Blunzengröstl mit Erdäpfeln

Die quadratische Aufnahme zeigt gebratene Blutwurstscheiben zwischen goldbraunen Erdäpfeln und Zwiebeln; Sauerkraut und Kren liegen am Rand.

Österreichische Küche · Fleischhauptspeise · Rezept

Blunzengröstl mit knusprigen Erdäpfeln und Zwiebeln zu Sauerkraut und frischem Kren

In der Gusseisenpfanne gebratene Erdäpfelscheiben, Zwiebeln und Blunzen mit Majoran, begleitet von mild-säuerlichem Sauerkraut und frisch geriebenem Kren.

Kategorie: Fleischhauptspeise/Küche: Österreich/Schwierigkeit: Mittel

Menge4 Portionen
Vorbereitung25 Min.
Garzeit35 Min.
Gesamt1 Std.
Kalorien≈ 760 kcal
Breite Pfannenansicht mit Blunzenscheiben, gebräunten Erdäpfeln, Zwiebeln und Kräutern, flankiert von Sauerkraut und geriebenem Kren

Die breite Aufnahme zeigt das Gröstl in einer schwarzen Gusseisenpfanne; dunkle Blunzen, goldbraune Erdäpfel und Zwiebeln bleiben einzeln erkennbar.

I.

Blunzengröstl Rezept mit rösch gebratenen Erdäpfeln

Blunzengröstl ist ein kräftiges Pfannengericht, bei dem die Reihenfolge wichtiger ist als die Zahl der Zutaten. Erdäpfel, Zwiebeln und Blutwurst benötigen unterschiedliche Hitze und unterschiedlich viel Bewegung in der Pfanne. Werden alle Bestandteile gleichzeitig eingelegt, geben die Zwiebeln Feuchtigkeit ab, die Erdäpfel dämpfen statt zu braten, und die Blunzen zerfällt in der gesamten Pfanne. Das Blunzengröstl Rezept baut deshalb drei Texturen nacheinander auf: rösch gebratene Erdäpfelscheiben, weiche gebräunte Zwiebeln und nur kurz erhitzte, außen angebratene Wurstscheiben. Majoran, Kümmel und Knoblauch verbinden die Komponenten, ohne den typischen würzigen Geschmack der Blunzen zu verdecken.

Die Erdäpfel werden in der Schale knapp weich gekocht. Festkochende Sorten behalten ihre Form, nehmen beim späteren Braten aber dennoch Farbe an. Vollständig weich gekochte Erdäpfel brechen beim Wenden und bilden eine stärkehaltige Masse. Zu rohe Scheiben bleiben im Zentrum fest, während die Oberfläche bereits dunkel ist. Ein kleines Messer soll nach 15 bis 18 Minuten mit spürbarem, aber geringem Widerstand eindringen. Nach kurzem Ausdampfen werden die Knollen geschält und in etwa sechs Millimeter dicke Scheiben geschnitten. Diese Stärke bietet genug Fläche für Röstaromen und bleibt beim Wenden stabil.

Die Blunzen kommt erst in die heiße Pfanne, wenn Erdäpfel und Zwiebeln ihre Farbe bereits entwickelt haben.

Blutwurst ist je nach Hersteller unterschiedlich fest, gewürzt und fettreich. Eine schnittfeste Blunzen eignet sich für Scheiben, die ihre Form in der Pfanne behalten. Sehr weiche Würste können in dickere Stücke geschnitten und nur einmal gewendet werden. Die Haut wird nach Sorte entfernt, besonders wenn sie beim Erhitzen zäh wird. Die Wurst ist üblicherweise bereits gegart, wird im Gericht aber vollständig durcherhitzt. Eine Kerntemperatur von 74 Grad Celsius ist ein sinnvoller Sicherheitswert für gekühlte, verzehrfertige Fleischwaren beim Wiedererwärmen. Hohe Hitze über lange Zeit lässt Fett austreten und die Scheiben trocken oder bröselig werden.

Zwiebeln brauchen eine eigene Phase. Sie werden im Schmalz langsam weich und goldbraun, dann aus der Pfanne genommen. In derselben Pfanne braten die Erdäpfel in einer einzigen Lage. Eine schwere Gusseisenpfanne speichert genug Hitze, damit die Temperatur beim Einlegen nicht stark fällt. Die Scheiben bleiben zunächst unberührt. Erst wenn die Unterseite eine zusammenhängende braune Kruste zeigt, werden sie gewendet. Häufiges Rühren zerstört diese Fläche. Zwei Chargen sind besser als eine überfüllte Pfanne. Erst am Schluss kommen Zwiebeln, Knoblauch, Majoran, Kümmel und Blunzen zurück.

