In Sinj, einer Stadt im Landesinneren, hinter dem Küstenkamm Mitteldalmatiens, findet man im Winter oft einen Topf auf dem Tisch, der leise von der lokalen Geschichte, dem osmanischen Einfluss und familiären Ritualen erzählt: Sinjski Arambašići. Diese sind nicht mit den breiten, mit Reis gefüllten Kohlrouladen zu vergleichen, die man überall auf dem Balkan findet. Es sind kompakte, fest gepackte Päckchen aus gehacktem Fleisch und duftenden Gewürzen, die stundenlang in einer Schicht aus Sauerkraut und geräuchertem Schweinefleisch schmoren. Im Laufe der Zeit sind sie zum Symbol der Küche der Cetinska krajina, der Region um den Fluss Cetina, geworden und eng mit festlichen Zusammenkünften und dem jährlichen Ritterturnier Sinjska Alka verbunden.
Dieses Gericht gehört zur größeren Familie der Sarma, den gefüllten Kohlrouladen, deren Name vom türkischen Verb „sarmak“ (einwickeln) abgeleitet ist. In ganz Kroatien bestehen Sarma üblicherweise aus einer Mischung aus Hackfleisch und Reis, die in Sauerkrautblätter gerollt wird. Sinjski Arambašići unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten. Die Füllung wird traditionell aus fein gehacktem Rindfleisch, manchmal gemischt mit Kalb- und Schweinefleisch, anstatt aus herkömmlichem Hackfleisch zubereitet. In vielen Rezepten wird ganz auf Reis verzichtet, was den Rouladen einen intensiven Geschmack und eine feste, fast wurstartige Konsistenz verleiht.
Die Würzung ist ein weiterer deutlicher Unterschied. Rezepte aus Sinj und lokalen Kochschulen beschreiben eine Füllung mit Muskatnuss, Zimt und Nelken, verfeinert mit fein geriebener Zitronenschale. Diese warmen Gewürze, die mit älteren europäischen und osmanischen Küchentraditionen verbunden sind, verleihen dem Gericht einen tiefen, aromatischen Charakter, der es von vielen anderen Kohlrouladen abhebt. Speck, geräucherte Rippchen oder andere gepökelte Schweinefleischstücke liegen zwischen den Rouladen und am Topfboden und tragen beim Schmoren sowohl zu einem rauchigen als auch zu einem reichhaltigen Geschmack bei.
Sauerkraut spielt hier gleich mehrere Rollen. Ganze, fermentierte Kohlblätter dienen als Hülle, während geschnittener Kohl oder gehackte äußere Blätter den Topfboden und -deckel bedecken. Beim langen, langsamen Garen wird die Milchsäure des Kohls weich und verbindet sich mit dem Fett von gehacktem Fleisch und geräuchertem Schweinefleisch. Das Ergebnis ist eine Brühe mit einem vielschichtigen, nicht scharfen Geschmack, bei der eine sanfte Säure die Reichhaltigkeit ausgleicht. Wie bei vielen Sarma-Gerichten sagen Köche oft, dass Arambašići am nächsten Tag, nach einer Nacht im Kühlschrank und sorgfältigem Aufwärmen, sogar noch besser schmecken.
Diese Variante folgt der Sinj-Tradition kleiner Röllchen, fein gehacktem Fleisch, ohne Getreide und mit einer Gewürzmischung aus Muskatnuss, Zimt, Nelken und Zitrone. Sie verwendet eine Mischung aus Rind-, Kalb- und Schweinefleisch, ergänzt durch geräucherten Speck, Rippchen und Wurst. Diese Variante orientiert sich an verschiedenen modernen kroatischen Rezepten, ohne die ursprüngliche Identität zu verlieren. Die Zubereitung ist einfach: Sauerkrautblätter putzen und abspülen, Fleisch hacken und würzen, die Arambašići rollen und anschließend dicht an dicht in einen schweren Topf mit Sauerkraut und geräuchertem Fleisch schichten. Danach erledigen Zeit und sanfte Hitze den Großteil der Arbeit.
Für Hobbyköche, die bereits Sarma zubereiten, liegt der Hauptunterschied im Detail. Die Röllchen sind kleiner, die Füllung enthält mehr Fleisch und keinen Reis, und die Würzung wirkt etwas festlicher. Wer das Gericht noch nicht kennt, findet in diesem Rezept einen einfachen Weg zu einer regionalen kroatischen Spezialität, die Geduld mit großzügigen Portionen belohnt – ideal für Winterwochenenden, Feiertage und gesellige Runden, bei denen ein einziger Topf für viele reicht. Serviert mit Kartoffelpüree, weichem Brot oder einfachen Salzkartoffeln ergeben Sinjski Arambašići eine vollwertige, sättigende Mahlzeit, die die Küche Dalmatiens authentisch und respektvoll widerspiegelt.