Dalmatinische Lamm-Pašticada

Zarte Lammscheiben in dunkler Wein-Pflaumen-Sauce mit Kartoffelgnocchi.

Dalmatien · Festliches Schmorgericht · Lamm

Dalmatinische Lamm-Pašticada in dunkler Wein-Pflaumen-Sauce mit goldenen Kartoffelgnocchi

Diese Lamm-Pašticada überträgt die süß-säuerliche dalmatinische Schmorweise auf eine ausgelöste Lammkeule. Das Fleisch wird mit Pancetta, Knoblauch und Karotten gespickt und zwölf Stunden in Rotwein, Essig, Lorbeer, Nelken und Pfeffer mariniert. Nach kräftigem Anbraten gart es langsam mit Zwiebeln, Wurzelgemüse, Pflaumen, Dessertwein und Lammfond, bis es sich sauber schneiden lässt und dennoch sehr zart ist. Die Sauce wird passiert und püriert, anschließend balancieren Salz und Pfeffer ihre Frucht und Säure. Kartoffelgnocchi nehmen die dunkle Sauce auf. Das Rezept trennt aktive Arbeit, Marinierzeit und Schmoren klar und beschreibt die sichere Kühlung der Marinade sowie den Gargrad von etwa 88 °C im Fleischkern.

  • Gang: Hauptgericht
  • Küche: Kroatische Küche
  • Methode: Marinieren und langsames Schmoren
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Gang
Hauptgericht
Küche
Kroatisch
Schwierigkeit
Anspruchsvoll
Menge
6 Portionen
Vorbereitung
45 Min.
Schmoren
3 Std.
Marinieren
12 Std.
Gesamt
15 Std. 45 Min.
Pro Portion
≈ 780 kcal
Dalmatinische Lamm-Pašticada mit dicken Fleischscheiben, dunkler Sauce, Gnocchi und Gabel auf Holztisch
Langsam geschmorte Lamm-Pašticada in dunkler Pflaumen-Weinsauce mit Kartoffelgnocchi.

Kontext, Geschmack und Technik

Pašticada ist vor allem als lang geschmortes Rindfleischgericht bekannt, doch die zugrunde liegende Technik lässt sich auch auf eine ausgelöste Lammkeule anwenden. In dieser Version bleibt die charakteristische Verbindung aus Wein, Essig, Wurzelgemüse, Trockenpflaumen und warmen Gewürzen erhalten. Lamm bringt mehr Eigenfett und eine weichere Faser mit. Deshalb wird die Sauce sorgfältig entfettet und die Garzeit so geführt, dass das Fleisch zart wird, ohne vollständig in Fasern zu zerfallen.

Die lange Marinade würzt das Innere; die entscheidende Zartheit entsteht erst durch ruhiges Schmoren und eine Ruhephase vor dem Schneiden.

Ein Lamm-Pašticada Rezept beginnt am Vortag. In die Keule werden schmale Einschnitte gesetzt, die Pancetta, Knoblauch und Karotten aufnehmen. Diese Einlagen würzen das Innere und bleiben später als kleine Farbpunkte im Anschnitt sichtbar. Die Marinade aus Rotwein und Essig ist aromatisch, aber nicht ausschließlich sauer. Lorbeer, Nelken und Pfefferkörner werden sparsam dosiert, weil Lamm Gewürze schneller annimmt als ein großes Stück Rind.

Das Fleisch mariniert abgedeckt im Kühlschrank und wird einmal gewendet. Vor dem Anbraten muss es gründlich trocken getupft werden. Nasse Oberfläche kühlt das Öl und verhindert eine kräftige Bräunung. Die Marinade wird nicht weggegossen, sondern durch ein Sieb gegeben und später als Teil der Schmorflüssigkeit verwendet. Da sie mit rohem Fleisch in Kontakt war, muss sie vollständig mitgekocht werden und darf niemals ungegart zum Abschmecken dienen.

Zwiebeln, Sellerie und Karotten garen im Bratensatz, bis sie weich und leicht gebräunt sind. Tomatenmark wird kurz mitgeröstet; dieser Schritt vertieft die Farbe und nimmt ihm rohe Säure. Marinade, Lammfond, Pflaumen, Rosinen und süßer Dessertwein bilden danach die Sauce. Die Frucht soll nicht wie ein Dessert schmecken. Sie rundet Essig und Wein ab und zerfällt während des langen Schmorens teilweise in die Flüssigkeit.

