Kroatische Kroštule

Die quadratische Aufnahme zeigt viele unregelmäßig verdrehte

Kroatische Küche · Küchenpraxis · Rezept

Kroatische Kroštule mit Zitrusschale und knusprigen Falten

Leichte, unregelmäßig verdrehte Teigstreifen aus der kroatischen Küstenküche. Sehr dünnes Ausrollen und 175 °C heißes Öl geben ihnen Blasen, Falten und einen trockenen Biss.

Kategorie: Frittiertes Gebäck/ Küche: Kroatien/ Schwierigkeit: Mittel/ Gesamtzeit: 1 Std. 30 Min.

Ergibt40 Stück
Vorbereitung35 Min.
Frittierzeit25 Min.
Kalorien≈ 350 kcal
Kroatische Kroštule als hellergoldene, knusprige Teigstreifen auf breiter Keramikplatte

Die breite Aufnahme zeigt eine flache Platte voller unregelmäßiger Kroštule, gleichmäßig mit Puderzucker bestäubt, daneben ein kleines Zuckersieb und Leinentuch.

I.

Dünner Teig, kurze Hitze und viele unregelmäßige Formen

Kroštule sind ein frittiertes Gebäck der kroatischen Adriaküste, besonders aus Dalmatien und Istrien bekannt. Namen und Formen wechseln regional; verwandt sind sie mit anderen europäischen Karnevalsgebäcken aus dünnem, in heißem Fett ausgebackenem Teig. Kroštule erscheinen zu Fasching, Hochzeiten, Familienfesten oder einfach zu Kaffee. Ihre Oberfläche ist hellgolden, von Blasen durchzogen und mit Puderzucker bedeckt. Die Stücke dürfen ungleich sein. Gerade verdrehte Bänder, Schleifen, eingeschnittene Rechtecke und leicht gekräuselte Ränder zeigen, dass der Teig von Hand geschnitten und geformt wurde.

Der Teig enthält Eier, wenig Zucker, Sauerrahm, Butter und einen Schuss Rum. Alkohol und Fett begrenzen die Glutenentwicklung und helfen, eine spröde, blättrige Textur zu erzeugen. Der Rum muss nicht stark hervortreten; zusammen mit Zitronen- und Orangenschale bildet er eine trockene Duftnote. Der Teig wird nur so lange geknetet, bis er glatt ist. Danach ruht er 30 Minuten. Diese Pause entspannt das Klebergerüst, sodass sich die Platten sehr dünn ausrollen lassen, ohne ständig zurückzuspringen.

Kroštule werden nicht durch viel Zucker leicht, sondern durch sehr dünnen Teig und kurze Frittierzeit.

Dicke entscheidet stärker als jede andere Einzelheit. Ein Teig von zwei Millimetern ergibt eher weiche, brotige Streifen. Für Kroštule wird er auf etwa einen Millimeter gebracht, stellenweise noch dünner. Eine Nudelmaschine erleichtert gleichmäßige Bahnen, ein Nudelholz funktioniert ebenfalls in kleinen Portionen. Die restlichen Teigstücke bleiben abgedeckt, damit ihre Oberfläche nicht austrocknet. Geschnittene Stücke werden nicht gestapelt, weil feuchte Schnittflächen zusammenkleben und beim Trennen reißen.

Das Öl braucht eine stabile Temperatur von etwa 175 °C. Bei niedrigerer Hitze saugt der Teig Fett auf und bleibt blass. Zu heißes Öl bräunt die dünnen Kanten, bevor die Mitte trocken und knusprig ist. Jede Portion umfasst nur vier bis sechs Stücke. Sie sinken kurz ab, blähen sich auf und kommen nach wenigen Sekunden an die Oberfläche. Nach insgesamt 45 bis 70 Sekunden sind sie hellgolden. Einmaliges Wenden genügt. Dunkelbraune Kroštule schmecken bitterer und verlieren die helle, feine Wirkung des Gebäcks.