Sauerkraut und Kren geben dem schweren Pfannengericht Säure, Schärfe und Frische. Das Kraut wird mit Apfelsaft, Lorbeer und Wacholder nur sanft erwärmt. Es soll saftig und leicht bissfest bleiben, nicht trocken einkochen. Ein Teil seiner Säure wird durch Apfelsaft abgerundet, ohne das Kraut süß zu machen. Frischer Kren wird direkt vor dem Servieren gerieben. Seine scharfen Senföle verflüchtigen sich schnell, weshalb fertig geriebener Kren aus einem offenen Gefäß deutlich milder wirkt. Auf dem Teller bleibt der Kren neben dem Gröstl, damit jeder Bissen dosiert werden kann.

Salz verlangt Zurückhaltung. Blunzen und Sauerkraut bringen bereits viel Natrium mit. Die Erdäpfel erhalten nur eine kleine Menge, und die gesamte Pfanne wird erst nach dem Vermengen probiert. Schwarzer Pfeffer kommt am Ende, weil er bei langer starker Hitze bitter werden kann. Petersilie oder Schnittlauch setzt einen frischen Abschluss. Ein Spiegelei ist eine verbreitete Ergänzung, wird hier aber weggelassen, damit die sichtbare Kombination aus dunklen Wurstscheiben, gebräunten Erdäpfeln, Zwiebeln, Sauerkraut und Kren im Mittelpunkt bleibt. Das fertige Gericht wird sofort serviert; beim langen Warmhalten verliert die Kruste und die Blunzen gibt weiter Fett ab.

Pfannenarbeit — vier getrennte Phasen

0:00Erdäpfel knapp weich kochen; Sauerkraut mit Apfelsaft und Gewürzen erwärmen.
0:20Zwiebeln im Schmalz weich und goldbraun braten, dann aus der Pfanne nehmen.
0:30Erdäpfelscheiben in einer Lage rösten und erst bei geschlossener Kruste wenden.
0:45Blunzen, Zwiebeln und Gewürze kurz mitbraten, 74 °C erreichen und servieren.

Rezept im Überblick. Festkochende Erdäpfel werden in der Schale knapp weich gekocht, ausgedampft, geschält und in stabile Scheiben geschnitten. Sauerkraut erwärmt sich separat mit Apfelsaft, Lorbeer und Wacholder. Zwiebeln bräunen langsam im Schmalz und werden aus der Pfanne genommen. Die Erdäpfelscheiben braten anschließend portionsweise in einer Lage, bis beide Seiten eine feste goldbraune Kruste zeigen. Erst zum Schluss kommen Zwiebeln, Knoblauch, Majoran, Kümmel und dicke Blunzenscheiben dazu. Die Wurst wird vorsichtig gewendet und bis mindestens 74 Grad Celsius erhitzt. Nach abschließendem Abschmecken wird das Gröstl sofort mit dem saftigen Kraut, frisch geriebenem Kren und Petersilie serviert. Die Pfanne bleibt beim Vermengen in Bewegung, doch die empfindlichen Wurstscheiben werden nur selten und mit einem breiten Wender gedreht.

II.

Zutaten

Für das Gröstl

  • Festkochende Erdäpfel, 900 gin der Schale knapp weich kochen
  • Schnittfeste Blunzen, 500 gHaut je nach Sorte entfernen
  • Gelbe Zwiebeln, 300 glangsam bräunen
  • Schweineschmalz, 40 gfür Zwiebeln und Erdäpfel
  • Knoblauch, 1 Zeheerst am Schluss
  • Getrockneter Majoran, 2 gzwischen den Fingern zerreiben
  • Kümmel, 1 gsparsam verwenden
  • Feines Salz, 4 gwegen Wurst und Kraut vorsichtig
  • Schwarzer Pfeffer, 1 gerst zum Schluss
  • Petersilie, 15 gfür den frischen Abschluss

Für Sauerkraut und Kren

  • Sauerkraut, 400 gnicht auswaschen
  • Naturtrüber Apfelsaft, 100 mlrundet die Säure ab
  • Lorbeerblatt, 1 Stückvor dem Servieren entfernen
  • Wacholderbeeren, 2 Stücknicht zermahlen
  • Frischer Kren, 80 gunmittelbar vor dem Servieren
Allergene und Ersatz. Blunzen kann je nach Rezept Gluten, Milch, Senf oder andere Gewürzmischungen enthalten; das Etikett wird geprüft. Schweineschmalz kann durch neutrales Öl ersetzt werden. Für eine alkoholfreie und fruchtfreie Beilage ersetzt Gemüsebrühe den Apfelsaft. Eine vegetarische Substitution würde das Gericht grundlegend verändern und wird nicht als Blunzengröstl bezeichnet.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Erdäpfel und Kraut

  1. Erdäpfel knapp garen

    Kochen Sie die ungeschälten Erdäpfel 15 bis 18 Minuten in Salzwasser, bis ein kleines Messer mit geringem Widerstand eindringt. Gießen Sie sie ab, lassen Sie sie 5 Minuten ausdampfen, schälen und schneiden Sie sie in etwa 6 Millimeter dicke Scheiben.

  2. Sauerkraut erwärmen

    Geben Sie Sauerkraut, Apfelsaft, Lorbeer und Wacholder in einen kleinen Topf. Lassen Sie alles zugedeckt 15 Minuten sanft ziehen und anschließend offen weitere 5 Minuten, bis das Kraut saftig, aber nicht wässrig ist.