Die Keule gart zugedeckt bei niedriger Ofentemperatur. Sie wird einmal gewendet und regelmäßig mit Sauce übergossen. Als Ziel dient nicht nur eine Mindesttemperatur, sondern die Textur: Bei ungefähr 88 °C im Kern gleitet ein dünnes Messer leicht hinein, das Fleisch lässt sich jedoch noch in breite Scheiben schneiden. Nach dem Schmoren ruht die Keule zwanzig Minuten. Währenddessen wird die Sauce entfettet, fein püriert und durch ein Sieb gestrichen.

Kartoffelgnocchi kommen erst kurz vor dem Servieren ins Wasser. Sie sind gar, sobald sie an die Oberfläche steigen und noch eine Minute ziehen. Etwas Butter verhindert Verkleben und trägt die Sauce. Die Fleischscheiben werden in der fertigen Sauce nur kurz erwärmt; langes Kochen nach dem Aufschneiden würde sie austrocknen. Das Gericht eignet sich für planbare Mahlzeiten, weil Marinade und langsames Schmoren viel Zeit, aber nur wenige hektische Arbeitsschritte verlangen.

Die Sauce kann einen Tag im Voraus gekocht werden. Nach dem Abkühlen lässt sich erstarrtes Fett besonders sauber abheben, und die Gewürze wirken am nächsten Tag runder. Das Fleisch wird dann in der Sauce langsam erwärmt und erst unmittelbar vor dem Essen geschnitten. Beim Abschmecken wird nicht vorschnell zusätzliche Süße ergänzt: Pflaumen, Rosinen und Dessertwein konzentrieren sich während des Reduzierens. Wirkt die fertige Sauce zu süß, helfen wenige Milliliter Rotweinessig; wirkt sie zu scharf-sauer, wird sie mit etwas Lammfond verlängert und erneut kurz gekocht.

Zum Schneiden wird ein langes, scharfes Messer verwendet. Sägende Bewegungen zerreißen die weiche Keule; ruhige Züge ergeben breite Scheiben, die in der Sauce ihre Form behalten.

Zutaten

Für Fleisch und Marinade

  • 1,6 kg ausgelöste Lammkeule, in einem Stück
  • 80 g Pancetta, in schmalen Stiften
  • 6 Knoblauchzehen, halbiert
  • 100 g Karotten, in schmalen Stiften
  • 500 ml trockener Rotwein
  • 150 ml Rotweinessig
  • 2 Lorbeerblätter
  • 6 Gewürznelken
  • 8 schwarze Pfefferkörner

Für die Sauce

  • 60 ml natives Olivenöl extra
  • 500 g Zwiebeln, grob gewürfelt
  • 200 g Sellerieknolle, grob gewürfelt
  • 100 g Karotten, grob gewürfelt
  • 40 g Tomatenmark
  • 250 g Trockenpflaumen, entsteint
  • 30 g Rosinen
  • 100 ml süßer Dessertwein
  • 700 ml Lammfond
  • 12 g feines Meersalz
  • 2 g schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Für die Gnocchi

  • 1 kg Kartoffelgnocchi
  • 20 g Butter

Zubereitung Schritt für Schritt

Marinieren

  1. Lammkeule spicken

    Schneiden Sie mit einem schmalen Messer tiefe Taschen in die Lammkeule. Stecken Sie Pancettastifte, halbierte Knoblauchzehen und 100 g Karottenstifte gleichmäßig in die Öffnungen.

  2. Marinade ansetzen

    Vermischen Sie Rotwein, Rotweinessig, Lorbeerblätter, Gewürznelken und Pfefferkörner in einem nicht reaktiven Behälter. Legen Sie die Keule hinein, decken Sie sie ab und marinieren Sie sie 12 Stunden im Kühlschrank; wenden Sie sie nach 6 Stunden.

Langsam schmoren

  1. Fleisch trocknen und anbraten

    Nehmen Sie die Keule aus der Marinade, sieben Sie die Flüssigkeit ab und bewahren Sie sie auf. Tupfen Sie das Fleisch gründlich trocken, würzen Sie es mit 8 g Meersalz und braten Sie es in 60 ml Olivenöl rundum 10 bis 12 Minuten kräftig an.

  2. Gemüse und Tomatenmark rösten

    Nehmen Sie das Fleisch heraus. Garen Sie Zwiebeln, Sellerieknolle und 100 g Karottenwürfel im Bratensatz 10 Minuten. Rühren Sie Tomatenmark ein und rösten Sie es 2 Minuten mit.

  3. Schmorflüssigkeit aufbauen

    Gießen Sie die abgesiebte Marinade, Dessertwein und Lammfond an. Geben Sie Trockenpflaumen, Rosinen, Lorbeerblätter, Gewürznelken und Pfefferkörner aus der Marinade zurück und bringen Sie alles 3 Minuten kräftig zum Kochen.

