Amsterdam: Rotlichtviertel

De Wallen, Amsterdams Rotlichtviertel, ist eine faszinierende Mischung aus Modernismus, Geschichte und Kultur. Diese dynamische Gemeinschaft, die für ihre markanten rot beleuchteten Fenster bekannt ist, stellt soziale Konventionen in Frage, indem sie einen seltenen Einblick in das Leben von Sexarbeiterinnen bietet. Besucher können nicht nur mehr über diesen reichen und faszinierenden Ort erfahren, sondern auch schöne Kanäle, alte Gebäude und interessante Museen besichtigen.

Amsterdams Rotlichtviertel (De Wallen) ist ein einzigartiges und historisches Viertel im Herzen der Stadt. Es vereint enge mittelalterliche Gassen, malerische Grachten und eine offene Erotikkultur. Dieser umfassende Reiseführer (aktualisiert im Januar 2026) bietet alles Wissenswerte für Reisende: Hintergrundinformationen, lokale Gesetze, Spazierwege, Sicherheitstipps und die neuesten Bestimmungen. Wir beantworten außerdem zahlreiche häufig gestellte Fragen und bieten detaillierte praktische Informationen, Karten und verlässliche Quellen.

Inhaltsverzeichnis

Kurzinfos zum Rotlichtviertel von Amsterdam

  • Größe und Bevölkerungszahl: Das historische Viertel De Wallen (Postleitzahl 1012) erstreckt sich über rund 40 Hektar im Zentrum Amsterdams und beherbergt etwa 4.760 Einwohner. Trotz seiner geringen Größe zieht es jährlich über 3 Millionen Besucher an und zählt damit zu den belebtesten Stadtteilen der Stadt.
  • Prostitutionszentren: Im Rotlichtviertel gibt es derzeit etwa 200 bis 300 Fensterbordelle (Fensterzimmer). Hunderte von Sexarbeiter*innen (Frauen, Männer und Transpersonen) arbeiten hinter diesen ikonischen rot beleuchteten Fenstern. Die gesamte Sexarbeit ist hier offiziell lizenziert und unterliegt dem niederländischen Recht.
  • Std: Das Rotlichtviertel selbst ist rund um die Uhr geöffnet, die einzelnen Etablissements haben jedoch festgelegte Öffnungszeiten. Fensterbordelle schließen in der Regel zwischen 6 und 8 Uhr morgens, um den städtischen Verordnungen zu entsprechen. Viele Bars und Cafés schließen aufgrund neuerer Bestimmungen früher (am Wochenende oft schon um 2 Uhr nachts).
  • Drei Zonen: Amsterdam hat tatsächlich drei Rotlichtviertel:
  • Die Wallen: Der historische Kern der Oude Zijde (Altstadt) rund um die Kanäle Oudezijds Achterburgwal und Oudezijds Voorburgwal. Dies ist der größte und bekannteste Bereich (mit etwa 80 % der Fenster der Stadt).
  • Einzelbereich: Ein kleineres Gebiet nördlich des Dam-Platzes entlang des Singel-Kanals und des Oudezijds Voorburgwal, in der Nähe des Hauptbahnhofs und des Rembrandtplein.
  • Ruysdaelkade: Ein modernisiertes Rotlichtviertel in der Nähe des Flusses Amstel (südlich des Stadtzentrums) im Stadtteil Duivelseiland.
  • Jüngste politische Änderungen: In De Wallen trat im Mai 2023 ein öffentliches Cannabis-Rauchverbot in Kraft (Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe geahndet). Zusätzlich gelten neue Zugangsregeln, die den Zutritt in den späten Abendstunden einschränken: Seit April 2023 dürfen Bars nach 1:00 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen, und Bordelle mit Fensterservice müssen um 3:00 Uhr schließen. Diese Maßnahmen sollen die Lebensqualität der Anwohner verbessern.
  • Auswirkungen des Projekts 1012: Seit dem „Projekt 1012“ im Jahr 2007 hat die Stadt im Rahmen der Stadterneuerung sukzessive zahlreiche Bordellfenster entfernt. Rund 126 Rotlichtfenster wurden seit Beginn dieser Initiative geschlossen..

Was ist das Amsterdamer Rotlichtviertel?

Das Amsterdamer Rotlichtviertel (oft genannt) Die Mauern Das Amsterdamer Rotlichtviertel (von Einheimischen so genannt) ist das älteste und bekannteste Rotlichtviertel der Stadt. Sein Herzstück bildet ein Labyrinth aus engen Gassen und Kanälen, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Rote Lichter über den Fenstern weisen auf legale Bordelle hin, in denen registrierte Sexarbeiterinnen ihre Dienste anbieten (der Preis wird vom Kunden an der Tür ausgehandelt). Prostitution ist in den Niederlanden seit dem Jahr 2000 ein legaler Beruf. In Amsterdam gilt zum Schutz junger Frauen sogar ein Mindestalter von 21 Jahren für Sexarbeiterinnen (seit 2013 liegt es bei 18 Jahren).

De Wallen verstehen

  • Name und Region: Der Name Die Mauern bedeutet „die Mauern“ und bezieht sich auf die alten Verteidigungsanlagen der Stadt. Dieser Bezirk konzentriert sich auf die Kanäle Oudezijds Achterburgwal und Oudezijds Voorburgwal, in der Nähe der Alten Kirche (Oude Kerk). Es ist Teil von Amsterdams historischem Grachtengordel (Kanalgürtel) und fällt unter die Postleitzahl 1012.
  • Rechtsstatus: Prostitution ist legal und reguliert. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter müssen sich als selbstständige Unternehmer registrieren lassen und die Gesundheits- und Lizenzbestimmungen einhalten. Die Regierung führt jährliche Gesundheitschecks und Registrierungen durch, um Ausbeutung zu verhindern. Kunden müssen laut Gesetz mindestens 16 Jahre alt sein (Schutzalter), obwohl in den meisten Bordellen mit Fenstern ein Mindestalter von 18 Jahren gilt. Kunden unter 18 Jahren haben keinen Zutritt zu Bordellen.
  • Symbole und Etikette: Rote Lichter über den Fenstern kennzeichnen lediglich Anbieter legaler Dienstleistungen (die Arbeiter unter diesen Lichtern müssen sich nicht schämen). Weitere Schilder (Neonwerbung für Erotikshows, Schilder mit der Aufschrift „Sextheater“) weisen ebenfalls auf Etablissements für Erwachsene hin. Draußen auf der Straße ist respektvolles Verhalten Pflicht: leise sprechen, Abstand zu den Fenstern halten und den Anweisungen von Polizei und Ordnungskräften Folge leisten.

Was Sie im Bezirk finden werden

Bei einem Spaziergang durch De Wallen begegnet man Folgendem:

  • Fensterprostitution: Reihen kleiner, einräumiger Fensterkabinen, in denen sich Sexarbeiterinnen hinter Glas und rotem Licht präsentieren. Kunden verhandeln den Preis an der Tür und betreten dann (wenn sie sich einigen) die Kabine für eine private Sitzung. Das alles geschieht bei Tageslicht und ist von der Straße aus gut sichtbar. Die Fenster säumen Gassen wie die Stoofsteeg, die Sint Olofssteeg und die Hauptkanäle des Oudezijds Achterburgwal. (Zum Beispiel versammeln sich oft Menschenmengen entlang des Oudezijds Achterburgwal, um die Fenster zu beobachten.)
  • Cafés: Lizenzierte Cannabis-Cafés (keine Lebensmittelgeschäfte), in denen das Rauchen von Marihuana seit langem toleriert wird. Innen In diesen Läden können Sie weiche Drogen kaufen und konsumieren. Beachten Sie, dass das Rauchen im Freien auf den Straßen verboten ist (siehe Regeln unten). Zu den beliebten Coffeeshops in oder in der Nähe von De Wallen gehören das Bulldog (eine Kette mit ihrem Stammhaus am Marktplatz) und das Green House.
  • Kinos für Erwachsene: Jenseits der Fenster hat der Bezirk Live-Sexshows und erotische Theater. Berühmte Etablissements wie das Casa Rosso und das Moulin Rouge bieten choreografierte erotische Darbietungen und Live-Sex auf der Bühne. Tickets kosten in der Regel 20–30 € pro Vorstellung. Es gibt auch Peepshow-Salons und Stripclubs (z. B. das Erotikmuseum, obwohl einige in den letzten Jahren geschlossen haben).
  • Museen & Kirchen: Die Oude Kerk (Alte Kirche) befindet sich im Zentrum des Viertels – eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert, in der tagsüber Kunstausstellungen stattfinden. Geheimnisse des Rotlichtviertels Das Museum (ein ehemaliges Bordell) bietet einen historischen Einblick. Zu den weiteren Museen in der Nähe gehören Our Lord in the Attic (eine versteckte katholische Kapelle aus dem 17. Jahrhundert) und das Cannabis-Museum. Verschiedene Kirchen (z. B. die Oude Kerk, Amsterdams älteste Kirche) und eine Synagoge liegen verstreut in den Gassen.
  • Bars & Restaurants: Viele urige niederländische Kneipen, lokale Restaurants und internationale Lokale teilen sich die Straßen mit den Sex-Etablissements. Hier findet man Lokale, die Bier, Spirituosen und traditionelle Gerichte (wie Pfannkuchen, Hering oder indonesische Rijsttafel) servieren. Einige bemerkenswerte Adressen: Im Waag (ein historisches Gebäude, das zu einem Restaurant umgebaut wurde), Café Lock (eine gemütliche Bar am Kanalufer) und diverse Imbissstände. Die Gegend hat eine ganztägige Atmosphäre: Bars haben oft bis in die frühen Morgenstunden geöffnet.
  • Geschäfte & Dienstleistungen: Als florierendes Touristengebiet bietet das RLD Souvenirläden, Modeboutiquen, Kuriositätenläden (z. B. die Condomerie in der Warmoesstraat, der weltweit erste Kondomladen), Kunstgalerien und einige Supermärkte. Auch Erotikgeschäfte mit Sexspielzeug und Dessous sind hier zu finden. Sogar eine Kindertagesstätte liegt direkt an den Grachten – ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich um ein Wohnviertel handelt.

