80 gfür Biss und Saftbindung
  • Semmelbrösel, 100 gin Butter rösten
  • Butter, 50 ggoldbraun, nicht dunkel rösten
  • Gemahlener Zimt, 4 getwa 1½ Teelöffel
  • Zitronensaft, 30 mlerst kurz vor dem Rollen
  • Bio-Zitronenschale, 1 TLnur gelb
  • Butter, 50 gvor und während des Backens
  • Staubzucker, 25 gerst vor dem Servieren

Für die Vanillesauce

  • Vollmilch, 500 mlfür einen fließenden Saucenspiegel
  • Vanilleschote, 1 StückMark und Schote verwenden
  • Eidotter, 4 Stückfür Bindung
  • Kristallzucker, 60 gmit den Dottern verrühren
  • Maisstärke, 10 gverhindert zu dünne Sauce
Allergene und Ersatz. Gluten, Milch, Ei und Walnüsse sind enthalten. Haselnüsse oder Mandeln ersetzen Walnüsse in gleicher Menge. Laktosefreie Milch und Butter funktionieren ohne Änderung. Eine glutenfreie Variante erfordert einen eigenen, dafür entwickelten Strudelteig; eine einfache Mehlsubstitution ergibt keinen vergleichbar dehnbaren Ziehteig.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Teig und Brösel

  1. Ziehteig kneten

    Vermischen Sie Mehl, Wasser, 30 ml Öl, Essig und Salz und kneten Sie den Teig 8 bis 10 Minuten, bis er glatt, elastisch und weich ist. Formen Sie eine Kugel, bestreichen Sie sie mit 10 ml Öl und lassen Sie sie abgedeckt 20 Minuten ruhen.

  2. Butterbrösel rösten

    Schmelzen Sie 50 g Butter in einer Pfanne, geben Sie die Semmelbrösel dazu und rösten Sie sie 5 bis 7 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun. Verteilen Sie sie auf einem Teller und lassen Sie sie vollständig abkühlen.

Füllen und rollen

  1. Äpfel mischen

    Heizen Sie den Ofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vor. Mischen Sie die geschnittenen Äpfel erst jetzt mit Rosinen, 80 g Zucker, Walnüssen, Zimt, Zitronensaft und Zitronenschale. Die Mischung soll saftig wirken, aber keine Flüssigkeitsschicht bilden.

  2. Teig hauchdünn ziehen

    Rollen Sie den Teig auf einem leicht bemehlten großen Tuch zunächst aus. Schieben Sie dann beide Handrücken darunter und ziehen Sie ihn von der Mitte zu den Rändern, bis das Tuch durch den Teig sichtbar ist. Schneiden Sie dicke Randwülste ab.

  3. Belegen und einrollen

    Bestreichen Sie den Teig dünn mit etwas geschmolzener Butter. Streuen Sie Butterbrösel über das untere Drittel und häufen Sie die Apfelfülle darauf. Schlagen Sie die Seiten ein und rollen Sie den Strudel mithilfe des Tuchs straff, aber ohne Druck auf die Fülle.

Backen und Sauce

  1. Strudel goldbraun backen

    Legen Sie den Strudel mit der Naht nach unten auf ein belegtes Blech und bestreichen Sie ihn mit Butter. Backen Sie ihn 40 bis 45 Minuten; bestreichen Sie ihn nach 20 Minuten nochmals dünn. Er ist fertig, wenn die Oberfläche gleichmäßig goldbraun und trocken ist.

  2. Vanillesauce temperieren

    Erhitzen Sie Milch, Vanillemark und Schote. Verrühren Sie Dotter, 60 g Zucker und Maisstärke, gießen Sie die heiße Milch langsam dazu und erhitzen Sie alles unter Rühren bis etwa 82 °C, bis die Sauce leicht bindet. Entfernen Sie die Schote.

  3. Ruhen und schneiden

    Lassen Sie den Strudel 10 bis 15 Minuten ruhen. Schneiden Sie ihn mit einem Sägemesser in zehn Stücke, bestäuben Sie sie mit Staubzucker und geben Sie Vanillesauce neben, nicht unter die knusprige Schnittkante.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Apfelstrudel wird warm, nicht glühend heiß serviert. Ein Stück erhält einen kleinen Saucenspiegel neben der Schnittfläche. Ungesüßtes Schlagobers kann Vanillesauce ersetzen. Kaffee oder schwarzer Tee begleiten den Strudel, ohne zusätzliche Süße zu verlangen.

Aufbewahren und Aufwärmen

Der Strudel hält zwei Tage im Kühlschrank, verliert dort jedoch etwas Knusper. Zum Aufwärmen kommen Stücke 8 bis 10 Minuten bei 170 °C in den Ofen. Die Mikrowelle macht den Teig weich. Vanillesauce bleibt zwei Tage gekühlt und wird unter Rühren auf mindestens 74 °C erwärmt. Der fertig gefüllte rohe Strudel wird nicht lange stehen gelassen.

Vier brauchbare Varianten

Mandeln ersetzen Walnüsse. Getrocknete Cranberrys können Rosinen ersetzen und bringen mehr Säure. Eine kleine Menge Calvados oder Rum kann die Rosinen aromatisieren, wenn Alkohol gewünscht ist. Birnen können bis zu einem Drittel der Äpfel ersetzen, sollten aber fest und nicht überreif sein.

Testküche und Ausrüstung

Ein großes Leinentuch, eine glatte Arbeitsfläche, eine Teigkarte, ein Backblech und ein langes Sägemesser sind die wichtigsten Werkzeuge. Der Teig wird vor dem Ziehen nicht kaltgestellt. Apfelfülle kommt erst auf den vollständig gezogenen Teig. Ein digitales Thermometer schützt die Vanillesauce vor Gerinnen.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 445 kcal
Kohlenhydrate
≈ 63 g
Protein
≈ 7 g
Fett
≈ 19 g
Ballaststoffe
≈ 5 g
Natrium
≈ 170 mg

Portionsgröße: 1 von 10 Strudelstücken mit Vanillesauce. Hauptallergene: Gluten, Milch, Ei, Walnüsse. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Durchscheinender Teig und trockene Butterbrösel halten eine saftige Apfelfülle in Form.

Beim Apfelstrudel arbeitet jeder Schritt gegen unnötige Feuchtigkeit: Butterbrösel schützen die Unterseite, der Teig ruht für Dehnbarkeit, und die Sauce bleibt neben der Kruste. Nach kurzer Ruhe lässt sich der Strudel sauber schneiden und zeigt dünne Lagen um sichtbare Apfelstücke, Rosinen und Nüsse.

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