Griechische Nationalgerichte
Fava Santorinis

Rezept auf einen Blick
Fava Santorinis
Die wichtigsten Angaben aus dem strukturierten Rezept.
- Menge
- 6 Vorspeisenportionen
- Zubereitung
- 15 Min.
- Garzeit
- 55 Min.
- Passive Zeit
- 10 Min.
- Gesamt
- 1 Std. 20 Min.
- Pro Portion
- ≈ 300 kcal
Gelbe Spalterbsen · weiches Püree
Fava Santorinis als seidiges Püree,mit Zitrone, Olivenöl, roten Zwiebeln, Kapern und Oregano
Gelbe Santorini-Spalterbsen köcheln mit Zwiebel und Lorbeer, bis sie vollständig zerfallen. Nach einer kurzen Ruhezeit werden sie mit Zitrone und Olivenöl glatt püriert und erst beim Servieren mit roten Zwiebeln, Kapern, Oregano und weiterem Olivenöl belegt.

01 · Überblick
Überblick
Fava Santorinis bezeichnet kein Püree aus grünen Favabohnen, sondern ein Gericht aus gelben Spalterbsen. Die geschützte Rohware von Santorini besitzt eine eigene Bezeichnung; gewöhnliche gelbe Spalterbsen können dieselbe Zubereitung ermöglichen, dürfen aber nicht als identisches geschütztes Produkt ausgegeben werden. In beiden Fällen zielt die Methode auf ein völlig glattes, warmes Püree mit weichen Löffelrillen.
Die Spalterbsen werden gespült und mit grob geschnittener Zwiebel, Lorbeer und Wasser langsam aufgekocht. Der erste Schaum wird entfernt. Danach köchelt der Topf offen 40–50 Minuten bei kleiner Hitze. Gegen Ende muss häufiger gerührt werden, weil freigesetzte Stärke am Boden ansetzen kann. Fertig ist die Basis erst, wenn keine festen Erbsenkerne mehr vorhanden sind und die Masse wie ein lockerer Brei aussieht.
Nach dem Kochen ruht der Topf zehn Minuten. Diese Pause ist technisch sinnvoll: Die Stärke verteilt sich, die Masse dickt ohne weitere Hitze nach und lässt sich kontrollierter pürieren. Lorbeer wird entfernt, dann folgen ein Teil des Olivenöls, Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Nur wenn das Püree zu fest ist, wird wenig heißes Wasser ergänzt. Es soll langsam vom Löffel fallen und keine steife, trockene Kuppel bilden.
Der Abschluss kommt erst auf dem Servierteller. Fein gewürfelte rote Zwiebel, abgespülte Kapern, Oregano und restliches Olivenöl schaffen Kontrast zur milden, warmen Grundlage. Fava kann am Vortag gekocht werden, wird im Kühlschrank aber deutlich fester. Beim Erwärmen helfen Wasser und etwas Olivenöl, die ursprüngliche weiche Konsistenz wiederherzustellen.
Die Wassermenge ist ein Ausgangspunkt und kein starres Endvolumen. Spalterbsen verschiedener Ernten nehmen unterschiedlich viel auf, und breite Töpfe verdunsten schneller. Während der ersten Garhälfte wird nur abgeschäumt; später wird häufiger gerührt. Wenn die Erbsen noch feste Kerne besitzen, aber kaum Wasser übrig ist, kommt heißes Wasser in kleinen Mengen dazu. Kaltes Wasser würde den Garprozess unnötig unterbrechen.
Der Stabmixer wird vollständig in die Masse eingetaucht, damit keine heiße Luft eingezogen und verspritzt wird. Das Olivenöl emulgiert mit Stärke und Wasser und macht die Oberfläche glänzend. Zitronensaft kommt erst nach dem Garen dazu, weil frühe Säure das Weichwerden der Hülsenfrucht verlangsamen kann. Salz und Pfeffer werden ebenfalls beim Pürieren verteilt, wenn die endgültige Konzentration besser zu beurteilen ist.
Für ein ruhigeres Zwiebelaroma können die Würfel zehn Minuten in kaltem Wasser liegen und anschließend gründlich abgetrocknet werden. Kapern werden abgespült, damit ihre Salzlake das Püree nicht überdeckt. Die Garnitur liegt als schmale Linie oder lockere Mitte auf der Oberfläche, statt vollständig eingerührt zu werden. So kann jede Portion mildes Püree und kräftige Akzente im gewünschten Verhältnis aufnehmen.
Die Bezeichnung g. U. in der Zutatenliste macht die Rohstofffrage transparent. Wird echte Fava Santorinis verwendet, bleibt die besondere Herkunft erhalten; gewöhnliche gelbe Spalterbsen ergeben weiterhin ein gutes Püree, aber nicht dasselbe geschützte Erzeugnis. Diese Unterscheidung ändert weder Arbeitsschritte noch Sicherheitsregeln. Sie beeinflusst vor allem Wasseraufnahme, Aroma und die Genauigkeit der Benennung auf der fertigen Seite.
Das Püree wird in einer flachen Schale ausgestrichen, weil die größere Oberfläche Schlussöl und Garnitur gleichmäßig verteilt. Eine tiefe Schüssel hält die Masse kompakter und lässt den oberen Teil schneller austrocknen, während unten Wärme und Feuchtigkeit gefangen bleiben.
