Österreichische Nationalgerichte

Österreichische Frittatensuppe

Rezept auf einen Blick

Österreichische Frittatensuppe

Die wichtigsten Angaben aus dem strukturierten Rezept.

KategorieKlare Suppe
KücheÖsterreich
SchwierigkeitMittel
Menge
6 Portionen
Vorbereitung
35 Min.
Garzeit
3 Std.
Gesamt
3 Std. 35 Min.
Kalorien
≈ 310 kcal

Österreichische Küche · Klare Suppe · Rezept

Frittatensuppe mit klarer Rindsuppe und feinen Palatschinkenstreifen

Langsam gekochte, klare Rindsuppe mit hauchdünnen, goldbraun gebackenen Palatschinken, die erst im Teller in schmale Frittaten geschnitten zur Brühe kommen.

Breiter Teller Frittatensuppe mit klarer Rindsuppe, gerollten Palatschinkenstreifen und fein gehackten Kräutern
Die breite Aufnahme zeigt die Frittaten als lockeres Nest in goldener Brühe, mit Schnittlauch bestreut und einem Löffel daneben.

01 · Überblick

Überblick

Frittatensuppe verbindet zwei einfache Zubereitungen, die erst durch saubere Technik ihre bekannte Form bekommen: eine klare Rindsuppe und dünne Palatschinken. In österreichischen Gasthäusern steht sie häufig am Beginn eines Menüs, zu Hause verwertet sie zugleich Palatschinken vom Vortag oder eine größere Menge frisch gekochter Brühe. Das Frittatensuppe Rezept behandelt beide Teile gleich sorgfältig. Die Suppe soll kräftig, aber nicht trüb sein; die Frittaten sollen weich genug bleiben, um Brühe aufzunehmen, dürfen jedoch nicht zu dicken, teigigen Bändern werden. Erst beim Anrichten treffen beide aufeinander. Diese Trennung schützt die Klarheit der Brühe und verhindert, dass die Streifen vor dem Servieren aufquellen.

Die Rindsuppe beginnt mit Fleisch und Knochen in kaltem Wasser. Beim langsamen Erwärmen lösen sich Eiweiße, steigen als graue Flocken an die Oberfläche und lassen sich abschöpfen. Starkes Kochen würde Fett und Eiweiß in der Flüssigkeit verteilen; die Suppe würde stumpf und schwer zu klären. Sobald die Oberfläche sauber ist, kommen Wurzelgemüse, Lauch, Pfeffer, Lorbeer und eine dunkel angeröstete Zwiebel dazu. Die gebräunte Schnittfläche der Zwiebel liefert Farbe und einen leichten Röstton, ohne den Geschmack süß oder verbrannt wirken zu lassen. Danach bleibt die Hitze niedrig. Die Oberfläche soll nur in langen Abständen kleine Blasen zeigen.

Die Brühe darf kaum sichtbar sieden; die Frittaten dürfen dagegen deutliche goldbraune Flecken tragen.

Palatschinken für Frittaten werden dünner und weniger süß gebacken als Dessertpalatschinken. Mehl, Milch und Eier ergeben einen fließenden Teig, der nach einer kurzen Ruhe glatter wird, weil das Mehl Flüssigkeit aufnimmt. Etwas geschmolzene Butter hält die Streifen geschmeidig. Eine schwere Pfanne wird nur dünn gefettet; zu viel Fett erzeugt knusprige Ränder, die sich später schlecht rollen lassen. Jede Palatschinke wird gebacken, bis die Unterseite unregelmäßig goldbraun ist und die Oberseite nicht mehr glänzt. Nach dem Wenden genügen wenige Sekunden. Vollständig abgekühlt lassen sich die Fladen fest einrollen und in gleichmäßige, zwei bis drei Millimeter breite Streifen schneiden.

Das Verhältnis von Einlage und Brühe ist Teil des Gerichts. Zu viele Frittaten machen aus der Vorspeise eine schwere Mehlspeise, zu wenige lassen sie leer wirken. Für sechs Portionen reichen drei große, sehr dünne Palatschinken. Die Streifen werden locker in vorgewärmte Teller gelegt, nicht zusammengepresst. Erst dann wird die kochend heiße, aber nicht wild sprudelnde Suppe angegossen. Schnittlauch kommt zuletzt darüber. Petersilie wäre ebenfalls möglich, doch Schnittlauch setzt einen frischen Zwiebelton, der zur Rindsuppe passt und auf der goldenen Oberfläche sichtbar bleibt.

