Dillsuppe oder DillsuppeDie Dillsuppe zählt zu den stillen Klassikern der kroatischen Hausmannskost. In Übersichten nationaler Gerichte findet man sie neben Mehlsuppe, Bohnensuppe und Pilzbrühe – als alltägliches Gericht und nicht nur bei festlichen Anlässen. In den nördlichen Regionen, insbesondere in den vom österreichisch-ungarischen Einfluss geprägten Gebieten wie Zagorje und Bjelovar-Bilogora, vertrauen Köche seit Langem auf ein einfaches Rezept: Mehl und Fett werden zu einer leichten Mehlschwitze angebraten, ein Schuss Brühe oder Wasser dazugegeben und zum Schluss ein Klecks saure Sahne. Die Dillsuppe gehört zwar zu dieser Familie von Gerichten, zeichnet sich aber durch ihren lebendigen Kräutergeschmack und ihre milde Säure aus.
Ein kürzlich erschienener Artikel aus dem Landkreis Bjelovar-Bilogora bezeichnet Dillsuppe als ein „vergessenes Rezept aus Großmutters Küche“, und die dort beschriebene Zubereitungsmethode trifft den Kern der Zubereitung. Zwiebeln werden langsam in Butter weich gedünstet, Mehl nimmt eine hellgoldene Farbe an, Brühe wird hinzugegeben, und schließlich köchelt eine großzügige Handvoll fein gehackter Dill so lange, bis der Topf sein Aroma entfaltet. Saure Sahne und Zitronensaft kommen zum Schluss hinzu, und Croutons aus gerösteten Brotwürfeln werden über jede Portion gestreut. Viele ältere Hausköchinnen bereiten diese Suppe noch heute in abgewandelter Form zu und passen Konsistenz und Säuregehalt ihrem Geschmack an.
Das Geschmacksprofil ist eher klar und aromatisch als schwer. Dill verleiht der Suppe eine grasige, leicht süßliche Note mit einem Hauch von Anis. Die Mehlschwitze gibt ihr Substanz, ohne sie breiig zu machen, während die Brühe für Tiefe sorgt. Saure Sahne rundet das Ganze mit einer sanften Säure und einem seidigen Mundgefühl ab. Ein Spritzer Zitronensaft hebt den Dillgeschmack hervor und verhindert, dass die Suppe fade schmeckt. In manchen Haushalten wird eine in kleine Würfel geschnittene Kartoffel in der Brühe mitgeköchelt, um die Suppe gehaltvoller zu machen. Andere Köche verwenden Grieß oder Mehlklöße und erinnern damit an ähnliche Dillsuppen und -saucen aus der mitteleuropäischen Küche.
Diese Variante orientiert sich eng am nordkroatischen Originalrezept: eine leichte Mehlschwitze, reichlich frischer Dill und zum Schluss Sauerrahm und Eigelb. Viele kroatische Rezepte folgen diesem Aufbau nahezu exakt und kombinieren Fett, Mehl, Dill, Brühe und eine Mischung aus Sahne und Eigelb, oft verfeinert mit Zitrone. Hier wird nur wenig Mehl verwendet, sodass die Suppe den Löffel umhüllt, ohne schwer zu wirken. Das ausgewogene Verhältnis von Brühe und Sahne ergibt eine Konsistenz, die zwischen Suppe und Velouté liegt: cremig, aber nicht so dickflüssig, dass sie einer Sauce ähnelt.
Für viele Familien in Nordkroatien gehört Dillsuppe zum festen Repertoire der alltäglichen Gerichte, die die Jahreszeiten verbinden. Sie schmeckt besonders gut an einem kühlen Frühlingstag, wenn der Dill jung und zart ist, passt aber auch gut in den Winter, vor allem mit warmem Brot und einem einfachen Salat. Sie wird häufiger mittags als abends serviert, oft als Vorspeise vor einem Hauptgang mit Schmorbraten oder gebratenem Geflügel. Die Zutatenliste umfasst gängige Vorratszutaten: Zwiebeln, Mehl, Fett, Brühe, Milchprodukte und Kräuter. Nur der frische Dill erfordert etwas Planung.
Dieses Rezept bietet eine praktische und unkomplizierte Möglichkeit, kroatische Aromen in die moderne Küche zu bringen. Es ist in weniger als 45 Minuten fertig, benötigt nur einen Topf und eine kleine Pfanne für die Croutons und lässt sich problemlos wieder aufwärmen. Die Mischung aus Sauerrahm und Eigelb wird sorgfältig temperiert, sodass sie glatt bleibt und nicht gerinnt – ein kleiner Kniff, der der Suppe ihren raffinierten Geschmack verleiht. Jeder Löffel verströmt den Duft von Dill, einen Hauch Zitrone und die wohlige Tiefe der Mehlschwitze und der Brühe – eine Kombination, die an die traditionelle Landküche erinnert und dennoch perfekt auf einen modernen Tisch passt.