Kroatische Küche · Kuttelragout · Langsames Schmoren
Kroatische Tripice mit Speck und Wurzelgemüselangsam in Paprikasauce geschmort
Zart geschmorte Rinderkutteln mit Speck, Karotten und Paprika in einer kräftigen Tomatensauce, serviert mit rustikalem Brot.
- Menge
- 6 Portionen
- Vorbereitung
- 35 Min.
- Garen
- 2 Std. 20 Min.
- Ruhe
- 10 Min.
- Gesamt
- 3 Std. 5 Min.
- Pro Portion
- ≈ 520 kcal

Vorbereitung, langsames Schmoren und Textur
Tripice sind ein kräftiges Schmorgericht aus Rinderkutteln, das in verschiedenen Regionen Kroatiens mit kleinen Unterschieden gekocht wird. Manche Fassungen bleiben heller, andere erhalten durch Tomaten und Paprikapulver eine deutlich rote Sauce. Speck oder Pancetta gibt Rauchigkeit und Fett, während Wurzelgemüse die Brühe süßt. Das Gericht wird nicht hastig zubereitet. Kutteln brauchen Zeit, damit ihre feste Struktur weich wird, ohne sich vollständig aufzulösen. Am Tisch steht meist Brot bereit, das die konzentrierte Sauce aufnimmt.
Kutteln werden nicht durch heftiges Kochen zart, sondern durch saubere Vorbereitung und gleichmäßige, niedrige Hitze.
Für eine verlässliche Hausküchenversion werden bereits gereinigte und vorgekochte Rinderkutteln verwendet. Sie sollten neutral riechen, hell sein und eine feste, elastische Oberfläche besitzen. Trotzdem werden sie vor dem Schneiden zehn Minuten in frischem Wasser mit einem Schuss Essig gekocht und anschließend abgespült. Dieser Schritt entfernt lose Rückstände und mildert einen zu starken Eigengeruch. Die Kutteln werden quer zur Struktur in etwa einen Zentimeter breite Streifen geschnitten, damit sie beim Essen weich wirken und dennoch ihre typische Textur behalten.
Der Speck wird langsam ausgelassen, bis die Ränder leicht bräunen. Das austretende Fett ist die Grundlage für Zwiebel, Karotte und Sellerie. Das Gemüse wird nicht nur glasig gedünstet, sondern leicht karamellisiert; dadurch erhält die Sauce Tiefe, ohne zusätzliche Süße. Tomatenmark röstet kurz mit. Paprikapulver kommt erst nach dem Herunternehmen des Topfes von der direkten Hitze hinzu. Wird es zu dunkel, entsteht Bitterkeit, die sich auch durch langes Schmoren nicht mehr ausgleichen lässt.
Brühe und Weißwein lösen den Ansatz am Topfboden. Die Kuttelstreifen, Lorbeer und Majoran kommen erst danach in die Flüssigkeit. Der Topf köchelt zugedeckt knapp zwei Stunden, gerade so stark, dass einzelne Blasen aufsteigen. Bei höherer Temperatur ziehen sich die Kutteln zunächst zusammen und die Sauce reduziert zu schnell. Gegen Ende wird der Deckel entfernt. Dann verbinden sich Gelatine, Gemüse und Tomate zu einer dichten, glänzenden Konsistenz. Die Sauce soll am Löffel haften, aber noch genug Flüssigkeit für Brot enthalten.
Der Garpunkt lässt sich nicht allein an der Zeit ablesen. Ein Streifen soll sich mit der Gabel leicht teilen lassen, darf jedoch nicht breiig sein. Je nach Vorbehandlung kann dieser Punkt nach zwei Stunden oder erst etwas später erreicht werden. Salz wird deshalb erst in der letzten halben Stunde endgültig eingestellt, denn Speck und Brühe bringen bereits Natrium mit. Ein kleiner Schuss Essig am Ende hebt die Sauce an, ohne sie sauer zu machen. Nach zehn Minuten Ruhe setzt sich das Fett an der Oberfläche und kann bei Bedarf teilweise abgeschöpft werden.
Tripice schmecken direkt nach dem Kochen, gewinnen aber nach einer Nacht im Kühlschrank an Geschlossenheit. Beim erneuten Erwärmen wird etwas Wasser oder Brühe zugegeben, da die gelatinehaltige Sauce kalt stark fest wird. Rustikales Brot ist die klassische Begleitung; Polenta oder Salzkartoffeln funktionieren ebenfalls. Eine frische, scharfe Garnitur ist nicht notwendig. Der Charakter des Gerichts entsteht aus der geduldigen Verbindung von Kutteln, Speck, Paprika und Gemüse.
Die sichtbare Wabenstruktur verschiedener Kuttelabschnitte gart nicht völlig gleich. Dünne Streifen werden zuerst weich, dickere brauchen länger. Deshalb wird die Mischung aus mehreren Stellen des Topfes probiert. Brot wird erst beim Servieren dazugelegt; im Eintopf würde es die Sauce stumpf binden. Ein kleiner Rand von rötlichem Fett auf der Oberfläche ist normal und trägt Aroma, größere Mengen werden abgeschöpft.
