Käsespätzle mit Röstzwiebeln

Die quadratische Nahaufnahme zeigt glänzende Spätzle mit sichtbaren Käsefäden

Österreichische Küche · Nudelgericht und Hauptspeise · Rezept

Käsespätzle mit Bergkäse und Emmentaler unter knusprigen Röstzwiebeln

Frisch geschabte Spätzle werden noch heiß mit würzigem Käse und wenig Kochwasser verbunden; langsam gebräunte Zwiebelringe und Schnittlauch setzen den knusprigen Abschluss.

Kategorie: Nudelgericht und Hauptspeise/Küche: Österreich/Schwierigkeit: Mittel

Menge4 Portionen
Vorbereitung25 Min.
Garzeit30 Min.
Gesamt55 Min.
Kalorien≈ 930 kcal
Breite Pfanne Käsespätzle mit geschmolzenem Käse, knusprigen Zwiebelringen, Schnittlauch und geriebenem Käse im Hintergrund

Die breite Aufnahme zeigt eine volle Gusseisenpfanne; goldbraune Zwiebeln liegen über den käsigen Spätzle, daneben sind Käse und ein Getränk zu sehen.

I.

Käsespätzle Rezept mit kräftigem Käse und trockenen Röstzwiebeln

Käsespätzle, in Vorarlberg und Teilen Tirols auch Käsknöpfle oder Kasspatzln genannt, bestehen aus wenigen Zutaten, reagieren aber empfindlich auf falsche Konsistenz und Temperatur. Der Teig muss dick genug sein, um beim Schaben kurze, unregelmäßige Nudeln zu bilden, und weich genug, um durch eine Spätzlepresse zu gehen. Der Käse soll die heißen Spätzle umhüllen, nicht in einem Fettsee liegen oder zu einer zähen Platte erstarren. Das Käsespätzle Rezept verbindet frisch gekochte Spätzle mit einer Mischung aus Bergkäse und Emmentaler. Der erste liefert Würze, der zweite schmilzt gleichmäßig. Röstzwiebeln bringen Süße, Bitterstoffe und Knusper, dürfen aber erst ganz am Ende auf das feuchte Gericht.

Der Spätzleteig wird kräftig geschlagen, bis er Blasen wirft und in dicken Bändern vom Kochlöffel fällt. Dieses Schlagen entwickelt Gluten und hält die kleinen Nudeln beim Kochen zusammen. Eine lange Ruhe ist nicht nötig, fünfzehn Minuten geben dem Mehl jedoch Zeit, Wasser aufzunehmen. Eier unterscheiden sich in Größe, deshalb wird das Wasser nicht auf einmal zugegeben. Der fertige Teig ist glatter und weicher als Brotteig, aber deutlich fester als Palatschinkenteig. Läuft er wie Rahm, werden die Spätzle lang und weich; reißt er trocken vom Löffel, lässt er sich schwer pressen.

Kochwasser ist hier keine Abfallflüssigkeit: Ein kleiner Schöpfer verbindet Käse und Spätzle zu einer glänzenden Schicht.

Die Zwiebeln brauchen einen eigenen Zeitplan. Dünne Ringe werden leicht bemehlt und in einer Mischung aus Butter und Öl bei mittlerer Hitze gebräunt. Das Mehl trocknet die Oberfläche und unterstützt eine dünne Kruste. Zu hohe Hitze färbt die äußeren Ränder, während die Mitte roh und scharf bleibt. Langsames Braten gibt Zeit für Süße und gleichmäßige Farbe. Sobald die Ringe goldbraun sind, kommen sie auf Küchenpapier. Beim Abkühlen werden sie fester. Bleiben sie in der Pfanne oder liegen aufeinander, hält der Dampf sie weich.

Die Spätzle werden portionsweise in reichlich Salzwasser gekocht. Frische Stücke steigen schnell auf; danach reichen ein bis zwei Minuten, bis sie durchgegart und noch bissfest sind. Sie kommen direkt aus dem Wasser in eine vorgewärmte, schwere Pfanne. Vollständiges Abtropfen ist nicht erwünscht. Etwas Wasser an den Nudeln und zusätzlich ein kleiner Schöpfer Kochwasser bilden mit geschmolzenem Käse eine Emulsion. Schlagobers ist dafür nicht nötig. Es würde die Käsenote milder machen und das Gericht schwerer wirken lassen.

