Kroatische Küche · Küchenpraxis · Rezept
Pflaumen-Pekmez und Sauerkirschkompott nach kroatischer Art mit ganzen Früchten
Zwei kroatische Formen der Obstkonservierung in einem Ablauf: dichter, dunkelvioletter Pflaumen-Pekmez und ganze Sauerkirschen in leichtem rubinrotem Kompottsirup.
Kategorie: Obstkonserven/ Küche: Kroatien/ Schwierigkeit: Mittel/ Gesamtzeit: 3 Std.

Die breite Aufnahme zeigt das offene Pekmezglas, eine bestrichene Brotscheibe und eine Glasschale mit ganzen Sauerkirschen auf gefaltetem gestreiftem Tuch.
Zwei Früchte, zwei Arten von Haltbarkeit
Pekmez und Kompott stehen für zwei verschiedene Ziele der kroatischen Vorratsküche. Pflaumen-Pekmez konzentriert die Frucht so lange, bis ein dunkler, dichter Aufstrich entsteht, der nicht wie ein helles, festes Gelee wirkt. Sauerkirschkompott bewahrt dagegen die einzelne Frucht. Die Kirschen liegen in einem klaren, rubinroten Sirup und sollen beim Öffnen noch als ganze oder nahezu ganze Früchte erkennbar sein. Beide Zubereitungen nutzen Sommerobst für die kälteren Monate, doch Hitze, Zucker und Bewegung werden völlig unterschiedlich geführt.
Pekmez bewahrt Konzentration; Kompott bewahrt die Form der Frucht.
Für Pekmez eignen sich sehr reife, aromatische Pflaumen. Ihr hoher Fruchtanteil trägt die Konsistenz; Gelierzucker oder zugesetztes Pektin sind nicht nötig. Der Zucker bleibt bewusst niedrig und wird erst nach dem Zusammenfallen der Früchte beurteilt. Süße Pflaumen brauchen weniger, säuerliche etwas mehr. Ein breiter Topf vergrößert die Verdunstungsfläche. Die Masse kocht zunächst mit Deckel an, danach offen und ruhig. Regelmäßiges Rühren wird gegen Ende wichtiger, da der Wasseranteil sinkt und Fruchtzucker am Boden schneller ansetzt.
Die Farbe des Pekmez entwickelt sich durch Konzentration und lange Wärme. Sie bewegt sich von violettrot zu dunkelbraun-violett. Dieser Ton ist erwünscht, solange kein verbrannter Geruch entsteht. Der Aufstrich ist fertig, wenn ein Löffel eine Spur über den Topfboden zieht, die sich erst langsam schließt. Auf einem kalten Teller darf die Probe nicht wässrig auslaufen. Nach dem Abkühlen wird die Masse noch fester, daher soll sie im Topf nicht trocken oder schnittfest werden.
Sauerkirschen werden anders behandelt. Zu langes Kochen löst die Haut, macht die Früchte faltig und färbt den Sirup trüb. Die entsteinten Kirschen kommen direkt in warme, saubere Gläser. Ein leichter Sirup aus Wasser und Zucker wird kurz gekocht und heiß darübergegossen. Luftblasen werden mit einem sauberen Spieß gelöst, der Glasrand wird abgewischt, danach folgen Deckel und Wasserbad. Das Wasser soll die Gläser um mindestens drei Zentimeter bedecken. Die Verarbeitungszeit beginnt erst, wenn das Wasser wieder kräftig kocht.
Saubere Gläser und korrekt schließende Deckel sind keine dekorative Einzelheit. Sie entscheiden über die Haltbarkeit. Nach dem Wasserbad stehen die Gläser zwölf Stunden ungestört. Ein eingezogener Deckel bewegt sich bei Druck nicht. Gläser mit losem Deckel werden nicht in den Vorrat gestellt, sondern gekühlt und rasch verbraucht. Nach dem Öffnen gehören sowohl Pekmez als auch Kompott in den Kühlschrank. Das Rezept liefert zwei kleine Gläser Pekmez und drei größere Gläser Kompott; auf dem Tisch passen ein Löffel dunkler Aufstrich auf Brot und eine Schale Sauerkirschen gut nebeneinander, bleiben aber geschmacklich klar getrennt.
