Kroatischer Bakalar na crveno

Dalmatinischer Stockfisch mit Kartoffeln in einem roten Tomaten-Wein-Sud.

Dalmatinische Küche · Stockfisch · Roter Schmortopf

Kroatischer Bakalar na crveno mit Tomaten und Kartoffelnlangsam gegart im Weißwein-Sud

Gewässerter Stockfisch gart mit runden Kartoffelstücken, Zwiebel, Knoblauch, Tomate, Weißwein und Lorbeer. Der Topf wird bewegt statt umgerührt, damit Fisch und Kartoffeln ihre Form behalten.

  • Kategorie: Fischeintopf
  • Küche: Kroatisch, Dalmatien
  • Methode: Wässern und langsames Schmoren
  • Schwierigkeit: Mittel
Menge
6 Portionen
Vorbereitung
30 Min.
Garzeit
1 Std. 15 Min.
Wässern und Ruhen
48 Std 15 Min
Gesamt
50 Std.
Pro Portion
≈ 570 kcal
Stockfisch und Kartoffeln in rotem Tomatensud mit Petersilie, Brot und Wasserglas
Große Kabeljaulamellen und Kartoffelstücke liegen in einem dichten roten Tomaten-Wein-Sud.

Stockfisch, Tomatensud und ruhiges Schmoren

Bakalar na crveno ist die rote dalmatinische Zubereitung von getrocknetem Kabeljau. Im Unterschied zum hellen, gerührten Bakalar na bijelo bleibt der Fisch hier in größeren Lamellen und gart zusammen mit Kartoffeln in einem Tomatensud. Zwiebel, Knoblauch, Weißwein, Lorbeer und Olivenöl bilden die Grundlage. Das Gericht liegt zwischen Brudet und Eintopf: genug Flüssigkeit zum Löffeln, aber keine dünne Suppe. Kartoffelstärke bindet den Sud während der Ruhezeit.

Nach dem Einlegen von Fisch und Kartoffeln übernimmt der Topf die Bewegung; ein Löffel würde die klare Struktur zerstören.

Auch hier beginnt die Arbeit mit achtundvierzig Stunden Wässern im Kühlschrank. Der Stockfisch muss vollständig unter kaltem Wasser liegen, und das Wasser wird mehrmals gewechselt. Nach dem Wässern wird der Fisch kurz vorgekocht, damit sich Haut und Gräten sauber entfernen lassen. Der Kochsud wird abgesiebt und später sparsam verwendet. Dieser Schritt gibt Kontrolle über Salz und verhindert, dass kleine Gräten im fertigen Topf verborgen bleiben.

Die Tomatenbasis wird langsam aufgebaut. Zwiebel dünstet in Olivenöl weich, ohne dunkel zu werden. Knoblauch, Paprikapulver und Tomatenmark kommen nur kurz dazu und werden sofort mit Weißwein gelöst. Gehackte Tomaten und etwas Fischsud folgen. Die Sauce kocht zehn Minuten, bevor Kartoffeln und Stockfisch eingelegt werden. So verliert die Tomate ihren rohen Geschmack, während Paprika klar bleibt.

Kartoffeln werden in zwei bis drei Zentimeter dicke Scheiben oder große runde Stücke geschnitten. Zu kleine Würfel zerfallen, bevor der Stockfisch weich ist. Fisch und Kartoffeln werden abwechselnd in den Topf gelegt, damit der Sud alle Flächen erreicht. Nach diesem Moment wird nicht mehr mit einem Löffel gerührt. Der Topf wird an den Griffen vorsichtig vor- und zurückbewegt. Dadurch bindet Stärke, ohne Fischlamellen und Kartoffelränder zu zerbrechen.

Die Garzeit endet, wenn Kartoffeln weich sind und der Fisch mindestens 63 °C erreicht. Der Sud soll zwischen den Zutaten sichtbar bleiben und am Löffel leicht haften. Salz wird erst ganz am Ende beurteilt. Stockfisch und Kochsud können genug Natrium mitbringen, während Tomate die Wahrnehmung der Salzigkeit zunächst dämpft. Petersilie kommt nach dem Abschalten in den Topf.

