Mittelamerika erstreckt sich über die schmale Landenge von Mexiko bis Kolumbien und umfasst sieben Länder, deren kompakte Größe eine außergewöhnliche Vielfalt verbirgt. Die Reiserouten vereinen neblige Nebelwälder, aktive Vulkane, glitzernde Strände der Karibik und des Pazifiks sowie antike Maya-Ruinen. Backpacker loben die tropischen Dschungel und das kulturelle Erbe der Region sowie ihre Erschwinglichkeit: Nomadic Matt beschreibt Mittelamerika als „wunderschön, geschichtsträchtig und viel erschwinglicher als früher“. Dank der kurzen Distanzen kann man morgens einen Vulkan besteigen und nachmittags an einem Riff schnorcheln. In diesem Reiseführer finden erfahrene Reisende aktuelle Tipps zu Reisezeit, Sicherheit, Budget, Visa, Transport und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Mittelamerikas. Die Abschnitte behandeln praktische Logistik (Karten, Visa, Grenzübergänge, Budgets), Beispielrouten (1 Woche bis 3 Monate), Highlights der einzelnen Länder, Abenteueraktivitäten (Surfen, Tauchen, Wandern), Unterkünfte, Packen, technische Tipps, verantwortungsvolles Reisen und einen umfassenden FAQ-Bereich mit allen gängigen Fragen von Backpackern.
Die sieben Länder Mittelamerikas (von Nordwesten nach Südosten) sind: Guatemala (Hauptstadt Guatemala-Stadt, Währung Quetzal), Belize (Belmopan, Belize-Dollar/USD), El Salvador (San Salvador, US-Dollar), Honduras (Tegucigalpa, Lempira), Nicaragua (Managua, Córdoba), Costa Rica (San José, Colón) und Panama (Panama-Stadt, US-Dollar). Die Gesamtbevölkerung beträgt etwa 50 Millionen. Spanisch ist überall außer in Belize die vorherrschende Sprache (Amtssprache Englisch, weit verbreitet ist Belizean Creole). Die Maya-Sprachen haben sich in ganz Guatemala erhalten, und in den Küstenregionen hört man Garifuna oder indigene Sprachen. Jedes Land hat sein eigenes Stromnetz (Steckdosen Typ A/C) und seine eigene Zeitzone (UTC –6 in den meisten, Panama –5). Unten sehen Sie eine Karte von Mittelamerika.
Zur schnellen Orientierung erstellen viele Reisende eine Tabelle mit den Hauptstädten, Sprachen, Währungen und Zeitzonen der einzelnen Länder. (Beispiel: Guatemala – Guatemala-Stadt, Spanisch/23 Maya-Sprachen, Quetzal, UTC-6; Belize – Belmopan, Englisch/Kriol/Spanisch, BZD-USD, UTC-6; usw.)
Visa und Einreisebestimmungen: Die meisten westlichen Passinhaber (USA, Kanada, EU, Australien) genießen visumfreie Einreise in jedes zentralamerikanische Land für touristische Zwecke bis zu 90 Tage. Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua gehören zum CA-4-Abkommen: Ein Visum gilt für alle vier Länder (insgesamt 90 Tage). Das bedeutet, wenn Sie nach Guatemala einreisen und 30 Tage bleiben, bleiben Ihnen 60 Tage für El Salvador, Honduras oder Nicaragua (unabhängig von Binnengrenzen). Belize, Costa Rica und Panama gehören nicht zum CA-4-Abkommen, gewähren aber jeweils separat visumfreie Einreise (für diese Nationalitäten normalerweise ebenfalls 90 Tage). Staatsangehörige anderer Länder sollten die Websites der Botschaften prüfen; einige Länder erlauben kürzere Aufenthalte oder verlangen Visa oder Gebühren. (Beispielsweise zahlen einige afrikanische und asiatische Länder Gegenseitigkeitsgebühren; stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Reisepass mindestens 6 Monate nach der Einreise gültig ist.)
An Grenzübergängen können Beamte nach einem Nachweis für ein Weiterflugticket oder einer Unterkunftsadresse fragen. Halten Sie für alle Fälle einen Screenshot Ihres nächsten Fluges oder Busses und Ihrer Hostelreservierung bereit. Die Republik Panama verlangt von Besuchern aus bestimmten Hochrisikoländern manchmal einen Gelbfieber-Impfnachweis (insbesondere bei der Einreise aus einem afrikanischen Land).
