Algerische Baklawa

Goldene Baklawa-Rauten liegen auf einem blau gemusterten Teller; jede trägt eine Mandel

Algerische Küche · Süßes Kleingebäck · Rezept

Algerische Baklawa mit Mandelfüllung und Sirup aus Honig und Orangenblüte

Algerische Baklawa schichtet sehr dünnen Teig um eine Mandelfüllung und nimmt nach dem Backen warmen Honigsirup mit Orangenblütenwasser auf.

Kategorie: Süßes Kleingebäck/ Küche: Algerische Küche/ Schwierigkeit: Anspruchsvoll/ Methode: Schichten, Backen und Tränken/ Gesamtzeit: 8 Std. 10 Min. (inkl. 6 Std. Ziehzeit)

Ergibt24 Stück
Vorbereitung1 Std. 15 Min.
Garzeit55 Min.
Kalorien≈ 400 kcal
Gemusterter Teller mit goldenen Baklawa-Rauten, Mandeln und sichtbarer Schichtfüllung neben Minztee

Der weite Ausschnitt lässt Raum um den gemusterten Teller und zeigt Baklawa-Rauten mit ganzen Mandeln, Honigglanz und einer angeschnittenen Füllung.

I.

Algerische Baklawa: dünner Teig, grobe Mandeln, lange Ruhe

Algerische Baklawa gehört zur größeren Familie geschichteter Nussgebäcke, besitzt jedoch eine klar erkennbare algerische Ausprägung. Die Füllung besteht meist aus Mandeln statt Pistazien oder Walnüssen, Orangenblütenwasser parfümiert Nüsse und Sirup, und auf jeder Raute sitzt häufig eine ganze Mandel. Das Gebäck erscheint bei Hochzeiten, religiösen Festen und großen Familienfeiern. Es wird in kleinen Stücken serviert, denn die Kombination aus Butter, Nüssen und Honig ist konzentriert. Eine gute Raute zeigt oben viele dünne, knusprige Lagen, darunter eine saftige, körnige Mandelfüllung und einen sauber gebackenen Boden.

Diese Fassung arbeitet mit selbst ausgerolltem Teig. Mehl, Ei, wenig Öl, Salz und Wasser ergeben nach kräftigem Kneten eine glatte, feste Masse. Eine halbe Stunde Ruhe entspannt das Gluten. Danach wird der Teig in vierzehn kleine Kugeln geteilt: sieben für den Boden, sieben für die Oberseite. Jede Kugel wird auf Stärke statt zusätzlichem Mehl beinahe durchsichtig ausgerollt. Dünne Lagen backen knusprig; dicke Lagen bleiben im Inneren zäh und nehmen Sirup ungleichmäßig auf. Kleine Risse an einzelnen Blättern sind unproblematisch, solange sie versetzt liegen und nicht durch alle Schichten reichen.

Die Mandeln werden nicht zu feinem Mehl verarbeitet. Ein Teil bleibt als kleine Körner sichtbar, damit die Füllung nach dem Tränken Struktur besitzt. Zucker, wenig Zimt und Orangenblütenwasser binden sie zu einer lockeren, leicht feuchten Masse. Wird zu viel Flüssigkeit eingearbeitet, weicht der untere Teig vor dem Backen auf. Die Füllung soll beim Zusammendrücken halten und danach wieder grob auseinanderfallen. Zwischen jeder Teiglage liegt ein dünner Film geklärter Butter. Pfützen machen das Gebäck schwer, trockene Stellen verschweißen die Blätter.

Die Rauten werden vor dem Backen vollständig geschnitten; später würde die knusprige Decke unkontrolliert brechen.

Das Schneiden erfolgt mit einem langen, scharfen Messer bis zum Boden der Form. Zuerst entstehen parallele Streifen, danach schräge Linien. Jede Raute erhält eine blanchierte Mandel, die leicht in die Oberfläche gedrückt wird. Während des Backens bei 170 °C färben sich die oberen Lagen gleichmäßig goldbraun. Ein blasser Rand deutet auf zu wenig Hitze oder zu dicke Schichten hin. Die Baklawa bleibt im Ofen, bis auch die Mitte dieselbe Farbe wie der Rand erreicht. Nur vollständig gebackener Teig behält nach dem Sirup einen knusprigen oberen Bereich.

Zwischen den Schichten darf kein loses Mehl bleiben. Es bildet nach dem Backen trockene Streifen, die selbst warmer Honig nicht vollständig erreicht. Jede Teiglage wird daher sauber abgepinselt, überschüssiges Mehl am Rand entfernt und erst danach mit Fett bestrichen. Die Form wird während des Backens nicht bewegt, solange die oberen Blätter noch weich sind. Nach dem Tränken braucht das Gebäck mehrere Stunden Ruhe; erst dann schneiden sich die Rauten sauber aus der Form.

