Kroatische Nationalgerichte

Lički škripavac

Rezept auf einen Blick

Lički škripavac

Die wichtigsten Angaben aus dem strukturierten Rezept.

KategorieFrischkäse
KücheKroatische Küche
MethodeDicklegen und Pressen
SchwierigkeitAnspruchsvoll
Menge
etwa 800 g
Vorbereitung
25 Min.
Garen
1 Std. 10 Min.
Gerinnen und Abtropfen
5 Std.
Gesamt
6 Std. 35 Min.
Pro Portion
≈ 270 kcal

Milchweißer Frischkäse mit elastischem, quietschendem Biss

Lički škripavac als frischer Kuhmilchkäse,mit elastischem Biss, milder Säure und dem typischen Quietschen

Diese Hausmethode führt pasteurisierte Kuhmilch mit Starterkultur und Lab zu einem milden, elastischen Frischkäse. Der Bruch wird langsam erwärmt, kurz gepresst und trocken gesalzen; das typische Quietschen entsteht durch eine kompakte Proteinstruktur und sehr kurze Reifung.

Weiße Scheiben Lički škripavac auf Holzbrett mit geschlossener elastischer Schnittfläche
Die breite Aufnahme zeigt dicke, milchweiße Käsescheiben ohne Rinde und mit einer glatten, leicht elastischen Schnittfläche.

01 · Überblick

Überblick

Lički škripavac ist ein frischer Kuhmilchkäse aus der Region Lika und besitzt in der Europäischen Union einen geschützten geografischen Namen. Das zertifizierte Erzeugnis folgt einer festgelegten regionalen Spezifikation zu Herkunft, Milch und Herstellung. Ein in einer anderen Küche hergestellter Käse kann die Technik nachvollziehen, darf aber nicht als gleichwertiges geschütztes Produkt ausgegeben werden.

Charakteristisch sind milchweiße Farbe, fehlende Rinde, eine weich-elastische Schnittfläche und das hörbare Quietschen zwischen den Zähnen. Dieses Geräusch entsteht, wenn relativ junge, fest verbundene Caseinstrukturen über den Zahnschmelz gleiten. Mit zunehmender Lagerung, Säuerung und Proteolyse wird die Struktur weicher; das Quietschen nimmt ab. Der Käse wird deshalb möglichst frisch gegessen.

Für die Hausmethode wird pasteurisierte, nicht ultrahocherhitzte Vollmilch verwendet. UHT-Milch gerinnt mit Lab oft schwach, da starke Erhitzung die Protein- und Calciumverhältnisse verändert. Eine mesophile Starterkultur entwickelt eine milde Säure. Calciumchlorid verbessert bei pasteurisierter Milch die Bruchfestigkeit. Beide Zusätze werden exakt nach Herstellerangabe dosiert.

Nach dem Dicklegen wird die Gallerte in Würfel von etwa 1,5 Zentimetern geschnitten und zunächst ruhen gelassen. Langsames Rühren lässt Molke austreten, ohne die Körner zu zerreiben. Der Bruch wird schrittweise auf 41–42 °C erwärmt. Diese Temperatur zieht die Körner zusammen und erzeugt den späteren elastischen Biss. Zu schnelles Erhitzen bildet trockene Außenschichten und feuchte Kerne.

Der Bruch kommt in eine gelochte Form, wird mehrfach gewendet und nur leicht gepresst. Starker Druck würde einen gummiartigen Block mit wenig Feuchtigkeit ergeben. Nach dem Abtropfen wird der Käse trocken gesalzen und vollständig gekühlt. Er ist am ersten und zweiten Tag am deutlichsten quietschend und bleibt wegen seines hohen Wassergehalts nur kurz haltbar. Saubere Geräte und ununterbrochene Kühlung sind daher fester Teil des Verfahrens.

Die Molke liefert während der Arbeit zusätzliche Hinweise. Direkt nach dem sauberen Bruch ist sie gelblich und relativ klar. Wird sie milchig, wurden zu viele feine Bruchpartikel erzeugt oder zu heftig gerührt; damit sinkt der Ertrag und die Oberfläche des späteren Käses wird ungleichmäßig. Beim Formen soll Molke zügig, aber nicht schwallartig austreten. Ein sehr trockener Abfluss deutet auf überhitzte Körner, ein langes weißes Nachlaufen auf zu weichen Bruch. Solche Beobachtungen sind in der kleinen Charge oft nützlicher als eine starre Presszeit und helfen, die nächste Herstellung präzise anzupassen.