  4. Lamm langsam garen

    Legen Sie die Keule zurück, decken Sie den Bräter ab und schmoren Sie sie bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 2 Stunden 30 Minuten. Wenden Sie sie nach der Hälfte und begießen Sie sie mehrmals, bis der Kern etwa 88 °C erreicht und ein Messer leicht eindringt.

  5. Fleisch ruhen und Sauce vollenden

    Legen Sie die Keule 20 Minuten abgedeckt auf ein Brett. Entfernen Sie Lorbeer und Gewürznelken, schöpfen Sie überschüssiges Fett ab, pürieren Sie die Sauce fein und streichen Sie sie durch ein Sieb. Würzen Sie mit 4 g Meersalz und schwarzem Pfeffer.

Gnocchi und Servieren

  1. Kartoffelgnocchi garen

    Kochen Sie die Kartoffelgnocchi nach Packungsangabe in Salzwasser. Sobald sie aufsteigen, lassen Sie sie noch 1 Minute ziehen, heben Sie sie heraus und schwenken Sie sie in Butter.

  2. Fleisch schneiden und erwärmen

    Schneiden Sie die Lammkeule quer zur Faser in breite Scheiben. Legen Sie die Scheiben 2 bis 3 Minuten in die heiße Sauce, ohne sie weiterzukochen, und servieren Sie sie mit Gnocchi.

Servieren, Aufbewahren und praktische Anpassungen

Servieren und kombinieren

Breite Lammscheiben werden mit viel dunkler Sauce und Kartoffelgnocchi angerichtet. Ein einfacher Salat aus bitteren Blättern oder gedünstetes Wintergemüse setzt einen frischen Kontrast. Zusätzliche süße Beilagen sind wegen der Pflaumen nicht nötig.

Aufbewahren und wieder erhitzen

Fleisch und Sauce kühlen getrennt von den Gnocchi schnell ab und halten bis zu 3 Tage. Beim Erwärmen werden die Scheiben in der Sauce einmal auf mindestens 74 °C gebracht. Gnocchi werden separat in wenig Butter oder Wasser erhitzt. Fleisch und Sauce lassen sich bis zu 2 Monate einfrieren.

Vier funktionierende Varianten

  • Eine entbeinte Lammschulter kann verwendet werden und benötigt meist etwas kürzere Garzeit.
  • Statt süßem Dessertwein funktioniert 80 ml Apfelsaft plus 20 ml zusätzlicher Rotwein.
  • Kartoffelgnocchi können durch breite hausgemachte Nudeln ersetzt werden.
  • Für eine weniger fruchtige Sauce wird die Pflaumenmenge auf 180 g reduziert.

Drei Hinweise aus der Testküche

  1. Die Marinade wird nach Kontakt mit rohem Fleisch vollständig aufgekocht und niemals roh verwendet.
  2. Das Fleisch wird vor dem Anbraten sehr trocken getupft, sonst entsteht keine kräftige Kruste.
  3. Die Ruhephase vor dem Schneiden hält die Scheiben saftig und erleichtert saubere Portionen.

Benötigte Ausrüstung

  • Schmaler Ausbein- oder Spickmesser
  • Nicht reaktiver Marinierbehälter
  • Schwerer Bräter mit Deckel
  • Stabmixer und feines Sieb
  • Kernthermometer

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 780 kcal
Kohlenhydrate
≈ 58 g
Protein
≈ 55 g
Fett
≈ 34 g
Ballaststoffe
≈ 6 g
Natrium
≈ 890 mg

Portionsgröße: 1 Portion Lamm-Pašticada mit Gnocchi. Wichtige Allergene: Milch, Sulfite und je nach Gnocchi Gluten oder Ei. Zutatenliste der Gnocchi prüfen; glutenfreie und eifreie Kartoffelgnocchi können verwendet werden. Die Werte sind eine ungefähre Schätzung auf Grundlage üblicher Referenzdaten; tatsächliche Werte variieren durch Marken, Zuschnitt, Flüssigkeitsverlust, Aufnahme von Fett und Portionierung.

Abschließender Eindruck

Dunkle Weinsauce, saftige Lammscheiben und Gnocchi zeigen, wie Frucht und Säure ein langes Schmoren tragen.

Die lange Gesamtzeit besteht überwiegend aus Marinieren und ruhigem Garen. Präzises Trocknen, kräftiges Anbraten und das spätere Passieren der Sauce sind die aktiven Schritte, die dem Gericht seine klare Struktur geben.

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