Zutaten
Für Kutteln und Schmoransatz
- 1,2 kg gereinigte, vorgekochte Rinderkutteln
- 30 ml Weißweinessig
- 200 g geräucherter Bauchspeck, gewürfelt
- 250 g Zwiebeln, fein gewürfelt
- 180 g Karotten, gewürfelt
- 100 g Knollensellerie, gewürfelt
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 40 g Tomatenmark
- 2 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1/2 TL scharfes Paprikapulver
Für Flüssigkeit und Würzung
- 150 ml trockener Weißwein
- 1,2 l Rinderbrühe
- 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL getrockneter Majoran
- 1 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
- 5 g Salz
- 10 ml Weißweinessig zum Abschmecken
Zubereitung Schritt für Schritt
Kutteln vorbereiten
Kutteln nachreinigen
Bedecken Sie die vorgekochten Kutteln mit Wasser, geben Sie 30 ml Essig dazu und kochen Sie sie 10 Minuten. Gießen Sie sie ab, spülen Sie sie kurz und lassen Sie sie gut abtropfen.
Streifen schneiden
Schneiden Sie die Kutteln quer zur Struktur in etwa 1 cm breite und 5 cm lange Streifen. Entfernen Sie sehr harte Randstücke.
Schmoransatz aufbauen
Speck auslassen
Erhitzen Sie den Speck in einem schweren Topf bei mittlerer Hitze 6–8 Minuten, bis Fett austritt und die Kanten leicht bräunen.
Gemüse rösten
Geben Sie Zwiebeln, Karotten und Sellerie dazu und braten Sie alles 10 Minuten. Fügen Sie Knoblauch und Tomatenmark hinzu und rösten Sie weitere 2 Minuten.
Paprika und Flüssigkeit zugeben
Nehmen Sie den Topf kurz vom Herd, rühren Sie beide Paprikasorten ein und löschen Sie sofort mit Weißwein ab. Geben Sie Brühe, Tomaten, Lorbeer, Majoran und Pfeffer dazu.
Langsam garen
Kutteln schmoren
Legen Sie die Kuttelstreifen in die Sauce, bringen Sie alles einmal zum Sieden und garen Sie es 1 Stunde 50 Minuten zugedeckt bei sehr niedriger Hitze.
Sauce offen reduzieren
Nehmen Sie den Deckel ab und schmoren Sie weitere 25–30 Minuten. Die Kutteln sollen sich mit der Gabel leicht teilen lassen; die Sauce soll den Löffel dünn überziehen.
Abschmecken und ruhen
Entfernen Sie Lorbeer, rühren Sie 5 g Salz und 10 ml Essig ein und lassen Sie das Gericht 10 Minuten vom Herd ruhen.
Servieren, Aufbewahren und Varianten
Servieren und passende Begleiter
Tripice werden in tiefen, vorgewärmten Tellern mit kräftigem Weiß- oder Mischbrot serviert. Polenta ist eine gute Alternative; ein einfacher Krautsalat bringt Frische, ohne die Paprikasauce zu überdecken.
Aufbewahren und Wiedererwärmen
Innerhalb von 2 Stunden abkühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. Beim Wiedererwärmen 100–150 ml Wasser oder Brühe ergänzen und das Gericht mindestens 3 Minuten leise kochen lassen. Einfrieren ist bis zu 2 Monate möglich.
Vier praktikable Varianten
- Den Speck durch 180 g geräucherte Schweinerippe ersetzen und länger mitschmoren.
- Für eine hellere Version die Tomaten weglassen und 300 ml zusätzliche Brühe verwenden.
- 50 g geriebener Hartkäse können am Ende eingerührt werden, wodurch die Sauce salziger und runder wird.
- Polenta statt Brot servieren und die Sauce etwas stärker reduzieren.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Paprikapulver niemals im heißen Fett dunkel werden lassen.
- Vorgekochte Kutteln unterscheiden sich stark; der Garpunkt wird mit der Gabel geprüft.
- Salz erst spät einstellen, weil Speck und Brühe während der Reduktion konzentrierter werden.
Benötigte Ausrüstung
- Schwerer Schmortopf mit Deckel
- Großer Topf zum Nachkochen der Kutteln
- Scharfes Kochmesser
- Schneidebrett für Fleisch
- Schöpfkelle
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 520 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 25 g
- Protein
- ≈ 42 g
- Fett
- ≈ 28 g
- Ballaststoffe
- ≈ 5 g
- Natrium
- ≈ 1180 mg
Portion: 1 tiefer Teller (etwa 520 g). Allergene: Enthält Sellerie; Wein kann Sulfite enthalten. Der Wein lässt sich durch dieselbe Menge Brühe plus 10 ml zusätzlichen Essig ersetzen. Brühe und Speck müssen bei Unverträglichkeiten einzeln geprüft werden. Die Werte sind eine ungefähre Berechnung nach Standardreferenzen; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsaufnahme und Portionierung.