Algerische Küche · Rezept · Brot und Beilage
Matlouh als luftiges Pfannenbrot aus feinem Hartweizengrieß
Ein weiches, hefegelockertes algerisches Grießbrot mit großen unregelmäßigen Poren. Die runden Laibe werden nicht im Ofen, sondern langsam in einer schweren Pfanne gebacken und passen zu Suppen, Eintöpfen und Olivenöl.
Kategorie: Brot und Beilage/Küche: Algerisch/Schwierigkeit: Mittel/Gesamtzeit: 2 Std. 15 Min

Im breiten Bild bleibt Platz um den Laib; der Anschnitt macht die luftige Grießkrume und die dünne Pfannenkruste sichtbar.
Matlouh Rezept mit luftiger Pfannenkrume
Das Matlouh Rezept beschreibt ein algerisches Brot, das äußerlich flach wirkt und im Inneren dennoch große, weiche Poren trägt. Schreibweisen wie Matloue oder Matlouh stehen für eng verwandte Laibe, die mit Hefe gelockert und auf einer Tajineplatte oder in einer schweren Pfanne gebacken werden. Im Unterschied zur festeren Kesra ist Matlouh dicker, elastischer und deutlich luftiger. Es wird in Stücke gerissen, um Harira, Chorba, Saucen und Schmorgerichte aufzunehmen. Ein warmer Keil mit Olivenöl kann bereits eine kleine Mahlzeit bilden. Die goldenen, unregelmäßigen Kontaktflecken der Pfanne gehören zu seinem Aussehen, während die Seiten blass und weich bleiben.
Für die offene Krume braucht der Teig mehr Wasser, als beim ersten Mischen bequem erscheint. Feiner Hartweizengrieß und Weizenmehl werden mit Hefe, Zucker und Salz verbunden. Warmes Wasser kommt schrittweise hinzu, bis ein sehr weicher, klebriger Teig entsteht. Olivenöl erleichtert das Kneten, ersetzt aber keine Glutenentwicklung. In der Maschine dauert das Kneten etwa zehn Minuten; von Hand wird der Teig auf einer feuchten Fläche wiederholt angehoben und gefaltet. Am Ende zieht er lange Fäden und löst sich nur teilweise vom Schüsselrand. Zusätzliche Handvoll Mehl würde die Poren verkleinern und das Brot trocken machen.
Die erste Gare dauert ungefähr eine Stunde. Der Teig wird danach in zwei Portionen geteilt, ohne ihn vollständig zu entgasen. Jede Portion ruht auf einer mit Grieß bestreuten Fläche und wird mit geölten Händen auf etwa 24 cm Durchmesser gedrückt. Eine zweite Gare von 30 bis 40 Minuten stabilisiert die eingeschlossenen Gasblasen. Beim Umsetzen in die Pfanne darf der Laib weder gezogen noch geknickt werden. Backpapier oder ein flaches Brett dient als Träger. Die Pfanne ist vorgewärmt, aber nur mäßig heiß; Matlouh braucht Zeit, damit seine dicke Mitte gart, bevor die Unterseite zu dunkel wird.
Der erste Laib backt sieben bis neun Minuten auf der Unterseite. Sobald die Oberfläche matter wird und der Rand sich fest anfühlt, wird er mit einem großen Teller gewendet. Die zweite Seite braucht sechs bis acht Minuten. Manche Bäcker rollen den Laib kurz über den Rand, um die Seiten zu trocknen; in einer tiefen Pfanne reicht meist die gespeicherte Hitze. Nach dem Backen liegt Matlouh unter einem Tuch. Dampf hält die Kruste biegsam, während die Krume sich setzt. Erst nach zehn Minuten wird geschnitten oder gerissen. Die fertigen Poren sind unregelmäßig, die Mitte vollständig gegart und die Oberfläche goldbraun statt hart.
Die Teigoberfläche wird während beider Garen vor Luft geschützt, da eine trockene Haut das spätere Ausdehnen bremst. Ein leicht feuchtes Tuch oder ein Deckel ist besser als direkter Kontakt mit Folie. Beim Teilen wird der Teigschaber gerade nach unten geführt; Ziehen würde Gasblasen entleeren. Auf dem Grießbett lässt sich jeder Laib mit geölten Fingerspitzen ausbreiten, ohne festzukleben. Die Pfanne wird fünf Minuten vorgeheizt und dann etwas zurückgeregelt. Ein Tropfen Wasser soll zischen und nach wenigen Sekunden verdampfen, nicht sofort wegspringen. Nach dem Wenden kann der Laib an einzelnen blassen Stellen kurz auf den Pfannenrand gestellt werden. Das Brot wird erst nach der Ruhe geschnitten, da die heiße, offene Krume sonst zusammengedrückt und klebrig wirken kann.
Zwei Garen und zwei Pfannenseiten
Rezept in Kürze. Feiner Hartweizengrieß, Weizenmehl, Hefe, Salz, Zucker, Olivenöl und warmes Wasser werden zu einem sehr weichen, dehnbaren Teig geknetet. Nach etwa einer Stunde erster Gare wird er behutsam in zwei Portionen geteilt. Die Laibe werden auf einer dünnen Grießschicht auf 24 cm Durchmesser gedrückt und gehen weitere 30 bis 40 Minuten. Eine schwere, trockene Pfanne bäckt jede Seite langsam goldbraun. Der Wendepunkt ist erreicht, wenn die Unterseite stabil und die Oberfläche matt geworden ist. Ein großer Teller schützt das luftige Brot beim Drehen. Unter einem Tuch bleibt die Kruste biegsam und die offene Krume setzt sich. Die Rezeptmenge ergibt zwei Laibe oder zwölf kräftige Keile für Suppe und Schmorgerichte.
