Österreichische Grießnockerlsuppe

Die quadratische Aufnahme zeigt drei längliche

Österreichische Küche · Klare Suppe · Rezept

Grießnockerlsuppe mit locker gezogenen Nockerln in klarer Rindsuppe

Löffelgeformte Grießnockerl aus Butter, Ei und grobem Weizengrieß, sanft gegart und erst zum Servieren in eine heiße, klare Rindsuppe gesetzt.

Kategorie: Klare Suppe/Küche: Österreich/Schwierigkeit: Mittel/Ruhezeit: 20 Min.

Menge6 Portionen
Vorbereitung20 Min.
Garzeit25 Min.
Gesamt1 Std. 5 Min.
Kalorien≈ 245 kcal
Breite Ansicht von Grießnockerlsuppe mit drei länglichen Nockerln, Schnittlauch und altem Silberlöffel

Die breite Aufnahme zeigt drei gleichmäßig geformte Nockerl in klarer Brühe, serviert im Blumenteller auf Leinentuch.

I.

Grießnockerlsuppe Rezept mit grobem Grieß und weicher Butter

Grießnockerlsuppe zählt zu den österreichischen Suppen, bei denen eine kleine Einlage die gesamte Wirkung bestimmt. Die Brühe kann klar und kräftig sein, doch erst ein richtig gegartes Nockerl macht den Löffel vollständig. Es soll seine längliche Form halten, an der Oberfläche leicht körnig aussehen und innen gleichmäßig weich sein. Ein hartes Zentrum deutet auf zu wenig Flüssigkeit oder zu kurze Garzeit, ein zerfallenes Nockerl auf eine zu weiche Masse oder stark kochendes Wasser. Das Grießnockerlsuppe Rezept arbeitet mit grobem Weizengrieß, zimmerwarmer Butter und Eiern in einem Verhältnis, das nach einer kurzen Quellzeit stabil genug zum Formen und dennoch locker bleibt.

Die Butter wird zuerst cremig gerührt. Dieser Schritt verteilt Fett und eingeschlossene Luft in der Masse, bevor Ei und Grieß dazukommen. Kalte, harte Butter bildet kleine Stücke; geschmolzene Butter trennt sich leichter und lässt die Masse schwerer wirken. Zimmerwarme Butter nimmt das Ei gleichmäßig auf. Die Eier werden einzeln eingerührt, damit keine glitschigen Inseln bleiben. Salz und wenig Muskat würzen die Nockerl selbst. Die Brühe allein kann eine ungewürzte Einlage nicht vollständig ausgleichen, zu viel Salz im Teig wäre jedoch schwer zu korrigieren.

Ein Probenockerl sagt mehr als jede Grammangabe: Es muss aufgehen, zusammenhalten und bis in die Mitte weich sein.

Grobkörniger Nockerlgrieß nimmt Flüssigkeit langsamer auf als feiner Haushaltsgrieß. Nach dem Einrühren wirkt die Masse zunächst weich. Während zwanzig Minuten Ruhe bindet der Grieß Ei und Butter; danach lässt sie sich mit zwei feuchten Löffeln abstechen. Zusätzlicher Grieß wird erst nach dieser Pause beurteilt. Wer sofort nachstreut, erhält oft dichte Nockerl. Ei-Größe, Grießtyp und Raumtemperatur verändern die Konsistenz leicht. Deshalb wird zuerst ein kleines Probenockerl gegart. Zerfällt es, kommt ein Esslöffel Grieß in die Masse und eine weitere Ruhe von fünf Minuten folgt. Bleibt es kompakt und hart, hilft ein Teelöffel verquirltes Ei oder Milch.

Die Nockerl werden in gesalzenem Wasser gegart, nicht direkt in der Servierbrühe. Dabei kann etwas Grieß austreten, ohne die Rindsuppe zu trüben. Das Wasser wird einmal aufgekocht und anschließend so weit reduziert, dass es nur sanft zieht. Zwei angefeuchtete Teelöffel formen kleine, längliche Stücke. Sie vergrößern sich deutlich; rohe Nockerl von etwa fünf Zentimetern reichen aus. Nach zehn bis zwölf Minuten leisen Siedens wird die Hitze ausgeschaltet. Weitere fünf Minuten im heißen Wasser geben dem Inneren Zeit, gleichmäßig nachzuquellen.