So funktioniert das System

  • Fensterverleih: Jedes Fenster in einem Bordell wird oft von einer Sexarbeiterin oder einem Paar vom Bordellbesitzer gemietet. Die Sexarbeiterin behält den vollen Erlös und zahlt eine feste Miete für das Fenster (oft 80–100 €/Tag am Nachmittag, 150–180 €/Nacht). Dies stärkt die Position der Sexarbeiterinnen als unabhängige Unternehmerinnen (viele von ihnen legen ihre Arbeitszeiten und Preise selbst fest). Die Preise werden privat verhandelt; gesetzlich muss der angegebene Preis alle erbrachten Leistungen umfassen.
  • Lizenzierung und Regulierung: Alle Bordelle und Sexbetriebe benötigen eine städtische Lizenz. Die Stadt setzt strenge Gesundheits- und Sicherheitsstandards durch. Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter müssen sich registrieren lassen und haben Anspruch auf kostenlose Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten sowie auf Beratungsangebote. Arbeitgeber müssen zudem Erste-Hilfe- und Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten (z. B. Notrufknöpfe in jeder Kabine).
  • Unabhängige Organisationen vs. Agenturen: Manche Sexarbeiterinnen arbeiten in kleinen, privaten Bordellen (Fensterzimmern), andere von zu Hause aus oder über Escortagenturen. Fensterzimmer gelten aufgrund der besseren Sichtbarkeit und Sicherheit oft als sicherer. Selbstständige Sexarbeiterinnen wechseln häufig die Fenster oder arbeiten freiberuflich, viele bleiben aber aus Gründen der Kundentreue bei einem festen Standort.

Kurz gesagt, Amsterdams RLD operiert offen und legal und verbindet auf ungewöhnliche Weise Unterhaltung mit Respekt für die Rechte von Sexarbeiterinnen. Besucher sollten die einzigartige Atmosphäre genießen und dabei die örtlichen Verhaltensregeln beachten.

Die vollständige Geschichte des Rotlichtviertels von Amsterdam

Das Rotlichtviertel ist tief in der Geschichte Amsterdams verwurzelt. Seine Geschichte reicht von mittelalterlichen Seeleuten bis zu aktuellen politischen Debatten.

  • Mittelalterliche Ursprünge (14. Jahrhundert): Das heutige De Wallen war Amsterdams allererstes Viertel. Es entstand um 1385 und umfasste einen Hafen und einen Markt. Seeleute und Hafenarbeiter des geschäftigen Hafens benötigten Verpflegung und Unterhaltung, weshalb sich hier Bars, Brauereien und Bordelle ansiedelten. Im 14. und 15. Jahrhundert konnten Besucher in diesem Stadtteil problemlos Bier und Prostituierte finden. Damals wurde Prostitution in der Stadt toleriert; sie war sogar legal, obwohl die Behörden zur Diskretion mahnten.
  • Expansion im Goldenen Zeitalter (16.–17. Jahrhundert): Ende des 16. Jahrhunderts verbot der Amsterdamer Stadtrat (nun protestantisch) offiziell jede Form der Prostitution. Die Durchsetzung des Verbots war jedoch lasch, und private Bordelle florierten ungestört. Im 17. Jahrhundert (Amsterdams Goldenem Zeitalter) erlebte die Prostitution ein exponentielles Wachstum: Zurückkehrende Schiffe der Ostindien-Kompanie brachten Besatzungsmitglieder mit, die ihr verdientes Geld ausgeben wollten. Zeitweise arbeiteten schätzungsweise 1000 Frauen in Amsterdam im Sexgewerbe. Trotz der Moralvorstellungen blühte die Fensterprostitution entlang der Grachten auf und wurde zu einem festen Bestandteil der Wirtschaft und Kultur der Stadt. Straßenschilder verboten zwar Unzucht, doch illegale Bordelle blieben weit verbreitet.
  • 19. bis frühes 20. Jahrhundert: Nach der napoleonischen Ära erließen die Niederlande das Gesetz von 1880, das Bordelle und Zuhälterei landesweit verbot (die individuelle Prostitution blieb jedoch legal, solange die Person keinen Gewinn für andere erzielte). Um 1911 wurde ein vollständiges Bordellverbot verhängt. Amsterdam verfolgte daraufhin eine komplexe Toleranzpolitik (tolerierenDie Prostitution ging im Verborgenen weiter, wobei die Stadt inoffiziell Zonen einrichtete. Die Bemühungen um Entkriminalisierung begannen in den 1930er Jahren: Kommunen durften Schaufensterprostitution lizenzieren, um sie zu kontrollieren. Amsterdam legte sein Rotlichtviertel 1947 offiziell in Zonen fest, da man erkannte, dass dessen Aufrechterhaltung sicherer war als ein versteckter krimineller Markt.
  • Mitte des 20. Jahrhunderts: Das Rotlichtviertel, wie wir es heute kennen – ein reguliertes, offenes Viertel –, entstand Mitte des 20. Jahrhunderts. In den 1930er Jahren eröffnete die Stadt entlang der Grachten ihre ersten registrierten Fensterbordelle, um die Prostitution zu konzentrieren und zu überwachen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte De Wallen internationale Bekanntheit als Symbol niederländischer Toleranz. In den 1950er und 60er Jahren erkannten Stadtplaner das Potenzial des Viertels als Touristenattraktion, und Amsterdam begann, es als Teil seines kulturellen Erbes zu vermarkten.
  • Legalisierung im Jahr 2000 und die Moderne: Im Jahr 2000 erfolgte eine bedeutende Gesetzesänderung: Die Niederlande legalisierten die Prostitution landesweit. Bordelle wurden als reguläre Unternehmen behandelt und unterlagen somit der Steuerpflicht und der Lizenzpflicht. Ziel dieser Maßnahme war der Schutz von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern sowie die Bekämpfung des Menschenhandels. In Amsterdam folgten weitere Regulierungen: Im Juli 2013 hob die Stadt das Mindestalter für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter von 18 auf 21 Jahre an, um gezielt gegen Kinder- und Zwangsprostitution vorzugehen. Von da an durften nur noch Erwachsene ab 21 Jahren legal in Bordellen arbeiten..
  • Projekt 1012 (2007–heute): 2007 startete Amsterdam das „Projekt 1012“ (benannt nach der Postleitzahl des Bezirks). Ziel war es, Kriminalität und Belästigungen durch eine Sanierung der Altstadt zu reduzieren. Unter anderem wurden zahlreiche Schaufensterbordelle zwangsweise geschlossen und durch Cafés, Galerien oder Boutiquen ersetzt. Laut Gewerkschaften von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern wurden seit 2007 etwa 126 Schaufenster geschlossen. Während die Behörden argumentieren, dies trage zur Verbesserung der Lebensqualität bei, kritisieren Sexarbeitergruppen die Schließungen als Risiko für unsichere und unregulierte Arbeit.
  • Aktuelle Debatten: In den 2020er Jahren flammte die Kontroverse erneut auf. Der zunehmende Tourismus nach der COVID-Pandemie und Beschwerden aus der Bevölkerung veranlassten die damalige Bürgermeisterin Femke Halsema, die Verlegung eines Großteils des Viertels vorzuschlagen. 2022/23 diskutierten Amsterdamer Behörden öffentlich den Bau eines eigens dafür errichteten „Erotikzentrums“ außerhalb des Stadtzentrums, in das möglicherweise 100 Fenster des Viertels De Wallen verlegt werden sollten. Dieser Plan stieß auf heftigen Widerstand von Sexarbeiterinnen (die einen Verlust ihrer Autonomie befürchten) und auf geteilte Meinungen unter den Anwohnern. Kritiker sehen darin eine Fortsetzung der Verdrängungsstrategie des Projekts 1012. Gleichzeitig werden im Rahmen eines „Neustarts des Tourismus“ neue Verordnungen (Ausgangssperren und Verbote des öffentlichen Drogenkonsums) eingeführt, um De Wallen sicherer und ruhiger zu gestalten.

Diese Geschichte verdeutlicht, wie das Rotlichtviertel seit jeher zwischen Toleranz und Kontrolle balanciert. Heute gilt es sowohl als Symbol der liberalen Tradition Amsterdams als auch als Brennpunkt aktueller stadtpolitischer Debatten. Im Folgenden betrachten wir die Geografie des Viertels und wie man sich dort am besten zurechtfindet.

Karte und Standorte des Rotlichtviertels

De Wallen liegt zentral im mittelalterlichen Stadtkern Amsterdams. Es befindet sich südlich des Hauptbahnhofs, östlich des Dam-Platzes und westlich der Oude Kerk (Alten Kirche). Das Viertel erstreckt sich grob entlang der Grachten Oudezijds Achterburgwal (Alter Seiten-Hinterkanal) und Oudezijds Voorburgwal (Alter Seiten-Vorderkanal). Zu den wichtigsten Straßen zählen die Warmoesstraat (eine der ältesten Einkaufsstraßen der Stadt) und der Zeedijk (das alte chinesische Viertel).

Bemerkenswerte Straßen und Sehenswürdigkeiten:

  • Old Side Achterburgwal: Die rot beleuchtete Hauptstraße am Kanal. Die meisten Bordelle mit Fenstern säumen diese Straße. Der Platz der Oude Kerk befindet sich an ihrem nördlichen Ende, unter der Kirche, die das Viertel überragt. Eine berühmte enge Gasse, Stew AlleyHier zweigt ein Gang mit einer Fensterreihe ab.
  • Old Side Voorburgwal: Parallel zum Achterburgwal, mit mehr Gittern und einigen Fenstern.
  • Warmoesstraat: Verläuft in Nord-Süd-Richtung entlang des westlichen Randes; bekannt für Geschäfte (wie die Condomerie) und Cafés. Hier herrscht Tag und Nacht reger Fußgängerverkehr.
  • Bloemstraat & Geldersekade: Östliche Grenzen in der Nähe von Chinatown (treffen auf Singelgebied).
  • Elisabeth Hendriksplantsoen & Ruysdaelkade (außerhalb 1012): Diese benachbarten Straßen liegen zwar technisch gesehen außerhalb von De Wallen, bilden aber die Rotlichtzone Ruysdaelkade mit einer ganz eigenen Atmosphäre.

Anreise:

  • Vom Hauptbahnhof: Das Rotlichtviertel ist ein 2 Minuten Fußweg Südlich des Amsterdamer Hauptbahnhofs. Nehmen Sie einfach den Ausgang Richtung Dam-Platz und biegen Sie dann auf den Oudezijds Voorburgwal ab, um in das Viertel zu gelangen..
  • Vom Dam-Platz aus: Gehen Sie in Richtung Osten über den Dam (vorbei am Königlichen Palast) zum Nieuwmarkt und Oudekerksplein; Sie befinden sich dann direkt in De Wallen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Mehrere Straßenbahnlinien und Busse halten am Dam-Platz, am Hauptbahnhof oder am Nieuwmarkt, die alle innerhalb weniger Minuten vom Viertel aus erreichbar sind.
  • Parken: Die Zufahrt mit dem Auto ist eingeschränkt (enge Kopfsteinpflasterstraßen, viele davon nach Einbruch der Dunkelheit Fußgängerzonen). Es gibt einige Tiefgaragen in der Nähe (z. B. am Waterlooplein), aber das Viertel lässt sich am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden.
  • Kartenkoordinaten: Ungefähr bei 52,3715°N, 4,8994°E, im Amsterdamer Stadtbezirk Centrum.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Rotlichtviertel sehr zentral liegt und gut zu Fuß zu erkunden ist. Für Erstbesucher empfiehlt es sich, am Hauptbahnhof zu beginnen, über den historischen Altkirchenplatz (Oudekerksplein) zu schlendern und anschließend die nahegelegenen Gassen von De Wallen zu erkunden. 