Zutaten
Für zwei Laibe
- 500 g feiner Hartweizengrieß — für Teig und gelbe Krume
- 200 g Weizenmehl Type 550 — stärkt die Dehnbarkeit
- 7 g Trockenhefe — gleichmäßig untermischen
- 10 g Zucker — unterstützt die Hefe
- 12 g Salz — nicht direkt auf die Hefe geben
- 30 ml Olivenöl — plus etwas für die Hände
- 480 ml lauwarmes Wasser — je nach Grieß 20 ml zurückhalten
- 30 g Hartweizengrieß — zum Bestreuen der Arbeitsfläche
Zubereitung Schritt für Schritt
Weicher Teig und erste Gare
Trockene Mischung ansetzen
Feinen Grieß, Weizenmehl, Hefe und Zucker in der Schüssel vermengen. Salz auf der gegenüberliegenden Seite einstreuen.
Wasser einarbeiten
450 ml lauwarmes Wasser und Olivenöl zugeben. 4 Minuten langsam mischen, dann das restliche Wasser nach Bedarf ergänzen. Der Teig soll deutlich klebrig bleiben.
Ausdauernd kneten
8 bis 10 Minuten maschinell oder 12 bis 15 Minuten von Hand kneten, bis der Teig lange, elastische Fäden zieht.
Aufgehen lassen
Schüssel abdecken und den Teig 55 bis 70 Minuten gehen lassen, bis er sich sichtbar verdoppelt hat.
Laibe formen und backen
Vorsichtig teilen
Arbeitsfläche mit Grieß bestreuen. Teig mit geölten Händen in zwei Portionen teilen, locker rund formen und ohne starkes Entgasen auf etwa 24 cm Durchmesser drücken.
Zweite Gare
Fladen abdecken und 30 bis 40 Minuten ruhen lassen, bis sie deutlich aufgepolstert sind und bei leichtem Druck langsam zurückfedern.
Erste Seite backen
Schwere Pfanne bei mittlerer bis kleiner Hitze vorwärmen. Einen Laib behutsam hineinsetzen und 7 bis 9 Minuten backen, bis die Unterseite goldbraun und tragfähig ist.
Wenden und fertig garen
Mit einem großen Teller wenden und die zweite Seite 6 bis 8 Minuten backen. Die Mitte soll 96 °C erreichen. Mit dem zweiten Laib wiederholen und beide 10 Minuten unter einem Tuch ruhen lassen.
Servieren, Lagern und Varianten
Servieren
Matlouh kommt warm oder bei Raumtemperatur zu Harira, Chorba, Loubia und Fleischsaucen auf den Tisch. Ein Keil wird mit der Hand geöffnet oder gebrochen; die Poren nehmen Öl und Sauce gut auf.
Aufbewahren und Auffrischen
Die Laibe nach vollständigem Auskühlen luftdicht verpacken und innerhalb von zwei Tagen verwenden. Zum Erwärmen jede Seite kurz in eine trockene Pfanne legen. Keile können bis zu zwei Monate eingefroren und direkt im Toaster aufgefrischt werden.
Vier Varianten
Vollkornmehl kann 100 g des Weißmehls ersetzen und braucht etwa 15 ml zusätzliches Wasser. Sesam darf vor der zweiten Gare aufgestreut werden. Ein Teelöffel Schwarzkümmel passt in den Teig. Für vier kleine Laibe verkürzt sich die Backzeit auf etwa fünf Minuten je Seite.
Drei Hinweise aus der Testküche
Zur Feuchte: Der Teig bleibt klebrig und wird mit Öl statt Mehl geführt. Zum Transport: Backpapier oder ein flaches Brett verhindern Verziehen. Zur Kerntemperatur: 96 °C zeigen eine gegarte, nicht klebrige Mitte an.
Ausrüstung
Eine Küchenmaschine erleichtert den weichen Teig. Hinzu kommen Teigschaber, große Schüssel, schwere Pfanne von 26 bis 28 cm, flacher Teller zum Wenden und ein Thermometer. Von Hand hilft eine breite, leicht feuchte Arbeitsfläche.
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 250 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 46 g
- Eiweiß
- ≈ 8 g
- Fett
- ≈ 4 g
- Ballaststoffe
- ≈ 3 g
- Natrium
- ≈ 390 mg
Portionsgröße: 1 Stück. Wichtige Allergene: Gluten. Die Werte sind Näherungswerte aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und tatsächliche Portionierung können das Ergebnis verändern.
Matlouh soll sich leicht reißen lassen und innen große, unregelmäßige Kammern zeigen.
Die offene Krume entsteht aus Wasser, Knetarbeit und behutsamem Formen. Mäßige Pfannenhitze gart den dicken Laib bis in die Mitte, ohne eine harte Schale zu bilden. So bleibt Matlouh auch nach dem Abkühlen elastisch genug zum Tunken.