Obstkonserven werden vor dem Einlagern beschriftet. Inhalt und Herstellungsdatum gehören auf jedes Glas, da dunkler Pekmez nach einigen Monaten kaum von anderen Fruchtaufstrichen zu unterscheiden ist. Beim Kompott ist eine leichte Farbveränderung möglich, doch trüber, gärender Sirup, austretende Flüssigkeit oder ein gewölbter Deckel sind Gründe zum Entsorgen. Eine Kostprobe ersetzt keine Sicherheitsprüfung. Saubere Arbeitsweise, korrektes Wasserbad und intakte Deckel bleiben die verlässlichsten Kontrollen für den häuslichen Vorrat.
Die angegebenen Mengen orientieren sich an Standardgläsern. Tatsächlicher Ertrag schwankt mit Wassergehalt und Reife der Früchte. Ein zusätzliches kleines, warmes Glas steht deshalb bereit. Restmengen werden nicht bis zum Rand in ein zu großes Glas verteilt, da der vorgeschriebene Kopfraum und die Verarbeitungszeit zur Glasgröße passen müssen.
Zwei Töpfe mit gegensätzlicher Bewegung
Rezept im Überblick. Reife Pflaumen werden mit wenig Zucker in einem breiten Topf langsam zu dunklem Pekmez eingekocht. Die Masse braucht kein Geliermittel und ist fertig, wenn eine Löffelspur nur langsam zusammenläuft. Entsteinte Sauerkirschen kommen roh in drei saubere 500-ml-Gläser. Ein leichter Sirup aus Wasser und Zucker wird heiß aufgegossen, ohne die Früchte lange zu kochen. Pekmez und Kompott werden mit sauberem Glasrand verschlossen und im kochenden Wasserbad verarbeitet. Nach zwölf Stunden wird der Deckelsitz geprüft. Nicht versiegelte Gläser kommen in den Kühlschrank; geöffnete Vorräte werden stets gekühlt.
Zutaten
Für zwei Gläser Pflaumen-Pekmez
- 1,5 kg reife dunkle Pflaumen — gewaschen, entsteint und geviertelt
- 120 g Zucker — nach Süße der Früchte anpassen
- 20 ml Zitronensaft — für Säure und klare Fruchtnote
Für drei Gläser Sauerkirschkompott
- 1 kg Sauerkirschen — gewaschen, entstielt und entsteint
- 750 ml Wasser — für den leichten Sirup
- 200 g Zucker — vollständig im Wasser lösen
- 10 ml Zitronensaft — für den Sirup
Zubereitung Schritt für Schritt
Gläser und Früchte
Gläser vorbereiten
Zwei 250-ml-Gläser und drei 500-ml-Gläser samt passenden Deckeln heiß spülen. Gläser bis zum Füllen warm halten; beschädigte Deckel aussortieren.
Obst vorbereiten
Pflaumen entsteinen und vierteln. Sauerkirschen entstielen, entsteinen und weiche oder beschädigte Früchte entfernen.
Pekmez kochen
Pflaumen zusammenfallen lassen
Pflaumen mit Zucker und Zitronensaft in einen breiten Topf geben. Zugedeckt 15 Minuten bei mittlerer Hitze erhitzen, bis Saft austritt.
Offen reduzieren
Deckel abnehmen und 75–100 Minuten ruhig kochen. Zunächst alle 10 Minuten, in den letzten 30 Minuten alle 2–3 Minuten umrühren.
Konsistenz prüfen
Eine Spur mit dem Holzlöffel über den Topfboden ziehen. Sie soll sich langsam schließen; eine kalte Tellerprobe darf nicht wässrig auslaufen.
