Dalmatinische Küche · Reisgericht · Sepia
Kroatischer schwarzer Tintenfischrisotto mit Sepiatinte und Weißweincremig gerührt mit zarten Sepiastücken
Sepiastücke werden zuerst weich geschmort, bevor Rundkornreis, Weißwein, heißer Fischfond und die zurückbehaltene Tinte zu einem glänzenden schwarzen Risotto verbunden werden.
- Menge
- 4 Portionen
- Vorbereitung
- 25 Min.
- Garzeit
- 45 Min.
- Ruhezeit
- 5 Min
- Gesamt
- 1 Std. 15 Min.
- Pro Portion
- ≈ 610 kcal
Sepiatinte, Reisstärke und zwei Garphasen
Crni rižot od sipe, schwarzer Risotto mit Sepia, ist entlang der kroatischen Adriaküste ein klar erkennbares Reisgericht. Seine Farbe stammt nicht von schwarzem Reis, sondern von der Tinte des Tintenfischs. Die Tinte bringt neben dem tiefen Schwarz eine salzige, mineralische Note. Sie darf den Eigengeschmack der Sepia jedoch nicht überdecken. Deshalb bleibt die Zutatenliste knapp: Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl, Weißwein, Fischfond, Reis, Sepia, Tinte und Petersilie.
Die Sepia gart vor dem Reis; erst diese getrennte Zeitplanung bringt zartes Fleisch und bissfeste Körner zusammen.
Die Sepia benötigt mehr Zeit als der Reis. Würde beides gleichzeitig in den Topf kommen, wäre der Reis weich, bevor größere Sepiastücke zart sind. Das Fleisch wird deshalb zuerst mit Zwiebel und Wein langsam geschmort. Kleine Stücke von etwa zwei Zentimetern garen gleichmäßig und bleiben im fertigen Risotto sichtbar. Die Tinte wird getrennt mit etwas warmem Fond verrührt. So verteilt sie sich ohne dunkle Klumpen und lässt sich kontrolliert dosieren.
Carnaroli oder Arborio liefern genügend Stärke für eine cremige Bindung. Der Reis wird ungewaschen verwendet, da Wasser die Oberflächenstärke entfernen würde. Nach dem Anschwitzen wird er mit Weißwein abgelöscht. Erst wenn der Alkoholgeruch verflogen ist, beginnt die schrittweise Zugabe des heißen Fonds. Kalte Flüssigkeit unterbricht den Garvorgang und macht das Ergebnis ungleichmäßig. Jede neue Kelle kommt erst dazu, wenn die vorherige fast aufgenommen ist.
Rühren ist nötig, aber kein ununterbrochenes Schlagen. Ruhige, regelmäßige Bewegungen lösen Stärke, ohne die Körner zu zerbrechen. Die Tinte kommt etwa nach der Hälfte der Reisgarzeit in den Topf. Dadurch bleibt genug Zeit für eine gleichmäßige Farbe, während die Sepia nicht unnötig lange in stark konzentrierter Tinte liegt. Der Risotto ist fertig, wenn die Körner außen cremig, im Kern noch leicht fest und von fließender Sauce umgeben sind.
Die letzte Konsistenz wird außerhalb der direkten Hitze eingestellt. Ein kleiner Schuss Olivenöl wird kräftig eingerührt, danach ruht der Risotto fünf Minuten. Parmesan wird in dieser Fassung weggelassen, damit Fischfond und Sepia im Vordergrund bleiben. Petersilie kommt sparsam hinzu. Ein Zitronenschnitz kann am Rand liegen, wird aber nicht über den ganzen Teller gedrückt, da starke Säure die mineralische Tinte scharf erscheinen lassen kann.
Schwarzer Risotto wartet nicht. Während der Ruhezeit verdickt er weiter, weshalb er beim Abschalten etwas lockerer sein soll, als er auf dem Teller gewünscht wird. Eine breite, vorgewärmte Schale hält die Temperatur und lässt den Reis flach auslaufen. Der Risotto wird sofort verteilt; Reste verlieren beim Kühlen ihre fließende Struktur. Sie können am nächsten Tag als kleine gebratene Reisküchlein verwendet werden, sollten aber nicht als erneut cremiger Risotto ausgegeben werden.
Die Risottoprobe verlangt gleichmäßiges Rühren, doch die Körner dürfen dabei nicht zerquetscht werden. Tinte immer mit warmem Fond verdünnen, bevor sie in den Reis kommt. Den Reis nicht waschen; seine Oberflächenstärke wird für die Bindung gebraucht. Sofort in vorgewärmten, breiten Tellern verteilen. Zitronenschnitze separat anlegen; ein trockener Weißwein oder stilles Wasser passt besser als eine schwere Beilage.
Das fertige Risotto wartet nicht; Teller und Beilagen stehen daher vor dem letzten Brühenachguss bereit. Innerhalb von 1 Stunde rasch kühlen und höchstens 1 Tag bei höchstens 4 °C aufbewahren. Beim Aufwärmen auf mindestens 74 °C bringen; die ursprüngliche Cremigkeit kehrt nicht vollständig zurück. Nicht erneut einfrieren. Beim Abschalten etwas mehr Flüssigkeit belassen, da der Risotto während der Ruhezeit nachzieht.
