Kroatische Küche · Kohleintopf · Rezept
Dubrovačka Zelena Menestra mit Wirsing, Grünkohl und Kartoffeln samt geräuchertem Schweinefleisch
Wirsing, Grünkohl und Kartoffeln garen in der Brühe von geräucherter Schweineschulter, Panceta und Wurst zu einem kräftigen Dubrovniker Eintopf.
- Menge
- 8 Portionen
- Vorbereitung
- 30 Min.
- Garzeit
- 2 Std. 30 Min.
- Ruhezeit
- 0 Min.
- Gesamt
- 3 Std.
- Pro Portion
- ≈ 620 kcal
Herkunft, Geschmack und Technik
Dubrovačka Zelena Menestra ist ein kräftiger grüner Eintopf aus der Region Dubrovnik und Konavle. Sein Name verweist auf die verschiedenen Kohl- und Blattgemüse, die mit Kartoffeln und mehreren Arten geräucherten Schweinefleischs gegart werden. Ein Zelena Menestra Rezept ist weniger eine exakt uniforme Formel als eine Methode, vorhandene Wintergemüse und haltbar gemachte Fleischstücke in einer gemeinsamen Brühe auszugleichen. Diese Version verwendet Wirsing und Grünkohl, weil beide gut verfügbar sind und sich unterschiedlich verhalten: Wirsing wird weich und süß, Grünkohl behält mehr Struktur und einen leicht herben Ton.
Das Rauchfleisch würzt die Brühe; zusätzliches Salz wird erst nach dem vollständigen Garen entschieden.
Die Brühe entsteht nicht separat. Geräucherte Schweineschulter gart zuerst mit Panceta, Lorbeer, Zwiebel und Knoblauch in Wasser. Das langsame Simmern löst Gelatine und Raucharoma, ohne das Wasser trüb und fettig aufzuwühlen. Geräucherte Wurst kommt später hinzu, damit sie saftig bleibt und nicht ihre gesamte Würze an die Brühe verliert. Der Salzgehalt ist die größte Variable. Rauchfleisch kann sehr unterschiedlich gepökelt sein. Deshalb wird vor dem Kochen ein kleines Stück probiert oder nach Packungsangabe kurz gewässert. Zusätzliches Salz kommt erst ganz am Ende.
Kohl wird nicht in feine Streifen geschnitten. Große, unregelmäßige Stücke halten der langen Garung stand und bleiben im Teller erkennbar. Harte Strünke werden entfernt, aber zarte Wirsingrippen dürfen mitgaren. Grünkohl kommt zuerst, weil seine Blätter mehr Zeit brauchen. Wirsing folgt später. Kartoffeln werden in große Stücke geteilt und erst dann zugegeben, wenn das Fleisch fast zart ist. Würden sie von Anfang an mitkochen, zerfielen sie und machten die Brühe mehlig. Ihre Aufgabe ist, Rauch und Kohl aufzunehmen, während die Oberfläche noch glatt bleibt.
Die verschiedenen Fleischstücke werden nach ihrer Garzeit behandelt. Schweineschulter soll mindestens 71 °C erreichen und so weich sein, dass sie sich leicht in Scheiben oder große Würfel schneiden lässt. Panceta darf ihre Form teilweise verlieren und die Brühe würzen. Wurst wird vollständig erhitzt, aber nicht aufgerissen. Nach dem Garen werden Fleischstücke herausgenommen, portioniert und erst zum Schluss wieder in den Topf gelegt. Dadurch lässt sich der Eintopf sauber mischen, ohne empfindliche Wurstscheiben oder weiche Schulter zu zerdrücken.
Die fertige Menestra ist saftig, aber keine dünne Suppe. Gemüse und Kartoffeln füllen die Schale, während klare, leicht gelatinehaltige Brühe dazwischensteht. Ein Teil des Fetts wird von der Oberfläche abgeschöpft, nicht alles. Eine kleine Menge trägt Rauch- und Gewürzaromen. Pfeffer wird frisch gemahlen. Scharfe Paprika oder viele Kräuter sind unnötig; Lorbeer, Knoblauch und das Rauchfleisch bestimmen den Hintergrund. Der Eintopf ruht nach dem Zusammenführen zehn Minuten, damit sich Temperatur und Salz zwischen Fleisch, Kartoffeln und Kohl ausgleichen.