Die Mandel auf jeder Raute markiert zugleich eine Portion und schützt die Mitte beim Schneiden vor dem Zerdrücken. Sie wird vor dem Backen leicht eingedrückt, nicht nur lose aufgelegt.

Honig, Wasser und Zitronenschale werden nur sanft erwärmt. Orangenblütenwasser kommt nach dem Ausschalten der Hitze dazu, damit sein Duft nicht verkocht. Die heiße Baklawa erhält warmen, nicht kochenden Sirup. Er wird in mehreren Durchgängen über Schnitte und Ränder verteilt. Danach darf das Gebäck mindestens sechs Stunden ungestört ziehen. In dieser Zeit wandert der Sirup durch die Mandelfüllung, während die obersten Blätter wieder trockener werden. Erst dann werden die Rauten entlang der vorhandenen Schnitte herausgehoben und bei Raumtemperatur serviert.

Vier Phasen bis zur sauberen Raute

0:00Teig kneten, ruhen lassen und in vierzehn gleich große Kugeln teilen.
0:45Sieben dünne Böden schichten, Mandelfüllung verteilen und sieben Decklagen auflegen.
1:35Rauten bis zum Formboden schneiden, Mandeln setzen und goldbraun backen.
2:10Warmen Honigsirup in Etappen aufgießen und das Gebäck sechs Stunden ziehen lassen.

Rezept in Kürze. Ein fester Teig aus Mehl, Ei, Öl, Salz und Wasser ruht, wird in vierzehn Portionen geteilt und papierdünn ausgerollt. Sieben gebutterte Lagen bilden den Boden, darauf liegt eine grobe Füllung aus Mandeln, Zucker, Zimt und Orangenblütenwasser. Sieben weitere Lagen schließen das Gebäck. Vor dem Backen wird die gesamte Form bis zum Boden in Rauten geschnitten und jede Raute mit einer Mandel markiert. Nach gleichmäßiger Bräunung nimmt die heiße Baklawa warmen Honigsirup auf. Eine sechs Stunden lange Ruhezeit verteilt die Flüssigkeit und stabilisiert die Schichten.

II.

Zutaten für Teig, Mandelfüllung und Sirup

Für vierzehn Teiglagen

  • Weizenmehl Type 405, 500 gplus Speisestärke zum Ausrollen
  • Salz, 3 gfein
  • Ei, 1 Stückzimmerwarm
  • Neutrales Öl, 20 mlfür geschmeidigen Teig
  • Lauwarmes Wasser, 230 mlnach Mehlaufnahme anpassen
  • Geklärte Butter, 250 gfür Form und alle Teiglagen
  • Speisestärke, etwa 60 gnur zum sehr dünnen Ausrollen

Für die Mandelfüllung

  • Blanchierte Mandeln, 600 ggrob, nicht pastenartig mahlen
  • Zucker, 180 gfein
  • Zimt, ½ TLsparsam
  • Orangenblütenwasser, 30 mlnur bis die Füllung leicht zusammenhält
  • Ganze blanchierte Mandeln, 24 Stückeine pro Raute

Für den Honigsirup

  • Honig, 500 gmild und flüssig
  • Wasser, 120 mlzum Verdünnen
  • Orangenblütenwasser, 40 mlerst nach dem Erhitzen zugeben
  • Zitronenschale, 2 breite Streifenohne weiße Haut
Hinweis. Gluten, Ei, Milch und Mandeln sind enthalten. Butter muss geklärt oder sehr langsam geschmolzen und vom Milcheiweiß abgezogen sein, damit die Schichten nicht fleckig werden. Fertiger Filoteig kann den selbst ausgerollten Teig ersetzen, ergibt aber dünnere, sprödere Lagen und braucht meist 5 bis 10 Minuten weniger Backzeit.
III.

Teiglagen aufbauen, Rauten schneiden und tränken

Teig und Füllung vorbereiten

  1. Teig kneten

    Mehl und Salz mischen. Ei, Öl und zunächst 210 ml Wasser einarbeiten, dann 10 Minuten kneten. Nur so viel restliches Wasser zugeben, bis ein glatter, fester und elastischer Teig entsteht.

  2. Ruhen und teilen

    Teig abdecken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Danach in 14 gleich schwere Kugeln teilen und erneut abdecken.

  3. Mandelfüllung mischen

    Grob gemahlene Mandeln mit Zucker und Zimt vermengen. Orangenblütenwasser löffelweise einarbeiten, bis eine zusammengedrückte Portion kurz zusammenhält, aber nicht nass wirkt.

  4. Form vorbereiten

    Eine Metallform von etwa 24 × 34 cm dünn mit geklärter Butter ausstreichen. Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Schichten und schneiden

  1. Untere Lagen ausrollen

    Sieben Teigkugeln einzeln mit Speisestärke papierdünn auf Formgröße ausrollen. Jede Lage in die Form legen und sehr dünn mit geklärter Butter bestreichen.