Pfanne aufbauen

  1. Zwiebeln bräunen

    Erhitzen Sie 20 g Schmalz in einer großen Gusseisenpfanne bei mittlerer Hitze. Braten Sie die Zwiebeln 10 bis 12 Minuten weich und goldbraun. Nehmen Sie sie aus der Pfanne und halten Sie sie offen bereit.

  2. Erdäpfel rösten

    Erhitzen Sie das restliche Schmalz bei mittlerer bis kräftiger Hitze. Legen Sie die Erdäpfelscheiben in einer Lage ein und lassen Sie sie 4 bis 5 Minuten unberührt. Wenden Sie sie erst bei fester brauner Unterseite und rösten Sie die zweite Seite weitere 3 bis 4 Minuten. Arbeiten Sie bei Bedarf in zwei Chargen.

Blunzen ergänzen und servieren

  1. Wurst kurz anbraten

    Schieben Sie die gebräunten Erdäpfel an den Rand oder nehmen Sie sie kurz heraus. Legen Sie die Blunzenscheiben in die heiße Pfanne und braten Sie sie je Seite etwa 2 Minuten. Wenden Sie vorsichtig mit einem breiten Wender, damit die Scheiben nicht zerfallen.

  2. Pfanne vollenden

    Geben Sie Erdäpfel und Zwiebeln zurück. Fügen Sie Knoblauch, Majoran und Kümmel hinzu und schwenken Sie alles 3 bis 4 Minuten vorsichtig, bis die Blunzen mindestens 74 °C erreicht. Probieren Sie erst jetzt und ergänzen Sie bei Bedarf wenig Salz und Pfeffer.

  3. Mit Kraut und Kren anrichten

    Entfernen Sie Lorbeer und Wacholder aus dem Kraut. Verteilen Sie Blunzengröstl und Sauerkraut auf vier vorgewärmte Teller, reiben Sie den Kren frisch dazu und streuen Sie Petersilie über die Pfanne. Servieren Sie ohne Warmhaltezeit.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Das Gröstl wird sehr heiß, das Sauerkraut warm und der Kren frisch gerieben serviert. Kraut und Kren liegen am Tellerrand, damit die Erdäpfelkruste nicht sofort Feuchtigkeit aufnimmt. Ein grüner Salat ist möglich, bringt neben Sauerkraut jedoch selten zusätzlichen Nutzen. Dunkles Brot passt nur in kleinen Mengen, da Erdäpfel bereits die stärkehaltige Beilage bilden.

Aufbewahren und Aufwärmen

Reste kühlen innerhalb von zwei Stunden ab und halten getrennt verpackt höchstens zwei Tage im Kühlschrank. Das Gröstl wird in einer Pfanne mit wenig Fett bei mittlerer Hitze erhitzt, bis die Blunzen erneut mindestens 74 °C erreicht. Sauerkraut wird separat bis zum deutlichen Dampfen erwärmt. Einfrieren ist nicht ratsam: Erdäpfel werden körnig und die Wurst verliert Struktur.

Vier brauchbare Varianten

Ein Spiegelei kann pro Portion auf das fertige Gröstl gesetzt werden. Speckwürfel können einen kleinen Teil der Blunzen ersetzen, erhöhen aber Salz und Fett. Frischer Majoran ersetzt getrockneten in dreifacher Menge und kommt erst am Ende dazu. Wer kein Sauerkraut serviert, kann einen säuerlichen Krautsalat reichen; er bleibt kalt und berührt die knusprigen Erdäpfel erst beim Essen.

Testküche und Ausrüstung

Eine Gusseisenpfanne von mindestens 30 Zentimetern, ein breiter Metallwender, ein kleiner Topf und ein Einstichthermometer sind die wichtigsten Werkzeuge. Die Erdäpfel werden vor dem Braten vollständig oberflächentrocken. Die Pfanne wird nicht überfüllt. Blunzenscheiben werden nur einmal oder zweimal gewendet, und frischer Kren wird erst auf dem Teller gerieben.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 760 kcal
Kohlenhydrate
≈ 68 g
Protein
≈ 29 g
Fett
≈ 42 g
Ballaststoffe
≈ 8 g
Natrium
≈ 1540 mg

Portionsgröße: 1 von 4 Portionen mit Sauerkraut und Kren. Hauptallergene: je nach Blunzen möglicherweise Gluten, Milch oder Senf. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Röstaromen entstehen in Etappen: erst Zwiebeln, dann Erdäpfel, zuletzt die empfindliche Blunzen.

Blunzengröstl bleibt klar strukturiert, wenn jede Komponente die passende Zeit in der Pfanne erhält. Knapp gegarte Erdäpfel bilden eine feste Kruste, Zwiebeln werden separat gebräunt und die Wurst kommt erst am Ende dazu. Sauerkraut und frischer Kren halten das kräftige Gericht ausgewogen und geben jedem Bissen Säure oder Schärfe.

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