Kroatische Küche · Rinderschmorgericht · Rezept
Dalmatinska Pašticada in süß-saurer Rotweinsauce mit Pflaumen und Kartoffelnjoki
Rinderschmorbraten mariniert in Wein und Essig, wird mit Panceta, Wurzelgemüse, Pflaumen und Gewürzen langsam gegart und mit Kartoffelnjoki serviert.
- Menge
- 8 Portionen
- Vorbereitung
- 45 Min.
- Garzeit
- 3 Std. 30 Min.
- Ruhezeit
- 24 Std.
- Gesamt
- 28 Std. 15 Min.
- Pro Portion
- ≈ 755 kcal
Herkunft, Geschmack und Technik
Dalmatinska Pašticada ist ein langsam gegarter Rinderbraten, dessen Sauce zwischen säuerlich, fruchtig und tief herzhaft liegt. Ein Dalmatinska Pašticada Rezept beginnt gewöhnlich nicht am Tag des Essens. Das Fleisch mariniert in Rotwein und Weinessig mit Wurzelgemüse, Lorbeer und Gewürzen. Diese Ruhezeit aromatisiert die Oberfläche und gibt dem späteren Schmorfond eine klare Säurebasis. Die getestete Fassung verwendet Rindersemerrolle oder ein ähnlich kompaktes, mageres Schmorstück. Es bleibt beim langen Garen schnittfest genug, wird aber zart, wenn die Kerntemperatur und die Zeit stimmen.
Die Sauce wird erst nach dem Schmoren aus Gemüse, Fond und Pflaumen aufgebaut; ihre Balance entsteht nicht durch zugesetzten Zucker.
Vor dem Marinieren wird das Fleisch gespickt. Schmale Öffnungen nehmen Streifen von Panceta, Knoblauch und Möhre auf. Das ist keine bloße Verzierung: Mageres Rind erhält dadurch kleine Fett- und Aromainseln, die im Anschnitt sichtbar bleiben. Die Schnitte dürfen nicht zu groß sein, sonst zerfällt die Oberfläche beim Anbraten. Nach 24 Stunden wird das Fleisch sehr gründlich trocken getupft. Feuchte Marinade würde in der Kasserolle kochen statt rösten. Das Gemüse wird abgeseiht, die Flüssigkeit aber vollständig aufgehoben und später als Teil des Schmorfonds verwendet.
Kräftiges Anbraten ist für Farbe und Tiefe notwendig. Das Fleisch wird in Öl rundum gebräunt und herausgenommen. Erst danach kommt das marinierte Gemüse in den Topf. Es gart, bis Zwiebel und Wurzelstücke leicht karamellisieren. Tomatenmark wird kurz mitgeröstet, dann lösen Marinade und Rinderfond die braunen Rückstände. Pflaumen bringen Süße und Körper, ohne die Sauce zu einem Fruchtkompott zu machen. Nelken, Muskat und Lorbeer bleiben sparsam. Sie sollen in der langen Garzeit einen warmen Hintergrund bilden, nicht einzeln hervortreten.
Die Kasserolle arbeitet bei sehr kleiner Hitze oder im Ofen bei 160 °C. Das Fleisch wird etwa dreieinhalb Stunden geschmort und alle 45 Minuten gewendet. Die Flüssigkeit soll nur sanft blubbern. Hartes Kochen zieht Fasern zusammen und macht die Sauce trüb. Fertig ist der Braten, wenn ein dünnes Messer ohne großen Widerstand eindringt und das Fleisch mindestens 90 °C Kerntemperatur erreicht hat. Danach ruht es außerhalb des Topfs. Diese Pause ist wichtig, weil sich ein sehr heißer Schmorbraten schwer sauber schneiden lässt.
Die Sauce wird ohne Fleisch verarbeitet. Lorbeer und Nelken kommen heraus, anschließend wird Gemüse mit Pflaumen fein püriert. Je nach gewünschter Textur wird die Sauce durch ein Sieb gestrichen oder rustikal belassen. Sie muss den Löffel überziehen, aber fließen. Ist sie zu dünn, reduziert sie offen; ist sie zu dicht, hilft etwas Fond. Die Balance wird erst jetzt mit Salz, Pfeffer und gegebenenfalls wenigen Millilitern Essig eingestellt. Zusätzlicher Zucker ist selten nötig, weil Pflaumen und lange gegarte Zwiebeln genug Süße liefern.
Kartoffelnjoki sind die klassische praktische Begleitung für diese Sauce, weil ihre Rillen und weiche Kartoffelstruktur Flüssigkeit aufnehmen. In dieser Version werden vorgekochte Njoki in einem Teil der fertigen Sauce erwärmt, während der restliche Braten in Scheiben zurück in den Topf kommt. Pašticada schmeckt nach einer Nacht im Kühlschrank oft noch verbundener. Wird sie vorbereitet, kühlt das Fleisch am besten in der Sauce ab; am nächsten Tag lassen sich saubere Scheiben schneiden. Beim Erwärmen darf die Sauce nicht stark kochen. Langsame Hitze schützt sowohl das Fleisch als auch die feinen fruchtig-säuerlichen Nuancen. Das schützt die zarten Fleischfasern.
