Cetina Mountain Cheese, lokal bekannt als Cetina-KäseDieser Käse trägt den Geschmack des dalmatinischen Hinterlandes in sich, verpackt in einem kompakten, hellen Laib. Er gehört zur Familie der rustikalen Bauernkäse, die aus der Notwendigkeit heraus entstanden sind, nicht aus Luxus: Die Familien im Cetina-Tal hatten frische Milch, erlebten ein wechselndes Klima zwischen Küsten- und Binnenlandeinflüssen und mussten Nahrungsmittel für die kommenden Tage haltbar machen. Die Lösung war einfach, aber genial: Warme Milch wurde mit Lab versetzt, in schlichte Formen gepresst und in Salzlake eingelegt, bis der Käsebruch genug Charakter hatte, um neben Brot, Wurstwaren und Wein zu bestehen.
Die Landschaft rund um den Fluss Cetina ist geprägt von Bergweiden, niedrigen Steinmauern und kleinen Flächen, auf denen Kühe und Schafe auf einer vielfältigen Vegetation grasen. Dieses Weideverhalten beeinflusst den Geschmack der Milch. Im Frühling und Frühsommer ist die Milch heller und duftender, mit einer subtilen Kräuternote, die sich direkt im Käse wiederfindet. In den kälteren Monaten wird der Geschmack tiefer und runder. Der Cetinski spiegelt diese jahreszeitlichen Schwankungen auf subtile Weise wider. Er ist nie aufdringlich oder scharf, aber dennoch nicht zu dezent auf dem Teller.
Dieser Käse liegt geschmacklich irgendwo zwischen einem frischen Bauernkäse und einem jungen, halbfesten Laib. Sein Inneres ist cremefarben, mit einem festen, aber dennoch nachgiebigen Biss, der saubere Scheiben hält. Er zerbröselt nicht wie gereifter Hartkäse, sondern gibt sanft unter dem Messer nach und zeigt eine glatte Oberfläche mit winzigen, unregelmäßigen Öffnungen, wo einst Molke durch den Käsebruch geflossen ist. Der Geschmack ist milchig und leicht säuerlich, mit einer deutlichen Salznote der Lake. Ein Hauch von Weide – oft als grasig oder kräuterig beschrieben – schwingt mit.
In der Region Cetina stellten Familien diesen Käse traditionell in kleinen Mengen her, aus der Milch, die nach dem Melken des Tages verfügbar war. Kuhmilch bildete in vielen Haushalten die Basis, in manchen Dörfern wurden jedoch auch Mischungen mit Schaf- oder Ziegenmilch verwendet. Die Zubereitung ist einfach: Die Milch wird langsam erwärmt, Lab eingerührt, man wartet, bis sich ein weiches Gel bildet, schneidet den Käsebruch, erwärmt ihn erneut vorsichtig, füllt ihn in Formen und presst ihn. Die Salzlake, die manchmal mit Lorbeerblättern, Pfefferkörnern oder Zweigen lokaler Kräuter verfeinert wird, gibt dem Käse den letzten Schliff, indem sie ihn würzt und die Oberfläche festigt.
In einer modernen Küche lässt sich diese Methode gut mit einem schweren Topf, einem einfachen Thermometer und improvisierten, mit Käsetuch ausgelegten Formen umsetzen. Das folgende Rezept folgt dieser traditionellen Methode, bietet aber präzisere Temperaturvorgaben und Garzeiten. Es respektiert die Struktur und den Geschmack des Cetinski, macht aber gleichzeitig das Zubereiten einfacher, indem es genaue Temperaturbereiche, Salzmengen für die Lake und Hinweise zur Press- und Einweichzeit des Käses gibt.
Diese Variante eignet sich für Köche, die gerne selbst Hand anlegen und Geduld beweisen. Der Großteil der aktiven Arbeitszeit entfällt auf etwa eine Stunde am Herd; die restliche Zeit vergeht, während der Käse in Salzlake reift und gepresst wird. Das Ergebnis ist ein kompakter Laib, der sich sauber für eine Käseplatte schneiden lässt, perfekt zu einem Frühstücksbuffet mit Brot und Oliven passt oder zart über geröstetes Gemüse und Polenta zerbröselt. Er ist sowohl ein alltägliches Lebensmittel vom Bauernhof als auch eine Hommage an die Bergweiden rund um Cetina.