Dalmatinisches Lamm mit Kartoffeln

Gebräunte Lammstücke mit Kartoffeln

Kroatische Küche · Lammgericht · Rezept

Dalmatinisches Lamm mit Kartoffeln und Rosmarin aus dem Ofen mit knuspriger Kruste und saftigem Kern

Lammstücke mit Knochen garen über Kartoffeln, Knoblauch und Rosmarin erst zugedeckt, dann offen, bis Fleisch und Kartoffeln kräftig gebräunt sind.

  • Kategorie: Hauptgericht
  • Küche: Kroatische Küche
  • Methode: Braten
  • Schwierigkeit: Mittel
Menge
6 Portionen
Vorbereitung
25 Min.
Garzeit
2 Std.
Ruhezeit
20 Min.
Gesamt
2 Std. 45 Min.
Pro Portion
≈ 705 kcal
Breiter Metallbräter mit dalmatinischem Lamm, goldenen Kartoffelspalten und Rosmarin auf einem hellen Tisch
Saftige Lammstücke und gebräunte Kartoffeln nach zugedeckter und anschließender offener Ofengarung.

Herkunft, Geschmack und Technik

Dalmatinisches Lamm aus dem Ofen wird häufig mit Kartoffeln, Knoblauch, Rosmarin und wenig Flüssigkeit gegart. Die Aromen sind unmittelbar, doch das Ergebnis hängt stark von der Reihenfolge ab. Lammstücke mit Knochen brauchen zunächst feuchte, gleichmäßige Hitze, damit Bindegewebe weich wird. Kartoffeln benötigen später trockene Oberhitze, um gebräunte Kanten zu entwickeln. Dieses Rezept trennt die zwei Anforderungen nicht in verschiedene Pfannen. Stattdessen arbeitet es mit einer zugedeckten ersten Phase und einer offenen zweiten Phase. So nehmen die Kartoffeln Bratensaft auf, während die Fleischoberfläche am Ende dennoch kräftig Farbe bekommt.

Zugedeckte Hitze macht das Lamm weich; offene Hitze gibt Fleisch und Kartoffeln erst danach ihre Kruste.

Schulter- und Keulenstücke mit Knochen eignen sich besser als sehr magere, kleine Portionen. Der Knochen verlangsamt die Erwärmung, trägt aber zu saftigerem Fleisch und einer kräftigen Pfannenflüssigkeit bei. Die Stücke werden trocken getupft und mindestens dreißig Minuten vor dem Braten temperiert. Salz kommt gleichmäßig auf alle Seiten. Knoblauch wird nicht fein gehackt, sondern als angedrückte Zehen zwischen Kartoffeln und Fleisch verteilt; feine Partikel würden in der langen Ofenzeit verbrennen. Rosmarin erscheint sowohl als gehackte Nadel im Öl als auch in ganzen Zweigen, die später entfernt werden.

Kartoffeln werden in große Spalten geschnitten. Kleine Würfel würden während der zugedeckten Phase weich werden und beim Wenden zerfallen. Die Spalten liegen unter und zwischen dem Fleisch, wo sie Weißwein, Fond und austretendes Fett aufnehmen. Ein breiter Metallbräter ist wichtig: In einer tiefen, engen Form staut sich Dampf und die Oberfläche bleibt blass. Das Fleisch liegt nicht vollständig in Flüssigkeit. Etwa ein halber Liter genügt, um die erste Phase feucht zu halten und am Ende eine konzentrierte Jus zu hinterlassen.

Bei 190 °C Ober-/Unterhitze gart der Bräter zunächst neunzig Minuten fest abgedeckt. Die Kerntemperatur ist zu diesem Zeitpunkt weniger wichtig als die Textur: Eine Gabel soll sich leichter in die Schulter schieben lassen, das Fleisch aber noch nicht vom Knochen fallen. Danach wird der Deckel entfernt, alles vorsichtig gewendet und weitere dreißig bis fünfundvierzig Minuten gebraten. Jetzt verdampft Flüssigkeit, Fett benetzt die Oberfläche und Kartoffelkanten rösten. Wenn einzelne Stellen zu dunkel werden, wird nur dieser Bereich locker mit Folie geschützt, nicht der ganze Bräter erneut geschlossen.

Für zarte Schulter ist eine Kerntemperatur von etwa 88–92 °C sinnvoll; sie liegt bewusst über der reinen Sicherheitsgrenze, weil Kollagen erst bei längerer Hitze weich wird. Keulenstücke können bereits bei ungefähr 75–80 °C saftig sein. Da unterschiedliche Stücke gemeinsam garen, wird an zwei Stellen gemessen. Das Fleisch ruht zwanzig Minuten locker bedeckt. Diese Pause stabilisiert die Säfte und gibt Zeit, überschüssiges Fett von der Pfannenoberfläche abzuschöpfen. Die Kartoffeln bleiben währenddessen unbedeckt im ausgeschalteten, geöffneten Ofen, damit ihre Kruste nicht durch Dampf weich wird.

