Österreichische Kartoffelknödel

Die quadratische Aufnahme zeigt drei ganze Knödel

Österreichische Küche · Knödel und Beilage · Rezept

Kartoffelknödel aus gekochten Erdäpfeln mit Bratensaft und Sauerkraut

Große, glatte Erdäpfelknödel mit lockerem Anschnitt, sanft im Wasser gezogen und als vollständige Beilage mit warmem Sauerkraut und kräftigem Bratensaft serviert.

Kategorie: Knödel und Beilage/Küche: Österreich/Schwierigkeit: Mittel

Menge8 Knödel, 4 Portionen
Vorbereitung35 Min.
Garzeit30 Min.
Gesamt1 Std. 5 Min.
Kalorien≈ 510 kcal
Breiter Teller mit Kartoffelknödeln, sichtbarem hellem Anschnitt, braunem Bratensaft und Sauerkraut

Die breite Aufnahme zeigt zwei ganze und zwei halbierte Knödel in einem flachen Spiegel aus Bratensaft, dazu Sauerkraut rechts.

I.

Kartoffelknödel Rezept aus trockenen, mehligen Erdäpfeln

Kartoffelknödel, in Österreich meist Erdäpfelknödel genannt, begleiten Braten, Wild, Gans, Ente oder kräftige Pilzsaucen. Ihre Aufgabe ist klar: Sie nehmen Saft auf, ohne sich aufzulösen, und bleiben im Inneren weich, ohne klebrig zu werden. Das Kartoffelknödel Rezept arbeitet ausschließlich mit gekochten, gut ausgedampften Erdäpfeln. Diese Methode ergibt eine gleichmäßige, feinporige Masse und ist leichter zu steuern als ein Teig aus rohen und gekochten Kartoffeln. Der Erfolg hängt weniger von langem Kneten als von trockenen Kartoffeln, der richtigen Stärke und einem sanften Garwasser ab.

Mehlige Erdäpfel enthalten viel Stärke und zerfallen beim Kochen leichter. Genau diese Eigenschaft wird genutzt. Sie werden in der Schale gegart, damit sie weniger Wasser aufnehmen, noch heiß geschält und durch eine Presse gedrückt. Danach breitet sich die Masse dünn auf einem Blech aus. Dampf kann entweichen, die Oberfläche trocknet ab und der Teig braucht später weniger Bindemittel. Werden die Kartoffeln kalt im Topf stehen gelassen, sammelt sich Kondenswasser; zu viel Stärke oder Grieß wird nötig, und die Knödel werden fest.

Kartoffelteig wird nur verbunden, nicht geknetet: Jede zusätzliche Bewegung macht ihn klebriger.

Kartoffelstärke und Hartweizengrieß erfüllen verschiedene Aufgaben. Stärke bindet freie Feuchtigkeit und hält die Kugel zusammen. Grieß gibt dem Anschnitt eine leicht lockere, körnige Struktur und nimmt während einer kurzen Ruhe weiter Flüssigkeit auf. Eidotter und Butter liefern Geschmack und Geschmeidigkeit. Die Mengen sind ein Ausgangspunkt, denn Kartoffelsorten unterscheiden sich. Deshalb wird ein Probeknödel gegart. Wenn er an der Oberfläche aufreißt oder zerfällt, kommen ein bis zwei Esslöffel Kartoffelstärke in den Teig. Ist er sehr kompakt, wird kein weiteres Bindemittel ergänzt.

Die Knödel werden mit feuchten Händen geformt. Risse an der Oberfläche werden geschlossen, da dort Wasser eindringen und den Teig lockern kann. Das Kochwasser darf zu Beginn aufkochen, nach dem Einlegen sinkt die Temperatur. Danach soll es nur noch ziehen. Starkes Sprudeln schlägt die Knödel gegeneinander und an den Topfboden. Acht große Stücke brauchen einen breiten Topf oder zwei Durchgänge. Sobald sie aufsteigen, sind sie noch nicht automatisch fertig; zehn bis zwölf weitere Minuten geben der Mitte Zeit, vollständig zu garen.

Im Bild liegen ganze und halbierte Knödel in braunem Saft, daneben Sauerkraut. Diese Version nimmt diese Servierform auf. Das Sauerkraut wird mit wenig Butter und Wasser nur erwärmt, nicht lange zerkocht. Ein fertiger, echter Bratensaft aus einem Braten oder eine kräftige braune Gemüsejus wird separat erhitzt. Beides gehört in die sichtbare Rezeptmenge und in die Nährwertschätzung. Der Knödel selbst bleibt neutral genug, um unterschiedliche Saucen zu tragen. Muskat und Salz würzen, ohne den Kartoffelgeschmack zu verdecken.

