Algerische Harira

Die quadratische Aufnahme zeigt eine sämige Tomatensuppe mit sichtbaren Lammstücken

Algerische Küche · Rezept · Suppe und Hauptmahlzeit

Harira nach algerischer Art mit Lamm, Kichererbsen, Ei und Mehlbindung

Eine gehaltvolle Tomatensuppe mit Lamm, Kichererbsen, Linsen, Kartoffel und Karotte. Eine glatte Mehlbindung gibt Körper; fein eingegossenes Ei setzt zarte Fäden in die heiße Suppe.

Kategorie: Suppe und Hauptmahlzeit/Küche: Algerisch/Schwierigkeit: Mittel/Gesamtzeit: 2 Std. 10 Min

Menge8 Portionen
Vorbereitung30 Min
Garen1 Std. 40 Min
Kalorien≈ 430 kcal
Breite Tischaufnahme von Harira mit Lamm, Kichererbsen, Brot, Zitrone und Suppenlöffel

Die breite Aufnahme zeigt die vollständige Servierszene mit sämiger Harira, Brotkorb, Zitronenspalten und einem Löffel neben der gemusterten Schale.

I.

Harira Rezept nach algerischer Art mit Ei und Mehl

Dieses Harira Rezept nach algerischer Art steht für eine Suppe, die im Maghreb viele Familien- und Regionalfassungen kennt. In Algerien ist Harira besonders im Westen des Landes verbreitet und eng mit dem Fastenmonat Ramadan verbunden, wird jedoch ebenso an kalten Tagen oder als vollständige Abendmahlzeit gekocht. Tomaten, Kichererbsen, Kräuter und Fleisch bilden den Grund. Manche Töpfe enthalten Linsen, Reis oder Fadennudeln; andere werden mit einer Mischung aus Mehl und Wasser gebunden. Ei kann am Ende fein eingegossen werden. Die hier gewählte Fassung folgt genau der im Gerichtsnamen genannten Kombination aus Ei und Mehl und nimmt die im Bild sichtbaren Kartoffeln, Karotten, Kichererbsen und Lammstücke auf.

Die Suppe beginnt nicht mit Wasser, sondern mit einer konzentrierten Würzbasis. Lammwürfel werden in Olivenöl portionsweise angebraten. Zwiebel, Sellerie und Karotte lösen anschließend die Röstspuren vom Topfboden. Tomatenmark wird kurz mitgeröstet, bis es dunkler und weniger roh riecht. Passierte Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Zimt, Pfeffer und Kreuzkümmel ergeben eine warme, aber nicht scharfe Gewürzlage. Koriander- und Petersilienstiele kochen von Anfang an mit; die zarten Blätter kommen später. Die Fleischstücke sollen während des Köchelns weich werden, ohne in kleine Fasern zu zerfallen.

Getrocknete Kichererbsen würden eine längere Vorbereitung verlangen. Für einen verlässlichen Zeitrahmen nutzt dieses Rezept bereits gegarte, abgespülte Kichererbsen. Braune oder grüne Linsen kommen roh in den Topf und geben Stärke sowie erdigen Geschmack ab. Kartoffel und Karotte werden so groß geschnitten, dass sie nach einer Stunde noch sichtbar bleiben. Erst wenn Fleisch und Linsen fast gar sind, wird die Mehlbindung eingerührt. Mehl, kaltes Wasser und Zitronensaft müssen völlig glatt sein. Die Mischung fließt in dünnem Strahl in die simmernde Suppe, während ständig gerührt wird. Zehn Minuten Kochzeit nehmen ihr jeden rohen Mehlgeschmack.

Das Ei bildet den letzten Texturpunkt. Zwei Eier werden nur verquirlt und langsam aus geringer Höhe in die leicht kochende Suppe gegossen. Ein kreisender Löffel zieht sie zu feinen Fäden. Kräftiges Schlagen würde die Brühe trüb und einheitlich machen; große Klumpen entstehen, wenn das Ei zu schnell hineinkommt. Nach zwei Minuten ist es vollständig gegart. Zitronensaft und frische Kräuter werden erst am Ende abgestimmt. Die fertige Harira ist sämig, doch noch eindeutig eine Suppe: Fleisch, Hülsenfrüchte und Gemüse bleiben von einer roten, gebundenen Flüssigkeit umgeben. Brot und Zitronenspalten reichen als Begleitung.

