Kroatische Küche · Bohneneintopf · Rezept
Dalmatinische Pašta Fažol mit zweierlei Bohnen und kurzer Pasta in kräftiger Tomatenbrühe
Sämige Pašta Fažol verbindet Borlotti- und Cannellinibohnen mit kurzer Pasta, Panceta, Wurzelgemüse und einer langsam aufgebauten Tomatenbrühe.
- Menge
- 6 Portionen
- Vorbereitung
- 25 Min.
- Garzeit
- 80 Min.
- Ruhezeit
- 10 Min.
- Gesamt
- 1 Std. 55 Min.
- Pro Portion
- ≈ 435 kcal
Herkunft, Geschmack und Technik
Pašta Fažol ist ein Gericht, das zwischen Suppe und Eintopf steht. In Dalmatien bezeichnet der Name eine Verbindung aus Bohnen und Pasta, die in einer aromatischen Brühe so lange zusammengeführt werden, bis Stärke und Hülsenfrüchte eine sämige, aber noch löffelbare Konsistenz ergeben. Ein Pašta Fažol Rezept braucht deshalb keine Sahne und kein Mehl. Seine Bindung entsteht aus einem kleinen Anteil zerdrückter Bohnen und aus der Pasta, die direkt im Topf gart. Panceta liefert salzige Tiefe, bleibt aber mengenmäßig zurückhaltend. Der Schwerpunkt liegt auf Bohnen, Gemüse und der warmen Tomatengrundlage.
Die gewünschte Sämigkeit kommt aus zerdrückten Bohnen und Pastastärke, nicht aus einer schweren Mehlschwitze.
Die Basis wird in einer breiten, schweren Kasserolle aufgebaut. Panceta brät langsam aus, damit ihr Fett aromatisch wird, ohne dass die Würfel hart werden. Zwiebel, Möhre und Staudensellerie garen darin bei mittlerer Hitze, bis sie weich und leicht süßlich riechen. Dieser Schritt darf nicht durch hohe Hitze verkürzt werden: Gebräunte Zwiebel würde den klaren, erdigen Bohnengeschmack überdecken. Tomatenmark wird nur kurz mitgeröstet, anschließend lösen gehackte Tomaten und Brühe die Röststoffe. Lorbeer und ein kleiner Rosmarinzweig geben Hintergrundaroma, werden aber vor dem Servieren entfernt.
Borlotti- und Cannellinibohnen bringen unterschiedliche Texturen. Borlotti sind cremig und nussig, Cannellini milder und glatter. Bereits gekochte Bohnen machen den Ablauf zuverlässig und halten die Gesamtzeit unter zwei Stunden. Etwa ein Viertel der Bohnen wird mit einer Gabel zerdrückt und früh in die Brühe gegeben. Die restlichen Bohnen kommen ganz hinzu, sodass im fertigen Teller sowohl Bindung als auch erkennbare Körner vorhanden sind. Wer getrocknete Bohnen verwendet, muss sie getrennt vollständig garen; Säure aus Tomaten würde rohe oder halbgare Bohnen im Eintopf deutlich langsamer weich werden lassen.
Kurze Röhrenpasta ist für diesen Topf besonders geeignet, weil sie Brühe aufnimmt und Bohnen in ihrer Größe ähnelt. Sie wird erst zugegeben, wenn die Gemüsebrühe bereits rund schmeckt. Beim Garen muss häufiger gerührt werden, denn die freigesetzte Stärke setzt sich gern am Topfboden ab. Zusätzlich wird heiße Brühe bereitgehalten, um die Konsistenz zu steuern. Pašta Fažol soll nach dem Kochen etwas flüssiger wirken als auf dem Teller gewünscht. Während der zehnminütigen Ruhezeit quillt die Pasta weiter und die Bohnenstärke bindet spürbar nach.
Salz verlangt Aufmerksamkeit, weil Panceta, Brühe und gekochte Bohnen sehr unterschiedlich gewürzt sein können. Zunächst kommt nur eine kleine Menge in den Topf. Die endgültige Prüfung erfolgt nach dem Quellen der Pasta. Schwarzer Pfeffer wird frisch gemahlen, damit er nicht bitter mitkocht. Ein dünner Faden Olivenöl am Ende ist kein dekorativer Zusatz, sondern bringt fruchtige Frische in den tiefen, erdigen Eintopf. Geriebener Hartkäse wird in dieser Version bewusst weggelassen; er würde das Zusammenspiel von Bohnen, Tomate und Schweinebauch stärker in Richtung einer Pastasauce verschieben.
Die getestete Variante ist kräftig genug für ein Hauptgericht und dennoch ausgewogen. Jede Portion enthält viel Gemüse und Hülsenfrüchte, während 80 Gramm Panceta für den ganzen Topf ausreichen. Am nächsten Tag wird der Eintopf deutlich dicker. Beim Erwärmen kommt deshalb etwas Wasser oder ungesalzene Brühe hinzu, und die Temperatur steigt langsam, damit die Pasta nicht zerfällt. Frisches Brot passt gut, ist aber nicht notwendig. Entscheidend ist, den Topf nicht bis zur völligen Trockenheit zu reduzieren: Pašta Fažol bleibt ein saftiges Löffelgericht, dessen Oberfläche glänzt und dessen Brühe zwischen den Zutaten sichtbar bleibt.