Frisch gegarte Knödel ruhen zwei Minuten auf einem Tuch oder in einer warmen Schüssel, bevor sie angeschnitten werden. Sofortiges Schneiden kann den noch dampfenden Kern zusammendrücken. Ein glatter, leicht glänzender Außenrand und ein feinporiger, heller Anschnitt zeigen die richtige Konsistenz. Reste lassen sich in Scheiben schneiden und am nächsten Tag in Butter braten. Damit wird aus einer Beilage ein eigenes Pfannengericht, ohne dass die ursprüngliche Masse erneut erwärmt und weich gekocht werden muss.

Beim Formen bleibt die Arbeitsfläche nur leicht bemehlt. Zu viel zusätzliches Mehl macht die Oberfläche stumpf und den Kern kompakt. Gleich große Stücke garen gleichzeitig; eine Küchenwaage hilft bei einer größeren Menge. Die geformten Knödel warten abgedeckt, aber nicht im Kühlschrank, während das Wasser auf Temperatur kommt. So bleibt die Kartoffelmasse geschmeidig und die Oberfläche trocknet nicht aus.

Trocknen, binden, ziehen lassen

0:00Erdäpfel in der Schale garen, heiß schälen und durch die Presse drücken.
0:20Kartoffelmasse ausdampfen lassen; Sauerkraut und Bratensaft bereitstellen.
0:35Teig kurz verbinden, Probeknödel garen und Bindung bei Bedarf korrigieren.
0:45Acht Knödel formen und 18–20 Minuten in nur ziehendem Wasser garen.

Rezept im Überblick. Mehlige Erdäpfel werden in der Schale weich gekocht, heiß geschält, gepresst und dünn ausgebreitet, damit überschüssiger Dampf entweicht. Kartoffelstärke, Hartweizengrieß, Eidotter, Butter, Salz und Muskat werden nur kurz untergehoben. Nach zehn Minuten Ruhe prüft ein Probeknödel die Bindung. Acht glatte Kugeln garen in gesalzenem Wasser bei kaum sichtbarer Bewegung etwa 18 bis 20 Minuten. Sauerkraut und Bratensaft werden getrennt erhitzt. Die Knödel ruhen nach dem Herausheben kurz, bevor ein Teil halbiert und mit Sauce sowie Kraut angerichtet wird. Der Teig wird nicht lange geknetet und das Wasser nicht sprudelnd gehalten. Ein Probeknödel bestätigt Bindung und Garzeit; die übrigen Stücke ziehen anschließend ohne starkes Kochen bis zum Kern durch.

II.

Zutaten

Für die Kartoffelknödel

  • Mehlige Erdäpfel, 1 kgmöglichst gleich groß
  • Kartoffelstärke, 180 gnicht durch Weizenmehl ersetzen
  • Hartweizengrieß, 80 ggibt Struktur
  • Eidotter, 2 Stückfür Bindung und Farbe
  • Butter, 40 gnicht heiß einarbeiten
  • Feines Salz, 10 ggleichmäßig verteilen
  • Muskatnuss, 1 kleine Prisesparsam verwenden

Garwasser und Beilagen

  • Wasser, 3 Literbreiter Topf
  • Salz, 18 gdas Wasser mild salzen
  • Sauerkraut, 400 gnicht auswaschen
  • Butter, 20 gnur zum Erwärmen
  • Wasser, 80 mlverhindert Ansetzen
  • Bratensaft, 300 mlvom Braten oder braune Gemüsejus
Allergene und Ersatz. Ei, Milch und Gluten sind enthalten; Gluten steckt im Hartweizengrieß. Für eine glutenfreie Fassung wird der Grieß durch 50 bis 60 g zusätzliche Kartoffelstärke ersetzt, wobei der Probeknödel besonders wichtig ist. Laktosefreie Butter kann ohne Mengenänderung verwendet werden. Bratensaft muss bei Allergien separat geprüft werden, da er Mehl, Sellerie oder Milch enthalten kann.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Kartoffeln und Teig

  1. Erdäpfel garen

    Kochen Sie die ungeschälten Erdäpfel je nach Größe 20 bis 25 Minuten in Wasser, bis ein kleines Messer ohne harten Widerstand bis zur Mitte gleitet. Gießen Sie sie ab, lassen Sie sie nur kurz abdampfen und schälen Sie sie noch heiß.

  2. Pressen und trocknen

    Drücken Sie die heißen Erdäpfel durch eine Kartoffelpresse auf ein Blech und verteilen Sie sie dünn. Lassen Sie die Masse 10 bis 15 Minuten ausdampfen, bis sie nur noch warm ist und sich trocken anfühlt.

