Kroatische Küche · Paprika-Tomaten-Gemüse · Pfannengericht
Kroatischer Sataraš aus Paprika und Tomatenlangsam geschmort mit weichen Zwiebeln
Saftiger kroatischer Sataraš aus roten und grünen Paprika, reifen Tomaten und weichen Zwiebeln, langsam zu einer dichten Gemüsesauce gekocht.
- Menge
- 6 Portionen
- Vorbereitung
- 25 Min.
- Garen
- 45 Min.
- Ruhe
- 5 Min.
- Gesamt
- 1 Std. 15 Min.
- Pro Portion
- ≈ 220 kcal

Gemüsereife, Reihenfolge und richtige Reduktion
Sataraš ist ein schlichtes Gemüsegericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln, das in Kroatien und den angrenzenden Küchen in vielen Varianten vorkommt. Es kann als Beilage, leichtes Hauptgericht oder Grundlage für Eier und Fleisch dienen. Seine Stärke liegt in der Konzentration weniger Zutaten. Paprika soll weich werden, aber als Streifen erkennbar bleiben. Zwiebeln geben Süße, während Tomaten zu einer sämigen Sauce zerfallen. Das Gericht wird warm, lauwarm oder am nächsten Tag erneut erhitzt serviert und passt besonders gut zu Brot.
Sataraš braucht keine zusätzliche Bindung; reife Tomaten und geduldige Reduktion erzeugen die Sauce.
Die Qualität der Tomaten entscheidet über die Balance. Reife, fleischige Tomaten liefern genug Saft und natürliche Süße. Sehr wässrige Sorten verlängern die Reduktion und können die Paprika weich kochen, bevor die Sauce dicht ist. Die Tomaten werden geschält, weil lose Häute im fertigen Gericht zäh wirken. Ein kurzer Schnitt, 30 Sekunden in kochendem Wasser und anschließendes Abschrecken reichen. Danach werden Kerne nicht vollständig entfernt; ihr Saft gehört zur Sauce, nur harte Stielansätze werden ausgeschnitten.
Paprikaschoten werden in breite, etwa einen Zentimeter starke Streifen geschnitten. Eine Mischung aus roten und grünen Schoten ergibt sowohl Süße als auch eine leicht herbe Note. Sehr dünne Streifen zerfallen schnell. Zwiebeln werden halbiert und ebenfalls in Streifen geschnitten, damit alle Hauptbestandteile eine ähnliche Form besitzen. Knoblauch ist optional, wird hier aber sparsam eingesetzt. Er kommt erst kurz vor den Tomaten in die Pfanne und darf nicht bräunen.
Die Garreihenfolge verhindert eine wässrige Mischung. Zuerst werden Zwiebeln in Olivenöl weich und leicht goldfarben. Dann folgen die Paprika. Sie garen zunächst ohne Salz bei mittlerer Hitze, wodurch Feuchtigkeit verdampft und einzelne Ränder Farbe annehmen. Salz käme zu früh und würde sofort viel Wasser ziehen. Erst wenn die Paprika zusammenfallen, werden Tomaten, Paprikapulver, Pfeffer und Salz eingerührt. Das Paprikapulver wird nicht im reinen Öl geröstet, sondern direkt mit den Tomaten verbunden, damit es nicht bitter wird.
Sataraš köchelt anschließend offen. Die Flüssigkeit soll regelmäßig aufsteigen, aber nicht heftig spritzen. Gelegentliches Rühren genügt; ständiges Bewegen zerdrückt die Paprikastreifen. Nach etwa 30 Minuten sind die Tomaten weitgehend zerfallen. Weitere zehn bis fünfzehn Minuten reduzieren die Sauce. Der richtige Garpunkt ist erreicht, wenn beim Durchziehen des Löffels für einen Moment der Pfannenboden sichtbar bleibt. Das Gemüse darf glänzen, aber nicht in Öl schwimmen. Ein kleiner Schuss Essig am Ende hebt die Süße an.
Nach fünf Minuten Ruhe wirkt die Sauce dichter. Warm begleitet Sataraš gebratenes Fleisch, Polenta oder Reis. Als eigenständiges Gericht wird er mit Brot serviert. Eier können in einer separaten Pfanne gebraten und daraufgesetzt werden; sie gehören jedoch nicht in diese Grundversion. Im Kühlschrank hält sich Sataraš drei Tage. Beim Erwärmen genügt niedrige Hitze, weil das Gemüse bereits weich ist. Direkt aus dem Kühlschrank schmeckt er ebenfalls, doch bei Raumtemperatur treten Paprika und Tomate klarer hervor.