Fünfzehn Minuten Ruhe sind Teil der Zubereitung. Kartoffeln nehmen Sud auf, die Oberfläche setzt sich, und der Fisch lässt sich mit einer breiten Kelle anheben. Das Gericht wird heiß mit Brot serviert. Am nächsten Tag schmeckt der Tomatensud oft runder, doch Fisch darf nur einmal schonend wiedererwärmt werden. Eine kleine Menge Wasser oder zurückbehaltener Sud verhindert, dass der Boden beim Erwärmen zu stark bindet.

Der rote Stockfischtopf gelingt am zuverlässigsten, wenn die Zutaten groß bleiben und nur der ganze Topf bewegt wird. Kartoffelstücke groß und gleichmäßig schneiden, damit sie während der Fischgarzeit ihre Form halten. Nach dem Schichten nur den ganzen Topf bewegen und keinen Löffel durch die Zutaten ziehen. Mit einer breiten Kelle Fisch und Kartoffeln gemeinsam in tiefe Teller heben. Brot separat reichen; zusätzliche Säure ist meist nicht nötig, da Tomate und Wein bereits Frische liefern.

Für den Folgetag wird der Eintopf flach gekühlt, damit Fisch und Kartoffeln rasch eine sichere Temperatur erreichen. Innerhalb von 1 Stunde in flachen Behältern kühlen und bis zu 2 Tage bei höchstens 4 °C aufbewahren. Einmal langsam auf mindestens 74 °C erhitzen und bei Bedarf wenig Sud zufügen. Einfrieren bis zu 1 Monat möglich. Salz erst nach vollständiger Reduktion und Ruhezeit beurteilen.

Zutaten

Für Fisch und Kartoffeln

  • 500 g getrockneter Kabeljau oder Stockfisch48 Stunden im Kühlschrank wässern
  • 1 kg festkochende Kartoffeln, geschältin 2–3 cm dicken Scheiben
  • 2 Lorbeerblätterfür Kochsud und Schmortopf
  • 700–900 ml abgesiebter Fischkochsudnach Salzigkeit dosieren

Für den roten Sud

  • 220 g Zwiebel, fein gewürfeltlangsam weich dünsten
  • 4 Knoblauchzehen, fein geschnittennur kurz erhitzen
  • 100 ml natives Olivenöl extrafür die Basis
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulvernicht trocken verbrennen
  • 40 g Tomatenmarkmit Wein lösen
  • 800 g gehackte Tomatenohne starke Kräuterwürzung
  • 150 ml trockener Weißweinvollständig aufkochen
  • 15 g glatte Petersilie, fein geschnittennach dem Garen
  • 2 g schwarzer Pfefferfrisch gemahlen
  • 0–5 g Salzerst am Ende

Zum Servieren

  • 300 g rustikales Weißbrotin 6 Portionen

Zubereitung Schritt für Schritt

Wässern und vorbereiten

  1. Stockfisch wässern

    Stockfisch vollständig mit kaltem Wasser bedecken und 48 Stunden im Kühlschrank lagern. Wasser alle 8–12 Stunden wechseln. Der Fisch ist biegsam, aufgequollen und riecht mild.

  2. Fisch vorkochen und auslösen

    Stockfisch mit frischem Wasser und einem Lorbeerblatt bedecken, 25–35 Minuten leise kochen und mindestens 63 °C erreichen lassen. Haut und alle Gräten entfernen; Sud abseihen. Fischlamellen bleiben groß und sauber.

  3. Kartoffeln schneiden

    Kartoffeln in 2–3 cm dicke Scheiben schneiden und bis zur Verwendung in kaltem Wasser halten. Vor dem Einlegen gründlich abtropfen lassen. Alle Stücke sind ähnlich dick und garen gleichmäßig.

Roten Sud kochen und schmoren

  1. Tomatenbasis ansetzen

    Olivenöl in einem breiten Topf erwärmen, Zwiebel 8 Minuten weich dünsten und Knoblauch kurz zugeben. Paprika und Tomatenmark einrühren, sofort mit Weißwein ablöschen und 3 Minuten kochen. Die Basis duftet nach Tomate und Paprika, ohne dunkle Stellen.