  3. Teig kurz verbinden

    Streuen Sie Kartoffelstärke, Grieß, Salz und Muskat über die Masse. Geben Sie Eidotter und abgekühlte Butter dazu und heben Sie alles mit einer Teigkarte nur so lange zusammen, bis keine trockenen Stellen bleiben. Lassen Sie den Teig 10 Minuten ruhen.

Formen und garen

  1. Probeknödel garen

    Bringen Sie das Salzwasser auf, reduzieren Sie die Hitze und garen Sie einen kleinen Probeknödel 12 Minuten. Hält er glatt zusammen, bleibt der Teig unverändert; zeigt er Risse oder löst sich, arbeiten Sie 1 bis 2 Esslöffel Stärke ein.

  2. Acht Knödel formen

    Teilen Sie den Teig in acht Portionen von ungefähr 160 Gramm. Formen Sie mit leicht feuchten Händen glatte Kugeln und schließen Sie sichtbare Risse sorgfältig.

  3. Sanft ziehen lassen

    Setzen Sie die Knödel in das heiße Wasser und halten Sie es knapp unter dem Siedepunkt. Lösen Sie sie nach einer Minute vorsichtig vom Boden und garen Sie sie insgesamt 18 bis 20 Minuten, ohne starkes Sprudeln.

Beilagen und Anrichten

  1. Sauerkraut erwärmen

    Erwärmen Sie Sauerkraut mit 20 g Butter und 80 ml Wasser 10 Minuten bei niedriger Hitze. Es soll heiß und saftig bleiben, aber noch erkennbare Fasern haben.

  2. Knödel ruhen lassen

    Heben Sie die Knödel mit einem Schaumlöffel heraus und lassen Sie sie 2 Minuten in einer warmen Schüssel ruhen. Erhitzen Sie den Bratensaft, halbieren Sie nach Wunsch vier Knödel und richten Sie alles mit Sauerkraut an.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Zwei große Knödel pro Person passen zu Braten oder Pilzragout. Mit Bratensaft und Sauerkraut bilden sie bereits einen sättigenden Teller. Sauce wird unter und neben die Knödel gegeben, nicht vollständig darüber, damit die glatte Oberfläche sichtbar bleibt. Frischer Majoran oder Petersilie kann sparsam darübergestreut werden.

Aufbewahren und Aufwärmen

Gegarte Knödel halten zwei Tage im Kühlschrank. Sie werden 8 bis 10 Minuten gedämpft oder in heißem, nicht kochendem Wasser erwärmt. Bereits angeschnittene Knödel lassen sich in Butter braten. Sauerkraut und Bratensaft bleiben getrennt und werden auf mindestens 74 °C erhitzt. Roher Kartoffelteig wird nicht lange gelagert, da er Wasser zieht und grau wird.

Vier brauchbare Varianten

Ein gerösteter Brotwürfel kann in die Mitte jedes Knödels gesetzt werden. Kleine Knödel von etwa 80 Gramm garen in 12 bis 14 Minuten. Für eine kräuterige Version kommen zwei Esslöffel fein geschnittene Petersilie in den Teig. Eine glutenfreie Fassung arbeitet nur mit Kartoffelstärke und lässt den Hartweizengrieß weg.

Testküche und Ausrüstung

Eine Kartoffelpresse erzeugt eine feinere Masse als ein Stampfer; ein Mixer wird nie verwendet, da er Stärke freisetzt und Kleister bildet. Eine Teigkarte verbindet die Zutaten mit wenig Druck. Ein breiter Topf verhindert Zusammenstöße. Das Probeknödel wird nicht ausgelassen, wenn eine neue Kartoffelsorte verwendet wird.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 510 kcal
Kohlenhydrate
≈ 82 g
Protein
≈ 12 g
Fett
≈ 15 g
Ballaststoffe
≈ 7 g
Natrium
≈ 790 mg

Portionsgröße: 2 Kartoffelknödel mit Bratensaft und Sauerkraut. Hauptallergene: Ei, Milch, Gluten; je nach Bratensaft Sellerie. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Ein guter Erdäpfelknödel ist glatt außen, feinporig innen und ruhig genug für jede Sauce.

Trockene Kartoffeln und wenig Bearbeitung sind die Grundlage. Stärke und Grieß binden nur so viel wie nötig, der Probeknödel bestätigt die Mischung, und sanftes Wasser schützt die Form. Bratensaft und Sauerkraut zeigen, wofür die neutrale, saugfähige Textur gedacht ist.

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