Nach dem Frittieren liegen die Stücke zunächst auf einem Gitter über einem Blech. Küchenpapier allein fängt Fett auf, hält aber auch Dampf an der Unterseite; auf dem Gitter bleiben beide Seiten trockener. Puderzucker folgt erst, wenn die Oberfläche warm, aber nicht mehr dampfend ist. Zu frühes Zuckern lässt ihn schmelzen, zu spätes Zuckern haftet schwächer. Vollständig ausgekühlt klingen gute Kroštule beim Brechen trocken und splittern in dünne Schichten. Sie werden am besten am selben Tag gegessen, behalten in einer Dose aber noch zwei Tage einen guten Biss.

Frittieröl wird nach dem Abkühlen durch ein feines Sieb gefiltert, sofern es sauber riecht und nicht stark dunkel geworden ist. Zitrusabrieb und Mehlpartikel verkürzen seine Nutzungsdauer; rauchendes oder bitter riechendes Öl wird entsorgt. Während des Frittierens steht der Topf stabil auf einer hinteren Kochzone, und ein passender Deckel liegt griffbereit. Wasser bleibt vom heißen Fett fern. Diese einfachen Maßnahmen sind bei dünnem Gebäck wichtig, da viele kleine Chargen über längere Zeit am offenen Topf gearbeitet werden.

Die geformten Teigstücke werden unmittelbar vor dem Frittieren vorbereitet. Liegen sie zu lange offen, trocknen die Kanten und brechen beim Verdrehen. Ein leicht feuchtes, nicht nasses Tuch schützt kurze Wartezeiten. Bereits geschnittene Kroštule werden einlagig abgelegt und nie zu einem Stapel zusammengedrückt.

Vom entspannten Teig zur trockenen Blase

0:00Teig glatt kneten und abgedeckt 30 Minuten entspannen lassen.
0:45In kleinen Portionen auf etwa 1 mm ausrollen und unregelmäßig schneiden.
1:00Öl auf 175 °C stabilisieren und nur wenige Stücke gleichzeitig frittieren.
1:30Auf dem Gitter ausdampfen lassen und warm mit Puderzucker bestäuben.

Rezept im Überblick. Aus Mehl, Eiern, Zucker, Sauerrahm, Butter, Rum, Zitrusschale und Salz entsteht ein glatter, eher fester Teig. Nach 30 Minuten Ruhe wird er portionsweise auf etwa 1 mm ausgerollt. Rechtecke oder Bänder erhalten einen Schlitz und werden teilweise hindurchgezogen oder locker verdreht. In 175 °C heißem Öl garen vier bis sechs Stücke gleichzeitig 45 bis 70 Sekunden, bis sie hellgolden und von Blasen durchzogen sind. Ein Gitter verhindert eine dampfige Unterseite. Die noch warmen, nicht mehr dampfenden Kroštule werden mit Puderzucker bestäubt und vollständig ausgekühlt serviert.

II.

Zutaten

Für den Teig

  • 500 g Weizenmehl Type 405plus wenig zum Ausrollen
  • 3 Eier, Größe Mzimmerwarm
  • 40 g Zuckerder Teig bleibt nur mild süß
  • 80 g Sauerrahmfür einen geschmeidigen Teig
  • 30 g Butter, geschmolzen und abgekühltnicht heiß einarbeiten
  • 30 ml dunkler Rumoder milder Rakija
  • 1 unbehandelte Zitronefein abgeriebene Schale
  • ½ unbehandelte Orangefein abgeriebene Schale
  • 3 g Salzetwa ½ TL

Zum Frittieren und Fertigstellen

  • 1,5 l raffiniertes Sonnenblumenölzum Frittieren; etwa 80 g werden aufgenommen
  • 60 g Puderzuckerzum Bestäuben
Allergene und Ersatz. Enthalten sind Gluten, Eier und Milch. Alkoholfrei ersetzen 20 ml Orangensaft und 10 ml Wasser den Rum; der Teig wird dann etwas weniger spröde. Eine glutenfreie Fassung braucht eine erprobte Mischung mit Bindemittel und kann nicht eins zu eins mit Reismehl hergestellt werden.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Teig und Ruhe

  1. Nasse Zutaten verrühren

    Eier, Zucker, Sauerrahm, abgekühlte Butter, Rum, Zitronen- und Orangenschale sowie Salz glatt verrühren.