Zutaten
Für Sepia und Fond
- 700 g gereinigte Sepia, in 2-cm-StückenTintenbeutel getrennt aufbewahren
- 18–25 g Sepiatinteje nach Intensität der Beutel
- 1,2 l heißer ungesalzener Fischfondwährend des Kochens heiß halten
- 160 g Zwiebel, fein gewürfeltlangsam weich dünsten
- 3 Knoblauchzehen, fein geschnittennur kurz erhitzen
- 120 ml trockener Weißweingeteilt verwenden
- 45 ml natives Olivenöl extrafür die Sepia
Für den Reis und Abschluss
- 320 g Carnaroli- oder Arborio-Reisungewaschen
- 25 ml natives Olivenöl extrazum Schluss einarbeiten
- 12 g glatte Petersilie, fein geschnittensparsam verwenden
- 5 g Salzabhängig vom Fond und der Tinte
- 2 g schwarzer Pfefferfrisch gemahlen
- 1 Zitrone, in 4 Schnitzenoptional am Teller
Zubereitung Schritt für Schritt
Sepia vorbereiten und schmoren
Sepia und Tinte vorbereiten
Sepia trocken tupfen, in 2-cm-Stücke schneiden und Tinte in einer kleinen Schale mit 100 ml warmem Fischfond glatt verrühren. Restlichen Fond heiß halten. Die Tintenmischung soll gleichmäßig schwarz und klumpenfrei sein.
Aromaten dünsten
45 ml Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen. Zwiebel 7 Minuten weich dünsten, Knoblauch 30 Sekunden einrühren und Sepia zugeben. Zwiebel bleibt hell; die Sepia beginnt Flüssigkeit abzugeben.
Sepia weich garen
60 ml Weißwein angießen und 20–25 Minuten bei kleiner Hitze schmoren. Bei Bedarf eine kleine Kelle Fond zufügen. Ein Sepiastück lässt sich mit leichtem Widerstand durchbeißen, ist aber nicht gummiartig.
Reis garen und vollenden
Reis anschwitzen
Reis in den Topf geben und 2 Minuten rühren, bis die Körner an den Rändern glasig wirken. Restlichen Wein zugießen und fast vollständig verdampfen lassen. Der scharfe Alkoholgeruch soll verschwunden sein.
Fond portionsweise zugeben
Heißen Fond kellenweise einarbeiten und 9 Minuten ruhig rühren. Neue Flüssigkeit erst zugießen, wenn die vorherige fast aufgenommen ist. Der Reis bleibt ständig von einer dünnen Schicht Flüssigkeit umgeben.
Tinte einarbeiten
Tintenmischung zugießen und weitere 7–9 Minuten mit heißem Fond garen. Salz und Pfeffer erst gegen Ende anpassen. Die Körner sind außen cremig, innen leicht fest; die Farbe ist gleichmäßig tiefschwarz.
Mantecatura ohne Käse
Topf vom Herd nehmen, 25 ml Olivenöl und Petersilie kräftig einrühren. Fünf Minuten abgedeckt ruhen lassen und Konsistenz mit wenig Fond lockern. Der Risotto fließt langsam auf dem Teller und steht nicht als fester Hügel.
Servieren, Aufbewahren und Anpassen
Servieren und passende Begleitung
Sofort in vorgewärmten, breiten Tellern verteilen. Zitronenschnitze separat anlegen; ein trockener Weißwein oder stilles Wasser passt besser als eine schwere Beilage.
Aufbewahrung und Wiedererwärmen
Innerhalb von 1 Stunde rasch kühlen und höchstens 1 Tag bei höchstens 4 °C aufbewahren. Beim Aufwärmen auf mindestens 74 °C bringen; die ursprüngliche Cremigkeit kehrt nicht vollständig zurück. Nicht erneut einfrieren.
Vier praktikable Varianten
- Kleine Tintenfische können Sepia ersetzen, werden jedoch kürzer vorgeschmort.
- Carnaroli gibt etwas mehr Biss, Arborio eine weichere, stärkere Bindung.
- Ein Esslöffel Butter kann statt des letzten Olivenöls eingerührt werden; dann kommt Milch als Allergen hinzu.
- Für eine mildere Tintenwirkung zunächst 15 g verwenden und erst nach dem Probieren ergänzen.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Tinte immer mit warmem Fond verdünnen, bevor sie in den Reis kommt.
- Den Reis nicht waschen; seine Oberflächenstärke wird für die Bindung gebraucht.
- Beim Abschalten etwas mehr Flüssigkeit belassen, da der Risotto während der Ruhezeit nachzieht.
Benötigte Ausrüstung
- Breiter schwerer Topf
- Kleiner Topf für Fischfond
- Schneidebrett für Meeresfrüchte
- Schöpfkelle
- Holzlöffel
- Kleine Schale für Sepiatinte
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 610 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 73 g
- Protein
- ≈ 32 g
- Fett
- ≈ 19 g
- Ballaststoffe
- ≈ 3 g
- Natrium
- ≈ 700 mg
Portionsgröße: 1 tiefer Teller Risotto, etwa 430 g. Allergene: Enthält Weichtiere und Fisch; Weißwein kann Sulfite enthalten. Sepiatinte und Fond werden vor dem Salzen probiert, da beide bereits viel Natrium beitragen können. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.