  2. Sauce vorkochen

    Gehackte Tomaten, das zweite Lorbeerblatt und 500 ml Fischsud zugeben. Zehn Minuten offen leise kochen und Pfeffer einrühren. Der rohe Tomatengeruch ist verschwunden, die Sauce bleibt gießbar.

  3. Fisch und Kartoffeln schichten

    Kartoffeln und Fischlamellen abwechselnd in die Sauce legen. So viel weiteren Sud zugießen, dass die Zutaten knapp zu zwei Dritteln bedeckt sind. Fisch und Kartoffeln liegen in klaren Schichten, nicht als zerfallene Masse.

  4. Ohne Rühren garen

    Topf abdecken und 35–45 Minuten leise garen. Alle 8–10 Minuten an den Griffen vorsichtig rütteln, aber keinen Löffel durch die Schichten ziehen. Kartoffeln sind weich, Fisch ist heiß und der Sud leicht gebunden.

  5. Ruhen lassen

    Petersilie einstreuen, Salz nur nach dem Probieren ergänzen und den Topf 15 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Der Sud haftet an Kartoffeln und Fisch, ohne trocken zu werden.

Servieren, Aufbewahren und Anpassen

Servieren und passende Begleitung

Mit einer breiten Kelle Fisch und Kartoffeln gemeinsam in tiefe Teller heben. Brot separat reichen; zusätzliche Säure ist meist nicht nötig, da Tomate und Wein bereits Frische liefern.

Aufbewahrung und Wiedererwärmen

Innerhalb von 1 Stunde in flachen Behältern kühlen und bis zu 2 Tage bei höchstens 4 °C aufbewahren. Einmal langsam auf mindestens 74 °C erhitzen und bei Bedarf wenig Sud zufügen. Einfrieren bis zu 1 Monat möglich.

Vier praktikable Varianten

  • Bereits gewässerter Stockfisch verkürzt die Gesamtzeit; verwendet werden etwa 900 g abgetropfter Fisch.
  • Passierte Tomaten ergeben einen glatteren Sud, gehackte Tomaten eine rustikalere Struktur.
  • Ein Teil der Kartoffeln kann durch 300 g gekochte Kichererbsen ersetzt werden, die erst in den letzten 15 Minuten dazukommen.
  • Glutenfreies Brot macht die Beilage glutenfrei, während Fisch und Sulfite als Allergene bestehen bleiben.

Drei Hinweise aus der Testküche

  1. Kartoffelstücke groß und gleichmäßig schneiden, damit sie während der Fischgarzeit ihre Form halten.
  2. Nach dem Schichten nur den ganzen Topf bewegen und keinen Löffel durch die Zutaten ziehen.
  3. Salz erst nach vollständiger Reduktion und Ruhezeit beurteilen.

Benötigte Ausrüstung

  • Großer Wässerungsbehälter
  • Topf zum Vorkochen
  • Feines Sieb
  • Breiter schwerer Schmortopf mit Deckel
  • Breite Servierkelle
  • Flache Kühlbehälter

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 570 kcal
Kohlenhydrate
≈ 52 g
Protein
≈ 42 g
Fett
≈ 21 g
Ballaststoffe
≈ 7 g
Natrium
≈ 820 mg

Portionsgröße: 1 tiefer Teller mit etwa 170 g Fisch und Kartoffeln. Allergene: Enthält Fisch und Gluten; Weißwein kann Sulfite enthalten. Stockfisch wird ausschließlich gekühlt gewässert und der Salzgehalt vor jeder zusätzlichen Salzzugabe geprüft. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsaufnahme und Portionierung verändern das Ergebnis.

Roter Sud, ganze Stücke

Tomate bindet den Stockfisch nicht zu einer Masse, sondern trägt Fischlamellen und Kartoffeln getrennt.

Das ruhige Rütteln ist die entscheidende Bewegung. Es löst genug Stärke für den Sud und schützt zugleich die Form von Fisch und Kartoffeln.

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