Die fertige Pfanne soll nicht trocken sein. Zwischen den Kartoffeln bleibt eine kleine Menge konzentrierter, zitronig-würziger Jus. Zitronenschale bringt Duft, der Saft kommt erst nach dem Braten hinzu und hebt die kräftigen Röstaromen. Das Gericht ist für sechs Personen ausgelegt und eignet sich für eine große gemeinsame Tafel. Ein bitterer Salat oder kurz gegarter Mangold reicht als Beilage. Weitere Stärke ist unnötig, weil die Kartoffeln bereits den Bratensaft tragen. Die Wirkung entsteht aus saftigem Fleisch, gebräunten Kartoffeln und einer Pfanne, in der Rosmarin und Knoblauch erkennbar bleiben, aber nichts verbrannt schmeckt.

Zutaten

Für Lamm und Kartoffeln

  • 2,2 kg Lamm-Schulter- und Keulenstücke mit KnochenIn 5–6 ähnlich große Portionen geschnitten.
  • 1,5 kg festkochende Kartoffeln, in großen Spalten
  • 70 ml natives Olivenöl extra
  • 6 Knoblauchzehen, angedrückt
  • 20 g frischer RosmarinDie Hälfte gehackt, die Hälfte als Zweige.
  • 1 Bio-ZitroneSchale fein abgerieben, Saft separat.
  • 24 g feines Meersalz
  • 2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Pfannenjus

  • 250 ml trockener Weißwein
  • 250 ml ungesalzener Lamm- oder Rinderfond
  • 100 ml heißes WasserNur bei Bedarf während des offenen Bratens.

Zubereitung Schritt für Schritt

Vorbereiten

  1. Lamm würzen

    Lamm trocken tupfen. Mit 40 ml Olivenöl, gehacktem Rosmarin, Zitronenschale, Salz und Pfeffer gründlich einreiben und 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.

  2. Bräter füllen

    Kartoffeln mit restlichem Olivenöl mischen und in einem breiten Metallbräter verteilen. Knoblauch und Rosmarinzweige dazwischenlegen, Lamm daraufsetzen und Weißwein sowie Fond angießen.

Garen und bräunen

  1. Zugedeckt garen

    Bräter fest mit Deckel oder Folie schließen und bei 190 °C Ober-/Unterhitze 90 Minuten garen. Die Flüssigkeit soll leise köcheln, nicht vollständig verdampfen.

  2. Offen bräunen

    Abdeckung entfernen, Fleisch und Kartoffeln vorsichtig wenden und 30–45 Minuten offen weiterbraten. Bei trockener Pfanne wenig heißes Wasser angießen.

  3. Kerntemperatur prüfen

    Schulterstücke bis 88–92 °C und Keulenstücke bis mindestens 75 °C Kerntemperatur garen. Die Oberfläche soll tief gebräunt und die Kartoffeln an den Kanten knusprig sein.

  4. Ruhen und abschließen

    Fleisch locker bedeckt 20 Minuten ruhen lassen. Überschüssiges Fett von der Jus abschöpfen, Zitronensaft einrühren und Kartoffeln mit der konzentrierten Pfannenflüssigkeit wenden.

Servieren, aufbewahren und anpassen

Servieren und kombinieren

Direkt aus dem Bräter mit einem bitteren grünen Salat, gekochtem Mangold oder gedünstetem Frühlingsgemüse servieren. Die Jus sparsam über Fleisch und Kartoffeln löffeln.

Aufbewahren und erhitzen

Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. Fleisch und Kartoffeln abgedeckt auf mindestens 74 °C erhitzen; für knusprige Kanten die letzten Minuten offen garen.

Vier praktikable Varianten

  • Ein Drittel der Kartoffeln durch Fenchelspalten ersetzen und den Rosmarin leicht reduzieren.
  • Weißwein durch ungesalzenen Fond und 15 ml Zitronensaft ersetzen.
  • Lammkeule am Stück verwenden und die Garzeit nach Gewicht und Kerntemperatur anpassen.
  • Zum offenen Braten einige halbierte kleine Tomaten ergänzen.

Drei Hinweise aus der Testküche

  1. Lamm trocken tupfen, damit die Gewürzpaste haftet und die Oberfläche später bräunt.
  2. Kartoffelspalten groß halten, weil sie bereits während der feuchten Phase garen.
  3. Fleisch an mehreren Stellen messen, wenn Schulter und Keule gemeinsam im Bräter liegen.

Benötigte Ausrüstung

  • Breiter Metallbräter mit Deckel
  • Scharfes Kochmesser
  • Küchengarn oder Folie zum Abdichten
  • Digitales Einstichthermometer
  • Fettlöffel

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 705 kcal
Kohlenhydrate
≈ 38 g
Protein
≈ 52 g
Fett
≈ 39 g
Ballaststoffe
≈ 4 g
Natrium
≈ 790 mg

Portion: 1 Portion (etwa 520 g). Wichtige Allergene: Sulfite durch Weißwein. Gekaufter Fond kann Sellerie oder weitere Allergene enthalten; Kennzeichnung prüfen. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung auf Grundlage üblicher Referenzdaten; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsverlust, Fettaufnahme und Portionierung.

Abschließender Eindruck

Eine einzige Pfanne kann zartes Fleisch und gebräunte Kartoffeln liefern, wenn Feuchtigkeit und offene Hitze nacheinander eingesetzt werden.

Die zweistufige Garung schützt das Lamm vor Austrocknung und lässt die Kartoffeln dennoch rösten. Zitronensaft hebt am Ende die konzentrierte Jus, ohne den Rosmarin zu überdecken.

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