Regeln und Verhaltensregeln im Rotlichtviertel (UNBEDINGT LESEN)

Das Rotlichtviertel heißt Besucher willkommen, ist aber gleichzeitig auch Wohngebiet und Arbeitsplatz. Um den Respekt vor den Anwohnern und Arbeitern zu gewährleisten, gelten in Amsterdam klare Regeln. Wer diese missachtet, muss mit Bußgeldern oder Konfrontationen rechnen. Bitte lesen Sie die Regeln sorgfältig durch, bevor Sie das Viertel besuchen.

Fotografie- und Datenschutzregeln

Fotografieren Sie keine Sexarbeiterinnen. Dies ist die wichtigste Regel überhaupt. Fotos oder Videos von Personen in den Fenstern zu machen, gilt als äußerst respektlos und ist strengstens verboten. Wer versucht, einen Angestellten zu fotografieren, riskiert, dass dieser ihn anbrüllt, die Vorhänge zuzieht, die Bedienung verweigert oder die Polizei ruft. Dieses „Fotografieren verboten“-Verbot ist ein ungeschriebenes Gesetz im Viertel – es ist zwar nicht illegal, wird aber strengstens durchgesetzt.

  • Warum das Fotografieren verboten ist: Arbeitnehmer sind auf Diskretion angewiesen. Ein Blitzlicht oder eine Kamera werden als Demütigung oder Belästigung empfunden. Zudem können Datenschutzgesetze rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn man ohne Einwilligung identifizierbare Fotos veröffentlicht.
  • Durchsetzung: Städtische Ordner (in Warnwesten) und Beamte in Zivil patrouillieren in dem Gebiet, um Besucher aufzuklären. Sie können Personen, die unbefugt fotografieren, verwarnen oder mit einem Bußgeld belegen. (Beispielsweise wurde 2022 ein Geschäftsmann mit einer Geldstrafe von 95 € belegt, weil er ein Foto eines Kollegen durch die Fenster gemacht hatte.)
  • Fotografieren erlaubt: Sie dürfen Architektur, Kanäle, Laternen und Straßenszenen fotografieren, solange keine Arbeiter deutlich zu sehen sind. Achten Sie bei Gruppen-Selfies darauf, dass die Gesichter und Körper der Arbeiter nicht im Bild sind. Im Zweifelsfall richten Sie Ihr Smartphone nach oben oder zur Seite.

Verhaltensrichtlinien

  • Respektiert die Arbeiter: Behandeln Sie die Sexarbeiterinnen höflich und professionell. Berühren Sie nicht die Fensterscheibe und belästigen Sie sie in keiner Weise. Anklopfen ist in Ordnung, wenn Sie nachfragen möchten, aber richten Sie sich nach ihren Anweisungen. Sollten sie mit einer Geste „Nein“ signalisieren (Kopfschütteln, Wegschauen), haken Sie nicht weiter nach.
  • Achten Sie auf die Lautstärke: Das Rotlichtviertel ist rund um die Uhr belebt, aber auch hier leben Anwohner. Sprechen Sie nachts leise und vermeiden Sie lautes Jubeln oder Rufen. Werfen Sie keinen Müll weg und urinieren Sie nicht auf der Straße – öffentliches Urinieren ist verboten und wird nicht gern gesehen. Die Stadt verhängt Bußgelder (beispielsweise 95 € für öffentliches Urinieren).
  • Bleiben Sie auf den Gehwegen: Die Gassen und Brücken sind eng. Blockieren Sie keine Hauseingänge und halten Sie sich nicht vor Fenstern auf. Denken Sie daran, dass sich Prostituierte und kleine Geschäfte diese Gehwege teilen.
  • Kleiden Sie sich angemessen: Es gibt keine strenge Kleiderordnung, aber vermeiden Sie anstößige Slogans oder Kostüme, die unnötige Aufmerksamkeit erregen könnten. Gepflegte Freizeitkleidung ist üblich. Manche Besucher tragen festes Schuhwerk (Kopfsteinpflaster ist rutschig).
  • Alkohol und Rauchen: Kein Alkohol auf der Straße. In Amsterdam ist es verboten, mit offenen Bier- oder Schnapsgläsern im Stadtzentrum herumzulaufen. Alkohol darf nur in Bars, Cafés oder auf dafür vorgesehenen Terrassen konsumiert werden. Kein Cannabisrauchen auf der Straße In De Wallen droht eine Geldstrafe von 100 €. In lizenzierten Coffeeshops und auf deren Terrassen darf geraucht werden (bitte beachten Sie die Aushänge).
  • Sicherheit in Gruppen: Dies ist nach Einbruch der Dunkelheit ein stark frequentiertes Touristengebiet, bleiben Sie daher am besten in Begleitung. Achten Sie auf Ihre Wertsachen (siehe Abschnitt „Sicherheit“). Seien Sie besonders vorsichtig in engen oder schlecht beleuchteten Gassen. Sollten Sie sich unsicher fühlen, begeben Sie sich in eine belebtere Straße oder wenden Sie sich an einen Ordner oder Polizisten in Uniform.

Rechtliche Beschränkungen

  • Cannabisverbot: Seit Mitte 2023 ist der Konsum von Cannabis im Freien im Rotlichtviertel De Wallen verboten. Schilder markieren die Grenze des verbotenen Gebiets. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 100 € geahndet. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um Menschenansammlungen und Belästigungen auf den Straßen zu reduzieren.
  • Alkohol: Der Kauf und Konsum von Alkohol in Bars und Restaurants ist wie gewohnt gestattet, der Konsum in der Öffentlichkeit (das Mitführen eines offenen Behälters) ist jedoch verboten.
  • Altersgrenzen: Der Zutritt zu Bordellen und Sexshows ist nur für Personen ab 18 Jahren gestattet. Der Zutritt wird gemäß städtischem Gesetz streng kontrolliert. (Hinweis: In ganz Amsterdam müssen Sexarbeiterinnen 21 Jahre alt sein, Freier sind jedoch bereits ab 18 Jahren zugelassen.)
  • Gesetzliches Erwerbsalter: Wie bereits erwähnt, ist Sexarbeit in Amsterdam erst ab 21 Jahren legal. Minderjährigen unter 18 Jahren ist die Arbeit in diesem Gewerbe strengstens untersagt.
  • Führungen: Unabhängige Reisegruppen (mit Mikrofon oder Reiseleitung) sind laut örtlicher Verordnung nicht gestattet. Offizielle Führungen (z. B. durch das Prostitutionsinformationszentrum oder lizenzierte Anbieter) können weiterhin gebucht werden. In den letzten Jahren wurden unautorisierte Führungen mit Bußgeldern belegt. Das Verbot großer Reisegruppen soll die Belästigung von Arbeiterinnen und Arbeitern minimieren. (Viele historische Stadtführungen meiden mittlerweile De Wallen.)

Wenn Sie diese Regeln befolgen, sorgen Sie für einen sichereren und respektvolleren Besuch. Weiter geht es mit: Was kostet etwas in De Wallen?

Preise und Dienstleistungen im Rotlichtviertel

Ein wichtiger Aspekt beim Besuch des Rotlichtviertels ist, die Kosten der angebotenen Dienstleistungen und die zu erwartenden Abläufe zu kennen. Die Preise sind zwischen Ihnen und dem/der jeweiligen Mitarbeiter/in verhandelbar, hier sind jedoch einige Richtlinien.

Fensterprostitutionspreise

  • Standardtarife: Eine sehr einfache Sitzung (oft auch „15-Minuten-Termin“ genannt) beginnt typischerweise gegen €100 für 10–15 Minuten. Dies ist der Mindestpreis, der sogenannte „Türpreis“. Längere Sitzungen (30 Minuten, 1 Stunde) kosten entsprechend mehr (z. B. 200–300 € für 30 Minuten, 400 € und mehr für 1 Stunde), abhängig von der Frau und der vereinbarten Dienstleistung.
  • Preisbeeinflussende Faktoren: Die Gebühren können steigen, wenn der/die Mitarbeiter/in über besondere Qualifikationen verfügt (z. B. fortgeschrittene Sprachkenntnisse, Erfahrung) oder wenn es sich um Spät-/Wochenendarbeit handelt (für diese wird oft ein Zuschlag erhoben). Bei hoher Nachfrage (in Stoßzeiten) ist die Verhandlungsbereitschaft der Mitarbeiter/innen möglicherweise geringer. Klären Sie immer ab, ob die 100 € alle Leistungen beinhalten oder ob zusätzliche Kosten für bestimmte Services anfallen.
  • Kippen: Trinkgeld ist nicht obligatorisch, wird aber oft gern gesehen. Üblicherweise gibt man 5–10 % des Preises oder rundet auf. Geben Sie nur dann Trinkgeld, wenn Sie zufrieden waren. Ein Tipp: Geben Sie ein kleines Trinkgeld erst, nachdem die Behandlung begonnen hat.
  • Zahlungsarten: Die meisten Bordelle im Rotlichtviertel akzeptieren nur Bargeld (keine Kartenzahlung). Bringen Sie genügend Euro (kleine Scheine reichen aus) für die übliche Gebühr plus Trinkgeld mit. Geldautomaten finden Sie direkt außerhalb des Zentrums, und auch einige Bars haben welche. Zahlen Sie nicht im Voraus, ohne die Prostituierte gesehen oder die angebotenen Leistungen vereinbart zu haben.

Preise für Unterhaltungsstätten

  • Live-Sexshows: Der Eintritt in Theater wie das Casa Rosso oder das Moulin Rouge kostet etwa 15–30 € pro Vorstellung. Getränke sind nicht im Preis inbegriffen. Es handelt sich um durchgehende Vorstellungen (alle paar Minuten beginnt ein neuer Akt).
  • Stripclubs: Kleinere Bars, in denen man oben ohne spielen kann (wie z. B. Club LV or Tabu) verlangen einen kleinen Eintrittspreis (manchmal 5–10 €) und bieten Tänze an, bei denen pro Nummer bezahlt wird (einige Euro pro Minute).
  • Peepshows: Sehr kurze erotische Vorführkabinen kosten etwa 5–10 € pro Minute. Diese bieten ein sehr privates (und oft teureres) Erlebnis.
  • Museen: Zugang zum Museum für Rotlichtgeheimnisse or Alte Kirche Die Gebühren betragen 10–15 €. Es handelt sich um Gebühren in Euro, die in der Regel bar oder mit Karte bezahlt werden.

