Cetina-Region · Mischmilchkäse · Hausgereifte Fassung
Kroatischer Cetinski Sir aus Kuh- und Ziegenmilchmild gepresst und drei Wochen gereift
Pasteurisierte Kuh- und Ziegenmilch wird mit mesophiler Kultur und Lab dickgelegt, schonend entwässert, gepresst, gesalzen und unter kontrollierter Kühlung gereift.
- Menge
- 1 Käserad, etwa 1,1 kg
- Vorbereitung
- 50 Min.
- Garzeit
- 1 Std. 40 Min.
- Reifung
- 21 Tage
- Gesamt
- 21 Tage 3 Std.
- Pro Portion
- ≈ 340 kcal
Mischmilch, Bruchführung und sichere Reifung
Cetinski sir bezeichnet Käse aus der Cetina-Region im dalmatinischen Hinterland. Er wird als vollfetter, halbfester Käse angeboten, teils aus einer Mischung von Kuh- und Ziegenmilch. Es gibt keine einzige häusliche Formel, die alle lokalen oder gewerblichen Ausführungen abbildet. Dieses Rezept ist deshalb eine klar gekennzeichnete Hausfassung: Es orientiert sich an einem mild gereiften Mischmilchkäse, verwendet pasteurisierte Milch und arbeitet mit messbaren Temperaturen, definierter Salzlake und kontrollierter Kühlung. Der Anspruch liegt nicht in einer geschützten Produktspezifikation, sondern in einem reproduzierbaren kleinen Käserad.
Beim Käsen ersetzt keine Gewürzidee saubere Geräte, genaue Temperaturen und eine stabile Reifekühlung.
Acht Liter vollfette Kuhmilch und zwei Liter Ziegenmilch ergeben ungefähr 1,1 Kilogramm Käse. Ultrahocherhitzte Milch ist ungeeignet, da ihre Eiweißstruktur oft keinen stabilen Bruch bildet. Pasteurisierte Frischmilch wird langsam auf 32 °C erwärmt. Eine mesophile Starterkultur säuert die Milch gleichmäßig an, Calciumchlorid verbessert bei pasteurisierter Milch die Bruchfestigkeit, und flüssiges Lab trennt die feste Masse von der Molke. Alle Geräte müssen sauber und mit kochendem Wasser oder geeignetem Lebensmittel-Desinfektionsmittel vorbereitet sein.
Nach dem Dicklegen wird der Bruch in etwa 1,5 Zentimeter große Würfel geschnitten. Zehn Minuten Ruhe lassen die Schnittflächen fest werden. Anschließend wird langsam gerührt und auf 38 °C erwärmt. Je kleiner die Bruchstücke und je länger die Bewegung, desto mehr Molke verlieren sie und desto fester wird der Käse. Für diese Fassung bleiben die Körner etwa haselnussgroß. Sie sollen elastisch wirken und beim Drücken zwischen den Fingern zusammenhalten, sich aber wieder lösen lassen.
Der Bruch kommt in eine mit Käsetuch ausgelegte Form. Das Pressgewicht steigt in drei Stufen, damit die Molke entweicht, ohne große geschlossene Taschen zu bilden. Nach jedem Wenden wird das Tuch glattgezogen. Ein gleichmäßiger Rand und eine geschlossene Oberfläche sind wichtiger als eine vollkommen geometrische Form. Nach dem Pressen liegt das Rad zehn Stunden in einer 18-prozentigen Salzlake. Die Lake wird aus abgekochtem, vollständig abgekühltem Wasser und exakt gewogenem Salz hergestellt.
Die Reifung erfolgt bei 10–12 °C und etwa 80–85 Prozent relativer Luftfeuchte. Ein normaler warmer Kühlschrank ist zu trocken und zu kalt; eine kontrollierte Reifebox in einem separaten Kühlschrank ist geeigneter. Das Rad wird täglich gewendet. Kondenswasser darf nicht auf der Oberfläche stehen. Ein sauberer weißer Flaum kann mit leichter Salzlake abgewischt werden; schwarze, rote oder stark schleimige Stellen sind ein Grund, den Käse zu verwerfen. Bei stechend fauligem Geruch wird nicht probiert.
Nach drei Wochen ist der Käse mild, schnittfest und noch leicht elastisch. Längere Reifung macht ihn trockener und würziger, verlangt aber noch genauere Kontrolle. Vor dem Anschneiden ruht das Rad eine Stunde bei kühler Raumtemperatur. Die Paste sollte elfenbeinfarben sein, nur wenige kleine unregelmäßige Öffnungen zeigen und nicht nässen. Serviert wird sie in dünnen Scheiben mit Brot. Diese Hausfassung setzt konsequent auf pasteurisierte Milch, saubere Geräte und geschlossene Kühlketten; Rohmilchvarianten gehören in erfahrene, hygienisch überwachte Hände.
Bei der Käseprobe waren Temperaturführung, Pressdruck und saubere Reifebedingungen die maßgeblichen Größen. Temperaturen mit einem kalibrierten Thermometer messen, nicht mit Fingerprobe. Beim Rühren keine Bruchkörner zerquetschen; feiner Staub geht mit der Molke verloren. Dünne Scheiben bei kühler Raumtemperatur mit rustikalem Brot, Oliven oder mildem Obst servieren. Der Käse sollte nicht eiskalt sein, da seine Textur sonst fest und aromatisch verschlossen wirkt.