Im Spätsommer kann Sataraš ausschließlich aus frischen, vollreifen Tomaten gekocht werden. Außerhalb der Saison liefern hochwertige geschälte Dosentomaten eine verlässlichere Sauce; dann wird ihre Menge auf 800 g reduziert, weil sie weniger Wasser enthalten. Das Gericht bleibt bewusst ohne Zucker. Sind die Tomaten sehr säurebetont, wird länger reduziert oder eine besonders süße rote Paprika ergänzt, statt den Geschmack direkt zu süßen.
Zutaten
Für das Gemüse
- 1 kg rote und grüne Paprikaschoten, in breiten Streifen
- 900 g reife Tomaten, geschält und grob gewürfelt
- 350 g Zwiebeln, in Streifen
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
Für Garen und Würzen
- 70 ml Olivenöl
- 2 TL edelsüßes Paprikapulver
- 8 g Salz
- 1 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
- 10 ml Apfelessig
Zubereitung Schritt für Schritt
Gemüse vorbereiten
Tomaten häuten
Ritzen Sie die Tomaten kreuzweise ein, überbrühen Sie sie 30 Sekunden, schrecken Sie sie kalt ab und ziehen Sie die Haut ab. Schneiden Sie das Fruchtfleisch grob.
Paprika und Zwiebeln schneiden
Entfernen Sie Kerne und weiße Innenhäute der Paprika und schneiden Sie sie in etwa 1 cm breite Streifen. Schneiden Sie die Zwiebeln in ähnlich breite Streifen.
In der Pfanne garen
Zwiebeln weich braten
Erhitzen Sie das Olivenöl in einer breiten Pfanne und garen Sie die Zwiebeln 10–12 Minuten bei mittlerer Hitze, bis sie weich und an einzelnen Stellen goldfarben sind.
Paprika anbraten
Geben Sie die Paprikastreifen dazu und braten Sie sie 10 Minuten ohne Salz. Wenden Sie sie nur gelegentlich.
Tomaten einrühren
Fügen Sie Knoblauch für 30 Sekunden hinzu. Geben Sie Tomaten, Paprikapulver, Salz und Pfeffer dazu und rühren Sie einmal gründlich um.
Offen schmoren
Lassen Sie Sataraš 25 Minuten offen bei mittlerer bis niedriger Hitze köcheln. Rühren Sie etwa alle 5 Minuten.
Reduzieren und ruhen
Sauce eindicken
Erhöhen Sie die Hitze leicht und reduzieren Sie die Flüssigkeit weitere 10–15 Minuten. Beim Durchziehen des Löffels soll der Pfannenboden kurz sichtbar bleiben; Paprikastreifen sollen weich, aber erkennbar sein.
Mit Essig abrunden
Rühren Sie den Apfelessig ein und prüfen Sie Salz und Pfeffer.
Kurz ruhen lassen
Nehmen Sie die Pfanne vom Herd und lassen Sie Sataraš 5 Minuten stehen, bevor er serviert wird.
Servieren, Aufbewahren und Varianten
Servieren und passende Begleiter
Sataraš wird warm oder lauwarm mit rustikalem Weißbrot, Polenta, Reis oder als Gemüsebeilage zu gegrilltem Fleisch serviert. Spiegeleier können separat dazu gereicht werden.
Aufbewahren und Wiedererwärmen
Innerhalb von 2 Stunden abkühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. In einer breiten Pfanne bei niedriger Hitze erwärmen; bei Bedarf 1–2 EL Wasser ergänzen. Einfrieren ist bis zu 2 Monate möglich, die Paprika wird danach etwas weicher.
Vier praktikable Varianten
- 500 g Paprika durch 500 g Zucchini ersetzen und diese erst mit den Tomaten zugeben.
- Am Ende 15 g gehackte Petersilie unterrühren.
- Für eine schärfere Version 1 kleine Chilischote mit den Zwiebeln garen.
- Sataraš stärker reduzieren und als warme Beilage zu Polenta servieren.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Paprika zunächst ohne Salz braten, damit sie nicht sofort im eigenen Saft kocht.
- Reife, fleischige Tomaten verkürzen die Reduktionszeit.
- Nur gelegentlich rühren, damit die Paprikastreifen ihre Form behalten.
Benötigte Ausrüstung
- Breite schwere Pfanne oder flacher Topf
- Großer Kochtopf zum Überbrühen
- Scharfes Kochmesser
- Schneidebrett
- Holzlöffel
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 220 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 24 g
- Protein
- ≈ 5 g
- Fett
- ≈ 13 g
- Ballaststoffe
- ≈ 7 g
- Natrium
- ≈ 520 mg
Portion: 1 Portion (etwa 380 g). Allergene: Das Grundrezept enthält keine der 14 deklarationspflichtigen Hauptallergene. Bei serviertem Brot oder weiteren Beilagen müssen deren Allergene separat berücksichtigt werden. Die Werte sind eine ungefähre Berechnung nach Standardreferenzen; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsaufnahme und Portionierung.