Zutaten
Für Fleisch und Marinade
- 1,8 kg Rindersemerrolle oder Rinderschulter am StückGleichmäßig geformtes Schmorstück.
- 100 g Dalmatinska Panceta, in schmale Streifen
- 4 Knoblauchzehen, in Stifte geschnitten
- 100 g Möhre, in Stifte geschnittenZusätzlich zu den Möhren für die Marinade.
- 750 ml trockener Rotwein
- 150 ml Rotweinessig
- 300 g Zwiebeln, grob gewürfelt
- 200 g Möhren, grob gewürfelt
- 150 g Knollensellerie, grob gewürfelt
- 2 Lorbeerblätter
- 3 Gewürznelken
- 1/2 TL frisch geriebene Muskatnuss
Für Sauce und Beilage
- 60 ml Olivenöl
- 40 g Tomatenmark
- 500 ml ungesalzener Rinderfond
- 150 g entsteinte Trockenpflaumen
- 20 g feines MeersalzSchrittweise verwenden.
- 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 800 g gekochte KartoffelnjokiZum Servieren in der Sauce erwärmen.
- 15 ml Rotweinessig zum AbschmeckenNur nach Bedarf vollständig verwenden.
Zubereitung Schritt für Schritt
Marinieren
Fleisch spicken
Mit einem schmalen Messer kleine tiefe Öffnungen in das Fleisch schneiden. Panceta-, Knoblauch- und Möhrenstifte gleichmäßig einführen, ohne die Oberfläche groß aufzureißen.
Marinade ansetzen
Fleisch mit Wein, 150 ml Essig, Zwiebeln, 200 g Möhren, Sellerie, Lorbeer, Nelken und Muskat in einen nicht reaktiven Behälter geben. Abgedeckt 24 Stunden bei höchstens 4 °C marinieren und einmal wenden.
Schmoren und vollenden
Fleisch anbraten
Fleisch aus der Marinade nehmen und sehr gründlich trocken tupfen. Marinade abseihen und Flüssigkeit sowie Gemüse getrennt aufheben. Öl in einer schweren Kasserolle erhitzen und Fleisch rundum 12–15 Minuten kräftig bräunen.
Gemüse rösten
Fleisch herausnehmen. Abgetropftes Gemüse im Bratfett 10 Minuten rösten, Tomatenmark einrühren und 2 Minuten weitergaren.
Langsam schmoren
Marinadenflüssigkeit, Fond, Pflaumen, 12 g Salz und Pfeffer zugeben. Fleisch zurücklegen, aufkochen, abdecken und bei 160 °C 3–3 1/2 Stunden schmoren. Alle 45 Minuten wenden und bis mindestens 90 °C Kerntemperatur garen.
Sauce pürieren
Fleisch herausheben und 25 Minuten locker bedeckt ruhen lassen. Lorbeer und Nelken entfernen. Sauce fein pürieren und offen auf eine löffelüberziehende Konsistenz reduzieren.
Abschmecken und servieren
Sauce mit restlichem Salz und bei Bedarf bis zu 15 ml Essig ausbalancieren. Fleisch quer zur Faser schneiden, in der Sauce erwärmen und gekochte Njoki in einem separaten Teil der Sauce heiß schwenken.
Servieren, aufbewahren und anpassen
Servieren und kombinieren
Fleischscheiben mit reichlich Sauce und Kartoffelnjoki anrichten. Ein kleiner Salat aus bitteren Blättern oder schlicht gegarter Mangold setzt einen frischen Gegenpunkt.
Aufbewahren und erhitzen
Innerhalb von 2 Stunden kühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. Langsam auf mindestens 74 °C erhitzen. Fleisch und Sauce lassen sich bis zu 3 Monate einfrieren; Njoki besser frisch zubereiten.
Vier praktikable Varianten
- Einen Teil der Pflaumen durch getrocknete Feigen ersetzen und die Säure am Ende neu prüfen.
- Rinderschulter statt Semerrolle verwenden und nach Zartheit statt nur nach Zeit garen.
- Die Sauce rustikal belassen und nur die Hälfte des Gemüses pürieren.
- Njoki durch breite hausgemachte Nudeln ersetzen, sofern die Sauce etwas dünner gehalten wird.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Mariniertes Fleisch vollständig trocknen, damit es wirklich bräunt.
- Die Schmorflüssigkeit darf nur leise köcheln; kräftiges Kochen trocknet die äußeren Fasern.
- Essig erst nach dem Pürieren und Reduzieren endgültig dosieren.
Benötigte Ausrüstung
- Nicht reaktiver Marinierbehälter
- Schwere Kasserolle mit Deckel
- Digitales Einstichthermometer
- Stabmixer
- Feines Sieb nach Wunsch
- Scharfes Tranchiermesser
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 755 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 65 g
- Protein
- ≈ 56 g
- Fett
- ≈ 28 g
- Ballaststoffe
- ≈ 7 g
- Natrium
- ≈ 820 mg
Portion: 1 Portion mit Njoki (etwa 560 g). Wichtige Allergene: Sellerie und Sulfite. Panceta und gekaufte Njoki können weitere Allergene enthalten, besonders Gluten, Ei oder Milch; Kennzeichnung prüfen. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung auf Grundlage üblicher Referenzdaten; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsverlust, Fettaufnahme und Portionierung.