Die fertigen Nockerl werden mit einem Schaumlöffel herausgehoben und kurz abtropfen gelassen. In der heißen Rindsuppe dürfen sie nur noch durchwärmen. Langes Stehen macht sie schwer und lässt sie weiter Flüssigkeit aufnehmen. Drei kleine Nockerl pro Teller sind für eine Vorspeise ausreichend. Schnittlauch bringt Farbe und eine milde Zwiebelnote; fein gehackte Petersilie ist eine ebenso brauchbare Alternative. Die klare Suppe bleibt sichtbar, während die Nockerl oben schwimmen oder knapp unter der Oberfläche liegen.

Für diese Version wird bereits gekochte, ungesalzene oder nur leicht gesalzene Rindsuppe verwendet. Sie kann hausgemacht sein oder aus einem sorgfältig zubereiteten Vorrat stammen; ein stark salziges Konzentrat würde die feinen Butter- und Grießnoten verdecken. Vor dem Servieren wird die Brühe einmal aufgekocht und abgeschmeckt. Die Nockerl selbst lassen sich einige Stunden vorab garen, mit wenig Butter überziehen und gekühlt halten. Am besten sind sie dennoch frisch: außen zart, innen locker und mit einer leicht porigen Struktur, die beim Anschneiden gleichmäßig erscheint.

Vom Rühren bis zum Quellen

0:00Weiche Butter cremig rühren, Eier einzeln einarbeiten und würzen.
0:08Groben Grieß unterziehen; Masse abdecken und 20 Minuten quellen lassen.
0:30Probenockerl in sanft siedendem Salzwasser garen und Konsistenz prüfen.
0:40Restliche Nockerl formen, 10–12 Minuten ziehen und 5 Minuten nachquellen lassen.

Rezept im Überblick. Zimmerwarme Butter wird cremig gerührt und nacheinander mit Eiern, Salz und Muskat verbunden. Grober Weizengrieß kommt dazu; die Masse ruht zwanzig Minuten, damit der Grieß bindet. Ein Probenockerl prüft die Konsistenz. Danach werden mit zwei nassen Teelöffeln achtzehn kleine, längliche Nockerl geformt. Sie garen in nur sanft siedendem Salzwasser zehn bis zwölf Minuten und ziehen anschließend fünf Minuten ohne aktive Hitze nach. Die klare Rindsuppe wird separat erhitzt und abgeschmeckt. Pro Teller kommen drei abgetropfte Nockerl in die Brühe, dazu fein geschnittener Schnittlauch. Direkte Garung in der Servierbrühe wird vermieden, damit diese klar bleibt. Die gegarten Nockerl ziehen kurz in der heißen Brühe nach und werden mit Schnittlauch ohne weitere schwere Einlage serviert.

II.

Zutaten

Für die Grießnockerl

  • Zimmerwarme Butter, 90 gweich, aber nicht geschmolzen
  • Eier, 2 Stück, zusammen etwa 120 gGröße L oder große M-Eier
  • Grober Weizengrieß, 180 gkein feiner Instantgrieß
  • Feines Salz, 4 gfür die Masse
  • Muskatnuss, 1 kleine Prisesparsam einsetzen

Zum Garen und Servieren

  • Wasser, 2 Literin einem breiten Topf
  • Salz, 10 gdas Garwasser soll mild gesalzen sein
  • Klare Rindsuppe, 1,5 Literseparat erhitzen
  • Schnittlauch, 15 gerst beim Anrichten
Allergene und Ersatz. Gluten steckt im Weizengrieß, Milch in der Butter und Ei in der Masse. Maisgrieß ist kein direkter Ersatz, da Quellverhalten und Struktur stark abweichen. Für laktosearme Nockerl kann laktosefreie Butter verwendet werden. Eine klare Gemüsebrühe ersetzt Rindsuppe, führt aber zu einer vegetarischen, geschmacklich anderen Version.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Masse vorbereiten

  1. Butter cremig rühren

    Rühren Sie die zimmerwarme Butter 3 bis 4 Minuten cremig und heller. Arbeiten Sie die Eier einzeln vollständig ein, bevor das nächste dazukommt, und würzen Sie mit Salz und Muskat.