Beim Salzen darf die kleine Käsemenge nicht in konzentrierter Lake liegen, weil der noch offene, feuchte Laib Salz sehr schnell aufnehmen würde. Trockenes Salz wird abgewogen und gleichmäßig auf alle Flächen verteilt. Während der ersten Stunden im Kühlschrank wird der Laib einmal gewendet, damit die Unterseite nicht in ausgetretener Molke liegt. Eine dünne Feuchtigkeitsschicht ist normal; stehende Flüssigkeit wird entfernt. Der Käse wird nicht gewachst, vakuumgereift oder bei Raumtemperatur getrocknet, da dies den frischen Stil und das sichere Verfahren verändern würde.

Für gleichmäßige Scheiben wird ein dünnes, angefeuchtetes Messer verwendet und zwischen den Schnitten gereinigt. Krümelt der Käse stark, war der Bruch meist zu trocken; schmiert er, braucht der Laib noch etwas Kühlzeit. Bei richtiger Struktur federt die Schnittfläche nach leichtem Druck zurück und bleibt geschlossen.

Nicht-UHT-Milch

Pasteurisierte Frischmilch bildet mit Lab einen wesentlich stabileren Bruch als ultrahocherhitzte Milch.

Langsam auf 42 °C

Gleichmäßiges Erwärmen zieht die Bruchkörner zusammen, ohne trockene Hüllen zu erzeugen.

Leicht statt stark pressen

Genug Molke verlässt den Käse, während die Schnittfläche weich und elastisch bleibt.

02 · Zutaten

Zutaten

Für den Käsebruch

5 l
pasteurisierte Vollmilch, nicht UHT
1 Dosis
mesophile Käsekultur für 5 Liter Milch Exakt nach Herstellerangabe dosieren.
1 ml
30%ige Calciumchlorid-Lösung In 30 ml kaltem, abgekochtem Wasser verdünnen; Herstellerangabe beachten.
1,2 ml
flüssiges Lab mittlerer Stärke In 30 ml kaltem, abgekochtem Wasser verdünnen; Dosierung an Labstärke anpassen.

Zum Salzen

16 g
nicht jodiertes feines Salz

03 · Zubereitung

Zubereitung

Milch kultivieren und dicklegen

25 Min. plus 50–60 Min.
  1. Milch auf Arbeitstemperatur bringen

    Milch unter gelegentlichem Rühren langsam auf 32 °C erwärmen. Calciumchlorid-Lösung einrühren. Kultur gleichmäßig aufstreuen, 2 Minuten hydratisieren lassen und dann 1 Minute sanft einrühren.

  2. Kurze Reife und Labzugabe

    Topf abdecken und 20 Minuten bei 32 °C stehen lassen. Verdünntes Lab 30 Sekunden mit ruhigen Auf-und-ab-Bewegungen einrühren, Strömung stoppen und den Topf abdecken.

  3. Bis zum sauberen Bruch warten

    Milch 35–45 Minuten ungestört gerinnen lassen. Mit einem Messer schräg anheben und die Schnittkante prüfen.

    Die Gallerte spaltet sich glatt, und klare bis leicht gelbliche Molke füllt den Schnitt.

Bruch schneiden und langsam erwärmen

45 Min.
  1. In gleichmäßige Würfel schneiden

    Gallerte senkrecht und waagerecht in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden. 5 Minuten ruhen lassen, damit die Schnittflächen fester werden.

  2. Sehr sanft rühren

    Bruch 10 Minuten mit langsamen Bewegungen rühren. Große Stücke vorsichtig teilen, ohne feines Bruchmehl zu erzeugen.

  3. Schrittweise auf 41–42 °C erwärmen

    Temperatur innerhalb von 25 Minuten auf 41–42 °C erhöhen, dabei stetig und behutsam rühren. Danach 10 Minuten bei dieser Temperatur weiterbewegen.

    Ein zusammengedrücktes Bruchkorn hält zusammen, lässt sich aber mit dem Daumen noch auseinanderreiben.

Formen, leicht pressen und salzen

4 Std. 30 Min. plus Kühlen
  1. Molke abziehen und Form füllen

    So viel Molke abschöpfen, dass der Bruch sichtbar wird. Bruch mit einem Schaumlöffel in die mit Tuch ausgelegte Form geben. Nach 15 Minuten wenden, nach weiteren 30 Minuten erneut wenden.