Pekmez abfüllen
Kochend heißen Pekmez bis 1 cm unter den Rand in zwei warme Gläser füllen. Lufttaschen lösen, Ränder sauber abwischen und Deckel schließen.
Kompott und Wasserbad
Kirschen einfüllen
Sauerkirschen locker bis 2 cm unter den Rand in die drei 500-ml-Gläser füllen.
Sirup kochen
Wasser, Zucker und Zitronensaft 3 Minuten kochen, bis der Zucker vollständig gelöst ist. Heißen Sirup über die Kirschen gießen und 1,5 cm Kopfraum lassen.
Luftblasen lösen
Mit einem sauberen Kunststoff- oder Holzspieß am Glasrand entlangfahren, Luftblasen lösen, Füllstand korrigieren und Ränder abwischen.
Im Wasserbad verarbeiten
Alle verschlossenen Gläser auf ein Gitter in einen hohen Topf stellen, mit Wasser mindestens 3 cm bedecken und nach erneutem Aufkochen 10 Minuten verarbeiten. Danach 5 Minuten im ausgeschalteten Topf stehen lassen.
Deckelsitz prüfen
Gläser herausheben und 12 Stunden ungestört abkühlen. Nur fest eingezogene, unbewegliche Deckel kommen in den Vorrat.
Servieren, Aufbewahren und Varianten
Servieren
Pekmez wird dünn auf Brot, Palatschinken oder einem Stück Hefezopf gestrichen. Sauerkirschkompott passt zu Grießbrei, Reisauflauf, Pudding oder wird als kleine Fruchtschale serviert. Der Sirup kann mit Mineralwasser verdünnt werden.
Aufbewahrung
Korrekt versiegelte Gläser stehen bis zu zwölf Monate kühl, dunkel und trocken. Vor dem Öffnen werden Deckel auf Wölbung, Leckage oder ungewöhnlichen Geruch geprüft. Nach dem Öffnen hält Pekmez etwa drei Wochen, Kompott fünf bis sieben Tage im Kühlschrank. Nicht versiegelte Gläser werden sofort gekühlt.
Vier praktikable Varianten
Erstens kann ein Teil der Pflaumen durch Zwetschgen ersetzt werden. Zweitens gibt eine halbe Zimtstange dem Kompottsirup Würze und wird vor dem Abfüllen entfernt. Drittens kann Pekmez ohne zugesetzten Zucker gekocht werden, wenn die Pflaumen sehr süß sind; die Wasserbadverarbeitung bleibt bestehen. Viertens lässt sich das Kompott mit einem Streifen Zitronenschale aromatisieren, der nicht die weiße, bittere Schicht enthält.
Geräte und drei Hinweise aus der Testküche
Benötigt werden ein breiter Topf, ein kleiner Siruptopf, fünf intakte Gläser, Trichter, Glasheber und ein hoher Wasserbadtopf mit Gitter. Erstens werden warme Gläser mit heißem Inhalt gefüllt, damit kein Temperaturschock entsteht. Zweitens wird Pekmez gegen Ende häufiger gerührt. Drittens beginnt die Verarbeitungszeit erst beim erneuten kräftigen Kochen des Wasserbads.
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 125 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 31 g
- Eiweiß
- ≈ 1 g
- Fett
- ≈ 0 g
- Ballaststoffe
- ≈ 2 g
- Natrium
- ≈ 5 mg
Wichtige Allergene: keine der häufigsten kennzeichnungspflichtigen Allergene. Die Werte sind Näherungen aus üblichen Referenzwerten; Marken, Zuschnitt, Ölbindung und Portionierung verändern das Ergebnis.
Ein Glas hält die Frucht dicht, das andere lässt sie ganz.
Pekmez und Kompott zeigen zwei Seiten derselben Vorratsarbeit. Geduld konzentriert die Pflaume; kurze Hitze und sauberes Abfüllen schützen die Sauerkirsche. Beide brauchen intakte Gläser und einen geprüften Deckelsitz.