Soparnik ist eines jener Gerichte, die auf subtile Weise die Geschichte eines Ortes erzählen. In diesem Fall ist dieser Ort Poljica, eine historische ländliche Region in Mitteldalmatien, eingebettet zwischen Split und Omiš. Seit Jahrhunderten ziehen die Familien dort einen einfachen Teig aus Mehl, Wasser, Salz und etwas Olivenöl zu einem dünnen Fladen aus, füllen ihn mit Mangold und Zwiebeln und backen ihn dann auf einem heißen Stein unter der Glut des heimischen Herdes. angekommen.
Auf den ersten Blick wirkt Soparnik fast schlicht. Die Füllung enthält weder Käse, Fleisch noch Eier – nur Mangold (oder die lokale Blitva), Zwiebeln, Salz und eine abgemessene Menge Olivenöl. Der Teig ist ungesäuert und hauchdünn ausgerollt, eher ein belegtes Fladenbrot als eine tiefe Pastete. Doch gerade diese Schlichtheit verleiht dem Gericht seinen Charakter. Die Hitze des Ofens gart Mangold und Zwiebeln gerade so weit, dass das Gemüse im Inneren des verschlossenen Teigs dämpft. Nach dem Backen wird die Oberfläche mit warmem Knoblauch-Olivenöl bestrichen, das einzieht und jedes Stück aromatisiert.
Soparnik war traditionell ein Gericht der kälteren Monate, wenn auf den Feldern um Poljica älterer Mangold mit einem süßeren, intensiveren Geschmack wuchs. Es wurde oft an Fastentagen und bei wichtigen Zusammenkünften zubereitet und war somit gleichermaßen schlicht und festlich. Mit der Zeit fand das Gericht seinen Weg von den Herden der Bauernhäuser auf lokale Feste, Märkte und Speisekarten in Restaurants. Heute ist die traditionelle Zubereitungsmethode von Poljički Soparnik in Kroatien als immaterielles Kulturerbe anerkannt, und der Kuchen selbst genießt europäischen Schutz.
Trotz dieser offiziellen Anerkennung hat sich die Pastete ihren ländlichen Charakter bewahrt. Die Füllung sollte vornehm nach Mangold schmecken, Zwiebeln und Petersilie spielen eine untergeordnete Rolle, während Olivenöl und Knoblauch den Geschmack der gebackenen Pastete abrunden, anstatt ihn zu dominieren. Der Teig sollte dünn, aber nicht brüchig sein, fest genug, um die saftige Füllung zu halten, und gleichzeitig zart genug, um beim Anschneiden in die traditionellen rautenförmigen Stücke sauber zu zerreißen.
Diese Version orientiert sich eng an diesem Rezept. Der Teig wird nach dem klassischen Poljica-Verhältnis von Mehl zu Wasser mit einer moderaten Menge Olivenöl zubereitet und so dünn ausgerollt, wie es der heimische Backofen zulässt – und zwar auf einem Backblech statt auf einem Steinofen. Die Füllung enthält reichlich Mangold, eine Mischung aus Zwiebeln und Frühlingszwiebeln für die Frische und wird sparsam gesalzen, damit die Mineralien des Gemüses erhalten bleiben. Ein abschließender Pinselstrich mit warmem Knoblauchöl verleiht der Oberfläche ihr charakteristisches Aroma und ihren Glanz.
Aus praktischer Kochsicht ist Soparnik vielseitig einsetzbar. Er eignet sich als Vorspeise zum Teilen, als leichte Hauptspeise mit einem einfachen Salat oder als Snack für ein Picknick. Das Rezept ist übrigens auch für Vegetarier geeignet und lässt sich ohne Änderungen für Veganer zubereiten, da die traditionelle Version weder Milchprodukte noch Eier enthält. Die Scheiben halten sich bei Zimmertemperatur einige Stunden gut und sind somit ideal für Partys und Treffen.
Für Hobbyköche besteht die Hauptaufgabe darin, einen großen, dünnen Teigfladen zu verarbeiten und die Füllung gleichmäßig zu verteilen, sodass die Kruste durchbackt, während der Mangold weich wird. Die hier beschriebene Methode unterteilt diesen Vorgang in überschaubare Schritte: Mangold salzen und ruhen lassen, Teig kneten und ruhen lassen, jeden Teigfladen auf Backpapier ausrollen, dann zusammensetzen und auf einem Standard-Backblech bei hoher, aber kontrollierter Hitze backen.
Das Ergebnis ist ein großer, flacher Kuchen mit einer duftenden, leicht blasigen Oberfläche, einem weichen, aber nicht matschigen Inneren und einer klaren Schnittlinie. Er schmeckt unverwechselbar nach dalmatinischen Feldern, Olivenöl und traditioneller Holzofenbackkunst, selbst wenn er in einem normalen Küchenofen gebacken wird.