Algerische Küche · Süßes Kleingebäck · Rezept
Algerische Baklawa mit Mandelfüllung und Sirup aus Honig und Orangenblüte
Algerische Baklawa schichtet sehr dünnen Teig um eine Mandelfüllung und nimmt nach dem Backen warmen Honigsirup mit Orangenblütenwasser auf.
Kategorie: Süßes Kleingebäck/ Küche: Algerische Küche/ Schwierigkeit: Anspruchsvoll/ Methode: Schichten, Backen und Tränken/ Gesamtzeit: 8 Std. 10 Min. (inkl. 6 Std. Ziehzeit)
Der weite Ausschnitt lässt Raum um den gemusterten Teller und zeigt Baklawa-Rauten mit ganzen Mandeln, Honigglanz und einer angeschnittenen Füllung.
Algerische Baklawa: dünner Teig, grobe Mandeln, lange Ruhe
Algerische Baklawa gehört zur größeren Familie geschichteter Nussgebäcke, besitzt jedoch eine klar erkennbare algerische Ausprägung. Die Füllung besteht meist aus Mandeln statt Pistazien oder Walnüssen, Orangenblütenwasser parfümiert Nüsse und Sirup, und auf jeder Raute sitzt häufig eine ganze Mandel. Das Gebäck erscheint bei Hochzeiten, religiösen Festen und großen Familienfeiern. Es wird in kleinen Stücken serviert, denn die Kombination aus Butter, Nüssen und Honig ist konzentriert. Eine gute Raute zeigt oben viele dünne, knusprige Lagen, darunter eine saftige, körnige Mandelfüllung und einen sauber gebackenen Boden.
Diese Fassung arbeitet mit selbst ausgerolltem Teig. Mehl, Ei, wenig Öl, Salz und Wasser ergeben nach kräftigem Kneten eine glatte, feste Masse. Eine halbe Stunde Ruhe entspannt das Gluten. Danach wird der Teig in vierzehn kleine Kugeln geteilt: sieben für den Boden, sieben für die Oberseite. Jede Kugel wird auf Stärke statt zusätzlichem Mehl beinahe durchsichtig ausgerollt. Dünne Lagen backen knusprig; dicke Lagen bleiben im Inneren zäh und nehmen Sirup ungleichmäßig auf. Kleine Risse an einzelnen Blättern sind unproblematisch, solange sie versetzt liegen und nicht durch alle Schichten reichen.
Die Mandeln werden nicht zu feinem Mehl verarbeitet. Ein Teil bleibt als kleine Körner sichtbar, damit die Füllung nach dem Tränken Struktur besitzt. Zucker, wenig Zimt und Orangenblütenwasser binden sie zu einer lockeren, leicht feuchten Masse. Wird zu viel Flüssigkeit eingearbeitet, weicht der untere Teig vor dem Backen auf. Die Füllung soll beim Zusammendrücken halten und danach wieder grob auseinanderfallen. Zwischen jeder Teiglage liegt ein dünner Film geklärter Butter. Pfützen machen das Gebäck schwer, trockene Stellen verschweißen die Blätter.
Die Rauten werden vor dem Backen vollständig geschnitten; später würde die knusprige Decke unkontrolliert brechen.
Das Schneiden erfolgt mit einem langen, scharfen Messer bis zum Boden der Form. Zuerst entstehen parallele Streifen, danach schräge Linien. Jede Raute erhält eine blanchierte Mandel, die leicht in die Oberfläche gedrückt wird. Während des Backens bei 170 °C färben sich die oberen Lagen gleichmäßig goldbraun. Ein blasser Rand deutet auf zu wenig Hitze oder zu dicke Schichten hin. Die Baklawa bleibt im Ofen, bis auch die Mitte dieselbe Farbe wie der Rand erreicht. Nur vollständig gebackener Teig behält nach dem Sirup einen knusprigen oberen Bereich.
Zwischen den Schichten darf kein loses Mehl bleiben. Es bildet nach dem Backen trockene Streifen, die selbst warmer Honig nicht vollständig erreicht. Jede Teiglage wird daher sauber abgepinselt, überschüssiges Mehl am Rand entfernt und erst danach mit Fett bestrichen. Die Form wird während des Backens nicht bewegt, solange die oberen Blätter noch weich sind. Nach dem Tränken braucht das Gebäck mehrere Stunden Ruhe; erst dann schneiden sich die Rauten sauber aus der Form.