  2. Nur leicht pressen

    Form mit etwa 2 kg beschweren und 2 Stunden pressen. Nach 1 Stunde wenden und das Tuch glattziehen.

    Der Laib hält seine Form, die Oberfläche bleibt feucht und gibt bei Druck elastisch nach.
  3. Trocken salzen und vollständig kühlen

    Käse ausformen, rundum mit 16 g Salz einreiben und auf einer Abtropfmatte 2 Stunden im Kühlschrank offen trocknen lassen. Danach in eine saubere Dose legen und mindestens 2 weitere Stunden durchkühlen.

04 · Kontrollpunkte

Kontrollpunkte

Dicklegen

32 °C

Diese Temperatur unterstützt mesophile Kultur und kontrollierte Labgerinnung.

Bruchgröße

etwa 1,5 cm

Kleinere Körner trocknen stärker, größere halten zu viel freie Molke.

Endtemperatur

41–42 °C

Langsam erreicht; sie fördert den elastischen, quietschenden Biss.

Pressdruck

etwa 2 kg

Nur leicht pressen, damit der Käse kompakt, aber nicht hart wird.

ProblemHinweisAnpassung
Bruch bleibt weichUHT-Milch, schwaches Lab oder falsche Temperatur.Nicht-UHT-Milch verwenden, Labstärke prüfen und 32 °C stabil halten.
Käse ist trocken und gummiartigBruch zu klein geschnitten, zu schnell erhitzt oder zu stark gepresst.Größere Würfel, langsamere Erwärmung und geringeres Gewicht verwenden.
Käse quietscht kaumZu lange Lagerung oder zu starke Säuerung.Am ersten oder zweiten Tag servieren und Kulturdosis nicht erhöhen.
Oberfläche wird schleimigZu warm oder zu feucht gelagert.Bei höchstens 4 °C auf sauberer Unterlage lagern und bei Schleim entsorgen.

05 · Praxis

Praxis

Servieren

In 1 cm dicke Scheiben schneiden und bei kühler Raumtemperatur servieren. Brot, Tomaten, Paprika oder ein wenig Honig passen dazu.

Kühlen

In einer sauberen geschlossenen Dose bei höchstens 4 °C lagern. Kondenswasser täglich abgießen und den Käse innerhalb von 5 Tagen verbrauchen.

Braten

Dicke Scheiben können kurz in einer trockenen Pfanne gebräunt werden. Sie werden außen goldbraun und bleiben innen elastisch; sofort servieren.

06 · Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum funktioniert UHT-Milch schlecht?

Die starke Wärmebehandlung verändert Proteine und verfügbares Calcium. Der Labbruch bleibt häufig weich und zerfällt beim Schneiden.

Ist das Quietschen ein Zeichen von Qualität?

Es ist ein typisches Frische- und Strukturmerkmal, aber kein alleiniger Sicherheitsnachweis. Geruch, Kühlung und saubere Herstellung bleiben entscheidend.

Kann der Käse aus Ziegenmilch hergestellt werden?

Technisch ja, doch Geschmack, Bruchstruktur und regionale Identität ändern sich deutlich. Für diesen Stil wird Kuhmilch verwendet.

Kann die Molke genutzt werden?

Frische Molke eignet sich am selben Tag für Brot, Suppen oder Getränke. Sie muss sofort gekühlt und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden.

07 · Nährwerte

Nährwerte

Kalorien
≈ 270 kcal
Kohlenhydrate
≈ 2 g
Protein
≈ 18 g
Fett
≈ 21 g
Ballaststoffe
≈ 0 g
Natrium
≈ 520 mg

Portion: 100 g. Wichtige Allergene: Milch. Näherungswerte auf Basis üblicher Referenzdaten; Marken, Zuschnitt, Fettverlust und Portionierung verändern das Ergebnis.

Das Ziel

Eine milchweiße, rindenlose Scheibe, die weich-elastisch bricht und beim Kauen deutlich quietscht.

Der charakteristische Biss entsteht nicht durch starke Pressung, sondern durch frischen, gleichmäßig erwärmten Bruch und kurze Lagerung. Präzise Temperatur und saubere Kühlarbeit sind dabei ebenso wichtig wie Milch und Lab.