  2. Füllung verteilen

    Mandelfüllung gleichmäßig auf der siebten Lage verteilen und ohne starkes Pressen zu einer ebenen Schicht von etwa 2 cm formen.

  3. Decklagen auflegen

    Die restlichen sieben Kugeln ebenso dünn ausrollen, einzeln auflegen und jeweils sparsam buttern. Die oberste Lage glattstreichen und ebenfalls dünn bestreichen.

  4. Rauten schneiden

    Mit einem langen scharfen Messer bis zum Formboden parallele Streifen und anschließend diagonale Linien schneiden, sodass 24 Rauten entstehen. In jede Raute eine blanchierte Mandel drücken.

Backen, tränken und ziehen lassen

  1. Gleichmäßig backen

    Baklawa 50 bis 55 Minuten backen, bis Rand und Mitte tief goldbraun sind. Wird der Rand zu schnell dunkel, die Form nach 35 Minuten locker mit Backpapier abdecken.

  2. Sirup erwärmen

    Honig, Wasser und Zitronenschale 5 Minuten bei niedriger Hitze erwärmen, ohne starkes Kochen. Vom Herd nehmen, Zitronenschale entfernen und Orangenblütenwasser einrühren.

  3. In Etappen tränken

    Die heiße Baklawa sofort entlang der Schnitte mit einem Drittel des warmen Sirups übergießen. Nach 5 Minuten den Vorgang zweimal wiederholen, besonders an Rand und Schnittlinien.

  4. Lange ruhen lassen

    Gebäck mindestens 6 Stunden offen bei Raumtemperatur ziehen lassen. Rauten danach entlang der vorhandenen Schnitte lösen und mit einer dünnen Palette herausheben.

IV.

Servieren, lagern und die Süße ausbalancieren

Kleine Stücke bei Raumtemperatur

Baklawa wird bei Raumtemperatur mit ungesüßtem Minztee oder Kaffee serviert. Eine Raute pro Person reicht meist als Teil eines größeren Gebäcktellers. Zusätzlicher Honig oder Puderzucker gehört nicht auf die fertigen Stücke.

Nicht in den Kühlschrank stellen

In einer gut schließenden Dose hält Baklawa bei kühler Raumtemperatur 8 bis 10 Tage. Backpapier trennt die Lagen. Kühlschrankfeuchtigkeit macht die oberen Blätter weich. Zum Einfrieren werden einzelne Rauten luftdicht verpackt und bis zu zwei Monate gelagert; sie tauen offen bei Raumtemperatur auf.

Vier steuerbare Varianten

Walnüsse können bis zu ein Drittel der Mandeln ersetzen und geben mehr Bitterkeit. Geriebene Zitronenschale in der Füllung verstärkt die frische Note. Wer weniger süß arbeitet, reduziert den Honig auf 420 g, lässt die Zuckermenge in der Füllung jedoch unverändert. Mit fertigem Filoteig werden 16 bis 18 Blätter verwendet und die Backzeit früher geprüft.

Drei Präzisionspunkte

  • Jede Teiglage bis an die Formränder ausrollen und nur hauchdünn buttern.
  • Vor dem Backen vollständig bis zum Boden schneiden, damit die Rauten später sauber bleiben.
  • Heiße Baklawa mit warmem, nicht kochendem Sirup tränken und mindestens sechs Stunden unberührt lassen.

Form, Messer und breite Arbeitsfläche

Eine helle Metallform backt gleichmäßiger als dunkles, stark beschichtetes Blech. Eine große Arbeitsfläche, ein langes dünnes Nudelholz, eine Küchenwaage und ein scharfes Kochmesser sind die wichtigsten Werkzeuge. Eine dünne Winkelpalette löst die getränkten Rauten ohne Druck auf die oberen Schichten.

V.

Nährwerte pro Portion

Kalorien
≈ 400 kcal
Kohlenhydrate
≈ 46 g
Eiweiß
≈ 8 g
Fett
≈ 22 g
Ballaststoffe
≈ 4 g
Natrium
≈ 60 mg

Portionsgröße: 1 Raute. Allergene: Gluten, Ei, Milch, Mandeln. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Ölbindung und Portionierung verändern das Ergebnis.

Die lange Ruhe nach dem Backen ist ebenso wichtig wie jede dünne Teiglage davor.

Algerische Baklawa verbindet knusprige Blätter und saftige Mandeln nur dann sauber, wenn Teig, Butter und Sirup sparsam geführt werden. Der Schnitt vor dem Ofen und die Ruhe nach dem Tränken machen aus einer großen Form vierundzwanzig stabile Rauten.

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