Die Mandel auf jeder Raute markiert zugleich eine Portion und schützt die Mitte beim Schneiden vor dem Zerdrücken. Sie wird vor dem Backen leicht eingedrückt, nicht nur lose aufgelegt.
Honig, Wasser und Zitronenschale werden nur sanft erwärmt. Orangenblütenwasser kommt nach dem Ausschalten der Hitze dazu, damit sein Duft nicht verkocht. Die heiße Baklawa erhält warmen, nicht kochenden Sirup. Er wird in mehreren Durchgängen über Schnitte und Ränder verteilt. Danach darf das Gebäck mindestens sechs Stunden ungestört ziehen. In dieser Zeit wandert der Sirup durch die Mandelfüllung, während die obersten Blätter wieder trockener werden. Erst dann werden die Rauten entlang der vorhandenen Schnitte herausgehoben und bei Raumtemperatur serviert.
Vier Phasen bis zur sauberen Raute
Rezept in Kürze. Ein fester Teig aus Mehl, Ei, Öl, Salz und Wasser ruht, wird in vierzehn Portionen geteilt und papierdünn ausgerollt. Sieben gebutterte Lagen bilden den Boden, darauf liegt eine grobe Füllung aus Mandeln, Zucker, Zimt und Orangenblütenwasser. Sieben weitere Lagen schließen das Gebäck. Vor dem Backen wird die gesamte Form bis zum Boden in Rauten geschnitten und jede Raute mit einer Mandel markiert. Nach gleichmäßiger Bräunung nimmt die heiße Baklawa warmen Honigsirup auf. Eine sechs Stunden lange Ruhezeit verteilt die Flüssigkeit und stabilisiert die Schichten.
Zutaten für Teig, Mandelfüllung und Sirup
Für vierzehn Teiglagen
- Weizenmehl Type 405, 500 g — plus Speisestärke zum Ausrollen
- Salz, 3 g — fein
- Ei, 1 Stück — zimmerwarm
- Neutrales Öl, 20 ml — für geschmeidigen Teig
- Lauwarmes Wasser, 230 ml — nach Mehlaufnahme anpassen
- Geklärte Butter, 250 g — für Form und alle Teiglagen
- Speisestärke, etwa 60 g — nur zum sehr dünnen Ausrollen
Für die Mandelfüllung
- Blanchierte Mandeln, 600 g — grob, nicht pastenartig mahlen
- Zucker, 180 g — fein
- Zimt, ½ TL — sparsam
- Orangenblütenwasser, 30 ml — nur bis die Füllung leicht zusammenhält
- Ganze blanchierte Mandeln, 24 Stück — eine pro Raute
Für den Honigsirup
- Honig, 500 g — mild und flüssig
- Wasser, 120 ml — zum Verdünnen
- Orangenblütenwasser, 40 ml — erst nach dem Erhitzen zugeben
- Zitronenschale, 2 breite Streifen — ohne weiße Haut
Teiglagen aufbauen, Rauten schneiden und tränken
Teig und Füllung vorbereiten
Teig kneten
Mehl und Salz mischen. Ei, Öl und zunächst 210 ml Wasser einarbeiten, dann 10 Minuten kneten. Nur so viel restliches Wasser zugeben, bis ein glatter, fester und elastischer Teig entsteht.
Ruhen und teilen
Teig abdecken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Danach in 14 gleich schwere Kugeln teilen und erneut abdecken.
Mandelfüllung mischen
Grob gemahlene Mandeln mit Zucker und Zimt vermengen. Orangenblütenwasser löffelweise einarbeiten, bis eine zusammengedrückte Portion kurz zusammenhält, aber nicht nass wirkt.
Form vorbereiten
Eine Metallform von etwa 24 × 34 cm dünn mit geklärter Butter ausstreichen. Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Schichten und schneiden
Untere Lagen ausrollen
Sieben Teigkugeln einzeln mit Speisestärke papierdünn auf Formgröße ausrollen. Jede Lage in die Form legen und sehr dünn mit geklärter Butter bestreichen.
Füllung verteilen
Mandelfüllung gleichmäßig auf der siebten Lage verteilen und ohne starkes Pressen zu einer ebenen Schicht von etwa 2 cm formen.