Preise in Cafés und Kaffeestuben

  • Cafés: Obwohl Rauchen auf der Straße verboten ist, kann man Coffeeshops betreten. Die Preise für Cannabisprodukte variieren: Ein kleiner Joint oder ein vorgerolltes 1-Gramm-Penis kostet im RLD-Viertel oft zwischen 7 und 10 Euro (die Preise sind hier etwas höher als in manchen anderen Vierteln). Speisen und alkoholfreie Getränke kosten zwischen 5 und 10 Euro. Alkoholische Getränke (Bier, Wein) kosten in Cafés zwischen 4 und 6 Euro pro Glas.
  • Restaurants/Cafés: Eine Mahlzeit (z. B. ein typisch niederländisches Abendessen) kostet etwa 15–25 € pro Person, was dem Stadtdurchschnitt entspricht. In Pubs kostet ein Bier etwa 4–7 €, ein alkoholfreies Getränk 3–5 €.

Serviceoptionen

  • Escortservice & Agenturen: Neben den Fenstern bieten viele Arbeiterinnen auch Escort-Services über Online-Agenturen an. Diese sind in der Regel teurer (oft ab 150–200 € für eine kurze Begegnung außerhalb des Viertels). Agenturen können Luxussuiten vermitteln, aber Vorsicht vor Betrug – nutzen Sie immer seriöse Agenturen.
  • Kondome: Die Verwendung von Kondomen ist obligatorisch und im Preis inbegriffen. Es fallen keine zusätzlichen Kosten an. Falls Sie eine bestimmte Marke oder einen bestimmten Typ bevorzugen, können Sie Ihr eigenes Kondom mitbringen oder in einem Sexshop kaufen.

Rechnen Sie mit mindestens 100–150 €, wenn Sie einen Fensterputzer für einen kurzen Einsatz engagieren möchten. Planen Sie zusätzlich Geld für Essen, Getränke oder Museumsbesuche ein. Es empfiehlt sich, sowohl Bargeld (Euro) als auch Kartenzahlungskarten dabei zu haben. Überprüfen Sie die Preise immer sorgfältig. before sich zu einem Dienst verpflichten.

Sicherheit im Rotlichtviertel

Viele Besucher fragen sich: Ist es sicher, im Rotlichtviertel von Amsterdam herumzulaufen? Die Antwort lautet im Allgemeinen ja, unter Einhaltung üblicher Vorsichtsmaßnahmen. Die Stadt Amsterdam investiert aufgrund der enormen Menschenmengen in diesem Kernbereich massiv in Polizeipräsenz und Überwachung.

  • Kriminalstatistik: Das Rotlichtviertel weist tatsächlich eine niedrigere Rate an Gewaltverbrechen auf als viele andere Stadtteile. Polizeistatistiken zeigen, dass die meisten Vorfälle eher Kleinkriminalität (Taschendiebstahl, geringfügiger Diebstahl) als Gewalttaten sind. Ein Bericht aus dem Jahr 2020 stellte fest, dass Gewaltverbrechen trotz über drei Millionen Besuchern jährlich selten sind. Aus diesem Grund ist die Polizei in Amsterdam hier ständig präsent..
  • Polizei und Überwachung: Der gesamte Bezirk wird verstärkt überwacht. An wichtigen Kreuzungen sind Dutzende Überwachungskameras installiert, und uniformierte Beamte patrouillieren zu Fuß, mit dem Fahrrad und sogar zu Pferd. Hilfe ist im Notfall schnell zur Stelle. Zögern Sie nicht, einen Beamten oder einen Ordner (die in der Regel leuchtende Westen tragen) anzusprechen, wenn Sie Probleme haben oder Fragen. Die Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr lautet 112.
  • Häufige Risiken: Die größten Sicherheitsrisiken in Menschenmengen sind Taschendiebe und der Fahrradverkehr. Eine Strategie:
  • Bewahren Sie Geldbörsen und Handys in den Vordertaschen oder in verschließbaren Taschen auf.
  • Seien Sie wachsam, wenn sich größere Gruppen versammeln; dabei werden mitunter bekannte Taschendiebstahltechniken angewendet (wie beispielsweise das Fallenlassen eines Rings auf den Boden).
  • In den engen Gassen und auf den Plätzen gibt es auch viele Fahrradtaxis (Fahrradtaxis) und Lieferfahrräder, die selbst nachts durch die Straßen flitzen. Halten Sie Ausschau nach ihnen.
  • Für weibliche Reisende: Das Rotlichtviertel ist für Frauen nicht grundsätzlich gefährlicher als andere Ausgehviertel. Alleinreisende Frauen sollten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten: sich in gut beleuchteten Gegenden aufhalten, gegebenenfalls einen Türstopper-Alarm mitführen (falls nötig) und stets auf ihr Bauchgefühl vertrauen. Die meisten Besucherinnen empfinden die Atmosphäre aufgrund der starken Polizeipräsenz als sicher, insbesondere freitags und samstags, wenn im Viertel am meisten los ist.
  • Betrug vermeiden: Wie in jedem touristischen Hotspot sollten Sie Straßenhändler meiden. Kaufen Sie keine Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, von irgendwelchen Verkäufern. Kaufen Sie bei Stadtrundfahrten immer offizielle Tickets und prüfen Sie jedes Produkt vor der Bezahlung.
  • Medizinischer Notfall: Im medizinischen Notfall wählen Sie bitte 112. Apotheken und Kliniken befinden sich in der Nähe des Amsterdamer Hauptbahnhofs. Türsteher in Clubs können Ihnen bei Bedarf ebenfalls helfen oder Sie an die richtige Stelle verweisen.

Beste Zeit für einen Besuch im Rotlichtviertel

Wann man hinfährt, hängt davon ab, was man erleben möchte. Das RLD hat je nach Tageszeit, Wochentag und Jahreszeit eine ganz andere Atmosphäre.

  • Tagsüber (10:00–18:00 Uhr): Überraschend lebendig! Viele Cafés und Bistros öffnen bereits um 10 Uhr, und die Straßen sind voller Touristen und Einheimischer, die ihren Besorgungen nachgehen. Man sieht Frauen hinter den Schaufenstern, die sich die Haare und das Make-up machen, plaudern oder sogar auf der Straße spazieren gehen, um sich fertigzumachen. Es ist allgemein sicher und ziemlich ruhigAbgesehen von einigen Taschendieben in der Nähe des Dam-Platzes. Museen wie die Oude Kerk und das Rotlichtmuseum lassen sich am besten tagsüber besichtigen. NotizDie meisten Bordelle mit Fenstern nehmen vor dem späten Nachmittag keine neuen Kunden an – die Frauen sind normalerweise mit den Vorbereitungen beschäftigt, also versuchen Sie nicht, zu früh zu verhandeln.
  • Abend (18:00–22:00 Uhr): Jetzt ist die beste Zeit, die einzigartige Atmosphäre des Viertels zu erleben. Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlen die roten Lichter und die Kanäle leuchten. Viele Bars öffnen oder füllen sich mit Gästen. Cafés und Restaurants bewirten ihre Gäste zum Abendessen. Die Schaufenster werden zum Blickfang – Kunden kommen heraus, um Gäste anzulocken. Auf Brücken wie der Oudekerksbrug und der Stoofsteeg ist mit vielen Menschen zu rechnen. Die Polizeipräsenz ist hoch, aber die Stimmung ist freundlich. Der Abend eignet sich hervorragend zum Fotografieren (Architekturfotografie – bitte die Regeln beachten) und für Kneipentouren.
  • Späte Nacht (22:00–2:00 Uhr): Das Viertel ist in seiner lebendigsten Phase. Kneipen und Clubs sind brechend voll, und die Straßen sind voller Feiernder. Musik dringt aus den Bars, und an den rot beleuchteten Fenstern herrscht reges Treiben (Frauen bedienen die letzten Kunden). Bars schließen um 2 Uhr morgens, aber viele Cafés und After-Hour-Lokale haben länger geöffnet (sofern sie eine Spätlizenz besitzen). Taschendiebe sind in den Menschenmengen besonders aktiv, seien Sie also besonders wachsam. Zu dieser Zeit besuchen oft Paare und Gruppen die Fenster. Wenn Sie nur zum Sightseeing da sind, bleiben Sie in den Hauptstraßen und meiden Sie zwielichtige Seitengassen allein.
  • Außerhalb der Geschäftszeiten (2:00–6:00 Uhr): Nach 2 Uhr leeren sich die Straßen. Bordelle schließen gegen 3–4 Uhr (früher galt am Wochenende die Regel 6 Uhr, heute meist 3 Uhr). Nur wenige 24-Stunden-Betriebe (wie z. B. Cafés) haben noch geöffnet. Diese Zeit ist für Touristen weniger interessant, dafür aber umso mehr für die Nachtschwärmer, die sich auflösen. An Sommerwochenenden vertreibt die Polizei Besucher manchmal schon um 4 Uhr morgens aus Rücksicht auf die Anwohner. Planen Sie Ihren Aufenthalt entsprechend.

Saisonale Überlegungen

  • Sommer (Juni–August): Warmes Wetter und späte Sonnenuntergänge locken die meisten Besucher an. An warmen Wochenenden sind Terrassen und sogar offene Fenster beliebt. In der Touristensaison sind die Straßen belebter und die Preise höher. Dafür bleiben aber mehr Stunden Tageslicht, um die Gegend in Ruhe zu erkunden.
  • Winter (Nov.–Feb.): Weniger überlaufen, kürzere Tage. An kühlen Abenden wirkt das Viertel unter den Straßenlaternen gemütlich. Das jährliche Amsterdamer Lichtfestival (Ende November bis Januar) verwandelt die Grachten in farbenfrohe Installationen – ein Spaziergang entlang des Wassers ist dann besonders zauberhaft. An Feiertagen wie Weihnachten und Silvester erwarten Sie besondere Lichtshows und eine festliche (wenn auch oft belebte) Atmosphäre.
  • Besondere Tage: Veranstaltungen wie der Königstag (27. April) oder die Pride Week (Ende Juli) verlagern einige Aktivitäten in De Wallen (spezielle Partys in Clubs), die Hauptfeierlichkeiten finden jedoch in anderen Teilen der Stadt statt. An Silvester erwarten Sie Feuerwerk und Straßenfeste; beachten Sie, dass einige Straßen gesperrt oder verstärkt von der Polizei überwacht werden können.

