Algerischer Bourek

Knusprige Dyoul-Rollen liegen auf einem gravierten Metalltablett; zwei Hälften zeigen Huhn

Algerische Küche · Herzhaftes Gebäck · Rezept

Algerischer Bourek mit Huhn, Ei und grünen Oliven in knusprigen Dyoul-Rollen

Algerischer Bourek wird aus dünnen Dyoul-Blättern gerollt und mit Huhn, Fadennudeln, Ei, grünen Oliven, Kräutern und mildem Käse knusprig frittiert.

Kategorie: Herzhaftes Gebäck/ Küche: Algerische Küche/ Schwierigkeit: Einfach/ Methode: Füllen, Rollen und Frittieren/ Gesamtzeit: 1 Std.

Ergibt10 Stück
Vorbereitung35 Min.
Garzeit25 Min.
Kalorien≈ 330 kcal
Metalltablett mit knusprigen Bourek-Rollen, angeschnittener Hühnerfüllung, Zitrone und Suppe

Die breite Aufnahme zeigt Bourek auf einem gravierten Tablett mit sichtbarer Hühner-Ei-Oliven-Füllung, Zitronenspalten und einer Suppenschale.

I.

Algerischer Bourek und das Verhältnis von Hülle zu Füllung

Algerischer Bourek ist ein gefülltes, meist frittiertes Gebäck aus sehr dünnen Teigblättern, die in Algerien Dyoul heißen. Je nach Stadt und Haushalt erscheinen Rollen, Dreiecke oder größere Taschen; die Füllungen reichen von Hackfleisch und Kartoffeln bis zu Huhn, Thunfisch, Käse und Ei. Während des Ramadan wird Bourek häufig zusammen mit Chorba serviert. Die knusprige Hülle liefert den Gegenpol zur heißen Suppe, Zitronensaft bringt Frische. Diese Fassung orientiert sich an einer hellen Hühnerfüllung mit grünen Oliven, fein gebrochenen Fadennudeln, gekochtem Ei, Petersilie und mildem Schmelzkäse.

Dyoul ist dünner und etwas widerstandsfähiger als klassischer Filoteig. Das Blatt wird traditionell auf einer heißen Fläche sehr dünn aufgetragen, kann für den Hausgebrauch aber fertig gekauft werden. Es trocknet an der Luft schnell aus. Daher bleibt der Stapel während der Arbeit unter einem leicht feuchten, nicht nassen Tuch. Ein trockenes Blatt reißt beim Rollen, ein zu feuchtes Blatt klebt und nimmt beim Frittieren mehr Öl auf. Jedes Blatt wird einzeln gefüllt und sofort geschlossen.

Die Füllung muss kalt und eher trocken sein; warme Feuchtigkeit macht Dyoul schon vor dem Öl weich.

Das Huhn wird klein gewürfelt und mit Zwiebel in wenig Öl gegart, bis es mindestens 75 °C erreicht. Danach kühlt es vollständig ab. Fadennudeln werden separat knapp weich gekocht, gründlich abgetropft und klein geschnitten. Sie binden austretenden Fleischsaft, ohne die Masse pastig zu machen. Hart gekochte Eier bringen feste gelbe und weiße Stücke, grüne Oliven Salz und Säure. Petersilie bleibt frisch. Der Käse wird sparsam dosiert; er verbindet die Füllung beim Erhitzen, darf aber nicht aus den Rollen laufen.

Zum Rollen liegt die Füllung als schmaler Streifen nahe am unteren Blattrand. Die Seiten werden nach innen geschlagen, danach rollt das Blatt eng, aber ohne Druck nach oben. Eine Mehl-Wasser-Paste verschließt die letzte Kante. Lufttaschen werden vermieden, denn sie blähen sich im Öl auf und können die Naht öffnen. Gleichzeitig darf die Rolle nicht überfüllt sein. Etwa 70 bis 80 Gramm Füllung reichen für ein großes rundes Dyoul-Blatt. Die fertigen Rollen warten mit der Naht nach unten.

Die Form der Rolle beeinflusst den Biss. Eine lange, schmale Füllung erzeugt mehrere dünne Teiglagen rund um einen gleichmäßigen Kern. Ein dicker Haufen in der Mitte führt dagegen zu weichen Enden und einer überfüllten Mitte. Beim Rollen bleibt der Druck leicht, damit die Fadennudeln und Eistücke erkennbar bleiben. Kleine Lufttaschen sind unproblematisch, große Hohlräume können im heißen Öl aufblähen und die Naht öffnen. Eine flache Ablage mit der Naht nach unten hält die Rollen bis zum Frittieren geschlossen.