Die gekochte Rinderhaxe wird nicht weggeworfen. Sie kann nach dem Abkühlen als Salat, für ein Gröstl oder mit Wurzelgemüse und Kren serviert werden. Auch die Brühe lässt sich gut vorbereiten: Nach einer Nacht im Kühlschrank hebt sich das Fett als feste Schicht ab, während Schwebstoffe auf den Boden sinken. Vorsichtiges Umfüllen macht die Suppe noch klarer. Frittaten bleiben separat und werden erst beim Essen eingesetzt. Diese Arbeitsweise macht das Gericht planbar, ohne seine feine Textur zu verlieren. Der Geschmack bleibt ruhig und tief: Rind, geröstete Zwiebel, Wurzelgemüse, Ei und die leichten Bratnoten der Palatschinken.

Salz wird in zwei Schritten dosiert. Eine moderate Menge kommt während des Kochens zur Suppe, die endgültige Abstimmung folgt nach dem Abseihen, wenn die tatsächliche Flüssigkeitsmenge feststeht. Der Palatschinkenteig erhält nur wenig Salz; er soll die Brühe tragen und nicht mit ihr konkurrieren. Sobald die Frittaten im Teller liegen, beginnt ihre Oberfläche Flüssigkeit aufzunehmen. Deshalb wird ohne Wartezeit serviert. Eine gut ausgeführte Frittatensuppe bleibt beim ersten Löffel klar und wird erst nach und nach leicht sämiger, während die Streifen weich werden.

02 · Zutaten

Zutaten

Für die Rindsuppe

800 g
Rinderhaxe mit Knochen, liefert Fleischgeschmack und Gelatine
700 g
Rinderknochen, Mark- und Gelenkknochen mischen
3 Liter
Kaltes Wasser, der langsame Ansatz hält die Brühe klar
250 g
Karotten, erst nach dem Abschäumen zugeben
100 g
Petersilienwurzel, erdig und leicht süß
150 g
Knollensellerie, nicht bei Sellerieallergie
120 g
Lauch, nur der helle und hellgrüne Teil
180 g
Zwiebel, 1 große, mit Schale rösten
1 Stück
Lorbeerblatt, sparsam dosieren
10 Stück
Schwarze Pfefferkörner, ganz verwenden
12 g
Salz, einen Teil erst nach dem Abseihen

Für die Frittaten

150 g
Weizenmehl Type 480 oder 405, glattes Mehl
300 ml
Vollmilch, zimmerwarm
3 Stück
Eier, Größe M
20 g
Geschmolzene Butter, in den Teig
15 g
Butterschmalz, nur hauchdünn auftragen
2 g
Salz, der Teig bleibt bewusst mild
Muskatnuss, 1 kleine Prise nicht mehr als eine Prise

Zum Servieren

15 g
Schnittlauch, erst im Teller zugeben

03 · Zubereitung

Zubereitung

Brühe ansetzen

  1. Fleisch und Knochen langsam erhitzen

    Legen Sie Rinderhaxe und Knochen in einen Topf von mindestens 6 Litern, gießen Sie kaltes Wasser an und erhitzen Sie alles in 20 bis 25 Minuten bis knapp zum Siedepunkt. Heben Sie grauen Schaum fortlaufend mit einer Kelle ab, .

    bis die Oberfläche sauber bleibt
  2. Zwiebel rösten

    Legen Sie die halbierte Zwiebel mit der Schnittfläche in eine trockene, heiße Pfanne. Rösten Sie sie 5 bis 7 Minuten, bis die Fläche dunkelbraun ist, aber nicht vollständig verkohlt.