Im Allgemeinen ist das Rotlichtviertel offen und interessant. ganzjährigWer Menschenmassen und die Hochsaison meiden möchte, sollte es an einem Wochentag oder an einem Winterabend versuchen. Für ein lebhafteres Ambiente ist ein Samstagabend im Juli oder ein Winterkunstfestival unschlagbar.

Spazierwege durch das Rotlichtviertel

Eine geführte Reiseroute hilft Ihnen, das Beste aus Ihrem Spaziergang herauszuholen. Hier sind zwei Beispielrouten:

  • 30-minütiger Schnellrundgang: Ideal, wenn Sie nur einen ersten Eindruck gewinnen möchten. Beginnen Sie am Nieuwmarkt/Oude Kerk (besuchen Sie die Oude Kerk, wenn Sie möchten). Schlendern Sie dann den Oudezijds Achterburgwal entlang und bewundern Sie die beleuchteten Fenster und die Alte Kirche zu Ihrer Linken. Biegen Sie rechts in die schmale Stoofsteeg ein, eine malerische Gasse mit Bordellen. Gehen Sie weiter in die Warmoesstraat und spazieren Sie Richtung Süden zu Geschäften wie der Condomerie. Von dort aus gelangen Sie durch die Geldersekade nach Zeedijk (dem alten Chinatown) mit seinem vielfältigen Flair. Kehren Sie über den Dam-Platz zurück und beenden Sie Ihren Stadtbummel stilvoll.
  • 2-stündiger Rundgang: Für ein umfassendes Erlebnis beginnen Sie am Amsterdamer Hauptbahnhof und spazieren Sie die Oosterdokskade entlang nach Süden durch das wunderschöne Oosterdok zum Dam-Platz. Erkunden Sie die Sehenswürdigkeiten am Dam und gehen Sie dann weiter nach Osten in die Oudezijds Voorburgwal (die ältere Grachtenstraße) zur Alten Kirche. Verbringen Sie 10–15 Minuten auf dem Platz der Oude Kerk und genießen Sie vielleicht einen Kaffee mit Blick auf die Grachten. Schlendern Sie anschließend durch die Gassen: Oudekerkssteeg, Stoofsteeg, Sint Olofssteeg und Oude Hoogstraat (mit ihren vielen Bars).
    Gehen Sie dann zurück nach Norden über die Nieuwe Hoogstraat, überqueren Sie Damrak zur Warmoesstraat (Einkaufs-/Essensstraße) und gehen Sie südöstlich entlang der Sint Anthoniesbreestraat, um in das Viertel Ruysdaelkade zu gelangen (beachten Sie die unterschiedliche Architektur und die neueren Veranstaltungsorte). Enden Sie in der Nähe der Raampoortstraat (oder kehren Sie über Oudeschans und Oosterdok zurück) zum Hauptbahnhof oder Ihrer Unterkunft.
  • Tipps & Sehenswürdigkeiten: Halten Sie auf jedem Weg Ausschau nach der Alten Kirche (Oude Kerk, 14. Jahrhundert) – Amsterdams ältestem Gebäude – und den vielen bunten Straßenlaternen. Versäumen Sie nicht die kleine Burgwallenhöhle (Burghers' Cave) für einen kurzen historischen Einblick (geringer Eintrittspreis). Beachten Sie auch die Informationstafeln an den Mauern, die die Geschichte der Stadt in mehreren Sprachen erläutern (zum Beispiel in der Nähe der Oudekerksbrug).

Karten und GPS sind zwar hilfreich, aber das Rotlichtviertel ist kompakt und gut ausgeschildert. Tragen Sie bequeme Schuhe (das Kopfsteinpflaster ist uneben), und Sie werden feststellen, dass Sie die meisten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen können.

Aktivitäten abseits der Fenster

Das Rotlichtviertel bietet jenseits der Bordellfenster eine überraschende Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten:

  • Museum der Geheimnisse des Rotlichtviertels: Das Museum befindet sich auf dem Achterburgwal von Oudezijds und ist in einem ehemaligen Bordell untergebracht. Es bietet interaktive Ausstellungen zum Thema Sexarbeit. Es ist familienfreundlich und informativ (täglich geöffnet).
  • Alte Kirche: Bewundern Sie die gotische Architektur und besteigen Sie den Glockenturm. Im Inneren der Kirche werden Installationen zeitgenössischer Kunst gezeigt. Der Eintritt kostet etwa 10–15 €.
  • Unser Herr auf dem Dachboden: Eine private Kirche aus dem 17. Jahrhundert, versteckt in einem Grachtenhaus. Sie liegt nur einen kurzen Abstecher den Oudezijds Voorburgwal hinauf und bietet Einblicke in die Religionsgeschichte unter dem Calvinismus.
  • Cannabis-Museum (geschlossen 2017) – (Derzeit nicht geöffnet, daher bitte überspringen, falls Sie dies besuchen).
  • Erotikmuseum (geschlossen) – Der ehemalige Erotische Venus ist ebenfalls geschlossen. Besuchen Sie stattdessen das Rotlichtmuseum oder unternehmen Sie einen geführten Spaziergang zur erotischen Geschichte.
  • Bars & Kneipen: Erleben Sie einen typisch niederländischen Pub wie zum Beispiel Das Papeneiland (unmittelbar außerhalb von RLD an der Prinsengracht) oder übernachten Sie in De Wallen bei Café der Schutzengel or In't AepjenFür LGBTQ+-Nachtleben-Fans bieten der Taboo Club (Statenplein) und der Club Soho (Nieuwmarkt) am Wochenende Partys an. Auch Cocktails gibt es in Hülle und Fülle.
  • Traditionelle Restaurants: Versuchen Mütter (Gleich um die Ecke von RLD) für niederländische Hausmannskost oder einen schnellen Snack bei Thalia KaffeeZum Kaffee und Kuchen, Verkostungsraum A. van Wees Die Gegend um den Staudamm ist berühmt.
  • Cafés: Außerdem Die Bulldogge, versuchen Gewächshaus or Bauernjungen Für Cannabis. Bitte beachten Sie: Nur für den Konsum in Innenräumen..
  • Einkaufen: In Läden wie Poezenboot (einem Geschäft für Katzenliebhaber) oder der Condomerie können Sie Souvenirs kaufen. Stöbern Sie in den kleinen Kunstgalerien der Warmoesstraat.
  • Kanalrundfahrten: Viele Grachtenrundfahrten starten in der Nähe (Damrak, Oudezijds Kolk). Eine abendliche Grachtenrundfahrt ist besonders stimmungsvoll, wenn man an beleuchteten Häusern vorbeigleitet.

Ob man nun die Rotlichtviertel nutzt oder nicht, De Wallen ist reich an kulturellem Erbe. Nehmen Sie sich Zeit, die Museen, Kirchen und gemütlichen Cafés zu erkunden – und nicht nur die Schaufenster zu betrachten.

Rotlichtviertel-Touren und -Erlebnisse

Freies Erkunden ist zwar in Ordnung, aber manche Besucher bevorzugen geführte Touren oder kuratierte Erlebnisse:

  • Selbstgeführte Touren: Es gibt herunterladbare Smartphone-Apps oder Audioguides (offizielle sind rar, da die Anzahl der Guides begrenzt ist). Einige Apps nutzen GPS, um Ihnen während des Spaziergangs die Geschichte zu erklären. Achten Sie darauf, dass der von Ihnen verwendete Guide aktuell ist (z. B. führen einige ältere Apps geschlossene Sehenswürdigkeiten auf).
  • Führungen: Der Prostitutionsinformationszentrum (PIC) Es werden geführte Stadtrundgänge angeboten, die von ehemaligen Sexarbeiterinnen geleitet werden. Diese Touren (mit obligatorischem Headset und Sicherheitspersonal) bieten Einblicke in die Arbeitsbedingungen und die Geschichte des Sexgewerbes. Eine vorherige Anmeldung ist im Besucherzentrum (PIC) am Oudekerksplein möglich.
  • Lehrreiche Touren: Bestimmte Unternehmen (oft von Frauen geführt) bieten „Walking Safaris“ in kleinen Gruppen an, die sich auf die Architektur und sicheres Besucherverhalten konzentrieren, manchmal kombiniert mit einem Besuch in einem Sexualkundemuseum (die Red Light Secrets Tour).
  • Virtuelle Rundgänge: Für alle, die lieber nicht persönlich vorbeikommen möchten, gibt es auch VR- und 360°-Touren online über verschiedene Plattformen, die oft in Touristentickets enthalten sind. Diese bieten einen Einblick in die Straßen und Schaufenster.

Besondere Erlebnisse

  • GOOD TONE Sexclub-Touren Einige ausgewählte Clubs (z. B. Club LV oder Bar-O-Bar) bieten Führungen in kleinen Gruppen an, um professionelle Pole-Dance-Shows oder Live-Auftritte in einem geschützten Rahmen zu erleben. Dieses Angebot ist nur für Erwachsene und wird oft als Paket gebucht (inkl. Getränk, Dauer ca. 1 Stunde). Es ist eine Mischung aus Informationsveranstaltung und Show.
  • Erotische Ereignisse: Gelegentlich findet man Flyer für Themenpartys oder Ethikdiskussionen an Orten wie dem BIEB (Behind Institutes of Eroticism).

Aktuelle Einschränkungen: Bitte beachten Sie, dass große Reisegruppen weiterhin verboten sind. Kleine, genehmigte Touren sind am besten geeignet – und beinhalten immer einen Stopp in einem lizenzierten Café oder an einer Sehenswürdigkeit (gemäß städtischer Verordnung von 2020).

Unabhängig von der Art der Tour wird stets Wert auf respektvolles Verhalten gelegt. Auf jeder Tour werden Sie darauf hingewiesen, dass Sie die Angestellten nicht mit der Kamera fotografieren dürfen. Ziel ist es, kulturelle Einblicke zu gewinnen, nicht Voyeurismus zu betreiben.

Hotels in der Nähe des Rotlichtviertels

Wer in der Nähe übernachten möchte, findet in der Amsterdamer Altstadt Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel. Beachten Sie jedoch, dass in allen Hotels innerhalb oder in der Nähe von De Wallen, insbesondere an Wochenenden, mit Straßenlärm zu rechnen ist.