Zwischen Rollen und Frittieren liegt möglichst wenig Zeit. Dyoul zieht sonst Feuchtigkeit aus der Füllung. Bei längerer Vorbereitung werden die geformten Stücke locker abgedeckt und kühl gestellt.

Bei 175 °C frittiert Bourek schnell. Zu kaltes Öl dringt in die Blätter ein, zu heißes Öl bräunt die Hülle, bevor der Käse schmilzt und die Mitte heiß ist. Zwei bis drei Rollen pro Durchgang halten die Temperatur stabil. Nach zwei bis drei Minuten pro Seite ist die Oberfläche gleichmäßig goldbraun und mit kleinen Blasen bedeckt. Die Rollen werden auf einem Gitter statt auf einem dicken Papierstapel abgetropft, damit Dampf entweichen kann. Serviert werden sie sofort, mit Zitronenspalten und Suppe; angeschnittene Stücke zeigen die lockere Hühner-Ei-Oliven-Füllung.

Kalte Füllung, heißes Öl, kurze Garzeit

0:00Eier hart kochen, Fadennudeln knapp garen und beide vollständig abkühlen.
0:12Huhn mit Zwiebel auf 75 °C garen; Oliven, Kräuter und Käse erst kalt einarbeiten.
0:35Dyoul einzeln füllen, Seiten einschlagen und die letzte Kante mit Mehlpaste schließen.
0:50Bei 175 °C portionsweise goldbraun frittieren und auf einem Gitter abtropfen lassen.

Rezept in Kürze. Hühnerbrust wird klein gewürfelt, mit Zwiebel sicher durchgegart und vollständig abgekühlt. Kurze Fadennudeln, hart gekochte Eier, grüne Oliven, Petersilie und milder Käse ergeben eine feste, nicht nasse Füllung. Dyoul-Blätter bleiben bis zur Verwendung abgedeckt. Jede Portion wird als schmaler Streifen aufgelegt, mit eingeschlagenen Seiten eng gerollt und mit einer Mehl-Wasser-Paste verschlossen. Bei 175 °C frittiert der Bourek in wenigen Minuten goldbraun. Ein Gitter hält die Hülle knuspriger als eine geschlossene Schale oder ein dichter Papierstapel.

II.

Zutaten für zehn Dyoul-Rollen

Für die Hühnerfüllung

  • Hühnerbrust, 450 gin etwa 1 cm große Würfel schneiden; nicht abspülen
  • Olivenöl, 15 mlzum Garen der Füllung
  • Zwiebel, 1 große (150 g)fein gewürfelt
  • Feine Fadennudeln, 60 ggekocht, abgetropft und gekürzt
  • Hart gekochte Eier, 3 Stückgrob gehackt
  • Grüne Oliven, 80 gentsteint und in Ringen
  • Milder Schmelzkäse, 120 gin kleine Stücke geteilt
  • Glatte Petersilie, 40 ggrob gehackt
  • Salz, 4 gOliven und Käse sind bereits salzig
  • Schwarzer Pfeffer, ½ TLfrisch gemahlen
  • Zimt, ¼ TLoptional, sehr sparsam

Zum Rollen und Frittieren

  • Dyoul- oder Brikblätter, 10 großebis zur Verwendung abgedeckt halten
  • Weizenmehl, 20 gmit Wasser zur Verschlusspaste
  • Wasser, 35 mlfür die Mehlpaste
  • Neutrales Frittieröl, 750 mlfür die Nährwertschätzung sind etwa 80 g Aufnahme berücksichtigt
  • Zitrone, 1 Stückzum Servieren
Hinweis. Gluten, Ei und Milch sind enthalten. Dyoul-Blätter variieren in Größe und Salzgehalt; die Füllmenge wird so angepasst, dass die Rolle ohne Zug geschlossen werden kann. Filoteig ist spröder und braucht zwei übereinandergelegte, leicht geölte Blätter. Oliven werden bei starkem Salzgehalt kurz abgespült.
III.

Füllung trocknen, Dyoul rollen und knusprig frittieren

Füllung vollständig abkühlen

  1. Eier und Nudeln vorbereiten

    Eier 9 Minuten hart kochen, kalt abschrecken und grob hacken. Fadennudeln nach Packungsangabe knapp weich garen, sehr gut abtropfen lassen und auf etwa 2 cm Länge schneiden.

  2. Huhn sicher garen

    Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel 5 Minuten weich garen, Hühnerwürfel zugeben und 7 bis 9 Minuten braten, bis sie durchgehend hell sind und mindestens 75 °C erreichen.