Grenzverfahren: Die Einreise ins nächste Land ist in der Regel unkompliziert, kann aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Rechnen Sie mit 1–2 Stunden an einem typischen Landübergang. Der Ablauf ist in der Regel: Aussteigen und an der Einreisekontrolle des Abfluglandes anstehen, eine alte Touristenkarte (falls vorhanden) vorzeigen, einen Ausreisestempel erhalten und oft eine geringe Ausreisegebühr zahlen (an manchen Grenzen 2–10 US-Dollar). Anschließend durchqueren Sie das Niemandsland zum Schalter des anderen Landes, legen Ihren Reisepass (und falls erforderlich einen Gelbfieber-Ausweis) vor, erhalten einen Einreisestempel und zahlen eine Einreisegebühr (für die meisten Westler ebenfalls in der Regel ein paar Dollar). Reiseblogger berichten beispielsweise, dass „Viele Länder erheben eine Ausreise- oder Einreisegebühr, die jedoch nicht mehr als 5–10 USD beträgt.“. Tragen Sie für diese Gebühren etwas Bargeld bei sich (oft werden nur USD oder die lokale Währung akzeptiert).
Panama–Kolumbien (Darién-Lücke): Wichtig: Zwischen Panama und Kolumbien kann man weder mit dem Auto noch mit dem Bus verkehren. Der dichte Dschungel der Darién-Lücke ist für die Öffentlichkeit nicht über Land zugänglich. Das Grenzgebiet ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Reisende müssen fliegen oder ein Boot nehmen. Die meisten fliegen von Panama-Stadt zu den kolumbianischen Flughäfen (Bogotá oder Medellín). Alternativ chartern abenteuerlustige Reisende manchmal ein Segel- oder Schnellboot von den San-Blas-Inseln Panamas zu den kolumbianischen Inseln San Andrés oder Providencia und fliegen dann zum Festland. Es gibt jedoch keine reguläre „offene Straßenroute“ durch Darién.
Zusammenfassung nach Ländern (Eintrag): In der Praxis gelten folgende Visa-Grundlagen für gängige Nationalitäten: Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua erlauben jeweils 90-tägige Aufenthalte (für die letzten vier zusammengefasst unter CA-4). Belize erlaubt 90 Tage (und verwendet vor Ort USD). Costa Rica und Panama gewähren ebenfalls jeweils 90-tägige Aufenthalte. (US-, kanadische und EU-Bürger tun dies nicht. nicht Für diese Länder müssen Sie im Voraus ein Visum beantragen; Ihr Reisepassstempel genügt.) Überprüfen Sie immer die aktuellen Bestimmungen: Die offiziellen Tourismusseiten der Botschaft oder der Regierung sind maßgeblich.
Überlandreisen sind das Herzstück einer Rucksackreise durch Mittelamerika. Das Rückgrat des Transports bilden die allgegenwärtigen „Chicken Busse“, lokale Busse, oft umgebaute amerikanische Schulbusse. Diese Busse sind hell, umgerüstet und hüpfen von Stadt zu Stadt. Sie sind extrem günstig (ein paar Dollar für eine mehrstündige Fahrt) und decken fast jede Route ab. Eine Fahrt mit einem Chicken Bus ist ein Abenteuer: weit geöffnete Fenster, Menschen und Pakete dicht gedrängt und häufige Stopps. Die Kostenersparnis ist enorm, aber rechnen Sie mit Hitze, Überfüllung und gelegentlich unvorhersehbaren Fahrplänen.
Für die meisten Rucksacktouristen ist der Touristenshuttle ein komfortabler Mittelweg. Shuttle-Dienste (geteilte Vans oder Minibusse) verkehren planmäßig zwischen den wichtigsten Zielen. Sie sind deutlich schneller und komfortabler als lokale Busse (oft klimatisiert und mit garantiertem Tür-zu-Tür-Service), kosten aber auch mehr (ca. 30–50 $ für eine 4–6-stündige Fahrt). Shuttles sind sehr beliebt, um Grenzen zu überqueren oder zwischen Hauptstädten zu reisen. Beispielsweise betreibt Tica Bus Shuttles, die alle zentralamerikanischen Hauptstädte und einige wichtige Touristenrouten verbinden. Wenn Sie einen engen Zeitplan haben oder schweres Gepäck dabei haben, sind Shuttles in vielen Fällen ihren Preis wert.
