Tsoureki ist ein duftender, süßer Zopf, der das griechisch-orthodoxe Osterfest kennzeichnet. Dieses Brot, das traditionell am Gründonnerstag gebacken und am Ostersonntag genossen wird, ist reich an kultureller Bedeutung und Geschmack. Der Teig wird mit Butter, Milch und Eiern angereichert und hat eine zarte Krume, die leicht mit Andenkirschkernen (Mahleb) und einer Prise Mastix, einem aromatischen Harz von der griechischen Insel Chios, gewürzt ist. Oft werden leuchtend orangefarbene Schale und ein Hauch Kardamom hinzugefügt, die Tsoureki beim Backen einen warmen, komplexen Duft verleihen. Bekanntlich werden vor dem Backen einige rot gefärbte hartgekochte Eier in den Zopf gelegt – jedes Ei symbolisiert Leben und Erneuerung. Am Ostermorgen erfüllt sich die Küche mit dem Duft von sanft gesüßtem Teig, Zitrusfrüchten und Gewürzen. Familien brechen das goldene Brot als Teil des Festmahls, jede Scheibe eine Erinnerung an den Frühling und das Ende der Fastenzeit.
Obwohl es anderen angereicherten Broten ähnelt (z. B. bulgarisches kozunas oder jüdisch Challa), ist Tsoureki einzigartig griechisch in seiner Verwendung von Mahleb und insbesondere Mastiha. Der Geschmack von Mastiha ist subtil – eine balsamische, leicht kiefernartige Note – die durch das Einreiben von etwas Harz in das Mehl hervortritt. Zusammen mit Mahleb (das nach Bittermandeln und Kirschen schmeckt) verleihen diese Gewürze Tsoureki seinen charakteristischen Duft. Viele Griechen betrachten dieses Brot als Verbindung zur Vergangenheit: Rezepte wurden über Generationen weitergegeben. Tatsächlich gehört Tsoureki zu einer alten Familie von Festtagsbroten und entwickelte sich wahrscheinlich aus byzantinischen Makaria (Trauerbrote), die später zu den Feierlichkeiten gesüßt wurden. Heute ist es ein Band, das Griechen im In- und Ausland verbindet, ein vertrauter Geschmack, der das griechische Osterfest begleitet, wo immer Familien zusammenkommen.
Die Herstellung von Tsoureki ist ein sanfter, fast meditativer Prozess. Der angereicherte Teig wird gemischt und geknetet, bis er weich und leicht klebrig ist, und dann mehrere Stunden langsam gehen gelassen – manchmal in einem warmen Ofen oder in der Nähe eines Herdes, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Diese lange Gehzeit verleiht dem fertigen Laib seine kissenartige Textur. Nach dem Aufgehen wird der Teig in Stränge geteilt und locker geflochten, um Platz für ein letztes Aufgehen zu schaffen. Vor dem Backen wird der Zopf mit Ei bestrichen und mit Sesam oder gesplitterten Mandeln bestreut, die im Ofen goldbraun und knusprig werden. Nach 30 Minuten Backzeit erhält man einen Laib mit einer glänzenden Mahagoni-Kruste und einem feuchten, elastischen Inneren.
Nach dem Backen schmeckt Tsoureki am besten direkt am Tag seiner Zubereitung. Warm oder bei Zimmertemperatur servieren. Traditionell wird es am Ostertisch zusammen mit Lammbraten, griechischem Salat und Feta gegessen, aber auch ein wunderbar duftender French Toast oder ein puddingartiger Brotpudding, falls etwas übrig bleibt, schmeckt daraus. Schon ein Stückchen Tsoureki strahlt eine wohlige Wärme aus – ein Geschmack des griechischen Frühlings und der freudigen Wiedervereinigung der Familie. Die weiche Krume, der reichhaltige Buttergeschmack und die subtilen Anis-Mandel-Noten sorgen dafür, dass jeder Bissen ein festliches Gefühl vermittelt. Ob Sie es für die Kirche, für die Familie oder einfach nur backen, um eine liebgewonnene Tradition am Leben zu erhalten – dieses Tsoureki-Rezept lädt Sie ein, den zeitlosen Geist eines griechischen Ostermorgens zu erleben.