Die endgültige Dicke wird erst nach einigen Minuten beurteilt. Linsen, Mehl und Kartoffel geben während des Stehens weiter Stärke ab. Direkt nach der Bindung darf die Suppe etwas dünner wirken als auf dem Teller gewünscht. Falls sie zu stark anzieht, wird heißes Wasser in kleinen Mengen eingerührt und erneut aufgekocht. Die Eierfäden bleiben deutlicher, wenn die Suppe beim Eingießen nur sanft simmert. Starkes Sprudeln zerreißt sie in kleine Partikel. Kräuterblätter verlieren bei langer Hitze ihre Frische und kommen daher nach dem Ei. Zitronensaft wird portionsweise abgeschmeckt, da Tomaten bereits Säure mitbringen. Salz folgt ganz am Ende, besonders wenn Brühe statt Wasser verwendet wurde. Am nächsten Tag ist Harira meist dicker; beim Aufwärmen wird sie langsam gelöst und nicht mit rohem Mehl nachgebunden.

Eine Probeschale kühlt zwei Minuten ab und zeigt die tatsächliche Tischkonsistenz. Erst danach wird der gesamte Topf mit Wasser, Salz oder Zitrone ein letztes Mal eingestellt.

Aufbau einer gebundenen Harira

0:00Lamm anbraten, Gemüse und Tomatenmark rösten und die Gewürzbasis mit Tomaten lösen.
0:35Linsen köcheln lassen; später Kichererbsen, Kartoffeln und Karotten ergänzen.
1:35Glatte Mehl-Zitronen-Mischung langsam einrühren und zehn Minuten vollständig auskochen.
2:10Eier in feinen Fäden einziehen lassen, Kräuter und Zitrone abschmecken und heiß servieren.

Rezept in Kürze. Lammwürfel werden in Olivenöl gebräunt und mit Zwiebel, Sellerie, Karotte, Tomatenmark, passierten Tomaten sowie warmen Gewürzen zu einer konzentrierten Suppenbasis aufgebaut. Linsen garen zuerst mit dem Fleisch. Vorgekochte Kichererbsen, Kartoffeln und weitere Karotten folgen später, damit sie ihre Form behalten. Sobald das Lamm weich ist, bindet eine klumpenfreie Mischung aus Mehl, kaltem Wasser und Zitronensaft die rote Brühe. Zehn Minuten leises Kochen entfernen den Mehlgeschmack. Zwei verquirlte Eier werden anschließend langsam in die kreisend gerührte Suppe gegossen und bilden feine Fäden. Frischer Koriander, Petersilie und zusätzliche Zitrone kommen zum Schluss. Die Harira bleibt löffelbar und stückig, nicht püriert oder so dick wie ein Eintopf.

II.

Zutaten

Für die Suppe

  • 600 g Lammschulter ohne Knochen, gewürfeltetwa 3 cm große Stücke
  • 30 ml Olivenölzum Anbraten
  • 1 große Zwiebel, fein gewürfeltetwa 180 g
  • 2 Selleriestangen, fein gewürfeltmit Blättern, falls vorhanden
  • 2 Karotten, gewürfeltetwa 180 g
  • 2 EL Tomatenmarkkurz mitrösten
  • 800 g passierte Tomatenoder fein pürierte Dosentomaten
  • 1,8 l Wasser oder ungesalzene Brüheheiß zugeben
  • 120 g braune Linsenabgespült
  • 250 g gekochte Kichererbsen, abgetropfterst später zugeben
  • 350 g Kartoffeln, 2 cm groß gewürfeltfestkochend
  • 1 TL gemahlener Ingwerwärmende Schärfe
  • 1 TL Kurkumafür Farbe
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmelerdige Würze
  • ½ TL Zimtnur als Hintergrundnote
  • 1 TL schwarzer Pfefferfrisch gemahlen
  • 12 g Salzam Ende nachjustieren
  • 20 g KoriandergrünStiele und Blätter getrennt
  • 20 g PetersilieStiele und Blätter getrennt

Für Bindung und Abschluss

  • 60 g Weizenmehl Type 405mit kaltem Wasser glatt rühren
  • 250 ml kaltes Wasserfür die Mehlbindung
  • 30 ml Zitronensaftein Teil in die Bindung
  • 2 Eier, Größe Mnur leicht verquirlt
  • 1 Zitrone in Spaltenzum Servieren
Allergene und Ersetzungen. Enthält Gluten aus Weizenmehl, Ei und Sellerie. Für eine glutenfreie Bindung funktionieren 35 g Maisstärke in kaltem Wasser; sie braucht nur drei Minuten Kochzeit und ergibt eine klarer glänzende Suppe. Bei Sellerieallergie muss Sellerie vollständig entfallen, nicht nur die Stangen.
III.