Längere Strecken können auch mit Inlandsflügen zurückgelegt werden. Mittelamerika verfügt über mehrere Billigflieger: z. B. Interjet, Volaris Costa Rica, Wingo (Panama), TAG Airlines (Honduras) usw. Fliegen kann tagelange Reisezeit sparen (z. B. Panama-Stadt–Tegucigalpa in wenigen Stunden statt einem Tag mit dem Bus). Allerdings sind Flüge selten viel günstiger, wenn man die Gepäckgebühren mit einbezieht, daher fliegen viele Rucksacktouristen nur, wenn sie unter Zeitdruck stehen.
In Städten und Gemeinden gibt es zahlreiche Taxis (oder Mitfahr-Apps). Erkundigen Sie sich immer im Voraus nach dem Fahrpreis (oder nutzen Sie Taxameter/Uber), um überhöhte Preise zu vermeiden. In manchen Ländern (z. B. Nicaragua, Honduras) sind nur offizielle Taxis mit roten Kennzeichen zugelassen; andere sollten gemieden werden. Historische Städte lassen sich gut zu Fuß erkunden. Vermeiden Sie es jedoch, nachts allein in unbekannten Stadtteilen unterwegs zu sein.
- Fahren: Ein Auto zu mieten ist möglich (vor allem in Costa Rica, wo die Straßen gut ausgebaut sind). Mietwagen mit geteilten Kosten sind eine beliebte Strategie, wenn Sie in einer kleinen Gruppe reisen. Beachten Sie, dass Grenzübertritte mit einem Mietwagen zusätzlichen Papierkram (und oft eine hohe Versicherung) erfordern. Wenn Sie einen Mietwagen planen, vergleichen Sie Angebote und stellen Sie sicher, dass der Mietvertrag mehrere Länder abdeckt (eine einzelne Anmietung ist oft nur in einem Land versichert).
- Fähren und Boote: Küsten- und Inselreisen werden häufig mit dem Boot durchgeführt. Highlights: die Fähre oder das Wassertaxi zwischen La Ceiba und Roatán (Honduras); die Passagierboote zwischen Puerto Viejo (Costa Rica) und Bocas del Toro (Panama); und zahlreiche kleine Bootstransfers von Almirante (Panama) nach San Blas/Cartí. In Belize verkehren Wassertaxis zwischen Belize City und Cayes (z. B. Caye Caulker, Ambergris Caye). Der Seegang kann während der Regen-/Hurrikansaison rau sein (beim Überqueren des Golfs von Honduras herrscht raue See). Prüfen Sie daher die Fahrpläne und schließen Sie eine Reiseversicherung ab, die Bootsfahrten bei aufziehenden Stürmen abdeckt.
- Overland-Zusammenfassung: Die Backpacker-Route der Region ist gut etabliert. Wie ein Reisender bemerkt, „Es ist ein relativ kleiner Teil der Welt, daher sind die Entfernungen, die Sie zurücklegen, nicht allzu groß, was zu kurzen Busfahrten führt.“. Es ist im Allgemeinen einfach, sich fortzubewegen, ohne wochenlang im Voraus zu buchen (vor allem außerhalb der Hochsaison). Man kann kurzfristig in einen Bus oder Shuttle steigen. Tatsächlich buchte unsere wiedergefundene Freundin Lora selten mehr als die ersten paar Tage einer Reise. Wie sie feststellte, „Sie müssen für Ihre Reise nicht alles im Voraus buchen … Sie werden Leute treffen und Ihre Pläne werden sich ändern.“. Allerdings können beliebte Routen (Antigua→Semuc Champey, San José→Liberia usw.) rund um die Feiertage ausgebucht sein. Überprüfen Sie daher die Fahrpläne, wenn Sie an festen Daten reisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Lokale Busse (Chicken Buses) sparen Geld; Shuttles sparen Zeit und Nerven; Flüge sparen Tage; Fähren verbinden die karibischen Inseln. Nutzen Sie eine Mischung. Wo Sicherheit ein Thema ist (z. B. Honduras), bevorzugen Reisende manchmal gut geführte Shuttle-Unternehmen oder sogar die Anmietung eines privaten Fahrers, wenn das Budget es erlaubt.