  • Budget (unter 100 €): Zur Auswahl stehen Hostels und günstige Hotels. ClinkNOORD (gegenüber dem IJ-Fluss, super beliebtes Hostel mit Partystimmung) oder Fliegendes Schwein (Zentrale Hostelkette) kostet ein Bett im Schlafsaal etwa 30–60 €. Hans Brinker Hostel Die Gegend um Dam ist bekannt für ihre einfache Ausstattung. Ein einfaches Privatzimmer findet man beispielsweise dort. CityHub Amsterdam (Kapselhotel in der Nähe des Zentrums) oder MEININGER Hotel Amsterdam, oft knapp unter 100 € unter der Woche.
  • Mittlere Preisklasse (100–200 €): Hier befinden sich viele komfortable Hotels. Hotel Izakaya (Boutique, am Oudezijds Voorburgwal), Mövenpick Hotel Amsterdam Stadtzentrum, Und Hotel Mercier (alle in oder in der Nähe von De Wallen) kosten etwa 150–200 € pro Nacht und sind gut gelegen. NH Collection Amsterdam Barbizon Palace Und DoubleTree by Hilton befinden sich im nahegelegenen Altstadtzentrum. Dort ist oft ein kostenloses Frühstück inklusive und die Lärmdämmung gegen die Straße ist besser.
  • Luxus (ab 200 €): Luxusreisende können versuchen In Amsterdam (moderner Luxus in der Nähe des Rotlichtmuseums, ab ca. 250 €), Hotel Seven One Seven (an der Prinsengracht) oder der historischen Das Grand (ehemalige Bank) am Damm. Einige Designhotels in Grachtenhäusern (z. B. Pulitzer) sind nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
  • Vor- und Nachteile einer Unterkunft in der Nähe:
  • Vorteile: Sie können um 4 Uhr morgens gemütlich zu Ihrem Hotel zurückspazieren. Die Gegend ist immer lebendig. Cafés und Imbisse für den späten Abend befinden sich nur wenige Schritte von Ihrer Tür entfernt.
  • Nachteile: Der Straßenlärm (Musik, Geschrei) kann sehr laut sein. Selbst bei geschlossenen Fenstern sind Ohrstöpsel ratsam. Familien mit Kindern bevorzugen oft ruhigere Viertel wie das Jordaan-Viertel oder den Museumplein.

Die meisten Hotels in dieser Gegend bieten private Schließfächer oder Safes an (nutzen Sie diese). Viele können Ihnen auch Tipps für ein sicheres Vorankommen im Viertel geben.

Gesundheits- und Rechtsinformationen

Als bedeutendes reguliertes Zentrum der Sexindustrie unterliegt das Rotlichtviertel verschiedenen Gesundheits- und Rechtsvorschriften, die dem Schutz der Beschäftigten und der Öffentlichkeit dienen:

  • Gesundheitsvorschriften für Sexarbeiterinnen: Registrierte Sexarbeiterinnen haben alle paar Monate Anspruch auf kostenlose Gesundheitschecks, die von der Gemeinde bezahlt werden. Diese Untersuchungen umfassen auch einen Test auf sexuell übertragbare Infektionen (STI). Sexarbeiterinnen müssen ein negatives Testergebnis vorweisen, um weiterhin arbeiten zu dürfen. Fällt ein STI-Test positiv aus, ist die Sexarbeiterin verpflichtet, ihre letzten Kunden zu informieren und ihre Tätigkeit bis zur Genesung zu unterbrechen.
  • Kondombenutzung: Laut Gesetz ist bei jedem sexuellen Kontakt in lizenzierten Etablissements die Verwendung von Kondomen Pflicht. Dies ist nicht verhandelbar. Die Angestellten haben stets Kondome vorrätig (die Bordelle verteilen sie), und Sie haben das Recht, auf die Verwendung von Kondomen zu bestehen. Es ist sogar strafbar, ein Kondom ohne Erlaubnis zu entfernen. Diese Regelung trägt dazu bei, die Infektionsraten in der niederländischen Sexindustrie sehr niedrig zu halten.
  • Zugang zur Gesundheitsversorgung: Sexarbeiterinnen müssen, wie alle Selbstständigen, nach einer bestimmten Arbeitsstundenzahl Beiträge zur niederländischen Krankenversicherung leisten. Viele Kliniken in der Stadt haben Erfahrung mit Patientinnen aus dem Migranten- und Sexarbeiterinnenbereich. Bei Bedarf wird ein Rettungswagen gerufen, manche Frauen ziehen es jedoch vor, diskret und selbstständig ins Krankenhaus zu gehen. Besucherinnen nutzen in der Regel die Notrufnummer oder wenden sich bei dringenden Fällen an das nächstgelegene Krankenhaus.
  • Rechtlicher Rahmen: Freiwillige Prostitution unter Erwachsenen ist landesweit legal. Zwangsprostitution und Prostitution Minderjähriger sind strengstens verboten (und werden mit hohen Strafen geahndet). Die Stadt setzt Zivilpolizisten und NGOs ein, um Menschenhandel aufzudecken. Besucher, die einen Missbrauch vermuten, werden gebeten, dies zu melden (Anoniem Meld Misdaad-Hotline 0800-7000).
  • Arbeitnehmerrechte: Lizenzierte Sexarbeiterinnen in Amsterdam sind selbstständige Unternehmerinnen. Sie haben die gleichen Rechte wie andere Unternehmerinnen: Sie zahlen Steuern, können Gewerkschaften beitreten und jederzeit Kunden oder Dienstleistungen ablehnen. Laut Gesetz liegt die gesamte Macht bei den einwilligungsfähigen Erwachsenen: Sexarbeiterinnen können nicht zu Dienstleistungen gezwungen werden, denen sie nicht zugestimmt haben.
  • Lizenzierung & Registrierung: Im Jahr 2023 führte Amsterdam das System ROSA ein, das alle Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (einschließlich derjenigen in Bordellen) dazu verpflichtet, ihre Schichten offiziell bei der Polizei zu registrieren, um faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und illegale Beschäftigung zu verhindern. Das bedeutet, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten protokollieren, die von Kontrolleuren überprüft werden können. (Diese Maßnahme war teilweise eine Reaktion auf Bedenken hinsichtlich Steuerhinterziehung.)
  • Unterstützungsorganisationen: Es gibt mehrere Organisationen, an die sich Sexarbeiterinnen (und alle, die Hilfe suchen) wenden können:
  • STOLZE Gewerkschaft: Eine niederländische Gewerkschaft für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, die Rechtsberatung und Interessenvertretung anbietet. Obwohl die Mitglieder überwiegend aus der Region stammen, fließen ihre Forschungsergebnisse und Pressemitteilungen häufig in politische Debatten ein.
  • Prostitutionsinformationszentrum (PIC): Bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Touristen Informationen und Schulungen an. PIC bearbeitet außerdem Beschwerden und gibt Hinweise zu respektvollen Besuchen.
  • Liste der unerwünschtsten Dates (Hässliche): Eine von der Community betriebene Datenbank (UglyMugs.nl), in der Sexarbeiterinnen anonym Warnungen vor gefährlichen Kunden veröffentlichen.
  • ACS (Amsterdamer Zentrum für Sexarbeiterinnen): Bietet Beratung, Mediation mit Vermietern oder Behörden sowie Frauenselbsthilfegruppen im Bezirk an.

Generell sind die Gesundheitsversorgung und der Rechtsschutz im Amsterdamer Stadtbezirk (RLD) im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Welt gut. Sexarbeiter*innen und Freier*innen mit gesundheitlichen oder sicherheitsrelevanten Bedenken können sich auf die städtischen Systeme verlassen, die ihnen umgehend helfen.

Kultureller Kontext und Kontroverse

Das Rotlichtviertel ist nicht nur eine Touristenattraktion; es liegt am Schnittpunkt niederländischer Kultur, Politik und Ethik.

  • Niederländische Toleranzphilosophie: Die Niederlande sind berühmt für tolerieren – eine pragmatische Toleranzpolitik. Seit Jahrhunderten dulden die Amsterdamer bestimmte Laster (Drogen, Prostitution) eher durch Regulierung als durch strikte Verbote. Viele Einheimische sehen die RLD als Teil der städtischen Identität von Freiheit und Vielfalt. Dies hat zu kreativen Wegen geführt, sie in das Stadtleben zu integrieren (z. B. Aufklärungsprogramme über Sexualität, Kunstinstallationen wie „Gefallene Madonna“ und Nachbarschaftskomitees, die sich mit Belästigungen befassen).
  • Tourismus vs. lokales Leben: In den letzten Jahren haben die Konflikte zwischen Besuchern und Einheimischen zugenommen. Die Stadt (ca. 1,2 Millionen Einwohner) empfängt jährlich rund 20 Millionen Touristen. Anwohnerinitiativen (Gruppen wie „Stop de Gekte“ – Stoppt den Wahnsinn!) veröffentlichen Videos von randalierenden Touristen, die sich nachts danebenbenehmen (Schlägereien, Trunkenheit, Vermüllung). Sie argumentieren, dass der unkontrollierte Tourismus die „Seele“ Amsterdams zerstört. Andererseits lehnen Unternehmen und viele Arbeitnehmer plötzliche Einschränkungen ab, da sie Einkommensverluste befürchten.
  • Politische Debatten: Alle großen niederländischen Parteien sind sich einig, dass die Lebensqualität verbessert werden muss. Die amtierende Bürgermeisterin Femke Halsema hat versprochen, die Innenstadt von Belästigungen zu befreien. Zu den diskutierten Vorschlägen gehören die Begrenzung von Ferienwohnungen (z. B. über Airbnb), die Durchsetzung der bestehenden Gesetze gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie die Einführung einer Regelung, nach der Cafés nur noch von Anwohnern besucht werden dürfen (wie von einigen Politikern vorgeschlagen). Die Opposition fordert hingegen eine bessere Strafverfolgung anstatt die Schließung von Betrieben.
  • Umzugsvorschläge: Wie bereits erwähnt, ist Halsemas Plan für ein großes Erotikzentrum darauf ausgelegt, enthalten Ein Teil der Sexindustrie soll in einen modernen Komplex umziehen, wodurch möglicherweise etwa 100 Zimmer mit Fenstern aus De Wallen verlegt werden müssten. Befürworter argumentieren, dies würde sicherere und modernere Einrichtungen ermöglichen und die historischen Kanäle für andere Zwecke freigeben. Gegner (darunter Gewerkschaften von Sexarbeiterinnen wie PROUD) sehen darin eine Bedrohung ihrer Autonomie und befürchten, dass De Wallen seinen Charakter verlieren wird. Eine öffentliche Entscheidung über den neuen Standort wird in den kommenden Jahren erwartet, doch der Widerstand ist weiterhin groß.
  • Perspektiven von Sexarbeiterinnen: Innerhalb der Branche gehen die Meinungen auseinander. Gruppen wie Red Light United Befürworter argumentieren, dass die Versetzung von Frauen deren sichere Unterstützungsnetzwerke und Kundenstamm beeinträchtigt. Andere (einige Clubbesitzer, jüngere Mitarbeitergenerationen) sehen darin eine Chance für Investitionen, größere Räume und weniger Überfüllung. Im niederländischen Fernsehen und in den Medien betonen Arbeitnehmerinnen wie Mariska Majoor, dass die meisten Frauen wählen Diese Arbeit und der Wunsch nach sichereren Bedingungen – nicht nach Kriminalisierung.
  • Ansichten der Anwohner: Viele Anwohner wünschen sich einfach nur Ruhe, besonders spät abends. Sie begrüßen strengere Ausgangssperren und das Cannabisverbot als Schritte zur Rückgewinnung öffentlicher Räume. Einige betonen jedoch, dass sie die Legalisierung von Sexarbeit befürworten, allerdings außerhalb reiner Ausgehviertel. Die Spannungen sind in den sozialen Medien deutlich spürbar: Manche Einheimische finden, dass das internationale Image der Region zu sehr auf Sextourismus fokussiert ist (wobei die lokale Kultur und andere Attraktionen kaum Beachtung finden).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Rotlichtviertel einen umfassenderen Balanceakt in den Niederlanden verkörpert: Freiheit versus Ordnung, Tradition versus Wandel. Angesichts der sich ändernden Richtlinien (wie dem Rauchverbot ab Mai 2023 und der Ausgangssperre ab 1 Uhr) sollten Reisende erkennen, dass sie nicht nur eine „Show für Erwachsene“, sondern ein fortlaufendes kulturelles Experiment erleben.