Zubereitung Schritt für Schritt

Fleisch und Suppenbasis

  1. Lamm anbraten

    Öl in einem schweren 6-Liter-Topf erhitzen. Lamm in zwei Portionen 6 bis 8 Minuten bräunen und jeweils herausnehmen.

  2. Gemüse rösten

    Zwiebel, Sellerie und die Hälfte der Karotten in den Topf geben und 7 Minuten bei mittlerer Hitze weich werden lassen. Tomatenmark 2 Minuten mitrösten.

  3. Tomaten und Gewürze zugeben

    Passierte Tomaten, Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Zimt, Pfeffer, Kräuterstiele und das Fleisch einrühren. Heißes Wasser oder Brühe angießen und aufkochen.

  4. Linsen garen

    Linsen zugeben und die Suppe 45 Minuten leise köcheln lassen. Schaum bei Bedarf abnehmen.

Gemüse, Bindung und Ei

  1. Stückige Einlagen fertig garen

    Kichererbsen, Kartoffeln und restliche Karotten einrühren. Weitere 25 bis 30 Minuten köcheln, bis Lamm und Linsen weich, Kartoffeln aber noch geformt sind.

  2. Mehlbindung einrühren

    Mehl mit 250 ml kaltem Wasser und 15 ml Zitronensaft vollständig glatt rühren. In dünnem Strahl unter ständigem Rühren in die simmernde Suppe geben. 10 Minuten leise kochen.

  3. Eierfäden ziehen

    Eier verquirlen. Suppe mit einem Löffel kreisend bewegen und Ei langsam eingießen. 2 Minuten kochen, bis feine, vollständig gesetzte Fäden sichtbar sind.

  4. Abschmecken und servieren

    Kräuterblätter hacken und einrühren. Mit Salz und restlichem Zitronensaft abstimmen. Heiß mit Zitronenspalten und Brot servieren.

IV.

Servieren, Lagern und Varianten

Servieren

Harira wird sehr heiß in tiefen Schalen gereicht. Zitronenspalten, Khobz el-Dâr oder Matlouh genügen als Begleitung. Datteln können während des Ramadan separat vor oder nach der Suppe gegessen werden, gehören jedoch nicht in den Topf.

Kühlen und Aufwärmen

Die Suppe innerhalb von zwei Stunden in flache Behälter füllen und bis zu drei Tage kühlen. Beim Aufwärmen langsam rühren und auf mindestens 74 °C bringen; bei starker Verdickung etwas Wasser ergänzen. Einfrieren ist bis zu zwei Monate möglich, die Kartoffeln werden danach weicher.

Vier Varianten

Rinderschulter kann Lamm ersetzen und braucht ähnlich lange. Ohne Fleisch wird die Linsenmenge auf 200 g erhöht. Feine Fadennudeln können in den letzten acht Minuten statt Kartoffeln garen. Die Eier dürfen entfallen, wenn eine rein mehlgebundene Harira gewünscht ist.

Drei Hinweise aus der Testküche

Zur Bindung: Kaltes Wasser verhindert Mehlklumpen. Zur Reihenfolge: Ei erst nach dem Auskochen der Mehlmischung zugeben. Zur Konsistenz: Harira dickt beim Stehen nach und wird erst kurz vor dem Servieren endgültig eingestellt.

Ausrüstung

Ein schwerer Topf von mindestens sechs Litern, Schneebesen, Schöpfkelle, scharfes Messer und zwei kleine Schüsseln für Bindung und Ei werden benötigt. Ein breiter Topfboden erleichtert das portionsweise Anbraten.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 430 kcal
Kohlenhydrate
≈ 40 g
Eiweiß
≈ 29 g
Fett
≈ 17 g
Ballaststoffe
≈ 9 g
Natrium
≈ 760 mg

Portionsgröße: 1 Schale, etwa 450 ml. Wichtige Allergene: Gluten, Ei, Sellerie. Die Werte sind Näherungswerte aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Fettaufnahme und tatsächliche Portionierung können das Ergebnis verändern.

Harira bleibt eine Suppe, auch wenn Mehl und Ei ihr deutlich mehr Körper geben.

Die getrennte Reihenfolge von Fleisch, Linsen, Gemüse, Mehlbindung und Ei bewahrt jede Textur. So schwimmen zarte Lammstücke und Kichererbsen in einer sämigen Tomatenbasis, während die Eier als feine Fäden erkennbar bleiben und die Zitrone am Ende Frische bringt.

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