  2. Teig kneten

    Mehl nach und nach einarbeiten und 5–6 Minuten zu einem glatten, eher festen Teig kneten. Er soll nicht kleben, aber ohne Risse biegbar sein.

  3. Ruhen lassen

    Teig abdecken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen, damit er sich dünn ausrollen lässt, ohne zurückzuspringen.

Ausrollen und formen

  1. Portionen teilen

    Teig in vier Stücke teilen. Ein Stück bearbeiten, die übrigen abgedeckt lassen.

  2. Sehr dünn ausrollen

    Mit Nudelholz oder Nudelmaschine auf etwa 1 mm Dicke ausrollen. Nur wenig Mehl verwenden und Überschuss abbürsten.

  3. Streifen schneiden

    Teig in 3 × 10 cm große Bänder oder unregelmäßige Rechtecke schneiden. Mittig einschlitzen und ein Ende durch den Schlitz ziehen oder locker verdrehen.

Frittieren

  1. Öl stabil erhitzen

    Öl in einem breiten, hohen Topf auf 175 °C erhitzen. Ein Thermometer während des gesamten Frittierens im Topf lassen.

  2. Kleine Portionen ausbacken

    Je 4–6 Kroštule 45–70 Sekunden frittieren und einmal wenden. Sie sollen sich aufblähen und hellgolden bleiben.

  3. Abtropfen lassen

    Mit einer Schaumkelle auf ein Gitter über einem Blech legen. Öl zwischen den Portionen wieder auf 175 °C bringen.

  4. Zuckern

    Wenn die Kroštule noch warm, aber nicht mehr dampfend sind, Puderzucker fein darüber sieben. Vollständig auskühlen lassen.

IV.

Servieren, Aufbewahren und Varianten

Servieren

Kroštule werden locker auf einer großen Platte gestapelt und zu Kaffee, Tee oder einem kleinen Glas Dessertwein gereicht. Die Stücke brauchen keine Sauce. Ihre Wirkung liegt im trockenen Knacken, den Luftblasen und dem feinen Zitrusduft.

Aufbewahrung

Vollständig ausgekühlte Kroštule halten in einer gut schließenden Dose zwei bis drei Tage. Zwischenlagen aus Papier verhindern Bruch. Kühlschrank und feuchte Räume machen sie weich. Bei Bedarf werden sie 4 Minuten bei 140 °C aufgefrischt und erst danach neu gezuckert.

Vier praktikable Varianten

Erstens kann nur Zitronenschale verwendet werden. Zweitens ersetzt ein Esslöffel Maraschino den Rum und bringt eine zurückhaltende Kirschmandelnote. Drittens werden breitere Rechtecke zu lockeren Knoten geformt. Viertens kann ein Teelöffel Vanillezucker einen Teil des normalen Zuckers ersetzen, ohne die Flüssigkeitsmenge zu verändern.

Geräte und drei Hinweise aus der Testküche

Ein Nudelholz oder eine Nudelmaschine, Teigrad, hoher Topf, Thermometer, Schaumkelle und Gitter sind hilfreich. Erstens wird der Teig wirklich dünn ausgerollt. Zweitens bleibt die Öltemperatur zwischen 170 und 180 °C. Drittens wird überschüssiges Ausrollmehl entfernt, da es im Öl verbrennt und dunkle Punkte hinterlässt.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 350 kcal
Kohlenhydrate
≈ 52 g
Eiweiß
≈ 7 g
Fett
≈ 13 g
Ballaststoffe
≈ 2 g
Natrium
≈ 190 mg

Wichtige Allergene: Gluten, Eier, Milch. Die Werte sind Näherungen aus üblichen Referenzwerten; Marken, Zuschnitt, Ölbindung und Portionierung verändern das Ergebnis.

Ein trockenes Knacken zeigt, dass Teigdicke und Öltemperatur zusammenpassten.

Kroštule brauchen keine komplizierte Garnitur. Ein entspannter Teig, hauchdünne Bahnen, kleine Frittierportionen und ein Gitter zum Abkühlen schaffen das leichte, spröde Gebäck der Küste.

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