Ein Vergleich der drei Rotlichtviertel Amsterdams

Wie bereits erwähnt, hat Amsterdam nicht nur ein Rotlichtviertel. Hier ein Vergleich der drei:

  • Die Wallen (Alte Seite): Dies ist das oben beschriebene „klassische“ Rotlichtviertel. Es ist das älteste, am dichtesten besiedelte und touristisch am stärksten frequentierte. Hier finden Sie die meisten der berühmten Schaufenster, die wichtigsten Sexshow-Theater (wie das Casa Rosso am Oudezijds Achterburgwal) und die höchste Dichte an Nachtclubs und Bars. Wenn Sie zum ersten Mal hier sind, ist De Wallen ein absolutes Muss.
  • Einzelbereich: Das Singelgebied, oft als „zweites“ Rotlichtviertel bezeichnet, verläuft entlang des Singelkanals vom Hauptbahnhof in Richtung Leidseplein. Es verfügt über eine kleinere Anzahl von Schaufenstern und mehrere Sexclubs (z. B. Bambusstange Stripclub Engel's Coffee Singelgebied ist ein beliebtes Viertel für Reisende, die es etwas ruhiger mögen (z. B. eine Bar mit Oben-ohne-Bereich), aber auch einige Cafés und wenige Erotikshops. Generell ist Singelgebied weniger touristisch und wird eher von Einheimischen besucht. Die Atmosphäre ist entspannter und hat einen eher nachbarschaftlichen Charakter. Manche Reisende beginnen ihr Abenteuer hier, um es etwas ruhiger angehen zu lassen, bevor sie De Wallen erkunden.
  • Ruysdaelkade: Das Rotlichtviertel Ruysdaelkade im östlichen Hafengebiet (Oosterdok und Nieuwe Herengracht) ist weniger bekannt. Es besteht aus modernen Wohnhäusern mit Fenstern im Erdgeschoss. Das Publikum ist oft eher aus der Gegend, und die Atmosphäre ist eleganter. In der Nähe befinden sich einige orientalische Läden und eine große Kirche. Im Vergleich zu De Wallen ist es hier deutlich ruhiger und weniger touristisch. Wenn Sie Zeit haben, erreichen Sie die wenigen Fenster und Bars von Ruysdaelkade nach einem kurzen Spaziergang vom Bahnhof Weesperplein in Richtung Süden.

Welchen Ort soll man besuchen? Die meisten Besucher konzentrieren sich auf De Wallen, da es das gesamte Spektrum an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten bietet. Ein kurzer Abstecher nach Singelgebied oder Ruysdaelkade kann jedoch interessant sein, wenn Sie das lokale Leben kennenlernen möchten. In Singelgebied befindet sich beispielsweise eine bemerkenswerte Kirche (die Vorgängerkirche des Paradiso), und Ruysdaelkade besticht durch seinen Blick auf den Kanal. Wählen Sie je nach Ihren Interessen: De Wallen bietet das typische Rotlichtviertel, während die anderen Viertel eine ruhigere, authentischere Variante darstellen.

Häufig gestellte Fragen zum Rotlichtviertel (über 65 Fragen beantwortet)

FrageAntwort
Ist Prostitution in Amsterdam legal?Ja. In den Niederlanden wurde die freiwillige Prostitution im Jahr 2000 legalisiert. Lizenzierte Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (ab 21 Jahren) dürfen ihre Dienste legal anbieten. Die Branche ist hinsichtlich Sicherheit und Arbeitnehmerrechten reguliert.
Warum heißt es Rotlichtviertel?Weil Bordelle mit roten Neonlichtern gekennzeichnet sind. Rote Lampen symbolisieren seit jeher Bordelle in ganz Europa.
Wie viele Rotlichtviertel gibt es in Amsterdam?Drei: Die Mauern (größte, zentrale), Einzelbereich (entlang des Singel-Kanals) und Ruysdaelkade (östlich in der Nähe der Amstel).
Dürfen Touristen das Gebiet besuchen?Ja. De Wallen ist ein öffentliches Viertel. Führungen und spontane Besuche sind üblich; bitte beachten Sie die örtlichen Regeln.
Darf ich fotografieren?Sie dürfen Straßen und Gebäude fotografieren, aber niemals Sexarbeiterinnen oder deren FensterVerstöße können zu Konflikten führen.
Gibt es geführte Touren?Ja, aber nur autorisierte Führungen. Das Prostitutionsinformationszentrum bietet offizielle Führungen an. Nicht autorisierte Gruppenführungen sind verboten.
Altersvoraussetzung für die Teilnahme?Zutritt zu Bars, Bordellen und Sexshows ab 18 Jahren. Angestellte müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Ausweiskontrollen sind üblich.
Wann hat es geöffnet?Das Viertel ist rund um die Uhr zugänglich, die Geschäfte haben jedoch feste Öffnungszeiten. Bordelle schließen üblicherweise gegen 2–3 Uhr morgens, Bars gegen 2 Uhr und Cafés um Mitternacht.
Ist es nachts sicher?Im Allgemeinen ja. Es ist gut bewacht und belebt. Gewaltverbrechen sind selten; achten Sie auf Taschendiebe.
Darf ich dort Cannabis rauchen?Nicht auf der Straße. Seit Mai 2023 ist der Konsum von Cannabis im Freien in De Wallen verboten. Erlaubt ist er nur in lizenzierten Coffeeshops.
Darf ich auf der Straße Alkohol trinken?Nein. Offene Alkoholbehälter sind verboten. Alkohol darf nur in lizenzierten Lokalen oder auf Terrassen konsumiert werden.
Was passiert, wenn ich illegale Aktivitäten beobachte?Anruf 112 Für Notfälle. In allen anderen Fällen wenden Sie sich bitte an die Polizei. Verdacht auf Menschenhandel: 0800-7000 (anonym).
Gibt es Taschendiebe oder Betrügereien?Taschendiebstahl kommt vor. Schützen Sie Ihre Wertsachen und lassen Sie sich nicht ablenken. Größere Betrugsfälle sind zwar selten, dennoch ist Vorsicht geboten.
Was kann ich dort kaufen?Souvenirs, Kaffee, Snacks, Kunst, Kleidung und Geschenkartikel. Die Preise sind in der Regel ausgezeichnet; Kartenzahlung ist in vielen Geschäften möglich.
Dürfen Frauen zu Besuch kommen?Ja. Frauen besuchen das Hotel häufig und fühlen sich im Allgemeinen sicher. Für alle Besucher gelten die gleichen Regeln.
Gibt es LGBTQ+-Sexarbeiter*innen?Ja. Es gibt Trans- und männliche Sexarbeiter, schwule Stripclubs und LGBTQ+-freundliche Bars.
Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin?Die Straßenbahnlinien 4, 9, 14, 16 und 24 sowie der Bus 22 halten in der Nähe des Dam-Platzes bzw. des Hauptbahnhofs. Die Gegend lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden.
Kann ich die Gegend mit dem Fahrrad erkunden?Ja, aber die Straßen sind eng und überfüllt. Zu Fuß ist es oft einfacher. Fahrräder sollten ordnungsgemäß angeschlossen werden.
Welche Sprachen werden gesprochen?Niederländisch ist die Amtssprache, aber Englisch ist weit verbreitet. Viele sprechen auch Spanisch oder Deutsch.
Wie lange haben Cafés geöffnet?Üblicherweise bis Mitternacht oder 1:00 Uhr nachts. Nicht rund um die Uhr.
Durchschnittliche Servicezeit?Üblicherweise 15–20 Minuten. Längere Sitzungen sind teurer. Bitte vorher bestätigen.
Ist Verhandeln erlaubt?Manchmal, höflich. 100 € sind in der Regel der Mindestbetrag. Drängen Sie nicht.
Gibt es versteckte Gebühren?Nein. Die Preise werden im Voraus vereinbart. Klären Sie immer, was im Preis enthalten ist.
Soll ich Trinkgeld geben?Optional. Ein Trinkgeld von 5–10 % wird geschätzt, ist aber nicht erforderlich.
Gibt es Snacks oder Toiletten?Ja. Cafés und Schnellimbisse sind weit verbreitet. Öffentliche Toiletten kosten etwa 0,50 € bis 1 €.
Darf ich Kinder mitbringen?Nicht illegal, aber aufgrund der Inhalte für Erwachsene, insbesondere nachts, dringend abzuraten.
Was tun bei schlechtem Wetter?Besuchen Sie Cafés, Kneipen oder Museen wie Red Light Secrets oder Oude Kerk.
Werden Kreditkarten akzeptiert?Viele Orte sind nur Barzahlunginsbesondere Sexarbeiterinnen und Coffeeshops. Führen Sie Euros mit sich.
Kann ich Uber oder Taxis benutzen?Ja, aber die Abholung erfolgt auf größeren Straßen. Schmale Gassen sind für Autos nicht zugänglich.
Währung / Wechselkurs?Euro (EUR). Ab 2025 entspricht 1 € etwa 1,10 USD. Geldautomaten bieten in der Regel die besten Wechselkurse.
Darf ich mit dem Auto in den Bezirk fahren?Autofahren ist eingeschränkt und unpraktisch. Parken Sie in der Nähe und gehen Sie zu Fuß.
Muss ich Niederländisch sprechen?Nein. Englisch funktioniert überall. Grundkenntnisse in Niederländisch sind willkommen, aber nicht erforderlich.