  3. Suppe sanft garen

    Geben Sie Karotten, Petersilienwurzel, Sellerie, Lauch, geröstete Zwiebel, Lorbeer, Pfeffer und 8 g Salz in den Topf. Lassen Sie die Suppe 2 Stunden 30 Minuten bis 2 Stunden 45 Minuten mit leicht geöffnetem Deckel ziehen; die Oberfläche soll .

    nur gelegentlich blubbern

Frittaten backen

  1. Teig rühren und ruhen lassen

    Verrühren Sie Mehl, Milch, Eier, geschmolzene Butter, 2 g Salz und Muskat zu einem dünn fließenden Teig. Lassen Sie ihn 15 Minuten stehen und rühren Sie ihn danach kurz glatt; er soll .

    ohne Klumpen vom Schöpfer laufen
  2. Dünne Palatschinken backen

    Erhitzen Sie eine Pfanne von 24 bis 26 Zentimetern auf mittlere bis hohe Hitze und fetten Sie sie hauchdünn. Backen Sie aus dem Teig drei große Palatschinken, je etwa 60 bis 75 Sekunden auf der ersten und 15 Sekunden auf der zweiten Seite.

Abseihen und servieren

  1. Brühe klären und abschmecken

    Heben Sie Fleisch und Gemüse heraus und gießen Sie die Suppe durch ein feines Sieb, . Entfernen Sie nach Wunsch etwas Fett, erhitzen Sie die Brühe erneut und stimmen Sie sie mit den restlichen 4 g Salz ab.

    ohne die festen Bestandteile auszudrücken
  2. Frittaten schneiden

    Lassen Sie die Palatschinken vollständig auskühlen, rollen Sie sie fest auf und schneiden Sie sie quer in . Lockern Sie die Röllchen mit den Fingern, ohne sie zu zerreißen.

    2 bis 3 Millimeter breite Streifen
  3. Suppe anrichten

    Verteilen Sie Frittaten auf vorgewärmte tiefe Teller, gießen Sie sehr heiße Rindsuppe darüber und bestreuen Sie jede Portion mit Schnittlauch. Servieren Sie , solange die Brühe klar und die Streifen noch strukturiert sind.

    sofort

04 · Praxis

Praxis

Servieren

Die Suppe wird in kleinen bis mittleren Portionen als erster Gang gereicht. Pro Teller genügen etwa 250 Milliliter Brühe und eine lockere Handvoll Frittaten. Gekochte Karottenscheiben können ergänzt werden, sofern sie fest geblieben sind. Das Rindfleisch wird separat verwendet und gehört nicht in die klassische, klare Frittatensuppe.

Aufbewahren und Aufwärmen

Abgeseihte Brühe kühlt in flachen Behältern rasch ab und hält im Kühlschrank vier Tage oder tiefgekühlt drei Monate. Vor dem Essen wird sie einmal sprudelnd aufgekocht. Frittaten bleiben in einem eigenen Behälter bis zu zwei Tage gekühlt. Bereits in Brühe liegende Streifen werden weich und sollten noch am selben Tag gegessen werden.

Vier brauchbare Varianten

Eine leichtere Brühe entsteht aus magerem Tafelspitz und weniger Markknochen. Schnittlauchröllchen lassen sich durch fein gehackte Petersilie ersetzen. Für Kräuterfrittaten kommen zwei Esslöffel Petersilie direkt in den Teig. Eine vegetarische Fassung verwendet eine kräftige, dunkel geröstete Gemüsebrühe; sie trägt die Palatschinken, schmeckt aber klar anders als Rindsuppe.

Testküche und Ausrüstung

Ein hoher 6-Liter-Topf, eine flache Kelle zum Abschäumen, ein feines Sieb und eine beschichtete oder gut eingebrannte Pfanne sind ausreichend. Die wichtigste Kontrolle ist die Hitze unter der Brühe. Wildes Kochen macht sie trüb. Palatschinken werden erst kalt gerollt; warm kleben sie zusammen und ergeben ungleichmäßige Streifen.

05 · Nährwerte

Nährwerte

Kalorien
≈ 310 kcal
Kohlenhydrate
≈ 24 g
Protein
≈ 23 g
Fett
≈ 13 g
Ballaststoffe
≈ 2 g
Natrium
≈ 870 mg

Portionsgröße: 1 Teller mit etwa 250 ml Suppe und Frittaten. Hauptallergene: Gluten, Milch, Ei, Sellerie. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Klare Brühe und goldbraune Palatschinken brauchen entgegengesetzte Hitze.

Die Rindsuppe gewinnt durch Geduld und kaum sichtbares Sieden, die Frittaten durch eine heiße Pfanne und kurze Backzeit. Getrennt vorbereitet und erst im Teller verbunden, bleiben beide Bestandteile in ihrer besten Form: die Brühe klar, die Streifen weich, aber nicht aufgequollen.