Keine festen Erbsenkerne
Nur vollständig zerfallene Spalterbsen ergeben ein wirklich glattes Püree.
Zehn Minuten vor dem Pürieren ruhen
Die Stärke stabilisiert sich und die notwendige Wassermenge lässt sich besser beurteilen.
Garnitur erst beim Servieren
Zwiebel und Kapern bleiben knackig und das Schlussöl behält sein Aroma.
02 · Zutaten
Zutaten
Fava-Püree
- 300 g
- Fava Santorinis g. U. oder gelbe Spalterbsen, gespült Bei Ersatz durch gewöhnliche Spalterbsen gilt die geschützte Bezeichnung nur für die Gerichtart.
- 150 g
- gelbe Zwiebel, grob geschnitten
- 1
- Lorbeerblatt
- 1,1 l
- Wasser Zusätzlich heißes Wasser zum Einstellen bereithalten.
- 80 ml
- natives Olivenöl extra Zwischen Pürieren und Fertigstellen aufteilen.
- 40 ml
- frischer Zitronensaft
- 4 g
- feines Salz
- 1 TL
- schwarzer Pfeffer
Zum Fertigstellen
- 60 g
- rote Zwiebel, fein gewürfelt
- 30 g
- Kapern, abgespült und abgetropft
- 1 TL
- getrockneter griechischer Oregano
03 · Zubereitung
Zubereitung
Fava sanft kochen
etwa 50 minSpalterbsen spülen und ansetzen
Spalterbsen spülen, bis das Wasser weitgehend klar bleibt. Mit 150 g Zwiebel, Lorbeer und 1,1 l Wasser in einen schweren Topf geben.
Abschäumen und langsam weich kochen
Langsam zum Köcheln bringen und den ersten Schaum abnehmen. Offen bei kleiner Hitze 40–50 Minuten garen, gegen Ende häufiger rühren, bis die Erbsen zerfallen und kaum freie Flüssigkeit bleibt.
Die Masse ähnelt einem lockeren Brei, und kein fester Erbsenkern ist mehr vorhanden.
Pürieren, würzen und vollenden
etwa 15 minVor dem Pürieren ruhen
Lorbeer entfernen und den Topf 10 Minuten stehen lassen. Die Stärke setzt sich und das Püree dickt ohne Anbrennen nach.
Zu glattem Püree mixen
50 ml Olivenöl, Zitronensaft, 4 g Salz und Pfeffer zugeben. Mit dem Stabmixer vollständig glatt pürieren und nur bei Bedarf 30–80 ml heißes Wasser einarbeiten.
Das Püree fällt langsam vom Löffel und bildet weiche Rillen statt einer steifen Kuppel.Mit Santorini-typischem Abschluss anrichten
Warmes Fava in einer flachen Schale ausstreichen. Rote Zwiebel, Kapern, Oregano und die restlichen 30 ml Olivenöl daraufgeben und mit Brot servieren.
04 · Kontrollpunkte
Kontrollpunkte
Köcheln
40–50 minKleine Hitze verhindert Ansetzen und starke Verdunstung.
Garzustand
keine festen KerneErst dann pürieren.
Ruhezeit
10 minStärke und Flüssigkeit gleichen sich aus.
Endkonsistenz
weiche LöffelrillenDas Püree soll nicht steif stehen.
| Problem | Hinweis | Anpassung |
|---|---|---|
| Püree bleibt körnig | Spalterbsen waren noch nicht vollständig weich. | Mit zusätzlichem heißem Wasser weiterköcheln, bis alle Kerne zerfallen. |
| Fava ist zu fest | Zu viel Wasser verdampft oder das Püree ist stark abgekühlt. | Heißes Wasser in kleinen Mengen und etwas Olivenöl einarbeiten. |
| Püree ist dünn | Zu viel Wasser wurde vor dem Mixen ergänzt. | Bei kleiner Hitze unter Rühren weiter eindicken oder einige Minuten ruhen lassen. |
05 · Praxis
Praxis
Servieren
Warm oder bei Raumtemperatur als Meze mit Brot servieren.
Aufbewahren
3–4 Tage kühlen; das Püree wird kalt deutlich fester.
Vorbereitung
Grundpüree einen Tag vorher herstellen, Garnitur und Schlussöl erst beim Servieren zugeben.
Aufwärmen
Langsam mit 30–60 ml Wasser erhitzen und bis 74 °C rühren.
06 · Häufige Fragen
Häufige Fragen
Ist griechische Fava aus Favabohnen?
Nein. In diesem Gericht bezeichnet Fava ein Püree aus gelben Spalterbsen.
Warum wird das Püree nach dem Kühlen so fest?
Die Stärke bindet weiter. Beim Erwärmen wird die Konsistenz mit heißem Wasser und Olivenöl wieder gelockert.
07 · Nährwerte
Nährwerte
- Kalorien
- ≈ 300 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 36 g
- Eiweiß
- ≈ 13 g
- Fett
- ≈ 12 g
- Ballaststoffe
- ≈ 9 g
- Natrium
- ≈ 420 mg
Portion: 1 Portion (etwa 180 g). Wichtige Allergene: keine kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene. Geschätzte Werte aus Standardreferenzen; Marken, Aufnahme und Portionierung können die tatsächlichen Werte verändern.