Praktische Besucherinformationen

  • Was Sie mitbringen sollten: Bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis (Reisepass oder Personalausweis) mit, wenn Sie Bars besuchen oder Alkohol bestellen möchten. Halten Sie ausreichend Bargeld (Euro) für kleinere Einkäufe und Dienstleistungen bereit; für Hotels oder gehobene Restaurants empfiehlt sich eine Kreditkarte. Bequeme Schuhe sind auf Kopfsteinpflaster unerlässlich. Ein tragbares Ladegerät ist ratsam (die englische Steckdose hat 230 V). Falls Sie in Innenräumen Cannabis konsumieren möchten, bringen Sie ein Feuerzeug mit (in manchen Cafés sind Feuerzeuge nur gegen Gebühr erhältlich oder müssen gekauft werden).
  • Was Sie anziehen sollten: Es gibt keine formelle Kleiderordnung. Legere Kleidung ist völlig ausreichend. Beim Besuch eines Clubs oder Theaters kleiden sich manche Gäste etwas schicker (gepflegte Jeans und Hemd), um sich dem Ambiente anzupassen, dies ist aber nicht erforderlich. Beim Betreten einer Kirche (wie der Oude Kerk) wird angemessene Kleidung (bedeckte Schultern und Knie) erwartet. Bringen Sie für die Abende etwas zum Überziehen mit – niederländische Sommernächte können an den Grachten kühl sein.
  • Sprachen: Niederländisch ist die offizielle Sprache, aber Englisch ist in De Wallen weit verbreitet. Fast alle Angestellten beherrschen grundlegende Englischkenntnisse. Schilder und Speisekarten sind in der Regel zweisprachig (Niederländisch/Englisch).
  • Währung und Geldautomaten: Nutzen Sie Euro. Geldautomaten gibt es in der Nähe des Viertels in Hülle und Fülle: vor dem Hauptbahnhof, am Dam-Platz und in größeren Cafés und Hotels. Heben Sie immer Euro ab (und tauschen Sie das Geld nicht am Automaten um). Falls Sie nur Fremdwährung dabei haben, können Sie an den Wechselstuben im Zentrum die meisten gängigen Währungen wechseln (die Kurse können jedoch variieren). Einige Geschäfte akzeptieren Kreditkarten, verlassen Sie sich aber nicht darauf.
  • Zugänglichkeit: Der Charme von De Wallen – Kopfsteinpflastergassen und Kanalbrücken – bedeutet auch, dass es nicht vollständig barrierefrei ist. Es gibt viele Treppen und unebene Oberflächen. (Die katholische Kirche) Unser Herr auf dem Dachboden(Beispielsweise befindet sich die Kirche komplett im Obergeschoss.) Die meisten Sehenswürdigkeiten (Oude Kerk, einige Cafés) sind jedoch zumindest barrierefrei über Rampen erreichbar. Amsterdam ist relativ flach, sodass Besucher mit leichten Mobilitätseinschränkungen bei entsprechender Vorsicht gut zurechtkommen.
  • Rauchen und Trinken: Wir wiederholen: Alkoholkonsum und Jointrauchen im Freien sind verboten. Alkohol und Cannabis dürfen nur in lizenzierten Lokalen (Cafés, Coffeeshops) konsumiert werden. Bitte fragen Sie immer nach, bevor Sie auf einer Terrasse rauchen. Tabakrauchen ist an Tischen erlaubt, jedoch nicht auf Gehwegen.
  • Fotos und Filmaufnahmen: Straßenfotografie ist erlaubt, aber bitte Bitte sorgfältig hochladenGesichter unkenntlich zu machen, ist höflich. Tipps in sozialen Medien empfehlen, Fotos mit erkennbaren Personen aus dem Rotlichtviertel eher mit „Amsterdamer Skyline“ als mit „Rotlichtviertel“ zu taggen – das ist ein Zeichen des Respekts gegenüber den Betroffenen.
  • Müll und Recycling: Entlang der Wege stehen Behälter für Restmüll und Wertstoffe. Wer Abfall achtlos wegwirft, muss mit Bußgeldern rechnen. Sollten Sie Touristen beobachten, die ihren Müll unsachgemäß entsorgen, melden Sie dies bitte oder weisen Sie sie darauf hin – die Stadt legt großen Wert auf Sauberkeit.
  • Öffentliche Toiletten: Viele Bars und Cafés bieten zahlenden Gästen die Nutzung ihrer Toiletten an. Alternativ gibt es öffentliche Toiletten (gegen Gebühr, Münzeinwurf). Eine praktische Möglichkeit bieten die Toiletten am Hauptbahnhof oder in der Nähe des Dam-Platzes.

Monatliche Veranstaltungen und besondere Anlässe

Amsterdam ist das ganze Jahr über lebhaft, und das Rotlichtviertel bietet oft saisonale Höhepunkte:

  • Amsterdamer Lichtfestival (Ende November bis Januar): Jeden Winter erstrahlen die Grachten in einem Lichtermeer aus beleuchteten Kunstwerken auf Booten und Ufern. Dieses Festival (14. Ausgabe, 27. November 2025 – 18. Januar 2026) schafft eine zauberhafte Atmosphäre bei Nacht. Zahlreiche Lichtinstallationen fahren unter den Brücken in De Wallen hindurch. Es werden spezielle abendliche Grachtenfahrten und -spaziergänge angeboten (eine Karte ist beim Festival erhältlich). mit für bestimmte Anlässe. (Die Lichter werden üblicherweise gegen 17–18 Uhr eingeschaltet.)
  • Königstag (27. April): Landesweite Feierlichkeiten zum Geburtstag des Königs. In Teilen von De Wallen herrscht reges Treiben, da die Feierlichkeiten der Jugendlichen aus den Clubs in die Stadt strömen. Amsterdams Haupt-Orangenfest findet zwar anderswo statt, aber in De Wallen gibt es spontane Straßenfeste und niederländische Lieder in den Kneipen. Rechnen Sie mit großem Andrang und Straßenblockaden rund um den Dam und den Nieuwmarkt.
  • Gay Pride (Ende Juli – Anfang August): Die Pride Week bringt Regenbogenfahnen und Partys in die ganze Stadt. Die LGBTQ+-Clubs und -Bars im RLD veranstalten oft spezielle Drag-Shows oder „Pink Friday“-Events. Die Hauptparade der Pride findet entlang des Grachtengürtels statt, nicht in De Wallen, aber vielleicht kann man die Parade von einer Terrasse aus mitverfolgen.
  • Silvester: Das größte Feuerwerk der Stadt wird vom Hauptbahnhof und von Flusskähnen aus gezündet und ist über den Kanal aus gut zu sehen. De Wallen ist voller Feiernder. (Achtung: Feuerwerkskörper können laut sein und Splitter verursachen.) Einige Straßen werden gegen Mitternacht aus Sicherheitsgründen gesperrt. Viele Bars veranstalten Countdown-Partys.
  • Karneval (Februar in einigen Regionen): In Amsterdam ist das keine große Sache, aber einige Clubs und Bars veranstalten Themenabende.
  • Kulturfestivals: Gelegentlich finden Filmfestivals oder Kunstabende auch in den Veranstaltungsorten von De Wallen statt. Früher veranstaltete beispielsweise die örtliche Kirche Abendkonzerte. Wer etwas Besonderes sucht, sollte immer im Veranstaltungskalender der Stadt nachsehen.

Aktuelle Veranstaltungshinweise finden Sie auf der Website des Amsterdamer Tourismusverbands oder in lokalen Veranstaltungskalendern. Auch ohne Festival ist das Rotlichtviertel jeden Abend ein Open-Air-Spektakel.

Fazit: So holen Sie das Beste aus Ihrem Besuch heraus

Das Amsterdamer Rotlichtviertel ist eine Welt für sich – eine Mischung aus charmantem Grachtenpanorama, historischer Faszination und modernem Erotikangebot. Mit den richtigen Informationen und dem nötigen Respekt kann es ein sicheres und faszinierendes Erlebnis sein. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Respektregeln: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Fotografieren von Arbeitern ist verboten, ebenso wie Alkoholkonsum und Rauchen in der Öffentlichkeit. Beachten Sie die örtlichen Regeln und Anweisungen. Lernen Sie einige niederländische Redewendungen (z. B. …). "Bitte" Ein einfaches „Bitte“ kann bei Arbeitern und Einheimischen viel bewirken.
  • Bleib sicher: Behalten Sie Ihre Wertsachen im Auge und halten Sie sich nachts in belebten Gegenden auf. Das Viertel wird stark von der Polizei überwacht, dennoch sollten Sie in großen Menschenmengen oder bei verdächtigen Personen stets vorsichtig sein. Reisen Sie nach Möglichkeit in Gruppen und wissen Sie, wie Sie im Notfall Hilfe rufen können.
  • Interagiert respektvoll: Die Arbeiter hinter den Fenstern sind Menschen bei der Arbeit. Begrüßen Sie sie höflich, wenn Sie eintreten, und sagen Sie „Guten Abend“."Guten Abend") oder sogar Englisch. Sie schätzen Höflichkeit und bedienen eher diejenigen, die grundlegende Höflichkeit zeigen.
  • Genießen Sie die Kultur: Abseits der Sexindustrie ist Amsterdams Rotlichtviertel reich an Geschichte. Nehmen Sie sich Zeit für einen Besuch der Oude Kerk, stöbern Sie im Museum „Red Light Secrets“ und genießen Sie eine Mahlzeit in einem Café am Kanal. Bewundern Sie die Fassaden aus dem 17. Jahrhundert und die historischen Laternen – das Ambiente ist genauso reizvoll wie das Nachtleben.
  • Sei vorbereitet: Bringen Sie Bargeld und Ihren Ausweis mit, informieren Sie sich über die Öffnungszeiten (insbesondere sonntags) und planen Sie Ihre Route (die Gassen können verwirrend sein). Im Zweifelsfall wenden Sie sich an einen städtischen Ordner oder die Polizei.
  • Habe einen Plan: Informieren Sie sich über Ihre Rückreise zum Hotel. Taxis und Straßenbahnen verkehren rund um die Uhr vom Hauptbahnhof (Centraal Station) und der Haltestelle Dam. Falls Sie einen längeren Aufenthalt planen, überprüfen Sie die Abfahrtszeiten der letzten Straßenbahn/des letzten Busses (Nachtbusse bedienen die Gegend).

Mit der richtigen Mischung aus unvoreingenommener Neugier und praktischer Vorsicht wird Ihr Besuch im Amsterdamer Rotlichtviertel sicher und unvergesslich. Ob Sie nun wegen der Schaufenster, der Geschichte oder einfach nur wegen des pulsierenden Stadtlebens kommen – De Wallen ist ein unverzichtbarer Teil der Amsterdamer Seele.

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