Unkonventionelle Klöster und spirituelle Erfahrungen

Eine Reise durch die verborgenen Winkel Bhutans ist ohne das Eintauchen in seine spirituellen Traditionen nicht vollständig. Während Touristen die berühmten Tempel besuchen, erwarten den unkonventionellen Reisenden intimere Klostererlebnisse:

  • Übernachtungen im Kloster: Manche Klöster heißen Gäste für eine Nacht willkommen und bieten so die seltene Gelegenheit, mit Mönchen zusammenzuleben. Das Dodeydra-Kloster oberhalb von Thimphu beispielsweise ermöglicht es Besuchern, hinaufzuwandern, am Abendgebet teilzunehmen und in einfachen Unterkünften innerhalb der Klosteranlage zu übernachten. Zu fernen Gesängen einzuschlafen und im Morgengrauen zur Meditation inmitten alter Wandmalereien zu erwachen, ist ein zutiefst bewegendes Erlebnis. Auch das bewaldete Cheri Gompa (1620 vom Gründer Bhutans erbaut und der Ort, an dem die erste Mönchsgemeinschaft gegründet wurde) kann entschlossenen Pilgern mitunter eine Übernachtung in seinen einfachen Zimmern ermöglichen. Solche Aufenthalte erfordern Planung und Genehmigung, belohnen aber mit einem Einblick in den klösterlichen Alltag – das Anzünden von Butterlampen in der Abenddämmerung, das gemeinsame Einnehmen einer einfachen vegetarischen Mahlzeit und das Erlernen der Klosteretikette (wie korrekte Verbeugungen und stille Achtsamkeit im Tempel).
  • Butterlampenzeremonien und Meditation: Auch ohne Übernachtung können Sie durch Rituale am Klosterleben teilnehmen. Viele Tempel erlauben Besuchern, eine Reihe von Butterlampen (kleine, flackernde Kerzen aus geklärter Butter) als Opfergabe für das Wohlergehen ihrer Lieben anzuzünden. In einer stillen Einsiedelei an einem Berghang oberhalb von Paro oder Bumthang können Sie neben einem Mönch sitzen, der Ihnen zeigt, wie man eine Lampe opfert: Die Handflächen aneinanderlegend, murmelt man einen Wunsch, während die Flamme entzündet wird. Ungewöhnliche Reisende suchen auch Meditationshöhlen auf, die mit Heiligen in Verbindung stehen. Nahe dem Dochula-Pass beispielsweise liegen im Wald versteckt winzige, aus Stein gehauene Meditationshöhlen – über einen kurzen Pfad erreichbar, laden sie all jene ein, die inmitten flatternder Gebetsfahnen einige Minuten der stillen Einkehr suchen. Und unterhalb des Tigernests selbst befindet sich eine dunkle Höhle, in der Guru Rinpoche meditierte – mit Hilfe eines Führers können Sie einige Minuten allein darin verbringen und die tiefe Stille erleben, die Bhutans Yogis an solche Orte zieht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Mönch Sie begleitet und vielleicht ein schützendes Gebet spricht, während Sie in derselben düsteren Senke sitzen, in der vor Jahrhunderten nach Erleuchtung gesucht wurde.
  • Dharma-Vorträge und Divinationen: Über lokale Kontakte (oft Ihr Reiseführer) können Sie ein Treffen mit gelehrten Lamas oder Astrologen vereinbaren, um persönliche Segnungen oder Einsichten zu erhalten. Im Osten Bhutans bietet Ihnen ein buddhistischer Priester möglicherweise eine kurze Weissagung an, wenn Sie eine dringende Frage haben – er wirft Würfel oder interpretiert eine Textpassage, um Ihnen Orientierung zu geben. In Thimphu oder Punakha sind manche englischsprachige Mönche oder Nonnen bereit, sich in ungezwungener Atmosphäre mit Ihnen über den Dharma auszutauschen. Dabei können Sie Fragen zur buddhistischen Philosophie stellen oder sich mit den bhutanischen Glaubensvorstellungen und der Spiritualität im Alltag auseinandersetzen. Diese Gespräche, vielleicht bei süßem Milchtee in einem Gästezimmer eines Klosters, vertiefen Ihr Verständnis der spirituellen Grundlagen des Bruttonationalglücks und zeigen Ihnen, wie Mitgefühl und Zufriedenheit in den bhutanischen Klostergemeinschaften täglich gepflegt werden. Sie vermitteln Ihnen auch ein persönliches Bild von Bhutans spirituellem Erbe jenseits der üblichen Touristenattraktionen – vielleicht nehmen Sie eine einfache Meditationsübung vom Lama mit oder gewinnen eine neue Perspektive auf die Herausforderungen des Lebens.