Bergkäse und Emmentaler werden frisch gerieben. Fertig geriebener Käse ist häufig mit Stärke beschichtet und schmilzt weniger glatt. Die Pfanne steht nur auf niedriger Hitze, während Käse und Spätzle in Schichten hineinkommen. Ständiges starkes Rühren macht die Nudeln brüchig. Besser ist ein langsames Heben und Schwenken, bis Fäden entstehen und kein trockener Käsehaufen mehr sichtbar ist. Schwarzer Pfeffer und Muskat reichen als Gewürze; Salz wird erst am Ende geprüft, weil Bergkäse sehr unterschiedlich salzig sein kann.

Käsespätzle werden direkt aus der Pfanne serviert. Im Bild liegen sie in Gusseisen, mit Röstzwiebeln und Schnittlauch. Diese Form hält Wärme, kann Käse aber bei langer Standzeit fest werden lassen. Deshalb stehen Teller, Salat und Zwiebeln vorher bereit. Ein grüner Blattsalat mit säuerlichem Dressing ist eine passende Beilage, weil er Fett und Salz ausgleicht. Das Gericht braucht keine weitere Sauce. Seine Qualität liegt in elastischen, unregelmäßigen Spätzle, einer dünnen Käsehülle und trockenen, deutlich gebräunten Zwiebelringen.

Teig, Wasser, Käse und Zwiebeln

0:00Zwiebeln schneiden, bemehlen und langsam goldbraun braten; auf Papier auskühlen lassen.
0:12Spätzleteig kräftig schlagen, bis Blasen entstehen; 15 Minuten ruhen lassen.
0:28Teig portionsweise ins Salzwasser schaben oder pressen und kurz garen.
0:40Heiße Spätzle mit Käse und Kochwasser verbinden; Röstzwiebeln erst am Tisch auflegen.

Rezept im Überblick. Zwiebelringe werden leicht bemehlt und in Butter sowie Öl langsam goldbraun gebraten. Mehl, Eier, Wasser, Salz und Muskat ergeben einen dicken Spätzleteig, der kräftig geschlagen und kurz ruhen gelassen wird. Die Spätzle garen portionsweise in Salzwasser, bis sie aufsteigen und noch ein bis zwei Minuten ziehen. Direkt aus dem Topf kommen sie in eine warme Pfanne. Geriebener Bergkäse und Emmentaler werden mit rund 120 Millilitern stärkehaltigem Kochwasser untergehoben, bis die Nudeln glänzen und der Käse Fäden zieht. Schwarzer Pfeffer und Schnittlauch folgen. Die trockenen Röstzwiebeln werden erst auf jede Portion gegeben, damit sie knusprig bleiben. Röstzwiebeln und Schnittlauch kommen erst am Ende dazu, damit die Käsemasse cremig und die Zwiebeln trocken-knusprig bleiben.

II.

Zutaten

Für die Spätzle

  • Weizenmehl Type 480 oder 405, 400 gglattes oder griffiges Mehl
  • Eier, 6 Stückzimmerwarm
  • Lauwarmes Wasser, 140–180 mlnach Teigkonsistenz dosieren
  • Feines Salz, 8 ggleichmäßig einarbeiten
  • Muskatnuss, 1 kleine Prisesparsam verwenden
  • Wasser, 3 Litergroßer Topf
  • Salz, 20 gwie bei Nudeln salzen

Käse und Röstzwiebeln

  • Würziger Bergkäse, 250 gträgt das Aroma
  • Emmentaler, 150 gfür gleichmäßiges Schmelzen
  • Spätzle-Kochwasser, 120 mlvor dem Abgießen entnehmen
  • Zwiebeln, 350 ggleichmäßig schneiden
  • Weizenmehl, 30 güberschüssiges Mehl abschütteln
  • Butter, 40 gfür die Zwiebeln
  • Neutrales Pflanzenöl, 30 mlverhindert zu schnelles Bräunen der Butter
  • Schnittlauch, 15 gzum Schluss
  • Schwarzer Pfeffer, 2 gerst nach dem Schmelzen
Allergene und Ersatz. Gluten, Milch und Ei sind enthalten. Laktosefreie Hartkäse und Butter funktionieren technisch gleich. Eine glutenfreie Spätzlemischung muss ausdrücklich für Ei-Nudelteig geeignet sein; sie benötigt oft weniger Wasser. Emmentaler kann durch Räßkäse oder einen zweiten Bergkäse ersetzt werden, wobei Salz und Schmelzverhalten geprüft werden.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Röstzwiebeln

  1. Zwiebeln bemehlen

    Trennen Sie die dünnen Zwiebelringe sorgfältig und wenden Sie sie in 30 g Mehl. Schütteln Sie überschüssiges Mehl ab, damit keine mehligen Klumpen in der Pfanne entstehen.