Zutaten
Für das Käserad
- 8 l pasteurisierte Vollmilch, nicht ultrahocherhitztmindestens 3,5 % Fett
- 2 l pasteurisierte Ziegenvollmilchfür eine milde Ziegennote
- 1/8 TL mesophile Starterkulturnach Herstellerdosierung für 10 l Milch
- 2,5 ml flüssiges Kälberlabin 50 ml chlorfreiem Wasser verdünnt
- 2 ml Calciumchloridlösung 30 %in 50 ml chlorfreiem Wasser verdünnt
Für Salzlake und Pflege
- 2 l abgekochtes, abgekühltes Wasserfür die Lake
- 360 g nicht jodiertes Salzergibt 18-prozentige Lake
- 500 ml abgekochtes, abgekühltes Wasserfür leichte Pflegelake
- 15 g nicht jodiertes Salzfür 3-prozentige Pflegelake
Zubereitung Schritt für Schritt
Milch und Bruch
Geräte vorbereiten
Topf, Rührlöffel, Messer, Tuch, Form und Pressflächen gründlich reinigen und mit kochendem Wasser behandeln. Hände und Arbeitsfläche erneut säubern. Alle Teile müssen sauber, geruchsfrei und vollständig abgespült sein.
Milch kultivieren
Beide Milchsorten langsam auf 32 °C erwärmen. Starterkultur aufstreuen, 2 Minuten hydratisieren lassen, sanft einrühren und 45 Minuten zugedeckt halten. Die Temperatur bleibt zwischen 31 und 33 °C.
Calcium und Lab einarbeiten
Verdünntes Calciumchlorid 1 Minute einrühren, danach verdünntes Lab mit 30 ruhigen Auf-und-ab-Bewegungen verteilen. Topf abdecken und 40–50 Minuten ungestört stehen lassen. Ein Messer hebt einen sauberen Bruch an; Molke läuft gelblich-klar in den Schnitt.
Bruch schneiden und erwärmen
Bruch in 1,5 cm große Würfel schneiden, 10 Minuten ruhen lassen. Über 25 Minuten auf 38 °C erwärmen und dabei langsam rühren; weitere 15 Minuten bei 38 °C rühren. Die Körner sind haselnussgroß, elastisch und nicht breiig.
Formen, salzen und reifen
Bruch abfüllen
Molke bis knapp über den Bruch abschöpfen. Bruch in die mit Käsetuch ausgelegte Form geben und das Tuch faltenfrei schließen. Die Masse liegt gleichmäßig bis an den Rand.
Stufenweise pressen
30 Minuten mit 5 kg pressen, wenden; 2 Stunden mit 10 kg pressen, wenden; anschließend 6 Stunden mit 15 kg pressen. Die Oberfläche schließt sich und nur noch wenig Molke tritt aus.
In Salzlake legen
360 g Salz vollständig in 2 l abgekochtem, kaltem Wasser lösen. Käserad 10 Stunden bei 8–12 °C einlegen und nach 5 Stunden wenden. Die gesamte Oberfläche hat gleichmäßigen Kontakt zur Lake.
Drei Wochen reifen
Rad abtrocknen und 21 Tage bei 10–12 °C sowie 80–85 % Luftfeuchte reifen. Täglich wenden; bei harmlosem weißem Belag sparsam mit 3-prozentiger Pflegelake abwischen. Die Rinde wird trocken und geschlossen, die Paste bleibt schnittfest und elastisch.
Prüfen und anschneiden
Käse vor dem Anschneiden 1 Stunde temperieren. Oberfläche, Geruch und Paste prüfen; bei auffälliger Farbe, Schleim oder fauligem Geruch nicht verzehren. Eine elfenbeinfarbene Paste mit wenigen kleinen Öffnungen ist das Ziel.
Servieren, Aufbewahren und Anpassen
Servieren und passende Begleitung
Dünne Scheiben bei kühler Raumtemperatur mit rustikalem Brot, Oliven oder mildem Obst servieren. Der Käse sollte nicht eiskalt sein, da seine Textur sonst fest und aromatisch verschlossen wirkt.
Aufbewahrung und Wiedererwärmen
Angeschnittenen Käse in Käsepapier bei 2–6 °C lagern und innerhalb von 2 Wochen verbrauchen. Kondenswasser vermeiden. Ganze Räder nur unter kontrollierten Reifebedingungen weiter lagern; Einfrieren verändert die Paste stark.
Vier praktikable Varianten
- Zehn Liter Kuhmilch ergeben eine mildere, etwas weichere Hausfassung.
- Ein Verhältnis von 7 l Kuhmilch zu 3 l Ziegenmilch verstärkt die Ziegennote, ohne die Technik zu ändern.
- Vier Wochen Reifung erzeugen eine trockenere Paste; Feuchte und Oberfläche müssen dann weiter täglich kontrolliert werden.
- Für ein kleineres 550-g-Rad werden alle Mengen halbiert und eine kleinere Form verwendet; Pressgewichte werden ebenfalls halbiert.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Temperaturen mit einem kalibrierten Thermometer messen, nicht mit Fingerprobe.
- Beim Rühren keine Bruchkörner zerquetschen; feiner Staub geht mit der Molke verloren.
- Reifebox täglich kurz lüften und Kondenswasser mit sauberem Papier entfernen.
Benötigte Ausrüstung
- Edelstahltopf mit mindestens 12 l Volumen
- Kalibriertes Lebensmittelthermometer
- Langes Bruchmesser
- Käsetuch und Käseform
- Käsepresse oder sicher geführte Gewichte
- Reifebox mit Hygrometer
- Separater Kühlschrank oder Reifeschrank
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 340 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 3 g
- Protein
- ≈ 23 g
- Fett
- ≈ 26 g
- Ballaststoffe
- ≈ 0 g
- Natrium
- ≈ 650 mg
Portionsgröße: 100 g Käse. Allergene: Enthält Milch. Verwendet wird pasteurisierte Milch; bei Schimmel in Schwarz, Rot oder Orange, schleimiger Oberfläche oder fauligem Geruch wird das gesamte Rad verworfen. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.