Decklagen auflegen
Die restlichen sieben Kugeln ebenso dünn ausrollen, einzeln auflegen und jeweils sparsam buttern. Die oberste Lage glattstreichen und ebenfalls dünn bestreichen.
Rauten schneiden
Mit einem langen scharfen Messer bis zum Formboden parallele Streifen und anschließend diagonale Linien schneiden, sodass 24 Rauten entstehen. In jede Raute eine blanchierte Mandel drücken.
Backen, tränken und ziehen lassen
Gleichmäßig backen
Baklawa 50 bis 55 Minuten backen, bis Rand und Mitte tief goldbraun sind. Wird der Rand zu schnell dunkel, die Form nach 35 Minuten locker mit Backpapier abdecken.
Sirup erwärmen
Honig, Wasser und Zitronenschale 5 Minuten bei niedriger Hitze erwärmen, ohne starkes Kochen. Vom Herd nehmen, Zitronenschale entfernen und Orangenblütenwasser einrühren.
In Etappen tränken
Die heiße Baklawa sofort entlang der Schnitte mit einem Drittel des warmen Sirups übergießen. Nach 5 Minuten den Vorgang zweimal wiederholen, besonders an Rand und Schnittlinien.
Lange ruhen lassen
Gebäck mindestens 6 Stunden offen bei Raumtemperatur ziehen lassen. Rauten danach entlang der vorhandenen Schnitte lösen und mit einer dünnen Palette herausheben.
Servieren, lagern und die Süße ausbalancieren
Kleine Stücke bei Raumtemperatur
Baklawa wird bei Raumtemperatur mit ungesüßtem Minztee oder Kaffee serviert. Eine Raute pro Person reicht meist als Teil eines größeren Gebäcktellers. Zusätzlicher Honig oder Puderzucker gehört nicht auf die fertigen Stücke.
Nicht in den Kühlschrank stellen
In einer gut schließenden Dose hält Baklawa bei kühler Raumtemperatur 8 bis 10 Tage. Backpapier trennt die Lagen. Kühlschrankfeuchtigkeit macht die oberen Blätter weich. Zum Einfrieren werden einzelne Rauten luftdicht verpackt und bis zu zwei Monate gelagert; sie tauen offen bei Raumtemperatur auf.
Vier steuerbare Varianten
Walnüsse können bis zu ein Drittel der Mandeln ersetzen und geben mehr Bitterkeit. Geriebene Zitronenschale in der Füllung verstärkt die frische Note. Wer weniger süß arbeitet, reduziert den Honig auf 420 g, lässt die Zuckermenge in der Füllung jedoch unverändert. Mit fertigem Filoteig werden 16 bis 18 Blätter verwendet und die Backzeit früher geprüft.
Drei Präzisionspunkte
- Jede Teiglage bis an die Formränder ausrollen und nur hauchdünn buttern.
- Vor dem Backen vollständig bis zum Boden schneiden, damit die Rauten später sauber bleiben.
- Heiße Baklawa mit warmem, nicht kochendem Sirup tränken und mindestens sechs Stunden unberührt lassen.
Form, Messer und breite Arbeitsfläche
Eine helle Metallform backt gleichmäßiger als dunkles, stark beschichtetes Blech. Eine große Arbeitsfläche, ein langes dünnes Nudelholz, eine Küchenwaage und ein scharfes Kochmesser sind die wichtigsten Werkzeuge. Eine dünne Winkelpalette löst die getränkten Rauten ohne Druck auf die oberen Schichten.
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 400 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 46 g
- Eiweiß
- ≈ 8 g
- Fett
- ≈ 22 g
- Ballaststoffe
- ≈ 4 g
- Natrium
- ≈ 60 mg
Portionsgröße: 1 Raute. Allergene: Gluten, Ei, Milch, Mandeln. Die Werte sind Näherungen aus Standardreferenzen; Marken, Zuschnitt, Ölbindung und Portionierung verändern das Ergebnis.
Die lange Ruhe nach dem Backen ist ebenso wichtig wie jede dünne Teiglage davor.
Algerische Baklawa verbindet knusprige Blätter und saftige Mandeln nur dann sauber, wenn Teig, Butter und Sirup sparsam geführt werden. Der Schnitt vor dem Ofen und die Ruhe nach dem Tränken machen aus einer großen Form vierundzwanzig stabile Rauten.