  2. Langsam goldbraun braten

    Erhitzen Sie Butter und Öl in einer breiten Pfanne auf mittlerer Hitze. Braten Sie die Zwiebeln 12 bis 15 Minuten unter häufigem Wenden, bis sie gleichmäßig goldbraun sind. Lassen Sie sie auf Küchenpapier in einer Lage auskühlen.

Spätzle herstellen

  1. Teig schlagen

    Verrühren Sie Mehl, Eier, 140 ml Wasser, 8 g Salz und Muskat. Schlagen Sie den Teig 5 bis 7 Minuten kräftig mit einem Kochlöffel, bis er glatt ist, Blasen wirft und in dicken Bändern fällt. Geben Sie nur bei Bedarf weiteres Wasser dazu.

  2. Teig ruhen lassen

    Decken Sie den Teig ab und lassen Sie ihn 15 Minuten ruhen. Bringen Sie währenddessen das Kochwasser mit Salz zum kräftigen Sieden und wärmen Sie eine große Pfanne auf niedriger Hitze vor.

Kochen und Käse schmelzen

  1. Spätzle portionsweise garen

    Schaben oder pressen Sie ein Drittel des Teigs ins siedende Wasser. Sobald die Spätzle aufsteigen, garen Sie sie 1 bis 2 Minuten weiter. Heben Sie sie mit einem Schaumlöffel direkt in die warme Pfanne und wiederholen Sie den Vorgang.

  2. Käse in Schichten einarbeiten

    Streuen Sie nach jeder Spätzleportion etwas Bergkäse und Emmentaler darüber. Gießen Sie insgesamt etwa 120 ml Kochwasser an und heben Sie alles bei niedriger Hitze 2 bis 3 Minuten, bis der Käse geschmolzen ist und die Spätzle glänzend umhüllt.

  3. Abschmecken und anrichten

    Würzen Sie mit schwarzem Pfeffer und der Hälfte des Schnittlauchs und prüfen Sie erst jetzt das Salz. Verteilen Sie die Käsespätzle sofort auf warme Teller und geben Sie Röstzwiebeln sowie restlichen Schnittlauch darüber.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Käsespätzle werden sehr heiß serviert. Ein säuerlich angemachter Blattsalat, Gurkensalat oder Krautsalat passt dazu. Die Röstzwiebeln kommen obenauf und nicht unter den Käse. Pro Person reicht eine tiefe Schale oder ein warmer flacher Teller, damit die Nudeln nicht schnell auskühlen.

Aufbewahren und Aufwärmen

Reste halten zwei Tage im Kühlschrank. Sie werden mit 2 bis 3 Esslöffeln Wasser in einer Pfanne bei niedriger Hitze erwärmt, bis der Käse wieder weich ist und die Speise mindestens 74 °C erreicht. Röstzwiebeln bleiben separat und werden kurz im Ofen aufgeknuspert. Einfrieren ist möglich, verändert aber die Spätzle zu einer weicheren Textur.

Vier brauchbare Varianten

Räßkäse ersetzt einen Teil des Bergkäses und macht das Gericht kräftiger. Vorarlberger Käsknöpfle verwenden oft drei Käsesorten. Fein geschnittene Petersilie kann Schnittlauch ersetzen. Für eine mildere Familienfassung wird ein junger Bergkäse verwendet; die Gesamtmenge des Käses bleibt gleich, damit die Spätzle nicht trocken werden.

Testküche und Ausrüstung

Eine Spätzlepresse liefert gleichmäßige Stücke, ein Brett mit Schaber kürzere handwerkliche Formen. Ein großer Topf verhindert starkes Abkühlen des Wassers. Käse wird nicht bei hoher Hitze geschmolzen, sonst trennt sich Fett. Kochwasser wird vor dem letzten Durchgang abgenommen, solange es noch heiß und stärkehaltig ist.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 930 kcal
Kohlenhydrate
≈ 94 g
Protein
≈ 40 g
Fett
≈ 44 g
Ballaststoffe
≈ 5 g
Natrium
≈ 1210 mg

Portionsgröße: 1/4 der Pfanne mit Röstzwiebeln. Hauptallergene: Gluten, Milch, Ei. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Die Spätzle tragen den Käse, das Kochwasser bindet ihn, die Zwiebeln bleiben darüber trocken.

Käsespätzle brauchen keine Oberssauce. Heiße, frisch gekochte Nudeln, zwei passende Käse und etwas stärkehaltiges Wasser ergeben eine dünne, geschmeidige Hülle. Langsam gebräunte Zwiebeln liefern den Kontrast. Werden beide Teile erst am Teller verbunden, bleiben Cremigkeit und Knusper nebeneinander erhalten.

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