Zutaten
Für die Grundlage
- 80 g Dalmatinska Panceta, fein gewürfeltAlternativ milde, luftgetrocknete Pancetta verwenden.
- 30 ml natives Olivenöl extra
- 150 g Zwiebel, fein gewürfelt
- 100 g Möhre, fein gewürfelt
- 80 g Staudensellerie, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 30 g Tomatenmark
- 400 g gehackte Tomaten
- 1,2 l ungesalzene Gemüse- oder FleischbrüheZusätzlich 200 ml heiß bereithalten.
- 2 Lorbeerblätter
- 1 kleiner Rosmarinzweig
Für Bohnen und Pasta
- 300 g gekochte Borlottibohnen, abgetropft
- 300 g gekochte Cannellinibohnen, abgetropft
- 180 g kurze RöhrenpastaDitalini, kleine Makkaroni oder eine ähnlich kleine Form.
- 6 g feines MeersalzJe nach Salzgehalt von Panceta und Brühe anpassen.
- 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 15 ml natives Olivenöl extra zum Fertigstellen
Zubereitung Schritt für Schritt
Aromatische Basis
Panceta auslassen
Panceta in einem schweren Topf bei mittlerer bis niedriger Hitze 6–8 Minuten braten, bis etwas Fett austritt und die Ränder leicht Farbe annehmen.
Gemüse weich schmoren
Olivenöl, Zwiebel, Möhre und Sellerie zugeben und 10 Minuten unter gelegentlichem Rühren weich garen. Knoblauch einrühren und 1 Minute weitergaren.
Tomatenbasis ansetzen
Tomatenmark 2 Minuten mitrösten. Gehackte Tomaten, 1,2 l Brühe, Lorbeer und Rosmarin einrühren und 25 Minuten sanft köcheln lassen.
Bohnen und Pasta
Bohnen binden
150 g der gemischten Bohnen mit einer Gabel grob zerdrücken. Zerdrückte und ganze Bohnen in den Topf geben und 15 Minuten leise kochen.
Pasta garen
Pasta einrühren und nach Packungszeit 9–12 Minuten knapp bissfest garen. Alle zwei Minuten umrühren und bei Bedarf von der Reservebrühe zugeben.
Eintopf ruhen lassen
Lorbeer und Rosmarin entfernen. Salz und Pfeffer einrühren, den Topf 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen und die Konsistenz danach mit etwas heißer Brühe korrigieren.
Fertigstellen
Pašta Fažol in tiefe Schalen geben und jede Portion mit wenig Olivenöl abschließen. Die Brühe soll sämig sein, aber zwischen Bohnen und Pasta noch sichtbar bleiben.
Servieren, aufbewahren und anpassen
Servieren und kombinieren
Sehr heiß in tiefen Schalen servieren. Rustikales Brot, eingelegte milde Paprika oder ein kleiner bitterer Blattsalat passen dazu; geriebener Käse ist nicht erforderlich.
Aufbewahren und erhitzen
Schnell abkühlen und bis zu 3 Tage bei höchstens 4 °C lagern. Beim Erwärmen etwas Wasser zugeben und den Eintopf vollständig auf mindestens 74 °C erhitzen. Einfrieren ist möglich, die Pasta wird danach jedoch weicher.
Vier praktikable Varianten
- Panceta weglassen und mit geräuchertem Paprikapulver eine vegetarische Rauchnote setzen.
- Nur Borlottibohnen verwenden und einen größeren Anteil grob zerdrücken.
- Einen Teil der Pasta durch gewürfelte Kartoffeln ersetzen und deren Garzeit vorziehen.
- Zum Schluss fein gehackte Petersilie statt zusätzlichem Olivenöl einrühren.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Tomatenmark kurz rösten, aber nicht dunkel werden lassen.
- Pasta etwas früher prüfen, weil sie während der Ruhezeit weitergart.
- Reservebrühe heiß halten, damit der Kochprozess beim Verdünnen nicht stoppt.
Benötigte Ausrüstung
- Schwerer Topf oder Kasserolle
- Holzlöffel
- Küchenwaage
- Gabel zum Zerdrücken der Bohnen
- Schöpfkelle
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 435 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 61 g
- Protein
- ≈ 20 g
- Fett
- ≈ 13 g
- Ballaststoffe
- ≈ 13 g
- Natrium
- ≈ 720 mg
Portion: 1 Portion (etwa 480 g). Wichtige Allergene: Gluten durch die Pasta. Panceta kann je nach Herstellung Spuren von Sellerie oder Senf enthalten; bei Brühe und verarbeiteten Fleischwaren die Kennzeichnung prüfen. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung auf Grundlage üblicher Referenzdaten; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsverlust, Fettaufnahme und Portionierung.