  2. Grieß quellen lassen

    Rühren Sie den groben Grieß nur so lange ein, bis keine trockenen Stellen sichtbar sind. Decken Sie die Masse direkt ab und lassen Sie sie 20 Minuten bei Raumtemperatur quellen.

Formen und garen

  1. Probenockerl prüfen

    Bringen Sie das gesalzene Wasser zum Kochen und reduzieren Sie die Hitze. Formen Sie mit zwei nassen Teelöffeln ein kleines Probenockerl und lassen Sie es 10 Minuten sanft ziehen. Es soll aufgehen und zusammenhalten.

  2. Restliche Nockerl abstechen

    Tauchen Sie beide Löffel vor jedem Nockerl in heißes Wasser. Stechen Sie längliche Stücke von etwa 5 Zentimetern ab und setzen Sie sie mit Abstand in das nur leicht siedende Wasser.

  3. Sanft ziehen und nachquellen

    Garen Sie die Nockerl 10 bis 12 Minuten bei kleinster Hitze und wenden Sie sie einmal vorsichtig. Schalten Sie die Hitze aus, decken Sie den Topf ab und lassen Sie sie weitere 5 Minuten im heißen Wasser nachziehen.

Suppe anrichten

  1. Brühe erhitzen

    Kochen Sie die Rindsuppe einmal auf, reduzieren Sie die Hitze und schmecken Sie sie ab. Halten Sie sie heiß, ohne die Nockerl darin länger zu lagern.

  2. Nockerl einsetzen

    Heben Sie die Nockerl mit einem Schaumlöffel heraus und lassen Sie sie kurz abtropfen. Geben Sie je drei Stück in vorgewärmte Teller, gießen Sie Brühe an und streuen Sie Schnittlauch darüber.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Grießnockerlsuppe wird als erster Gang in vorgewärmten Tellern gereicht. Drei kleine Nockerl und etwa 250 Milliliter Brühe ergeben eine ausgewogene Portion. Die Suppe sollte unmittelbar nach dem Anrichten auf den Tisch kommen, da die Nockerl weiter Flüssigkeit aufnehmen.

Aufbewahren und Aufwärmen

Gegarte Nockerl halten gut abgedeckt bis zu zwei Tage im Kühlschrank, die Brühe getrennt bis zu vier Tage. Zum Erwärmen kommen die Nockerl 4 bis 5 Minuten in heiße, nicht kochende Brühe. Tiefkühlen ist möglich, macht die Oberfläche nach dem Auftauen jedoch etwas gröber. Die Suppe wird vor dem Verzehr einmal vollständig aufgekocht.

Vier brauchbare Varianten

Petersilie ersetzt Schnittlauch ohne technische Änderung. Ein Teelöffel fein geriebene Zitronenschale gibt den Nockerln eine hellere Note. Für kleinere Einlagen werden 24 Stück geformt und 2 bis 3 Minuten kürzer gegart. Eine Geflügelbrühe kann Rindsuppe ersetzen; sie schmeckt leichter und verlangt meist weniger Fettabschöpfung.

Testküche und Ausrüstung

Eine breite Kasserolle verhindert, dass die Nockerl aneinanderstoßen. Zwei gleich große Teelöffel ergeben gleichmäßige Stücke, ein Schaumlöffel schützt ihre Oberfläche. Die Masse wird nach der Quellzeit nicht lange weitergerührt. Ein Probenockerl ist besonders bei einem neuen Grießprodukt sinnvoll, da Mahlgrad und Aufnahmefähigkeit schwanken.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 245 kcal
Kohlenhydrate
≈ 20 g
Protein
≈ 13 g
Fett
≈ 12 g
Ballaststoffe
≈ 1 g
Natrium
≈ 820 mg

Portionsgröße: 3 Grießnockerl mit etwa 250 ml Rindsuppe. Hauptallergene: Gluten, Milch, Ei; je nach Brühe Sellerie. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Die richtige Masse ist weich genug zum Aufgehen und fest genug für den Weg vom Löffel in die Suppe.

Grießnockerl brauchen keine große Zutatenliste. Weiche Butter, Ei, grober Grieß, Ruhezeit und sanfte Hitze genügen. Das Probenockerl nimmt Unsicherheit aus dem Verfahren, und die getrennte Garung bewahrt die klare Brühe. So bleibt die Suppe leicht, während die Einlage weich und sättigend wirkt.

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