  3. Füllung mischen

    Huhn und Zwiebel auf einem Blech vollständig abkühlen lassen. Mit Nudeln, Eiern, Oliven, Käse, Petersilie, Salz, Pfeffer und Zimt locker vermengen.

Rollen und frittieren

  1. Verschlusspaste anrühren

    Mehl und Wasser zu einer glatten, dickflüssigen Paste verrühren. Dyoul-Stapel unter einem leicht feuchten Tuch bereithalten.

  2. Bourek rollen

    Ein Blatt auslegen, etwa ein Zehntel der Füllung als schmalen Streifen nahe dem unteren Rand verteilen, Seiten einschlagen und eng aufrollen. Letzte Kante mit Mehlpaste bestreichen und mit der Naht nach unten ablegen.

  3. Öl temperieren

    Frittieröl in einem breiten Topf auf 175 °C erhitzen. Temperatur mit Thermometer prüfen und zwischen den Durchgängen wieder auf 175 °C bringen.

  4. Goldbraun frittieren

    Jeweils 2 bis 3 Rollen 2 bis 3 Minuten pro Seite frittieren, bis sie gleichmäßig goldbraun und fein blasig sind. Auf einem Gitter abtropfen lassen.

  5. Sofort servieren

    Bourek 3 Minuten ruhen lassen, damit die Füllung nicht mehr dampfend heiß ist. Mit Zitronenspalten servieren und nach Wunsch einzelne Rollen schräg halbieren.

IV.

Knusprigkeit erhalten und Füllungen wechseln

Zu Chorba und Zitrone

Bourek kommt heiß auf eine flache Platte und wird mit Zitronenspalten gereicht. Besonders gut passt er zu Chorba Beïda oder Chorba Frik. Eine schwere zusätzliche Sauce ist nicht nötig; der Zitronensaft reicht, um Frittieraroma und Käse auszugleichen.

Am besten frisch, gut vorbereitbar

Frittierter Bourek bleibt am Tag der Zubereitung am knusprigsten. Reste halten gekühlt zwei Tage und werden bei 190 °C 8 bis 10 Minuten auf einem Gitter erhitzt, bis die Mitte mindestens 74 °C erreicht. Unfrittierte Rollen lassen sich einzeln einfrieren und direkt gefroren bei etwas niedrigerer Öltemperatur von 170 °C ausbacken.

Vier verbreitete Füllrichtungen

Rinderhack ersetzt Huhn und wird mit Zwiebel krümelig auf mindestens 72 °C gegart. Eine Kartoffelfüllung nutzt 500 g trockene Kartoffelmasse, Petersilie und Käse. Thunfisch kann Huhn ersetzen und wird mit Ei, Oliven und Kapern kombiniert; dadurch kommt Fisch als Allergen hinzu. Für eine Ofenfassung werden die Rollen dünn geölt und bei 200 °C etwa 18 Minuten gebacken.

Drei Regeln für trockene Rollen

  • Alle gekochten Bestandteile vollständig abkühlen und Fadennudeln gründlich abtropfen lassen.
  • Dyoul nur einzeln aus dem abgedeckten Stapel nehmen und sofort verarbeiten.
  • Öltemperatur bei jedem Durchgang prüfen; kaltes Öl macht die Hülle fettig.

Ausrüstung für sicheres Frittieren

Ein schwerer Topf mit hohem Rand, ein digitales Thermometer, eine Spinne oder Schaumkelle und ein Gitter über einem Blech sind die wichtigsten Werkzeuge. Das Gitter lässt Dampf entweichen. Der Topf wird höchstens zur Hälfte mit Öl gefüllt und bleibt während des Frittierens unbeaufsichtigt niemals auf dem Herd.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 330 kcal
Kohlenhydrate
≈ 23 g
Eiweiß
≈ 21 g
Fett
≈ 17 g
Ballaststoffe
≈ 1 g
Natrium
≈ 660 mg

Portionsgröße: 1 Rolle. Allergene: Gluten, Ei, Milch. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Ölbindung und Portionierung verändern das Ergebnis.

Knuspriger Bourek beginnt lange vor dem Öl mit einer kalten, trockenen Füllung.

Algerischer Bourek gelingt, wenn Dyoul geschmeidig bleibt, die Füllung locker und kühl ist und das Öl seine Temperatur hält. Dann entsteht eine dünne, blasige Hülle um Huhn, Ei, Oliven und Käse, ohne schwere Fettschicht.

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