Zelena Menestra lässt sich sehr gut vorbereiten. Nach raschem Abkühlen und einer Nacht im Kühlschrank erstarrt die Brühe häufig leicht, ein Zeichen für gelöste Gelatine. Beim sanften Erwärmen wird sie wieder flüssig. Kartoffeln und Kohl werden dabei weicher, weshalb das Gemüse am ersten Tag nicht übergart werden darf. Brot reicht als einzige Beilage. Säuerliche eingelegte Gemüse können daneben stehen, sollten aber nicht in den Topf kommen. Die getestete Menge ergibt acht große Portionen und eignet sich für eine gemeinsame Wintertafel, bei der Fleisch und Gemüse in jeder Schale bewusst ungefähr gleich verteilt werden. Jede Portion bleibt ausgewogen.
Zutaten
Für Fleisch und Brühe
- 800 g geräucherte SchweineschulterBei sehr salziger Ware nach Packungsangabe kurz wässern.
- 300 g geräucherte Panceta am Stück
- 300 g geräucherte Schweinswurst
- 2,5 l kaltes Wasser
- 200 g Zwiebeln, halbiert
- 4 Knoblauchzehen, angedrückt
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
Für Gemüse und Abschluss
- 600 g Wirsing, in großen StückenHarten Strunk entfernen.
- 500 g Grünkohl, grob gezupftDicke Stiele entfernen.
- 600 g festkochende Kartoffeln, in 4 cm großen Stücken
- 5 g feines MeersalzNur nach dem vollständigen Abschmecken verwenden.
- 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung Schritt für Schritt
Fleischbrühe
Rauchfleisch ansetzen
Schweineschulter, Panceta, Wasser, Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeer und Pfefferkörner in einen großen Topf geben. Langsam aufkochen und Schaum von der Oberfläche entfernen.
Sanft vorgaren
Alles 75–90 Minuten sehr leise simmern lassen, bis die Schulter fast zart ist. Die Flüssigkeit darf nicht stark kochen.
Gemüse und Fertigstellung
Grünkohl garen
Grünkohl zugeben und 20 Minuten leise garen. Anschließend Wirsing einrühren und weitere 15 Minuten kochen.
Kartoffeln und Wurst zufügen
Kartoffeln und ganze Wurst in den Topf geben. 25–30 Minuten garen, bis Kartoffeln weich, aber nicht zerfallen sind und alle Fleischstücke mindestens 71 °C erreicht haben.
Fleisch portionieren
Schulter, Panceta und Wurst herausheben. Schulter und Panceta in große Stücke, Wurst in dicke Scheiben schneiden. Lorbeer, Zwiebelhälften und Pfefferkörner entfernen.
Menestra ausgleichen
Überschüssiges Fett von der Brühe abschöpfen. Fleisch zurückgeben, 10 Minuten ruhen lassen und erst dann mit Salz und gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Servieren, aufbewahren und anpassen
Servieren und kombinieren
Sehr heiß in großen Schalen servieren und Fleisch, Kartoffeln sowie beide Kohlsorten gleichmäßig verteilen. Rustikales Brot und milde eingelegte Paprika passen dazu.
Aufbewahren und erhitzen
Innerhalb von 2 Stunden in flachen Behältern kühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. Langsam auf mindestens 74 °C erhitzen. Bis zu 3 Monate einfrierbar, wobei Kartoffeln weicher werden.
Vier praktikable Varianten
- Einen Teil des Wirsings durch Weißkohl ersetzen und dessen Garzeit um 10 Minuten verlängern.
- Rauchwurst durch eine mildere gekochte Schweinswurst ersetzen.
- Kohlrabiwürfel ergänzen und die Kartoffelmenge entsprechend reduzieren.
- Für eine weniger rauchige Fassung die Hälfte der Panceta durch ungeräucherte Schweineschulter ersetzen.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Sehr salziges Rauchfleisch vorab probieren oder nach Herstellerangabe wässern.
- Kartoffeln erst zugeben, wenn das Fleisch nahezu zart ist.
- Die Brühe leise halten, damit Fett und Eiweiß nicht trüb emulgieren.
Benötigte Ausrüstung
- Großer schwerer Suppentopf
- Schaumkelle
- Digitales Einstichthermometer
- Großes Schneidebrett
- Scharfes Messer
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 620 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 31 g
- Protein
- ≈ 40 g
- Fett
- ≈ 38 g
- Ballaststoffe
- ≈ 8 g
- Natrium
- ≈ 1450 mg
Portion: 1 Portion (etwa 600 g). Wichtige Allergene: Keine üblichen Hauptallergene in den Grundzutaten. Verarbeitete Wurst, Panceta und Rauchfleisch können Sellerie, Senf, Milch oder Gluten enthalten; Kennzeichnung prüfen. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung auf Grundlage üblicher Referenzdaten; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsverlust, Fettaufnahme und Portionierung.